Der Göttliche Wille ist ein ständiger, unaufhörlicher Akt. Die Hl. Jungfrau ließ sich von diesem Akt beherrschen und bildete in sich das Leben des Göttlichen Willens. An ihren Festen wird im Himmel der Göttliche Wille gefeiert.

Mein armer Geist schwamm im grenzenlosen Meer des ewigen Wollens, und mein anbetungswürdiger Jesus zeigte mir das größte Wunder: wie sein Heiligster Wille, der doch so unermesslich ist, sich in das Geschöpf eingrenzte, um es zu beherrschen und sein Leben in ihm zu bilden – und dabei unermesslich blieb.
Das Geschöpf, das unter einem ständigen Akt dieses Göttlichen Willens versenkt war, war das Wunder der Wunder und die nie zuvor gesehene Großtat. Der liebenswürdige Jesus sprach voller Güte zu mir:
„Liebste Tochter meines Willens, wisse, dass allein mein ewiger Wille einen ständigen Akt hat, der nie aufhört. Dieser Akt ist voller Leben und gibt daher allen Leben, bewahrt alles und hält das Gleichgewicht in sich selbst und in allen Dingen.
Nur Er kann sich rühmen, diesen ständigen Akt zu besitzen, stets Leben zu geben und immer und immer zu lieben, ohne einen Augenblick aufzuhören.
Wenn meine eigene Menschheit diesen ständigen Akt besitzt, dann deshalb, weil in Ihr dieser ständige Akt des Höchsten FIAT floss. Wie lange dauerte das Leben meiner Menschheit auf Erden? Sehr kurz.
Als Ich das erfüllt hatte, was für die Erlösung notwendig war, brach Ich in meine himmlische Heimat auf, wenn auch meine Akte zurückblieben; doch diese blieben zurück, weil sie vom ständigen Akt meines Willens belebt worden waren.
Mein Wille jedoch geht nie fort, Er ist stets an seinem Platz, präexistent, ohne dass Er jemals seinen Akt des Lebens über all dem, was aus Ihm hervorgegangen ist, unterbrechen würde.
O, wenn mein Wille die Erde und alle geschaffenen Dinge verließe, so würden alle Dinge das Leben verlieren und sich im Nichts auflösen!
Denn mein Wille erschuf alle Dinge aus dem Nichts und gab ihnen Leben – zöge Er sich zurück, würden alle die Existenz verlieren.
Nun, willst du wissen, wer jene war, die sich von diesem ständigen Akt meines Höchsten Willens beherrschen ließ und – da sie dem eigenen Willen nie Leben einräumte, diesen ständigen Akt des Lebens des Göttlichen Willens empfing, sodass sie in sich ein ganz göttliches, ihrem Schöpfer ähnliches Leben formte?
Es war die Himmlische Herrin und Königin. Sie empfing vom ersten Augenblick ihrer Unbefleckten Empfängnis an, diesen Akt des Lebens des Göttlichen Willens, um Ihn dann ständig in ihrem ganzen Leben zu empfangen.
Dies war das größte, das nie gesehene Wunder: das Leben des Göttlichen Willens in der Herrscherin des Himmels; denn ein einziger Akt des Lebens dieses FIAT kann Himmel, Sonnen, Meere, Sterne hervorbringen, und alles, was Es möchte.
So sind alle menschlichen Akte gegenüber einem einzigen Akt des Lebens dieses meines Willens wie viele Wassertropfen, die sich im Ozean verlieren, wie kleine Flämmchen angesichts der Sonne, wie Atome im großen Raum des Universums.
Male dir selbst aus, was die Erhabenheit der Unbefleckten Königin besitzt, mit diesem Leben des ständigen Aktes des Göttlichen Willens, das in Ihr gebildet wird!
Dies war das wahre Wunder, das nie gesehene Wunderwerk, dass die Kleinheit der himmlischen Herrscherin in sich ein göttliches Leben einschloss, einen unermesslichen und ewigen Willen, Der alle möglichen und vorstellbaren Güter besitzt.
Deshalb feiert bei allen Festen, an denen die Kirche meine Mutter ehrt, der ganze Himmel, er verherrlicht, lobt, dankt dem Höchsten Willen, denn sie sehen in Maria das Leben des Höchsten Willens, die erste Ursache, weshalb Sie den ersehnten Erlöser erlangte.
Da dieses FIAT Leben hatte, das in Ihr herrschte und regierte, befindet Sie sich im Besitz des himmlischen Jerusalem.
Es war gerade der Göttliche Wille, der sein Leben in diesem auserlesenen Geschöpf bildete, Der meiner Mutter den durch den menschlichen Willen verschlossenen Himmel öffnete.
So feiern sie, während sie die Königin feiern, mit Recht das Höchste FIAT, das Sie zur Königin machte, in Ihr regierte, sein Leben bildete und die erste Ursache der ewigen Seligkeit der Himmelsbewohner ist.
Daher ist ein Geschöpf, das meinen Willen herrschen lässt und Ihm freien Raum gibt, um sein Leben in sich (im Geschöpf) zu bilden, das größte Wunder.
Es kann Himmel und Erde bewegen, sogar Gott selbst, als täte es nichts, während es doch alles tut. Und nur dieses Geschöpf kann die wichtigsten Dinge meistern, alle Hindernisse beseitigen, allem entgegentreten, weil ein Göttlicher Wille in ihm regiert.
Wie es die ganze Macht des im Geschöpf wohnenden FIAT brauchte, um die Erlösung zu erflehen, und um sie zu verwirklichen, es meiner Menschheit bedurfte, welche diese Macht des FIAT besaß, so bedarf es, um die Ankunft des Reiches meines FIAT selbst zu erflehen, eines weiteren Geschöpfs.
Diese Seele (Luisa) sollte meinen Willen in sich wohnen lassen und Ihm freien Raum geben, sein Leben zu bilden, damit Er durch dieses Geschöpf das einzige und wichtigste Wunder vollbringe, dass Er nämlich komme um zu herrschen, wie im Himmel, so auf Erden.
Da dies das Größte ist und der Menschheitsfamilie die göttliche Ausgewogenheit bringen wird, tue Ich große Dinge in dir: Ich konzentriere in dir alles, was nötig und würdig ist, dass man von diesem meinem Reich wisse, die großen Segnungen, die Es zu geben wünscht, die Seligkeit all jener, die in Ihm leben werden, seine langwährende Geschichte, seinen langen Schmerz und den so vieler Jahrhunderte.
Groß ist nämlich sein Kummer, weil die Menschen – während das FIAT kommen möchte, um unter ihnen zu herrschen und sie glücklich zu machen – Ihm nicht die Pforten öffnen, Es nicht ersehnen, nicht einladen und nicht einmal kennen, während Es doch in ihrer Mitte ist.
Nur ein Göttlicher Wille konnte es mit so unbesiegbarer Geduld ertragen, in ihrer Mitte zu sein, ihnen das Leben zu spenden und nicht einmal erkannt zu werden.
Mein Wille ist groß, unbegrenzt und unendlich, und wo Er regiert, will Er Dinge tun, die seiner Größe, Heiligkeit und Macht würdig sind, die Er enthält. Sei daher aufmerksam, meine Tochter.
Es handelt sich nicht um irgendetwas oder um die Heranbildung einer Heiligkeit, sondern es geht darum, ein Reich für meinen anbetungswürdigen und Göttlichen Willen zu gestalten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 10. Dezember 1926)