51In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. 52Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
53Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? 54Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
56Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. 57Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? 58Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. 59Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen“ (Joh 8,51)

Mein armer Geist befasst sich stets mit dem Göttlichen Fiat, das sich nicht nur zum Leben, sondern auch zur Speise machen will, da das Leben ohne Speise vor Hunger sterben würde.
Daher nährt Er mich sehr häufig mit der köstlichen und himmlischen Speise neuer Wahrheiten über den Göttlichen Willen, damit Er mich nicht nur nährt, sondern auch sein Leben in mir wachsen lässt. O, wie oft fühle ich das Bedürfnis, dass der gebenedeite Jesus mir über seinen Willen erzähle, da ich vor Hunger zu sterben glaube! Da mein liebenswürdiger Jesus selbst diesen Hunger in mir wünscht und erweckt, besuchte Er meine kleine Seele und sagte zu mir:
„Meine Tochter, dein Wunsch, von meinem nährenden Wort gespeist zu werden, verwundet mein Herz. So eile Ich verwundet zu dir und reiche dir meine göttliche Speise, die nur Ich allein zu geben vermag. Mein Wort ist Leben und bildet in dir das Leben Gottes, es ist Licht und erleuchtet dich und lässt in dir die Kraft zur Erleuchtung zurück, die dir stets Licht gibt. Mein Wort ist Feuer, das dir Glut bringt, es ist Speise und nährt dich.
Nun musst du wissen, dass Ich nicht auf die äußere Handlung des Menschen sehe, sondern auf seine Absicht, die das Leben der Handlung darstellt und gleichsam ihre Seele ist; die Handlung verhüllt quasi die Absicht. Auch beim Paar von Seele und Leib ist es nicht [bloß] der Körper, der denkt, spricht, arbeitet, geht und den Herzschlag ausführt.
Vielmehr ist es die Seele, die den Gedanken, Worten und Bewegungen Leben verleiht, sodass der Leib wie eine Hülle für die Seele ist, die sie bedeckt und sich zu deren Träger macht. Aber der vitale Teil, die Handlungen und Schritte liegen bei der Seele. So ist die Absicht das wahre Leben der Handlung.
Wenn du nun meinen Göttlichen Willen als Leben deines Geistes, als Schlag deines Herzens, als Handlung deiner Hände usw. herbeirufst, so formst du das Leben der Intelligenz meines Göttlichen Willens in deinem Geist; das Leben seiner Handlungen in deinen Händen, seinen göttlichen Schritt in deinen Füßen; sodass all deine Akte das göttliche Leben verhüllen, das du mit deiner Absicht im Inneren deiner Akte gebildet hast.
Was aber ist diese Absicht? Es ist dein Wille, der an den Meinen appellierend, sich von sich selbst leermacht und in seinem Akt einen freien Raum schafft, um der Handlung meines Willens Platz zu machen. Der Wille des Menschen verhüllt und verbirgt in seinen Handlungen – selbst in den gewöhnlichsten und natürlichsten – wie ein Schleier das außergewöhnliche Wirken eines Gottes.
So sieht man nach außen hin gewöhnliche Handlungen, doch wenn der Schleier des menschlichen Willens gelüftet wird, findet man in ihnen die wirkende Kraft der göttlichen Handlung eingeschlossen.
So besteht die Heiligkeit der Seele weder in der Vielzahl der Werke, noch in [aufsehenerregenden] lauten Werken, sondern in den Akten des gewöhnlichen Lebens und den für das Leben notwendigen und unvermeidlichen Handlungen; all diese können wie Schleier unseren Willen verhüllen und sich zum Feld machen, wo sich Gott selbst zum verborgenen Protagonisten seiner göttlichen Handlungen herablässt.
Wie der Leib die Seele verhüllt, so verbirgt und verhüllt der [menschliche] Wille Gott und formt mittels seiner gewöhnlichen Handlungen die Kette der außergewöhnlichen Handlungen Gottes in seiner Seele.
Sei daher aufmerksam und rufe meinen Willen in all deine Akte. So wird Er dir niemals seinen Akt verweigern, um in dir, soweit es einem Geschöpf möglich ist, die Fülle seiner Heiligkeit zu bilden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 15. Juni 1933)

„Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist“ (Joh 8, 52)

Als ich diesen Morgen in meinem gewohnten Zustand war, kam mein anbetungswürdiger Jesus, und im selben Augenblick sah ich den Beichtvater.
Jesus zeigte sich ein wenig unzufrieden mit ihm, denn es schien, dass der Beichtvater jeden überzeugen wollte, dass meine Situation ein Werk Gottes war, und quasi andere Priester überzeugen wollte, indem er ihnen etwas von meinem Inneren zeigte.
Jesus wandte sich dem Beichtvater zu und sagte zu ihm: „Das ist unmöglich. Sogar Ich erfuhr Widerspruch, und von Leuten, die unter den Vornehmsten waren, auch von Priestern und anderen Würdenträgern.
Sie kritisierten meine heiligen Werke und sagten schließlich, Ich sei vom Teufel besessen. Aber Ich erlaube diese Widersprüche, sogar von geweihten Personen, damit die Wahrheit zu ihrer Zeit noch mehr aufstrahlt.
Wenn du dich mit zwei oder drei Priestern unter den besten und heiligsten beraten willst, und auch den gebildetsten, um Erleuchtung zu erhalten, und auch, um zu tun, was Ich in den Angelegenheiten, die den Rat zum Guten und zum Gebet betreffen, wünsche – das erlaube Ich.
Aber das Übrige – nein, nein. Es wäre so, als wollte man meine Werke vergeuden und Spott mit ihnen treiben – was Mir sehr missfällt.“
Dann sagte Er zu mir: „Was Ich von dir will, ist ein aufrechtes und einfaches Tun, kümmere dich nicht um das Für und Wider der Geschöpfe; lasse sie denken, was sie wollen, ohne im Geringsten beunruhigt zu sein, denn in der Gunst aller stehen zu wollen heißt, von der Nachahmung meines Lebens abzuweichen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 31. Mai 1899)

„Ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn“ (Joh 8, 54+55)

… „Meine Tochter, meine Redeweise in der Erlösung war verschieden von jener für das Reich meines Göttlichen Willens. Beim Erlösungswerk musste sich nämlich meine Sprache unfähigen, schwachen, kranken, tauben, stummen und blinden Personen anpassen – viele waren sogar mit einem Fuß im Grab. Im Gespräch mit ihnen gebrauchte Ich daher Parabeln und Gleichnisse dieser niedrigen Welt, die für sie selbst greifbar waren.
So sprach Ich bald als Arzt und reichte ihnen die Medizin zur Heilung; bald als Vater, der ihre Rückkehr erwartete, obwohl sie widerspenstige Söhne waren; bald als Hirte auf der Suche nach den verlorenen Schafen; oder als Richter, der sie nicht auf dem Weg der Liebe erreichen konnte und sie wenigstens mit Drohungen und Furcht anzuziehen versuchte – und mit vielen anderen Gleichnissen.
Diese meine Sprache zeigt, dass meine Zuhörer Mich nicht kannten, nicht liebten und noch weniger meinen Willen taten, sondern ferne von Mir waren. So ging Ich mit meinen Gleichnissen auf die Suche und warf das Netz aus, um sie zu fischen und einem jeden die Medizin zur Heilung zu reichen.
Doch wie viele entflohen Mir! Und Ich intensivierte die Suche und die Lehren, um so vielen Blinden das Licht zu spenden, damit sie aus ihrer hartnäckigen Blindheit herauskommen mögen.
Nun siehst du, wie verschieden die Sprache ist, die Ich bei der Mitteilung der Wahrheiten über meinen Göttlichen Willen gebrauchte, die den Kindern seines Reiches dienen sollen.
Meine Redeweise über das FIAT ist wie die eines Vater unter seinen teuren und geliebten Kindern, die alle gesund sind, und von denen jedes mein eigenes Leben in sich besitzt. Kraft meines Willens werden sie meine höchsten Lehren verstehen können.
Daher ging Ich noch weiter und stellte ihnen die schönen Gleichnisse der Sonne, der Himmelskörper und der Himmel vor, und darüber, wie sie auf göttliche Art selbst wirken können, die sich ins Unendliche ausdehnt.
Wenn sie nämlich mein Göttliches FIAT in sich haben, besitzen sie Den selbst in sich, Der Himmel, Sterne und Sonne geschaffen hat. Dann wird Er sie befähigen, in sich selbst alles nachzubilden, was Er geschaffen hat, und sogar die eigene Art seines Göttlichen Wirkens.
So werden diese Seelen die getreuen Nachahmer ihres Schöpfers sein. Deswegen nahm Ich mir so viel Zeit für die Mitteilung der Wahrheiten über mein FIAT – was Ich in der Erlösung nicht tat: denn dies waren Gleichnisse, die menschliche und endliche Verhaltensweisen enthielten und Mir nicht so viel Stoff boten, um lange darüber zu reden.
Andererseits sind die Gleichnisse, die meinen Willen betreffen, von Göttlicher Art, und daher kann man darüber lange sprechen, dass sie unerschöpflich werden. Wer kann die Weite des Sonnenlichtes messen und ihre intensive Glut? Niemand!
Wer kann je den Himmeln eine Grenze setzen und der Vielzahl meiner Göttlichen Werke? O, wenn du wüsstest, wie viel Weisheit, Liebe, Gnade und Licht, Ich in die Mitteilung meiner Wahrheiten über mein Göttliches FIAT gelegt habe, wärest du trunken von Freude und könntest nicht mehr weiterleben.
Du würdest dich danach sehnen, dass das Werk deines Jesus bekannt werde, damit ein so überfließendes Werk von unschätzbarem Preis verherrlicht werde und seine wohltuenden Wirkungen den anderen Geschöpfen mitteile.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 30. August 1928)

„Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich“ (Jn 8, 58)

… „Wisse nun, dass meine Liebe nicht zufrieden ist, wenn Ich der in meinem Willen lebenden Seele nicht neue Liebesüberraschungen bereite und schenke und ihr nicht neue Erkenntnisse gewähre.
Vernimm, meine Tochter, wie sehr Ich dich geliebt habe: mein Himmlischer Vater zeugte Mich und Ich liebte Ihn. In jener Liebe liebte Ich auch dich, da mein Wille dich Mir stets gegenwärtig machte.
Ich zeuge ununterbrochen, und aus dem Feuer unserer Liebe als Vater und Sohn ging der Heilige Geist hervor. In jener Glut liebte Ich auch dich mit ständiger Liebe.
Ich schuf die ganze Schöpfung, und in jedem Ding, das Ich erschuf, liebte Ich dich zuerst und dann schuf Ich es und breitete es zu deinen Diensten aus. Auch in der Liebe zwischen Mir und meiner Himmlischen Mutter liebte Ich dich, und wie sehr liebte Ich dich doch bei meiner Menschwerdung in ihrem jungfräulichen Schoß!
Ich liebte dich in jedem Atemzug, in jeder meiner Bewegungen, in jeder Träne. Mein Wille machte dich Mir gegenwärtig, damit Ich dich liebe und du meinen Atem, meine Tränen und Bewegungen als mein Geschenk empfangest.
So weit ging meine Liebe für den, der in meinem Willen leben sollte, dass, wenn Ich meinen Heiligen Gnaden gewährte und sie liebte, er auch in jener Liebe eingeschlossen wurde.
Ich kann sagen: ‚Ich habe dich immer geliebt, Ich habe dich in allen und in allem geliebt, Ich habe dich zu allen Zeiten, an jedem Ort geliebt, Ich habe dich überall und allerorts geliebt.‘
O! Wenn alle wüssten, was es bedeutet, in meinem Willen zu leben und die Meere der Liebe und Gnade erkennen würden, mit denen sie überflutet werden! Ein Gott, der sie mit stets neuer Liebe liebt!
Wie es in unserem Göttlichen Wesen unsere göttliche und vorherrschende Leidenschaft ist, dass die Menschen in unserem Willen leben, so würde es auch ihre vorherrschende Leidenschaft werden.
Sie würden um jeden Preis ihr Leben einsetzen, um in jenem Fiat zu leben, das sie so sehr liebt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 18. Juli 1938)