In jener Zeit 28bnahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. 29Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
30Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elíja; 31sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.
32Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33Und es geschah: Als diese sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja. Er wusste aber nicht, was er sagte.
34Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten. 35Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
36Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.

„Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie“ (Lk 9,34)

… Als Er dies gesagt hatte, befand ich mich in mir selbst, zwar getröstet und gestärkt, doch in höchster Bitterkeit; ich dachte mir: „Wer weiß, wann Er zurückkommt, und ich habe Ihm kein einziges Wort über meine schwere Lage gesagt“.
So begann ich, mich in sein Heiligstes Wollen zu versenken, und mein liebenswürdiger Jesus trat aus meinem Inneren heraus und bildete um mich eine Wolke aus Licht; Er stützte seine Arme auf diese Wolke und betrachtete die ganze Welt; alle Geschöpfe wurden vor seinem reinsten Blick gegenwärtig!
O, wie viele Beleidigungen von Personen aller Gesellschaftsschichten verwundeten meinen süßen Jesus! Wie viele Intrigen, wie viel Betrug und Heuchelei, wie viele revolutionäre Machenschaften, die bereit sind für unvorhergesehene Ereignisse!
All dies zog die Züchtigungen Gottes auf sich, sodass ganze Städte zerstört wurden! Mein süßer Jesus, auf diese Lichtwolke gestützt, schüttelte den Kopf und war bis ins tiefste Herz hinein erbittert; Er wandte sich mir zu und sprach:
„Meine Tochter, schau den Zustand der Welt an! Er ist so ernst, dass Ich sie nur durch diese Wolke aus Licht hindurch betrachten kann. Wenn Ich sie außerhalb dieser Wolke ansähe, würde Ich sie zum Großteil vernichten…. Doch weißt du, was diese Wolke aus Licht ist? Es ist mein Wille, der in dir wirkt, und es sind deine in Ihm getanen Akte.
Je mehr Akte du in Ihm tust, umso größer wird diese Lichtwolke, damit Ich Mich auf ihr aufstützen und den Menschen mit jener Liebe ansehen kann, mit der mein Wille ihn erschuf. Er entzückt meine liebenden Augen und indem Er Mir alles vor Augen führt, was Ich aus Liebe zum Menschen tat, erweckt Er in meinem Herzen einen mitleidsvollen Willen und lässt Mich schließlich Erbarmen haben mit dem, den Ich so sehr liebe.
Außerdem nützt dir diese Lichtwolke auf wunderbare Weise. Sie dient dir als Licht für dein ganzes Wesen, sie legt sich um dich, um dich der Erde zu entfremden und erlaubt nicht, dass du irgendeinen – wenn auch unschuldigen – Geschmack an Personen oder an anderem bekommst, und da sie auch deine Augen mit einem süßen Zauber entzückt, lässt sie dich die Dinge gemäß der Wahrheit sehen – und so, wie dein Jesus sie ansieht.
Wenn sie dich schwach sieht, schließt sich diese Wolke um dich und verleiht dir ihre Stärke; wenn sie dich untätig sieht, tritt sie in dich ein und wird aktiv, ja sie ist vielmehr aufs höchste eifersüchtig mit ihrem Licht, wenn sie darüber wacht, dass du nichts ohne sie, und sie nichts ohne dich tut.
Warum also, meine Tochter, betrübst du dich so sehr? Lasse zu, dass mein Wille in dir handelt und deinem Willen keinen Akt des Lebens zugesteht, wenn du willst, dass sich in dir meine großen Pläne erfüllen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 9. April 1925)

„Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35)

Ich meditiere weiter über die Leiden meines leidenschaftlich liebenden Jesus, und als ich seinen letzten Atemzug betrachtete, vernahm ich in der Tiefe meines Herzens: ‚Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist.’
Dies war die erhabenste Lehre für mich, die volle Hingabe in seine Vaterarme, und es rief mein ganzes Wesen in seine Hände zurück. Als mein Geist in so vielen Erwägungen versunken war, besuchte Jesus, der Schmerzensmann, meine kleine Seele und sagte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, mein Leben hier unten endete, wie es begonnen hatte. Vom ersten Augenblick meiner Empfängnis an war dies mein fortgesetzter Akt, dass Ich Mich sozusagen in jedem Augenblick in die Hände meines Himmlischen Vaters begab: dies war die schönste Huldigung seitens seines Sohnes, die tiefste Anbetung, das heroischste und vollständigste Opfer, die intensivste Liebe, die Ich Ihm als sein Sohn erwies.
Meine volle Hingabe in seine Hände verlieh meiner Menschheit eine kräftige und gebieterische Stimme, die alles verlangte. Und Ich erlangte alles, was Ich wünschte, da mein Himmlischer Vater seinem Sohn, der sich ganz seinen Armen überlassen hatte, nichts verweigern konnte.
Meine Hingabe in jedem Augenblick war Ihm der wohlgefälligste Akt, sodass Ich den letzten Atemzug meines Lebens mit den Worten krönen wollte: ‚Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist.’ Die Hingabe ist die größte Tugend und verpflichtet Gott, sich um den zu kümmern, der sich seinen Armen hingegeben hat. Die Hingabe spricht zu Gott: ‚Ich will nichts von mir selbst wissen, dieses mein Leben gehört Dir, nicht mir, und Deines gehört mir.’
Wenn du daher alles erlangen und Mich in Wahrheit lieben willst, lebe ganz hingegeben in meinen Armen und lass Mich das Echo meiner Worte in jedem Augenblick hören: ‚In deine Hände gebe ich mich ganz hin‘, dann werde Ich dich wie meine teuerste Tochter in meinen Armen tragen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 23. April 1933)