Dienstag der 10. Woche im Jahreskreis (Mt 5,13-16)
13In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
14Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
„Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5, 14)
Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, befand ich mich in einem unermesslichen Lichtmeer – man konnte weder sehen, wo es aufhörte, noch wo es begann, und ein kleines Boot, ebenso aus Licht.
Aus Licht war der Boden des Bootes, aus Licht die Segel, kurz, alles war Licht, doch die verschiedenen Dinge, die nötig waren, um den Kahn zu bilden, konnten durch unterschiedliches Licht auseinandergehalten werden, eines strahlender als das andere.
Dieses Boot durchkreuzte jenes Meer aus Licht mit unglaublicher Geschwindigkeit. Ich war entzückt, umso mehr, als ich sah, dass es sich einmal im Meer verlor und nicht mehr auftauchte, bald wieder daraus hervorging, und während es weit weg war, wieder ins Meer eintauchte und sich an demselben Punkt befand, wo es aufgetaucht war.
Da vergnügte sich mein stets liebenswürdiger Jesus sehr beim Anblick dieses Bootes, und Er rief mich und sprach zu mir: „Meine Tochter, das Meer, das du siehst, ist mein Wille. Es ist Licht, und niemand kann es durchqueren, wenn er nicht vom Licht leben will.
Das Boot, das du mit so viel Anmut dieses Meer durchkreuzen sahst, ist die Seele, die in meinem Wollen lebt. Durch das ständige Leben in meinem Willen hat sie die Luft meines Willens eingeatmet, und mein Wille hat es von dem Holz, den Segeln, dem Anker und dem Mast entleert und ganz in Licht umgewandelt.
So entleert sich die Seele, wenn sie die Akte in meinem Willen vollbringt, ihrer selbst und füllt sich mit Licht. Der Kapitän dieses Kahns bin Ich, Ich führe ihn auf dem Kurs seiner Geschwindigkeit, Ich tauche ihn ins Meer hinein, um ihn ruhen zu lassen und ihm die Zeit zu geben, mit den Geheimnissen meines Willens vertraut zu werden.
Niemand wäre fähig, das Boot zu steuern, denn da sie das Meer nicht kennen, wissen sie auch nicht, wie es zu lenken ist, noch würde Ich Mich jemandem anvertrauen; Ich wähle höchstens den Führer als Beobachter und Zuhörer der großen Wundertaten, die mein Wille vollbringt.
Wer wäre jemals fähig, den Lauf in meinem Willen zu lenken? – Während Ich das Boot doch in einem einzigen Augenblick den Lauf absolvieren lasse, für den ein anderer Führer es ein Jahrhundert lang brauchen lassen würde.” … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 28. November 1921)
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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus sehen, während Er ein Licht nahm, das in meinem Inneren war, und trug es davon. Ich rief: „Jesus, was tust Du, willst Du mich im Dunkeln lassen?”
Und Er sagte ganz zärtlich zu mir: „Meine Tochter, fürchte dich nicht, Ich nehme dein kleines Licht mit und lasse dir das Meinige. Dieses dein kleines Licht ist nichts anderes als dein Wille, der sich vor Mich hingestellt und den Widerschein meines Willens empfangen hat und daher [eins mit meinem] Licht geworden ist.
Ich nehme ihn, um ihn [in der Schöpfung] umherwandern zu lassen; Ich nehme ihn mit Mir in den Himmel als das seltenste und schönste Ding, das der menschliche Wille ist, der den [vollen] Widerschein des Willens seines Schöpfers empfangen hat.
Ich werde ihn unter den Göttlichen Personen umhergehen lassen, damit sie die Ehre und Anbetung ihrer eigenen Widerspiegelungen erhalten, die allein Ihrer würdig sind; sodann werde Ich ihn allen Heiligen zeigen, damit auch sie die Herrlichkeit des Widerscheins des Göttlichen Willens im menschlichen Willen empfangen, und schließlich werde ich ihn über die ganze Erde fließen lassen, damit alle [Menschen] an einem so großem Gut teilhaben können.”
Da fügte ich gleich hinzu: „Meine Liebe, vergib mir, ich glaubte, dass Du mich im Dunkeln lässt, deshalb fragte ich, was tust Du? Doch wenn es sich um meinen Willen handelt, nimm ihn nur und tu, was Du willst.”
Nun, während Jesus dieses kleine Licht in seinen Händen trug, kann ich nicht sagen, was geschehen ist, mir fehlen die Worte, um mich auszudrücken; ich erinnere mich nur daran, dass Er das kleine Licht vor seine Person stellte, und das kleine Licht empfing alle seine Widerspiegelungen, auf eine Art, dass es einen anderen Jesus bildete, und jedes Mal, wenn mein Wille die Akte wiederholte, so viele Jesus wurden vervielfältigt.
Und mein Jesus sagte zu mir: „Siehst du, was es heißt, in meinem Willen zu leben? Es bedeutet, mein Leben so oft zu vervielfältigen, wie oft man alles Gute wiederholen möchte, das mein Leben enthält.”
Dann sagte ich zu meinem Jesus: „Mein Leben, ich trete ein in dein Wollen, um mich in allen und auf alles ausdehnen zu können, vom ersten bis zum letzten Gedanken, vom ersten bis zum letzten Wort, von der ersten bis zur letzten Handlung und zum letzten Schritt, die die Menschen taten, tun und tun werden.
Ich möchte alles mit deinem Wollen versiegeln, damit Du von allem die Herrlichkeit deiner Heiligkeit, deiner Liebe und Macht empfängst, und alles, was menschlich ist, bedeckt, verborgen und bezeichnet bleibe von deinem Wollen, damit nichts, gar nichts Menschliches übrig bleibe, worin Du nicht Göttliche Verherrlichung erfährst.”
Nun, während ich dies und anderes tat, kam mein süßer Jesus ganz festlich, begleitet von unzähligen Seligen, und Er sagte: „Die ganze Schöpfung sagt Mir: Meine Herrlichkeit, meine Herrlichkeit.”
Und alle Heiligen antworteten: „Hiermit, o Herr, geben wir Dir göttliche Verherrlichung für alles.” Ich konnte von allen Seiten ein Echo hören, das sprach: „Für alles geben wir Dir Liebe und göttliche Verherrlichung.”
Und Jesus fügte hinzu: „Selig bist du, und alle Generationen werden dich seligpreisen. Mein Arm wird machtvolle Werke in dir vollbringen. Du wirst der göttliche Widerschein sein, und die ganze Erde erfüllend wirst du Mich von allen Generationen die Ehre empfangen lassen, die sie Mir verweigern.”
Ich blieb verwirrt und vernichtet, als ich das hörte und wollte nicht schreiben, aber Er sagte zu mir, mich liebkosend: „Nein, nein, du wirst es tun; Ich will es. Was Ich gesagt habe, wird zur Ehre meines Willens gereichen.
Ich selbst wollte die gerechte Verehrung erweisen, die der Heiligkeit meines Wollens zusteht, ja vielmehr habe Ich noch nichts gesagt angesichts dessen, was Ich sagen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 8. November 1921)
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… „Meine Tochter, wer in meinem Willen lebt, der trinkt das Licht. Und wie das Licht so beschaffen ist, dass wenn einer es sieht und genießt, es zugleich die anderen sehen und genießen können, so ist es auch mit meinem Willen, der sich der Seele wie Licht schenkt und sie ganz erfüllt.
Er vervielfältigt ihr ganzes Inneres und bringt jedem geschöpflichen Gedanken Licht, Er bilokiert ihr Wort und bringt den Worten der anderen Licht, Er bilokiert ihre Werke und Schritte und bringt denen der anderen Licht.
Das Licht besitzt die Eigenschaft der wahren und vollkommenen Bilokation: während es eines ist, hat es die Kraft, sich für jeden, der es genießen und sehen will, zu vervielfältigen. Ist die Sonne nicht eine? Und doch, wie viele sehen sie und erfreuen sich ihrer!
Umso mehr hat die Sonne meines Willens, von der die Seele trinkt und sich ganz mit ihrem Licht anfüllt, die Kraft, sich mit jedem Akt, Wort, Schritt, usw. zu vervielfältigen, während sie nur eine bleib: Dies macht den Zauber ihres Göttlichen Lichtes aus.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 12. Juni 1927)
„So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,16)
Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, da kam Jesus kurz, umarmte mich ganz und sagte zu mir: „Meine Tochter, die Einfachheit ist für die Tugenden das, was die Würze für die Speisen ist.
Eine einfache Seele braucht weder Schlüssel noch Türen, um in Mich einzutreten, noch brauche Ich diese, um in sie einzutreten, da sie von allen Seiten in Mich eintreten kann und Ich in sie.
Oder besser gesagt, sie befindet sich in Mir, ohne einzutreten, denn durch ihre Einfachheit gleicht sie Mir, der Ich höchst einfacher Geist bin; und nur weil Ich der Einfachste bin, bin Ich überall gegenwärtig und kann nichts meiner Hand entfliehen.
Eine einfache Seele ist wie das Licht der Sonne, das trotz des Nebels oder der Tatsache, dass ihre Strahlen durch irgendeine Unreinheit hindurchgehen, stets Licht bleibt, allen Licht spendet und sich nie ändert.
So hört eine einfache Seele, egal, welche Demütigung oder welches Missfallen ihr angetan wird, nie auf, Licht für sich selber und für jene zu sein, die sie gedemütigt haben; und wenn sie Schlechtes sieht, wird sie davon nicht befleckt, sondern bleibt immer Licht und ändert sich nie, denn die Einfachheit ist jene Tugend, die dem Göttlichen Wesen am meisten ähnelt.
Nur durch diese Tugend kann man an den anderen Göttlichen Eigenschaften teilnehmen, und nur in der einfachen Seele gibt es keine Behinderungen oder Hindernisse, dass die Göttliche Gnade eintreten und wirken kann; denn da die Eine wie die andere Licht sind, vereinigt sich das eine Licht leicht mit dem anderen und verwandelt sich in das andere.“
Doch wer kann schildern, was ich über diese Einfachheit verstand? Ich fühle es wie ein Meer in meinem Geist, doch kann ich kaum ein paar Tropfen von diesem Meer mitteilen, und auch diese [bloß] ohne Zusammenhang. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 31. Juli 1906)


