31In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; 32ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig.
33Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. 34Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet.
35Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeitlang an seinem Licht erfreuen. 36Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat.
37Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, 38und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.
39Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. 40Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.
41Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. 42Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. 43Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen.
44Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? 45Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
46Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. 47Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

„Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt“ (Joh 5, 37)

„… Du musst wissen, dass die wahre Heiligkeit durch die Grade der Liebe gebildet wird, mit denen ihr [Menschen] von Gott geliebt werdet, und diese Liebe nimmt die Seele dann in Besitz, wenn sie liebt.
Wenn die Seele seine Göttliche Liebe empfängt und wenn sie [selbst] liebt, schickt sich Gott an, sie mit neuer Liebe noch mehr zu lieben. Es ist der größte Akt Gottes gegenüber der Seele, sie mit neuer Liebe zu lieben, und ihre ganze Heiligkeit und Glorie besteht darin, wie oft sie von Gott geliebt wurde, und wie oft sie Ihn liebte.
Du musst nämlich wissen, dass unser Höchstes Sein alle und immer auf universelle und allgemeine Weise liebt. Zu dieser Liebe kommt noch eine besondere und direkte Liebe von Uns dazu für die Seele, die Uns liebt.
Wurde also die Seele von Gott einmal, dreimal, zehnmal, hundertmal mit besonderer Liebe geliebt, so erwirbt sie je nach dieser Anzahl so viele Grade an Heiligkeit und somit an Glorie.
Du siehst also: wenn du in meinem Willen umhergehst und dich mit seinen Akten vereinst, dann rufst du Uns damit, dass Wir dich mit einer besonderen und neuen Liebe lieben; und Gott ruft dich, damit du Ihn mit deiner neuen und besonderen Liebe liebst.
Gott selbst wird dein Zeuge sein und allen im Himmel und auf Erden sagen: ‚Es ist wahr, dass Ich sie geliebt habe, doch auch sie hat Mich geliebt. Ich kann behaupten, dass meine Liebe die ihre rief, und ihre Liebe die Meine, damit Wir einander lieben.‘
So bringt diese Seele, die in unserem Willen lebt, unsere Liebe in Sicherheit; und Wir müssen auch nicht befürchten, dass sie zurückgewiesen werde, sondern als Zeichen, dass sie unsere Liebe empfangen hat, geht sie auf Uns ein und schenkt Uns ihre Liebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 14. Mai 1933)

„Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben“ (Joh 5,40)

… „Meine Tochter, der Akt meiner Geburt war der feierlichste Akt in der ganzen Schöpfung. Himmel und Erde fühlten sich beim Anblick meiner kleinen Menschheit, die meine Gottheit wie mit Mauern [in sich] eingeschlossen hielt, in tiefste Anbetung versenkt.
So herrschte im Augenblick meiner Geburt ein Akt der Stille, der tiefen Anbetung und des Gebetes: Meine Mama betete und war hingerissen von der Kraft des Wunders, das aus ihr hervortrat, es betete der heilige Josef, es beteten die Engel, und die ganze Schöpfung fühlte, wie die Kraft der Liebe meiner schöpferischen Macht in ihr erneuert wurde.
Alle [Dinge] fühlten sich geehrt und empfingen wahre Ehre, da Jener, der sie erschaffen hatte, sich ihrer zu dem, was seine Menschheit benötigte, bedienen sollte.
Die Sonne fühlte sich geehrt, dass sie ihrem Schöpfer ihr Licht und ihre Glut spenden sollte; sie anerkannte Den, Der sie geschaffen hatte, als ihren wahren Herrn und feierte Ihn festlich und ehrenvoll, indem sie Ihm ihr Licht schenkte.
Die Erde fühlte sich geehrt, als sie spürte, dass Ich in einer Krippe lag, sie fühlte sich von meinen zarten Gliedern berührt und jubelte vor Freude mit wunderbaren Zeichen.
Die ganze Schöpfung, alle geschaffenen Wesen, erblickten ihren wahren König und Herrn in ihrer Mitte; sie fühlten sich geehrt und jedes wollte Mir seinen Dienst anbieten: das Wasser wollte meinen Durst löschen, die Vögel mit ihrem Trillern und Singen Mich unterhalten, der Wind wollte Mich liebkosen, die Luft Mich küssen, alle wollten Mir ihren unschuldigen Tribut zollen.
Nur die undankbaren Menschen waren zögerlich – obwohl alle etwas Ungewohntes in sich empfanden, eine Freude, eine machtvolle Kraft: doch sie würgten alles ab und bewegten sich nicht. Wenngleich Ich sie unter Tränen, Seufzern und Schluchzen herbeirief, rührte sich keiner, außer ein paar Schafhirten.
Und doch war Ich ja für den Menschen auf die Erde gekommen, um Mich ihm zu schenken, ihn zu retten und in meine himmlische Heimat zurückzuführen!
Deshalb wartete Ich gespannt, ob der Mensch zu Mir komme, um das große Geschenk meines Gott-Menschlichen Lebens in Empfang zu nehmen: so tat Ich in der Menschwerdung nichts anderes, als Mich in die Gewalt der Menschen zu begeben.
Bei der Menschwerdung gab Ich Mich in die Macht meiner lieben Mama, bei der Geburt kam noch der heilige Josef hinzu, dem Ich das Geschenk meines Lebens machte. Und da meine Werke ewig, und keinem Ende unterworfen sind, zog sich diese Gottheit, dieses WORT, das vom Himmel herabstieg, nicht mehr von der Erde zurück, damit Es sich ständig allen Menschen hingeben könne.
Solange Ich lebte, gab Ich Mich unverhüllt hin, und wenige Stunden vor meinem Tod wirkte Ich dann das große Wunder, dass Ich Mich im Sakrament zurückließ, damit jeder, der Mich wünschte, das große Geschenk meines Lebens empfangen könne.
Ich achtete nicht auf die Beleidigungen, die sie Mir zufügen würden, noch auf ihre Weigerung, Mich zu empfangen. Ich sagte Mir: „Ich habe Mich hingegeben und will Mich nicht mehr zurückziehen.
Sie mögen mit Mir tun, was sie wollen, doch Ich werde immer für sie da sein und zu ihrer Verfügung stehen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 24. Dezember 1924)

„Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen“ (Joh 5,41)

… „Meine Tochter, so ist das Wesen der wahren Liebe, dies ist das Wirken Gottes: festzustehen und sich auch um den Preis eines jeglichen Opfers nicht zurückzuziehen. Diese Festigkeit in meinen Werken ist mein Sieg und meine größte Ehre und das Kennzeichen, ob der Mensch für Gott wirkt.
Die Seele lässt sich von niemandem beeindrucken, sie schaut weder auf die Leiden, noch auf sich selbst oder ihren guten Ruf, noch die Menschen, selbst um den Preis ihres eigenen Lebens. Sie sieht nur Gott, aus Liebe zu Dem sie sich zu wirken vorgenommen hat und fühlt sich siegreich, wenn sie ihr Leben aus Liebe zu Ihm opfert.
Nicht fest zu bleiben, ist Zeichen der menschlichen Natur und des menschlichen Wirkens, bedeutet, dass die Leidenschaften am Werk sind und mit Leidenschaft handeln. Nicht fest zu sein, ist das Wirken der Leidenschaften und mit den Leidenschaften.
Die Unbeständigkeit ist Schwäche und Feigheit und besitzt nicht die Natur der wahren Liebe; daher muss die Beständigkeit eine Seele leiten, die für Mich wirken möchte. So ändere Ich Mich in meinen Werken nie, was immer auch geschehen mag – einmal getan, ist für immer getan.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 24. Dezember 1924)

„Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?“ (Joh 5, 44)

Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, befand ich mich mit dem Jesuskind in den Armen unter vielen Leuten, und Es sprach zu mir:
„Meine Tochter, alle Werke, Worte und Gedanken der Geschöpfe sollten mit der Prägung besiegelt sein: ‚Ad Gloriam Dei, Ad Gloriam Die‘. Und alles, was nicht von dieser Prägung besiegelt ist, bleibt verdunkelt und wie in Finsternis begraben, befleckt oder höchstens wie etwas Wertloses.
So tut das Geschöpf nichts anderes, als Finsternis und Abscheulichkeiten aus seinem Inneren auszuspeien, denn das Geschöpf, das nicht zur Ehre Gottes handelt, verpasst den Zweck, für den es geschaffen wurde – wie verloren von Gott und sich selbst überlassen.
Gott allein ist Licht, und durch Ihn gewinnen die menschlichen Handlungen einen Wert. Nun, was Wunder, wenn das Geschöpf, das nicht zur Ehre Gottes wirkt, in seiner eigenen Finsternis begraben bleibt und nichts aus seinen Mühen gewinnt, sondern sich noch mit schwerer Schuld belastet?“
Zu Unserer großen Betrübnis sahen Wir all jene Leute wie begraben in der Finsternis. … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 11. September 1906)