1In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. 2Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
3Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. 4Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
5Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. 6Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
7Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

„Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei“ (Lk 12,1)

Diesen Morgen kam Jesus, als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, ganz unvorhergesehen und sagte zu mir:
„Meine Tochter, welche Torheit! Sogar in heiligen Dingen denken sie daran, sich selbst Befriedigung zu verschaffen. Wenn sie Mich in den heiligen Dingen verjagen, wo werde Ich einen Platz in den Handlungen meiner Geschöpfe finden?
Was für eine Täuschung! Wo doch alles darauf ankommt, mit Handlungen der Liebe zuvorzukommen, sie auszuüben, so viel wie möglich aufzuhäufen, um die Liebe zu steigern, und Mir ganz nahe zu bleiben, um an der Quelle meiner Liebe zu trinken und sich total in meine Liebe zu versenken!
Und doch, welche Verblendung! Sie machen alles anders.“ Nachdem Er das gesagt hatte, verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 18. Oktober 1905)

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… „Meine Tochter, wie viel Gesinnungswechsel wird es geben, wie viele Masken werden demaskiert! Ich konnte ihre Heuchelei nicht mehr ertragen. Meine Gerechtigkeit war erfüllt mit so viel Verstellung, und daher konnten sie die Maske nicht mehr behalten, die sie aufgesetzt hatten.
Bete daher mit Mir, dass jene, die meiner Ehre dienen sollen, in Sicherheit bleiben, und jene, die meine Kirche treffen wollen, verwirrt werden.”
Jesus verstummte und mein armer Geist sah so viel Unheilbringendes und Tragisches. Als ich betete, wiederholte Jesus, mein höchstes Gut:
„Meine Tochter, um anderen etwas Gutes mitzuteilen, muss man selbst die Fülle jenes Gutes besitzen, denn durch den Besitz lernt die Seele die Wirkungen [dieses Gutes] und dessen Substanz kennen, und wie man dieses Gut praktisch erwirbt.
Somit wird sie es den andere einflößen und die Schönheiten, Vorrechte und Früchte aufzählen können, welche dieses Gut hervorbringt.
Hat die Seele jedoch kaum einen Schluck von einem Gut oder einer Tugend erworben, so wird sie nicht in der Tiefe die Fülle dieser Tugend erkennen.
Will sie nun anfangen, die anderen darüber zu belehren, so wird sie weder den großen Nutzen der Tugend wiedergeben noch die Praxis des Erwerbs dieser Tugend zeigen können.
Sie wird einem Kind gleichen, das kaum die Vokale gelernt hat und sich als Lehrer über andere aufspielen, erheben möchte. Armes Kind, es wird einen ‚Spott-Lehrer‘ abgeben, da es keine weiteren Belehrungen zu geben vermag!
Deswegen haben sich die wahren Heiligen zuerst selbst mit Liebe, mit göttlichen Kenntnissen, unbesiegbarer Geduld und anderem angefüllt.
Als sie so ausgefüllt waren, dass sie nicht mehr in sich fassen konnten, teilten sie den Völkern den Überfluss aus den Gütern mit, die sie besaßen. Ihr Wort war Feuer und Licht. Sie lehrten nicht auf oberflächliche Weise, sondern auf eine praktische und substantielle Weise das Gute, das sie besaßen.
Das ist der Grund, warum so viele als Lehrer handeln wollen und dennoch nichts Gutes bewirken: da ihnen nämlich die ausreichende Nahrung fehlt.
Wie könnten sie dann andere ernähren?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 16. Juni 1931)

„Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten“ (Lk 12,5)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, fühlte ich, wie ich aus mir herausging und fand meinen anbetungswürdigen Jesus; o, wie sah ich mich doch voller Sünden in seiner Gegenwart!
In meinem Inneren empfand ich den starken Wunsch, Unserem Herrn meine Beichte zu machen, und so begann ich, mich Ihm zuwendend, Ihm meine Sünden zu bekennen, und Jesus hörte mir zu. Als ich zu reden aufhörte, wandte Er sich mir mit traurigem Antlitz zu und sprach:
„Meine Tochter, die Sünde ist eine giftige und tödliche Umarmung für die Seele, wenn sie schwer ist – und nicht nur für sie, sondern auch für alle Tugenden, die in der Seele [gegenwärtig] sind.
Wenn sie lässlich ist, ist es eine Umarmung, die verwundet und die Seele sehr schwach und hinfällig macht, und zugleich mit ihr werden die Tugenden, welche sie erworben hat, auch geschwächt. Was für eine tödliche Waffe ist die Sünde!
Die Sünde allein kann die Seele verwunden und ihr den Tod geben! Nichts anderes kann ihr schaden, nichts anderes als allein die Sünde macht sie schändlich und abscheulich vor Mir.“
Während Er dies sagte, verstand ich die Hässlichkeit der Sünde und empfand einen solchen Schmerz, dass ich es nicht einmal ausdrücken kann. Und als Jesus mich ganz zerknirscht erblickte, erhob Er seine gebenedeite rechte Hand und sprach die Worte der Absolution.
Dann fügte Er hinzu: „Wie die Sünde die Seele verwundet und ihr den Tod gibt, so spendet das Bußsakrament Leben, heilt ihre Wunden, und gibt den Tugenden ihre Lebenskraft zurück, und zwar mehr oder weniger, je nach der Bereitschaft der Seele. So wirkt die Kraft des Sakramentes.“
Es schien mir, dass meine Seele neues Leben empfangen hatte. Ich fühlte nicht länger den Überdruss von zuvor, nachdem Jesus mir die Absolution gegeben hatte. Möge der Herr stets Dank und Verherrlichung empfangen! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 5. Januar 1900)

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… Danach begann ich meinen Rundgang im Göttlichen Willen, und als Er mich in das irdische Eden trug, wo Adam den ersten Akt des Rückzuges seines Willens aus dem Göttlichen getan hatte, sagte ich zu meinem süßen Jesus:
„Meine Liebe, ich möchte meinen Willen in dem deinen vernichten, damit er nie Leben habe. Es möge in allem und für immer dein Wille das Leben haben, um den ersten Akt, den Adam tat, wieder gut zu machen, um deinem Höchsten Willen all die Herrlichkeit zurückzugeben, so als hätte sich Adam nicht aus Ihm zurückgezogen.
O, wie gern möchte ich ihm die Ehre zurückgeben, die er verloren hat, weil er seinen Willen tat und den Deinen zurückwies! Und diesen Akt möchte ich so oft tun, wie alle Geschöpfe ihren eigenen Willen getan haben – die Ursache aller Übel – und den Deinen zurückgewiesen haben, den Anfang und die Quelle aller Güter.
Daher bitte ich Dich um das baldige Kommen des Reiches des Höchsten FIAT, damit alle, von Adam bis zu allen Geschöpfen, die ihren Willen getan haben, die verlorene Ehre und Herrlichkeit empfangen, und deinem Willen Triumph, Herrlichkeit und Vollendung zuteilwerde.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 26. Oktober 1926)

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… Danach folgte ich den Akten nach, die mein guter Jesus auf Erden tat und betete von Herzen darum, dass Er kraft seiner Akte allen Menschen seinen Willen bekanntmache; als ich Ihm auf den Wegen folgte, die Er durchwanderte, hielt mein Geist bei dem Akt inne, als Jesus, meine ewige Liebe, über die Felder ging, mit Freude die Blumen betrachtete und sie mit seinen Schöpferhänden pflückte.
Ich wollte auf alle Blumen mein ‘Ich liebe Dich’ legen, damit sie Ihn mit Stimmen und Worten darum bitten, dass sein Wille erkannt und geliebt werde. Da ließ sich Jesus vernehmen und sprach gütig zu mir:
„Gesegnete Tochter, Ich will dir meine Leiden und das Geheimnis meines Herzens anvertrauen. Du musst wissen, dass der menschliche Wille der stechendste Dorn für mein Herz war.
Als Ich durch die Wege und Felder ging, die blühenden Wiesen und die mit Früchten beladenen Bäume betrachtete, da verkostete Ich die Freuden meiner Schöpfung. Jene blühenden Felder symbolisierten für Mich noch mehr als Blumen, die Schönheit, Vitalität, Frische und das gesunde Aussehen des menschlichen Geschöpfs.
Ich freute Mich daran, doch der Nagel des menschlichen Willens bewirkte sogleich, dass Ich sie in Blumen verwandelt sah, die welk, verblasst, vertrocknet waren, ihre Köpfe sterbend hängen ließen und statt Duft schlechten Geruch verbreiteten.
Die bitteren und verdorbenen Früchte der Bäume symbolisierten das Böse, in das der menschliche Wille das Geschöpf verwandelt, das schönste Werk unserer Schöpferhände.
Dies schmerzte Mich so, dass jene Blumen Mich zum Weinen brachten, da Ich fühlte, wie der Dorn des menschlichen Willens noch stärker eindrang.
Mein Schmerz ist so stark, dass Ich auf dein ‘Ich liebe Dich’ warte, das Mich [für die Menschheit] um die Erkenntnis des großen Gutes meines Willens und des Übels des menschlichen Willens bittet, damit die Menschen meinen Willen tun und den eigenen verabscheuen.
Oft betrachtete Ich den blauen, sternenübersäten Himmel und die majestätische Sonne mit ihrem blendenden Licht, welche die ganze Erde beherrschte – Symbole des Himmels der Seele und der Sonne meines Willens.
Dieser sollte an diesem Himmel so bezaubernd erglänzen und mit seinem Licht den Himmel der Seele und die schöne blühende Erde ihres Leibes beherrschen.
Da jubelte mein Herz vor Freude – doch dies waren leider nur kurze Augenblicke. Sofort wurde der Nagel des menschlichen Willens aktiv und formte schwarze, finstere Wolken voller Donner, Blitz und Hagel, welche die Sonne verdunkelten, den schönen Anblick des heiteren Himmels verstellten und sich über das arme Geschöpf entluden.
Diese verwüsteten den Himmel der Seele und die Erde ihres Leibes und verbreiteten überall Trostlosigkeit und Schrecken. Ich kann sagen, dass Ich keinen Schritt hier auf Erden tat, ohne dass Mich der Nagel des menschlichen Willens durchbohrte – von meiner Geburt bis zum Tod.
Gerade dieser bildete mein härtestes und ständiges Martyrium, da Er mein schönstes Schöpfungswerk in Hässlichkeit verwandelte. Ich war bei allem, was Ich tat und litt, stets bestrebt, den menschlichen Willen in Sicherheit zu bringen.
Wie liebe Ich daher die Seele, die meine Akte einlädt, sich mit Mir vereint und auf dem Opferbrand, gleichsam dem‚Scheiterhaufen‘ meines eigenen Opfers und meiner Liebe sich selbst opfert, um die große Gnade zu erlangen, dass mein Wille bekannt werde und den menschlichen Willen beherrsche, die Quelle aller Übel für das arme Geschöpf.
Deshalb will Ich dich immer zusammen mit Mir; lass Mich nie allein, damit Ich in dir mein Leben wiederholen kann…” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 5. März 1933)