Dienstag der 27. Woche im Jahreskreis (Lk 10,38-42)
38In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. 39Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
40Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! 41Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. 42Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.
„Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu“ (Lk 10, 39)
… „Wie gut ist Jesus! Mir scheint, dass Er es sehr genießt, sich dem Geschöpf mitzuteilen und großes Wohlgefallen daran findet, seine Wahrheiten kundzutun, dass, während Er eine offenbart, diese eine Ihn gleichsam unwiderstehlich dazu drängt, weitere mitzuteilen. Welche Güte! Welche Liebe!“
Da trat Jesus von neuem aus meinem Inneren heraus, näherte sein Angesicht dem meinen und fügte hinzu: „Meine Tochter, du weißt nicht, was es Mir bedeutet, meine Wahrheiten mitzuteilen, daher wunderst du dich über meine Freude und die unwiderstehliche Kraft, die Mich drängt, Mich dem Geschöpf mitzuteilen.
Wer Mich bereitwillig anhört, stellt meine Freude und Wonne dar, wenn Ich mit ihm spreche. Du sollst dies wissen: wenn Ich eine meiner Wahrheiten offenbare, die noch nicht bekannt ist, so ist dies eine neue Schöpfung, die Ich schaffe, und es ist meine große Freude, die vielen Güter und Geheimnisse aus Mir hervorgehen zu lassen, die Ich in Mir berge.
Doch so viel Ich darüber auch spreche, möchte Ich – da Ich dieser stets neue Akt bin, der sich nie wiederholt – stets weiterreden; und wenn Ich rede, bleibt stets noch etwas Neues, das Ich erzählen möchte, denn die Neuheit geht nie in Mir aus; Ich bin immer neu in der Liebe, neu in der Schönheit, neu in den Freuden und in den Harmonien, Ich bin neu in allem und immerdar, und daher ermüde Ich niemanden und habe stets Neues zu geben und zu sagen, und die unwiderstehliche Kraft, die Mich drängt, Mich zu offenbaren, ist meine unermessliche Liebe.
Aus einem Liebeserguss brachte Ich meine Schöpfung hervor; alles, was man im ganzen Universum sehen kann, war in Mir drinnen, und die Liebe ließ aus meinem Inneren den Schatten meines Lichtes überfließen, und Ich schuf die Sonne, den Schatten meiner Unermesslichkeit und Harmonie, und Ich breitete die Himmel aus, mit den dazu passenden zahlreichen Sternen und Himmelskörpern.
Dies und anderes, was Ich schuf, war nichts anderes als Schatten, die aus Mir hervortraten; meine Liebe hatte darin ihr Ventil, und Ich fand so viel Wonne daran, das, was in Mir enthalten gewesen war, in kleinen Partikeln verstreut, über der ganzen Schöpfung schweben zu sehen.
Nun, wie groß wird meine Freude sein, meine Wahrheiten kundzutun, die nicht Schatten von Mir sind, welche aus Mir hervortreten, sondern die Substanz der Güter, die Ich in Mir enthalte, und die nicht in stummer Sprache – wie alle geschaffenen Dinge – von Mir reden, sondern klar, klangvoll und beredt von Mir sprechen, und die – da mein Wort schöpferisch ist – in der Seele wie eine neue Schöpfung die Wahrheiten erschaffen, die Ich mitteile!
Während Ich mit einem FIAT so viele Dinge schuf, so spreche Ich bei der Offenbarung meiner Wahrheiten nicht nur ein einziges FIAT aus, sondern so viele Worte, wie nötig sind, um das mitzuteilen und verständlich zu machen, was Ich sie begreifen lassen möchte.
Stell dir daher meine große Freude vor, wenn Ich der Seele meine Wahrheiten offenbare, die nicht in stummer Sprache, sondern mit sprechender Stimme den anderen meine Schätze und Wahrheiten mitteilen wird, um ihnen das Gute einzuflößen, das sie empfangen hat.
Deshalb findet meine Liebe in der Mitteilung meiner Wahrheiten ihr eigenes Ventil und gerät in festliche Freude, und Ich liebe die Seele so sehr, die Mich bereitwillig anhört.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 1. Juli 1923)
„Den guten Teil“ (Lk 10,42)
Ich setze meine überaus bitteren Tage fort, bin aber ergeben in den Willen Gottes. Wenn sich mein stets liebenswürdiger Jesus zeigt, dann ist Er stets traurig und schweigsam.
Es scheint, dass Er mir in keiner Sache mehr Aufmerksamkeit schenken will. Diesen Morgen erschien Er und legte zwei Ohrringe an meinen Ohren an – strahlend wie zwei Sonnen.
Dann sagte Er zu mir: „Meine geliebte Tochter, wer ganz darauf bedacht ist, Mich anzuhören, für den ist mein Wort eine Sonne, die nicht nur das Gehör erfreut, sondern den Geist nährt und das Herz mit Mir und meiner Liebe sättigt.
Ach, sie wollen nicht begreifen, dass Ich euch ganz auf Mich ausgerichtet haben möchte, ohne einer anderen Sache Aufmerksamkeit zu schenken! Betrachte diese Person, wie sie mit ihrer Art alles zu untersuchen, allen Dingen Aufmerksamkeit schenkt und sich von allem – bis zum Übermaß – beeindrucken lässt, sogar von heiligen Dingen: doch dies ist nichts anderes als ein Leben außerhalb von Mir, und eine Seele, die außerhalb von Mir lebt, fühlt sich selbst notwendigerweise sehr stark.
Sie denkt, sie würde Mir Ehre erweisen, doch das Gegenteil ist der Fall.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 14. Dezember 1911)
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… Nachdem Er mich das ganze Universum betrachten ließ, sagte mein süßer Jesus zu mir: „Meine Tochter, alles wurde bei der Schöpfung vollzogen; in ihr offenbarte die Gottheit ihre ganze Majestät, Macht und Weisheit und stellte ihre ganze komplette Liebe zu den Menschen zur Schau (entfaltete ihre…).
Es gibt keinen Ort, weder im Himmel, noch auf Erden, noch in irgendeinem geschaffenen Ding, wo man nicht die Vollständigkeit unserer Werke sehen kann – kein Ding wurde nur zur Hälfte gemacht!
Gott prunkte bei der Schöpfung mit all seinen Werken für die Geschöpfe, Er liebte mit voll[kommen]er Liebe und schuf komplette Werke, an denen weder etwas hinzuzufügen noch wegzunehmen war.
So schuf Ich alles vollkommen – Wir vermögen auch keine unvollständigen Werke zu tun – vielmehr legten Wir in jedes geschaffene Ding eine besondere und vollständige Liebe zu jedem [menschlichen] Geschöpf hinein.
Die Erlösung war dann eine Wiedergutmachung für das Böse, das der Mensch begangen hatte und fügte dem Schöpfungswerk nichts hinzu; die Heiligung ist nichts anderes als [die Bereitstellung von] Hilfe, Gnade und Licht, damit der Mensch zu seinem ersten Zustand der Schöpfung, zu seinem Ursprung und der Bestimmung, für die er geschaffen wurde, zurückkehre, da die Heiligkeit des Menschen bei der Schöpfung kraft meines Willens vollständig war, weil er aus einem vollständigen Akt Gottes hervorgegangen war: der Mensch war sowohl heilig und glücklich in seiner Seele, da ihm mein Wille den Widerschein der Heiligkeit seines Schöpfers verlieh, wie auch heilig und selig in seinem Leibe.
Ach, meine Tochter, trotz der ganzen Erlösung und des Werkes der Heiligung ist die Heiligkeit im Menschen unvollständig, und für einige gleichsam nutzlos!
Dies bedeutet nun: wenn der Mensch nicht umkehrt und meinen Willen als Leben, als Regel und als Speise annimmt, um sich zu reinigen, zu adeln, zu vergöttlichen und sich in den primären Schöpfungsakt zu stellen, um so meinen Willen als sein, ihm von Gott zugewiesenes Erbe anzunehmen, werden selbst die Werke der Erlösung und der Heiligung nicht ihre überreichen Wirkungen zeitigen.
So kommt alles auf meinen Willen an: wenn der Mensch Ihn annimmt, nimmt er alles. Mein Wille ist ein einziger Punkt, der die Schätze der Erlösung und der Heiligung umfasst und in sich einschließt.
Ja, mehr noch, nachdem die Seele, die in meinem Willen lebt, den primären Platz in der Schöpfung eingenommen hat, dienen ihr all diese Güter nicht als Heilmittel wie dem, der meinen Willen nicht tut, sondern zur Ehre und wie ein besonderes Erbe [der Schöpfung], das durch den Willen des Vaters im Himmel in der Person des WORTES auf die Erde gebracht worden ist.
Und wenn Ich auf die Erde kam, so war genau dies der erste Akt, nämlich den Willen meines Vaters bekannt zu machen, um Ihn von neuem mit den Seelen zu verknüpfen.
Die Leiden, die Demütigungen, mein verborgenes Leben und das ganze unermessliche Meer meiner Passionsleiden waren Heilmittel, Medizin, Hilfe und Licht, um meinen Willen bekannt zu machen, denn damit hätte Ich den Menschen nicht nur gerettet, sondern geheiligt.
Mit meinen Leiden brachte Ich den Menschen in Sicherheit, mit meinem Willen stellte Ich seine im irdischen Garten Eden verlorengegangene Heiligkeit wieder her.
Hätte Ich dies nicht getan, so wären meine Liebe und mein Wirken nicht vollständig gewesen wie bei der Schöpfung, da allein mein Wille die Eigenschaft hat, unsere Werke für die Geschöpfe vollständig zu machen und die Werke der Geschöpfe Uns gegenüber.
Mein Wille bewirkt, dass die Seele nicht mehr rein menschlich denkt, sondern meinen Willen in allen geschaffenen Dinge sieht, dass sie mit dem Echo meines Willens spricht und durch die Schleier meines Willens wirkt; kurzum, die Seele tut alles auf einmal, so wie mein Höchster Wille, der sie rasch zur vollkommenen Heiligkeit führt, während die anderen Tugenden nur langsam – nach und nach – Wirkung zeigen.
Ohne den ersten Akt meines Willens hätte selbst meine Erlösung [nur] als Medizin für die tiefsten Wunden gedient, als ein Heilmittel, um ihn vom [ewigen] Tod zu bewahren, wie ein Gegenmittel, damit er nicht in die Hölle stürze.
Deshalb möge dir nur mein Wille am Herzen liegen, wenn du Mich wahrhaftig lieben und dich heiligen möchtest.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 3. Juni 1925)
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… Danach machte ich meine gewohnten Akte im Göttlichen Willen, und mein süßer Jesus fügte hinzu: “Meine Tochter, mein Fiat hat seinen ersten Akt in unserer Gottheit, seinen ersten Akt in der Schöpfung und Erlösung und in allen Dingen.
Daher besitzt Es seinen rechtmäßigen Anspruch darauf, alles zu beherrschen und alle einzuhüllen, und das primäre Rad zu sein, das, indem es sich bewegt, alles um sich herum bewegt, und alle Dinge sich um Es drehen.
Wer also meinen Willen als Leben annimmt, der nimmt alles, und wenn sich das erste Rad bewegt, so schenken sich alle Dinge dieser Seele, sodass sie nicht darum bitten braucht.
Indem sie sich um meinen Willen drehen, schenken sie sich ihr alle [von selbst]. Deshalb ist es das Wichtigste, meinen Göttlichen Willen aufzunehmen, und wenn die Seele dies getan hat, hat sie alles getan und alles genommen – und alles gehört ihr.
Es ist wie bei einer Maschine: wenn sich das erste Rad in ihrer Mitte bewegt, dann drehen sich auch alle Nebenräder. Wenn sich aber das erste Rad nicht bewegt, stehen alle still, und es gibt keine Macht noch einen Kunsthandwerker, der die Nebenräder in Bewegung setzen könnte. Dreht sich aber das erste, dann drehen sich die anderen von selbst und versehen ihren Dienst.
Daher muss die Aufmerksamkeit und Kunst dem ersten Rad gelten, dann kommt alles andere von selbst. So ist mein Wille: wer Ihn besitzt, braucht nichts [anderes].“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. Mai 1929)


