Donnerstag der 3. Woche im Jahreskreis (Mk 4,21-25)
21In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? 22Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt.
23Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! 24Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben.
25Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
„In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter?“ (Mk: 4,21)
… „Jedes meiner Worte oder Blicke bilden verstärkte Bande zwischen Mir und dem Geschöpf. Jedes Wort stellt eine größere Einheit und engere Nähe dar, und wenn die Seele sich angeblickt fühlt, beginnt die Gnade ihr Werk.
Wenn der Blick oder das Wort sanft, gütig war, sagt sich die Seele: „Wie schön, durchdringend, mild, klangvoll sind sie – wie sollte ich Jesus nicht lieben?” Wenn es sodann ein Blick oder ein Wort waren, majestätisch und strahlend von Licht, sagt die Seele: „Welche Majestät, welche Größe, welch durchdringendes Licht!
Wie klein fühle ich mich, wie elend bin ich, welche Finsternis ist in mir angesichts dieses so strahlenden Lichtes!” Wenn Ich dir die Macht, die Gnade, die Schätze schildern wollte, die mein Wort oder Blick mit sich bringen, wie viele Bücher würde Ich dich niederschreiben lassen!
Du siehst also, welche Wohltat Ich dir erwiesen habe, als Ich dich so oft angesehen, dich in vertrauter Unterhaltung mit Mir gehalten habe; es waren nicht nur Worte, sondern vollständige Gespräche.
Daraus kannst du verstehen, dass die Einheit zwischen Mir und dir, die Verbindungen, die Bande, die Nähe, unzählige sind. Ich handelte an dir wie ein Lehrer, der zu den anderen, die nur ein wenig Unterweisung von ihm wollen, einige Worte sagt; doch mit den eigenen Schülern, aus denen er weitere, ihm ähnliche Lehrer machen möchte, verbringt er den ganzen Tag, spricht lange, steht ihnen immer vor, entwickelt bald ein Thema, bald ein Gleichnis, um sich besser verständlich zu machen, und lässt sie auch nie allein, aus Furcht, dass sie sich zerstreuen und seine Mühen vergeuden könnten; wenn nötig, zieht er von seiner Ruhe die Stunden ab, um sie zu belehren.
Nichts lässt er aus, weder Anstrengungen noch Mühen noch Schweiß, um die Absicht zu erreichen, dass seine Schüler Lehrer werden. So handelte Ich an dir: nichts habe Ich ausgelassen.
Für die anderen hatte Ich nur Worte, mit dir Gespräche, lange Belehrungen und Gleichnisse, bei Nacht und bei Tag, zu jeder Stunde. Welche Gnaden habe Ich dir nicht erwiesen? Wie viel Liebe, sodass Ich sogar nicht mehr ohne dich sein konnte?
Ich habe Großes mit dir geplant, deshalb habe Ich viel gegeben. Und du möchtest aus lauter Dankbarkeit in dir verborgen halten, was Ich dir gesagt und gegeben habe, und Mir somit nicht die Ehre erweisen, die Ich durch die Bekanntmachung erhalten hätte.
Was würdest du von einem Schüler sagen, der, nachdem der Lehrer nach vielen Mühen einen Lehrer aus ihm gemacht hat, die erhaltene Unterweisung für sich zurückbehielte, ohne sie anderen mitzuteilen? Wäre er nicht undankbar und dem Lehrer ein Grund zum Schmerz?
Was würdest du von der Sonne sagen, wenn sie, nachdem Ich ihr so viel Licht und Wärme verliehen habe, dieses Licht und diese Wärme nicht auf die Erde herabsteigen ließe?
Würdest du nicht zur Sonne sagen: „Es stimmt zwar, dass du ein gutes Bild machst, doch du handelst nicht gut daran, dies für dich zu behalten: die Erde, die Pflanzen, die Generationen erwarten dein Licht, deine Wärme und wünschen sie, um daraus Leben und Fruchtbarkeit zu empfangen.
Warum willst du uns eines solchen Gutes berauben? Umso mehr da du nichts verlierst, wenn du es uns gibst, im Gegenteil, du erwirbst mehr Ehre und alle werden dich lobpreisen!
So bist du, ja mehr als in die Sonne habe Ich in dich so viel Licht der Wahrheit über meinen Willen gelegt, dass es – mehr als die Sonne – genügen würde, alle zu erleuchten und mehr Gutes zu tun, als sogar die Sonne der Erde erweist.
Und Ich und die Generationen erwarten, dass dieses Licht aus dir hervor strömt, und du denkst daran, wie du es verbergen kannst und betrübst dich beinahe, wenn autorisierte Personen sich damit beschäftigen wollen, sie herauszugeben. Nein, nein, das ist nicht gut.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 24. November 1922)
„Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!“ (Mk 4,23)
… Jesus verstummte, und ich dachte über seine Worte nach. Ich erblickte alle Leiden in mir aufgereiht, die ich erduldet hatte: sie sandten Lichtstrahlen aus und bildeten, in die Leiden Jesu umgewandelt, die göttliche Stütze und Verteidigung für die Seelen und flehten und seufzten ständig um das Kommen und die Herrschaft des Göttlichen Willens. Dann nahm Er seine Rede wieder auf:
„Meine gute Tochter, unsere Liebe ist so groß, dass sie überall und allerorts, auch im kleinen Grashalm, in der Luft, die das Geschöpf einatmet, im Wasser, das es trinkt, und sogar unter seinen Schritten, wenn es auf der Erde geht, unsere Stimmen hören lässt, die vor Liebe schmachtend ausrufen: ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich, Ich liebe dich!‘
Doch unsere Liebe findet keine Ruhe, wenn sie sich nicht vom Geschöpf erhört sieht, das ihr sein ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’ wiederholt. In unserem Liebestaumel und unserem Schmerz sagen Wir: ‚Ach, hört Uns denn niemand?
Ach, niemand wiederholt Uns: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich?‘ Wozu sagen Wir ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich’, wenn niemand es Uns erwidert und vergilt? Zu wem sagen Wir ‚Ich liebe dich’? Zur Luft, zum Wind, in die Leere?
Unser ‚Ich liebe dich’ findet niemanden, an den es sich richten, auf den es sich stützen kann, wenn es nicht das ‚Ich liebe Dich’ des Menschen findet, das unseren Liebesakt aufnimmt, um mit dem seinen zu vergelten, damit seine Liebe in unserer unermesslichen Liebe Zuflucht findet, um sich aufzustützen und immer mehr zu wachsen.
Wenn das Geschöpf unser ‚Ich liebe dich’ hört und es Uns erwidert, sagen Wir in unserer Liebesglut und wie versöhnt von seiner Liebe: ‚Da Wir gehört worden sind, hat unsere Liebe jemanden gefunden, an den sie sich richten, wo sie Zuflucht finden kann. Wir sind anerkannt worden, denn Wir haben eine Seele gefunden, die Uns ihre Liebe beteuert, und unsere Liebe feiert ein Fest.
Finden Wir jedoch niemanden, der Uns einen Liebesakt schenkt, dann haben Wir niemanden, der Uns weder erkennt, noch Uns anhört, noch Uns liebt. Wie hart ist es, zu lieben und nicht geliebt zu werden!
Wie gerne möchte Ich, dass alle wissen, dass Ich sie mit meiner Liebe stütze und umarme: sie liebe und atmen lasse, sie liebe und ihnen den Herzschlag gebe, sie liebe und ihnen das Wort verleihe, sie liebe und ihnen den Schritt gebe, sie liebe und ihnen Bewegung, Gedanken, Nahrung und Wasser schenke.
Alles, was sie sind und empfangen, ist die Wirkung meiner tätigen Liebe. Ist es daher nicht eine schreckliche Undankbarkeit, Mich nicht zu lieben? Es bedeutet, dass sie unsere Liebe zur Märtyrin machen, da Wir lieben und nicht wiedergeliebt werden.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 29. November 1937)
„Denn wer hat, dem wird gegeben“ (Mk 4,25)
Ich fühlte mich in der Unermesslichkeit des Lichtes des Göttlichen Fiat, und in diesem Licht konnte man die ganze Schöpfung als Sprössling des Fiat aufgereiht sehen.
Da mein Wille sich seiner Werke erfreuen wollte, schien Er stets im Akt zu sein, sie zu erschaffen und sie durch den Akt der Erhaltung immerdar zu machen. Da trat mein liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren hervor, wie Er gerade die Schöpfung betrachtete, um Sich durch seine Werke zu verherrlichen und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wie schön ist die Schöpfung – wie verherrlicht sie Uns und preist sie die Macht unseres Fiat! Sie ist nichts als ein einziger Akt unseres Göttlichen Willens. Und wenn man auch viele unterschiedliche Dinge sehen kann, so sind diese nichts anderes als die Wirkungen seines einzigen unaufhörlichen Aktes, der seinen ständigen wirkenden Akt enthält.
Da unser Akt von Natur aus, als seinen ganz eigenen Besitz – Licht, Unermesslichkeit, Herrschaft und eine Vielzahl unzähliger Wirkungen innehat, ist es kein Wunder, dass, als unser Fiat seinen einzigen Akt bildete, somit der unermessliche Himmel, die strahlendste Sonne, die Weiten des Meeres, der gebieterische Wind, die schönen Blumen und Lebewesen jeder Art aus Ihm hervortraten.
Und außerdem so große Macht, dass Er die ganze Schöpfung, als wäre sie ein leichter Hauch oder eine kleine Feder, ohne jede Stütze aufgehängt lässt, bloß in Seine schöpferische Kraft eingeschlossen. O Macht meines Fiat, wie unübertrefflich und unerreichbar bist Du!
Nun, du musst wissen, dass nur in der Seele, in der mein Göttlicher Wille regiert – da Er ja auch in der ganzen Schöpfung herrscht – die Akte der Seele sich mit dem einzigen Akt vereinen, den mein Wille in der Schöpfung tut. So soll die Seele den Schatz aller Güter empfangen, die in Ihm getan worden sind.
Dieses große Gefüge des Universums wurde nämlich als Geschenk für das Geschöpf gemacht – aber für jenes, das unseren Göttlichen Willen herrschen lassen würde. Es ist recht, dass Wir von unserem festgesetzten Zweck nicht abrücken, und das Geschöpf unsere Gabe anerkennt und empfängt.
Doch wie soll es empfangen, wenn es nicht in unserem Haus, d.h., in unserem Göttlichen Willen lebt? Es würde ihm die Fassungskraft fehlen, um diese [Gabe] aufzunehmen, und der Raum, sie zu fassen. Deshalb kann nur einer, der meinen Göttlichen Willen besitzt, sie empfangen.
Mein Wille erfreut sich an seinem einzigen Akt. Und als wäre Er gerade dabei, aus Liebe zum Geschöpf zu erschaffen, lässt Er das Geschöpf seinen kontinuierlichen Akt der Erschaffung des Himmels, der Sonne und alles anderen fühlen und spricht zu ihm: ‘Siehst du, wie sehr Ich dich liebe?
Nur für dich setzte Ich die Erschaffung aller Dinge fort. Um von dir die Vergeltung dafür zu empfangen, bediene Ich Mich deiner Akte, als Material, um den Himmel auszubreiten, als Material des Lichts, um die Sonne zu bilden usw. Je mehr Akte du in meinem Fiat tust, umso mehr Materie stellst du Mir bereit, womit Ich noch schönere Dinge in dir gestalten kann.’
Unterbrich daher nie deinen Flug in meinem Willen, und Ich werde die Gelegenheit ergreifen, immer in dir tätig zu sein.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 18. Oktober 1929)
