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22Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, 23gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. 24Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. 26Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
27Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, 28nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: 29Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
30Denn meine Augen haben das Heil gesehen, 31das du vor allen Völkern bereitet hast, 32ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. 33Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
34Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. 35Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
36Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; 37nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
38In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. 40Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

„Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen“ (Lk 2, 22)

… „Meine Tochter, entferne dich nicht von mir, folge mir immer nach. Die vierzig Tage nach der Geburt des kleinen Königs Jesus sind vergangen, das göttliche FIAT ruft uns zum Tempel auf, um dem Gesetz der Tempelaufopferung meines Sohnes nachzukommen; es war das erste Mal, dass ich mit meinem süßen Kind ausging.
Eine Ader des Schmerzes öffnete sich in meinem Herzen, da ich hinging und Ihn als Opfer für die Rettung aller anbot. Im Tempel angelangt, beteten wir zuerst die Göttliche Majestät an, dann rief ich den Priester und nachdem ich Jesus in meine Arme nahm, opferte ich das himmlische Kind dem Ewigen Vater als Opfer für die Rettung aller auf.
Der Priester war Simeon; kaum hatte ich Jesus in seine Arme gelegt, erkannte er, dass es das Göttliche Wort war und jubelte vor unendlicher Freude und nach der Aufopferung prophezeite er alle meine Schmerzen und Leiden. O, wie schmerzvoll ließ das Höchste FIAT die Ankündigung der verhängnisvollen Tragödie aller Leiden, die mein Sohn zu dulden haben werde, an mein mütterliches Herz dringen.
Das was mich aber am meisten traf, waren die Worte, die mir der heilige Prophet sagte: „ Dieses liebe Kind wird die Rettung und der Untergang Vieler und Zeichen des Widerspruchs sein.“
Wenn der Göttliche Wille mir nicht beigestanden wäre, wäre ich auf der Stelle vor lauter Schmerz gestorben. So verlieh Er mir das Leben und bediente sich, um in mir das Reich des Schmerzes seines eigenen Willens zu bilden. Zu meinem Recht als Mutter, das ich über alle hatte, fügte sich das Recht der Mutter und Königin aller Schmerzen hinzu. O ja, mit meinen Schmerzen erkaufte ich mir das Recht, um die Schulden meiner Kinder zu zahlen und auch jene der undankbaren Kinder.
Meine Tochter, du musst wissen, dass ich im Licht des Göttlichen Willens schon alle Schmerzen kannte, die mich treffen würden und diese waren auch zahlreicher als jene, die mir der heilige Prophet angekündigt hatte, aber sie wieder in diesem so feierlichen Akt der Aufopferung meines Sohnes zu hören, traf mich derart, dass mein Herz blutete und sich in meiner Seele tiefe Klüfte öffneten.
In deinen Leiden, in den schmerzhaften Begegnungen, die dir nicht fehlen werden, höre auf deine Mama, lass dich nicht entmutigen, sondern sieh mit heldenhafter Liebe zu, dass der Göttliche Wille seinen königlichen Platz in deinen Leiden findet, damit Er sie in kleine Münzen von unendlichem Wert verwandeln kann, mit denen du die Schulden deiner Brüder zahlen kannst, um sie aus der Knechtschaft des menschlichen Willens zu erlösen und sie als freie Kinder im Reich des Göttlichen FIAT zurückzuführen.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 23. Tag)

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen“ (Lk 2, 29+30)

„Meine Tochter, hier unten ist alles verschleiert, sowohl in der übernatürlichen wie auch in der natürlichen Ordnung. Nur im Himmel sind die Dinge unverhüllt, da es in der Himmlischen Heimat keine Schleier gibt, sondern man sieht dort die Dinge, wie sie in sich selbst sind.
Der Verstand braucht sich dort oben daher nicht abmühen, um sie zu begreifen, da sie sich von selbst so zeigen, wie sie sind. Wenn es in der Wohnstatt der Seligen eine Arbeit gibt – wenn man sie wirklich Arbeit nennen kann – dann ist es diese, sich an den Dingen zu erfreuen und zu beseligen, die man unverhüllt sieht; hier unten ist es jedoch nicht so.
Da die menschliche Natur aus Geist und Leib besteht, hindert die Hülle des Körpers die Seele daran, meine Wahrheiten zu sehen. Die Sakramente und alles andere sind verhüllt, und sogar Ich selbst, das Wort des Vaters, hatte den Schleier meiner Menschheit. Alle meine Worte und mein Evangelium gab Ich unter der Gestalt von Beispielen und Gleichnissen.
Jeder konnte Mich verstehen, der sich Mir näherte, um Mich mit gläubigem Herzen, mit Demut und dem Wunsch anzuhören, die Wahrheiten, die Ich ihnen mitteilte, kennenzulernen, um sie in die Tat umzusetzen. Indem sie so handelten, zerrissen sie den Schleier, der meine Wahrheiten verbarg und entdeckten den darin verborgenen Schatz.
Der Glaube, die Demut und der Wunsch nach der Erkenntnis meiner Wahrheiten war das Werk, das sie taten, wodurch sie den Schleier zerrissen und meine Wahrheiten entdeckten, wie sie in sich selbst sind. So blieben sie mit Mir und mit dem Gut verbunden, das meine Wahrheiten enthielten. Andere, die sich dieser Arbeit nicht unterzogen, erreichten zwar den Schleier meiner Wahrheiten, aber nicht die Frucht, die darin war: so gingen sie leer aus und verstanden überhaupt nichts, kehrten Mir den Rücken zu und verließen Mich.
So sind auch meine Wahrheiten, die Ich dir mit so viel Liebe über meinen Göttlichen Willen offenbarte. Damit meine Wahrheiten wie unverhüllte Sonnen – wie sie wirklich sind – erstrahlen können, müssen die Menschen ihre Arbeit tun und den Weg gehen, um sie zu erreichen – was der Glaube ist.
Sie müssen meine Wahrheiten ersehnen, sie kennen wollen, beten und ihren Verstand demütigen, damit er den Schatz und das Leben meiner Wahrheiten aufnehmen kann. Dadurch werden sie die Hülle zerreißen und meine Wahrheiten finden – leuchtender als eine Sonne. Sonst bleiben sie blind, und Ich wiederhole das Wort des Evangeliums an sie: ‘Ihr habt Augen und seht nicht, Ohren und hört nicht, eine Zunge und ihr seid stumm.’
Siehst du, auch in der natürlichen Ordnung sind die Dinge verhüllt. Die Früchte haben die Hülle der Schale, aber wer hat das Glück, sie zu verkosten? Wer sich die Mühe macht, zu einem Baum zu gehen, die Frucht zu pflücken und die Schale zu entfernen, die diese Frucht verbirgt: dieser verkostet die ersehnte Frucht und ernährt sich von ihr. Dieser liebt sie und macht aus der ersehnten Frucht seine Speise.
Die Felder sind mit Stroh verdeckt. Wer empfängt das Gute, das unter den [Stroh]halmen verhüllt ist? Wer diese Halme entkleidet, kann die Körner ernten, um das Brot für seine tägliche Nahrung daraus zu bereiten. Mit einem Wort, alle Dinge hier unten sind mit einem Schleier verhüllt, damit der Mensch die Arbeit, den Willen und die Liebe aufbringe, die Dinge zu besitzen und zu verkosten.
Nun, meine Wahrheiten übertreffen die natürlichen Dinge bei weitem, und zeigen sich der Seele als edle verschleierte Königinnen, die dabei sind, sich der Seele zu schenken. Sie wünschen jedoch die [Mit]arbeit der Seele und wollen, dass sich der Wille der Seele ihnen annähert, um sie zu erkennen, zu besitzen und zu lieben – eine notwendige Bedingung, um den Schleier zu zerreißen, der sie verhüllt. Sobald der Schleier zerrissen ist, bahnen sich die Wahrheiten mit ihrem Licht von selbst den Weg und schenken sich denen, die sie gesucht haben, zum Besitz.
Das ist der Grund, weshalb manche die Wahrheiten über meinen Göttlichen Willen lesen und das Gelesene anscheinend nicht verstehen, sondern vielmehr verwirrt sind: weil ihnen der aufrichtige Wille fehlt, sie kennen zu wollen. Man könnte sagen, dass ihnen die [vorausgehende nötige] Arbeit fehlt, um sie zu kennen; und ohne Leistung kann man weder etwas erwerben, noch ein so großes Gut verdienen. So verweigere Ich ihnen aus Gerechtigkeit, was Ich den Demütigen überreich gebe und jenen, die sich nach dem großen Gut des Lichtes meiner Wahrheiten sehnen.
Meine Tochter, wie viele meiner Wahrheiten werden von jenen unterdrückt, die sie nicht gerne kennenlernen und ihre geringe Arbeit tun wollen, um sie zu besitzen! Ich spüre, dass sie Mich selbst gleichsam abwürgen wollten, wenn sie könnten.
In meinem Kummer bin Ich gezwungen, meinen Ausspruch im Evangelium zu wiederholen und führe ihn wirklich aus: Ich nehme dem, der nichts oder nur wenig von meinen Gütern besitzt, weg und belasse diese Seelen in ihrem trostlosen Elend; denn da sie meine Schätze nicht wollen und nicht lieben, würden sie sie besitzen, ohne sie zu schätzen und ohne Früchte zu bringen.
Dafür werde Ich den Besitzenden noch überreichlicher geben, denn diese werden meine Güter als kostbare Schätze bewahren, die sie immer mehr Früchte hervorbringen lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. August 1930)

„Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2, 35)

… „Jeder kann an den Verdiensten und Gütern teilnehmen, die von den Leiden meiner Mutter hervorgebracht wurden. Wer sich im Vorhinein in die Hände der Vorsehung gibt und sich selbst darbietet, alle Arten von Leiden zu erdulden, Armseligkeit, Krankheiten, Verleumdungen und alles, was der Herr über ihn verfügen wird, nimmt am ersten Schmerz der Prophezeiung des Simeon teil.
Wer sich bereits inmitten von Leiden befindet, ergeben ist, sich noch stärker an Mich hängt und Mich nicht beleidigt, der rettet Mich gleichsam aus den Händen des Herodes, bewahrt Mich sicher und wohlbehalten im Ägypten seines Herzens, und nimmt somit am zweiten Schmerz teil. Wer sich im Geist niedergeschlagen, trocken und meiner Gegenwart beraubt fühlt und dennoch fest und seinen gewohnten Übungen treu bleibt, ja sogar die Gelegenheit sucht, Mich noch mehr zu lieben und zu suchen, ohne müde zu werden, der nimmt an den Verdiensten und Gütern teil, die meine Mutter erwarb, als sie Mich verlor.
Wer in jeder Lage, in der er sich befindet, besonders wenn er Mich schwer beleidigt, verachtet, mit Füßen getreten sieht, und versucht, Mir Wiedergutmachung zu leisten, Mitleid mit Mir zu haben und gerade für jene zu beten, die Mich beleidigen – da scheine Ich in dieser Seele meiner eigenen Mutter zu begegnen, die Mich aus der Hand meiner Feinde befreit hätte, wenn es Ihr möglich gewesen wäre. Diese Seele nimmt daher am vierten Schmerz teil.
Wer seine Sinne aus Liebe zu meiner Kreuzigung ans Kreuz schlägt und versucht, die Tugenden meiner Kreuzigung in sich selbst nachzuahmen, hat am fünften Schmerz teil. Wer in einer ständigen Gesinnung der Anbetung ist, meine Wunden zu küssen, Wiedergutmachung zu leisten, Dank zu sagen, usw., und zwar im Namen der ganzen Menschheit, der hält Mich gleichsam in seinen Armen, wie es meine Mutter tat, als Ich vom Kreuz abgenommen wurde, und nimmt an ihrem sechsten Schmerz teil.
Wer in meiner Gnade bleibt und ihr entspricht und niemandem außer Mir einen Zufluchtsort in seinem Herzen gewährt, der begräbt Mich gleichsam im Mittelpunkt seines Herzens und hat Anteil am siebenten Schmerz.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 17. September 1905)

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… „Meine Tochter, unter so vielen Wunden, die mein Herz enthält, sind drei davon, die Mir Todesqualen und einen solch heftigen Schmerz zufügen, dass sie alle anderen Wunden zusammen übertreffen, und dies sind: die Leiden meiner liebenden Seelen.
Wenn Ich eine Seele, die ganz mein ist, um meinetwegen leiden sehe, gefoltert, unterdrückt und bereit, auch den schmerzhaftesten Tod für Mich zu leiden, dann empfinde Ich ihre Leiden, als wären es die meinen, und vielleicht noch mehr. Ach, die Liebe weiß tiefe Wunden aufzureißen, sodass sie die anderen Leiden nicht fühlen lässt. In diese erste Wunde tritt als erste meine teure Mutter ein.
O, wie doch ihr wegen meiner Schmerzen durchbohrtes Herz in das meine überströmte, und Ich fühlte lebhaft alle dessen Durchbohrungen; und als Ich sie wegen meines Todes sterbend und doch nicht sterben sah, fühlte Ich in meinem Herzen die Qual und Grausamkeit ihres Martyriums und Ich empfand die Schmerzen meines Todes, die das Herz meiner lieben Mutter fühlte, und mein Herz starb zugleich.
So übertrafen also alle meine Leiden zusammen mit den Leiden meiner Mutter, alles, und es war gerecht, dass meine Himmlische Mama den ersten Platz in meinem Herzen innehabe, sowohl im Leiden, wie auch in der Liebe, denn jede aus Liebe zu Mir gelittene Pein eröffnete Meere von Gnaden und Liebe, die sich in ihr durchbohrtes Herz zurück ergossen. In diese Wunde treten alle Seelen ein, die meinetwegen und allein aus Liebe leiden.
In diese Wunde trittst du ein, und sogar wenn alle Mich beleidigen und nicht lieben würden, finde Ich in dir die Liebe, die Mir für alle Ersatz leisten kann. Und wenn Mich also die Geschöpfe verjagen und Mich zwingen, vor ihnen zu flüchten, komme Ich geschwind, um in dir Zuflucht zu nehmen, wie in meinem Versteck, und da Ich meine Liebe und nicht die ihre vorfinde, und eine Liebe, die nur meinetwegen leidet, sage Ich: Ich bereue es nicht, Himmel und Erde erschaffen und so viel gelitten zu haben.
Eine Seele, die Mich liebt und für Mich leidet, ist meine ganze Freude, meine Wonne, mein Lohn für alles, was Ich getan habe, und indem Ich gleichsam alles Übrige zur Seite lege, erfreue Ich Mich und scherze Ich mit ihr. Während diese Liebeswunde in meinem Herzen die schmerzhafteste ist, dass sie alles übertrifft, beinhaltet sie jedoch zur gleichen Zeit zwei Wirkungen: sie bereitet Mir heftigen Schmerz und höchste Freude, unsagbare Bitterkeit und unbeschreibliche Süßigkeit, schmerzvollen Tod und glorreiches Leben.
Es ist das Übermaß meiner Liebe, unbegreiflich für den erschaffenen Geist. In der Tat, welche Freude fand mein Herz nicht in den Schmerzen meiner durchbohrten Mutter?…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 27. Januar 1919)

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… „Es ist wahr, dass meine Königin und Mutter das größte Opfer gebracht hat, das kein anderer gebracht hat, indem Sie nämlich ihren Willen in der Tat nicht kennen wollte, sondern nur denjenigen Gottes. Und damit umfing Sie alle Schmerzen und Leiden, bis zum Heroismus des Opfers, den eigenen Sohn zu opfern, um den Höchsten Willen zu erfüllen.
Aber als Sie dieses Opfer einmal gebracht hat, dann war alles, was Sie nachher litt, die Wirkung ihres ersten Aktes, und Sie hatte auch nicht wie wir in den verschiedenen Situationen, bei unvorhergesehenen Begegnungen und unerwarteten Verlusten zu kämpfen.
Für uns heißt es immer kämpfen, bis das eigene Herz blutet, aus Furcht, dass wir unserem menschlichen Willen, der stets Krieg führt, nachgeben. Wie aufmerksam muss man sein, dass der höchste Wille immer seinen Ehrenplatz und die Oberherrschaft über alles behalte, und oft wird das Ringen härter als das Leiden selbst!“
Aber als ich dies erwog, regte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, du irrst dich: dieses größte Opfer meiner Mutter war nicht ein einziges, sondern es waren so schwere und viele, als meine und ihre Existenz Schmerzen, Leiden, Umständen und Begegnungen ausgesetzt waren.
Die Leiden in Ihr wurden immer verdoppelt, weil meine Leiden mehr als ihre Leiden waren. Und außerdem hat meine Weisheit die Führung bei meiner Mutter nicht geändert: bei jedem Leid, das Sie treffen sollte, fragte Ich Sie immer, ob Sie es annehmen wollte, damit Ich von Ihr jenes Fiat wiederholen hörte, in jedem Leid, in allen Umständen und auch in jedem ihrer Herzschläge.
Jenes Fiat klang für Mich so süß, lieblich und harmonisch, dass Ich es in jedem Augenblick ihres Lebens wiederholen hören wollte und Ich Sie daher stets fragte: „Mama, willst du dies tun? Willst du diese Pein leiden?“
Mein Fiat brachte Ihr die Meere der Schätze, die Es enthält und ließ Sie die Heftigkeit des Leidens, das Sie akzeptierte, begreifen. Indem Sie in göttlichem Licht erfasste, was Sie nach und nach leiden sollte, bereitete Ihr dies ein solches Martyrium, dass es das Ringen, das die Menschen durchmachen, unendlich übertraf.
Denn da in Ihr der Keim der Schuld fehlte, fehlte der Keim des Ringens, und mein Wille musste eine andere Erfindung ausdenken, um zu bewirken, dass Sie im Leiden nicht geringer als die anderen Geschöpfe war. Da Sie nämlich zu Recht den Anspruch der Königin der Schmerzen erringen sollte, musste Sie alle Geschöpfe zusammen im Leiden übertreffen.
Wie oft hast nicht du selbst es erfahren: während du keinen Kampf gespürt hast, ließ dich mein Wille die Leiden begreifen, denen Er dich unterwarf, und du warst versteinert von der Gewalt des Schmerzes. Während du im Leid vernichtet bliebst, warst du das kleine Lämmchen in meinen Armen, bereit, andere Leiden anzunehmen, die mein Wille dir auferlegen wollte.
Ach, hast du nicht mehr gelitten als im Kampf selbst? Das Ringen ist Zeichen heftiger Leidenschaften, während mein Wille – wenn Er den Schmerz bringt – die Unerschrockenheit verleiht, und mit der Kenntnis der Intensität des Leidens schenkt Er diesem Schmerz ein solches Verdienst, das nur ein Göttlicher Wille geben kann.
Wie Ich also bei dir tue, dass Ich bei allem, was Ich von dir will, dich zuerst frage, ob du willst und akzeptierst, so tat Ich bei meiner Mutter, damit das Opfer immer neu sei. Dadurch sollte Ich auch Gelegenheit haben, Mich mit dem Geschöpf zu unterhalten, mit ihm Umgang zu haben und mein Wille sollte sein göttliches Wirkungsfeld im menschlichen Willen haben.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 28. April 1926)

„Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm“ (Lk 2, 40)

… „Meine Tochter, entferne dich nicht von mir, lass mich nicht allein, meine Liebe will Gesellschaft. Siehe, dies ist ein anderes Übermaß meiner Liebe; dass sie nicht allein sein will!
Aber weißt du, mit wem sie Gesellschaft haben will? Mit der Kreatur! Siehst du, im Schoß meiner Mutter sind alle Kreaturen bei mir; ich bin bei ihnen – ganz Liebe, ich will ihnen sagen, wie sehr ich sie liebe, ich will zu ihnen sprechen, um ihnen meine Freuden und meine Leiden mitzuteilen; dass ich in ihre Mitte gekommen bin, um sie glücklich zu machen, sie zu trösten, dass ich mitten unter ihnen wie ein kleines Brüderchen sein will, indem ich jeder von ihnen alle meine Güter gebe, mein Reich, um den Preis meines Todes; ich will mich an ihnen erfreuen.
Ach, welchen Schmerz bereiten sie mir! Der eine flieht vor mir, der andere stellt sich taub, jener zwingt mich, zu schweigen, dieser verachtet mich, der andere verschmäht meine Wohltaten… Und sie kümmern sich nicht um mein Reich, und vergelten meine Küsse und Zärtlichkeiten, indem sie mich nicht beachten und mich vergessen und sie verwandeln mein Spiel in bitteres Weinen!
O, wie bin ich allein, obwohl inmitten so vieler! O, wie bedrückt mich meine Einsamkeit; ich habe niemanden, mit dem ich sprechen kann, niemanden, um mein Herz auszuschütten, nicht einmal aus Liebe; ich bin immer traurig und schweigsam, denn wenn ich spreche, werde ich nicht angehört…
Ach, meine Tochter, ich bitte dich, ich flehe dich an, lass mich nicht in solcher Einsamkeit, erweise mir die Wohltat, mich sprechen zu lassen, indem du mir Gehör schenkst; leihe dein Ohr meinen Belehrungen, ich bin der Lehrer der Lehrer; wie viele Dinge will ich dich lehren !…
Wenn du mir Gehör schenkst, wirst du meine Tränen trocknen und ich werde mich an dir erfreuen; willst du dich nicht an mir erfreuen?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Weihnachtsnovene; vierte Stunde)

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… „Beruhige dich daher und lebe weiterhin ganz „durchknetet“ von meinem Willen, damit du die Grenzen deines menschlichen Willens in dem Meinen ausbreiten kannst. Schau, auch meine Menschheit war klein und wuchs ganz „durchknetet“ vom Göttlichen Willen heran, auf eine Weise, dass im Maß, wie Ich heranwuchs, auch mein menschlicher Wille, der zusammen mit dem Göttlichen lebte, seine Grenzen im Willen des Ewigen ausdehnte und die Erlösung und das „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden” vorbereitete. Willst du nicht meinem Wachstum folgen und deinen Flug in meinem Willen fortsetzen?
Mein Wille ist nicht nur Leben, sondern auch Luft für die Seele, und wenn dem Leben die Luft fehlt, beginnt die Natur, schwächer zu werden, das Atmen fällt schwerer, der Herzschlag wird behindert, der Blutkreislauf wird unregelmäßig, die Intelligenz wird benommen, die Augen fast erloschen, die Stimme wie abgewürgt und die Kräfte schwinden… Was bewirkt ein solches Chaos für das Leben des Menschen? Der Mangel an Luft. So kann also eine balsamische Luft die Ordnung und Kraft der Natur wiederherstellen.
All dies bewirkt der eigene Wille, der wie die schlechte Luft Chaos, Unregelmäßigkeit und Schwäche erzeugt und alles Gute in der Seele dahinschwinden lässt; wenn ihr nicht mit der himmlischen Luft meines Willens geholfen wird, die alles wieder erstehen lässt, stärkt, ordnet und heiligt, wird das menschliche Leben halb erloschen und ungeordnet sein und einen Hang zum Bösen aufweisen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 20. November 1923)