14In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?
15Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

„Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten“ (Mt 9,15)

Da ich an diesem Morgen die hl. Kommunion nicht empfangen konnte, war ich sehr traurig, doch ergeben. Ich dachte: Wenn ich nicht bettlägerig und keine Opferseele wäre, hätte ich Ihn sicher empfangen können. Ich sagte zum Herrn:
„Du siehst, der Stand als Opferseele unterwirft mich dem Opfer, dass ich Dich nicht im Sakrament empfangen kann. Nimm wenigstens das Opfer an, dass ich mich Deiner beraube, um Dich glücklich zu machen, wie einen noch intensiveren Akt der Liebe zu Dir, weil zumindest der Gedanke, dass deine Beraubung selbst meine Liebe zu Dir noch stärker bezeugt, die Bitterkeit deiner Beraubung versüßt.“
Als ich das sagte, flossen die Tränen aus meinen Augen. Doch, o Güte meines guten Jesus! Als ich einzuschlafen begann, kam Er sofort, ohne mich wie üblich warten zu lassen und ohne Ihn suchen zu müssen. Er legte seine Hände auf mein Gesicht, liebkoste mich und sagte:
„Meine Tochter, arme Tochter, Mut! Der Verzicht auf Mich regt den Wunsch noch mehr an, und in diesem angeregten Verlangen atmet die Seele Gott ein, und Gott, der sich durch diese Erregung der Seele noch mehr entflammt fühlt, atmet die Seele ein.
In diesem gegenseitigen Einatmen von Gott und der Seele entzündet sich der Durst nach Liebe noch mehr, und da die Liebe Feuer ist, bildet sie das Fegefeuer für die Seele.
Dieses Fegefeuer dient ihr, nicht wie eine hl. Kommunion am Tag, wie die Kirche es erlaubt, sondern als eine ständige Kommunion, so wie der Atem kontinuierlich ist. Doch sind alle diese Kommunionen aus der reinsten Liebe gebildet, rein geistlich, nicht leiblich.
Da der Geist vollkommener ist, so ist daher die Liebe intensiver. So vergelte Ich – nicht einem, der Mich nicht empfangen will, sondern einem, der Mich nicht empfangen kann und sich Meiner beraubt, um Mich zufriedenzustellen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 5. Dezember 1903)

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Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand und fühlte mich wegen der Entbehrung meines stets liebenswürdigen Jesus bedrückt, und als Er kam, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, wenn du Meiner beraubt bist, bediene dich Meiner Beraubung, um die Akte deiner Liebe zu Mir zu verdoppeln, zu verdreifachen, zu verhundertfachen, auf eine Art, dass du in und außerhalb von dir eine Umgebung ganz aus Liebe formst, sodass du Mich in dieser Umgebung noch schöner und wie wiedergeboren zu neuem Leben findest, denn wo Liebe ist, da bin Ich.
Und deshalb kann es für die Seele, die Mich wahrhaft liebt, keine Trennung geben, sondern Wir bilden dieselbe Sache, denn die Liebe scheint Mich zu erschaffen, Mir Leben zu geben, Mich zu ernähren, lässt Mich wachsen.
In der Liebe finde Ich meinen Mittelpunkt und fühle Mich neu geschaffen und wiedergeboren, während Ich doch ewig bin, ohne Anfang und ohne Ende. Doch dank der Seele, die Mich liebt, gefällt Mir die Liebe so sehr, dass Ich Mich wie wiederhergestellt fühle.
Außerdem finde Ich in dieser Liebe meine wahre Ruhe. Mein Intellekt ruht im Intellekt dessen, der Mich liebt, es ruhen mein Herz, mein Verlangen, meine Hände, meine Füße im Herzen dessen, der Mich liebt, im Verlangen dessen, der Mich liebt und Mich allein ersehnt, in den Händen, die für Mich arbeiten, in den Füßen, die nur für Mich gehen.
So gehe Ich Schritt um Schritt weiter, um Mich in der Seele, die Mich liebt, auszuruhen, und die Seele mit ihrer Liebe findet Mich in allem und überall, ruht ganz in Mir aus und wird in meiner Liebe wiedergeboren und verschönert und wächst auf wunderbare Art in meiner eigenen Liebe.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. Mai 1912)

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… „Wie oft bist du Meiner beraubt gewesen, es war ein Tod, den du erlittest, und Ich fühlte Mir genuggetan für die vielen Tode, die sich die Seelen mit der Sünde zufügen, und du nahmst an so vielen Toden teil, die Ich erlitt; als du dich kalt fühltest, war das ein weiterer kleiner Tod, den du spürtest, und du nahmst teil an der Kälte der Geschöpfe, die meine Liebe erkalten lassen wollten.
Aber meine Liebe, die über ihre Kälte triumphiert, nimmt die Kälte in Mich auf, um den Tod ihrer Kälte zu fühlen, und Ich gebe ihnen noch brennendere Liebe.
So ist es mit allen anderen deiner Leiden: es waren die den Geschöpfen gegenübergestellten Übel, die – wie viele kleine Tode – dich an meinen Toden teilnehmen ließen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. Juni 1919)

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… „Wenn die Seele Meiner beraubt ist, so ist dies nicht Trennung, sondern Schmerz; du hast Recht, wenn du sagst, dass sie mehr als tödlich ist, aber dieser Schmerz hat die Eigenschaft, die unzertrennliche Einheit mit Mir nicht zu trennen, sondern mit noch stärkeren und festeren Banden zu verbinden.
Nicht nur das, sondern jedes Mal, wenn die Seele ohne ihre Schuld gleichsam Meiner beraubt ist, erstehe Ich für sie zu neuem Leben von Kenntnissen auf, indem Ich Mich noch mehr begreifen lasse, Ich gebe ihr neue Liebe, indem Ich sie noch mehr liebe, und neue Gnade, um sie zu bereichern und zu verschönern.
Sie ersteht zu neuem göttlichem Leben, zu neuer Liebe und zu neuer Schönheit, denn es ist gerecht, dass, wenn die Seele tödliche Leiden erduldet, ihr Leben durch neues göttliches Leben ersetzt wird.
Wäre dies nicht so, so würde Ich mich von der Liebe des Geschöpfes besiegen lassen, was nicht sein kann…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 22. August 1926)

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Ich fühle mich unter der Herrschaft des Göttlichen Willens, und wenn ich einige Minuten lang seine Herrschaft nicht wahrnehme, dann komme ich mir leblos vor, ohne Nahrung und Wärme.
Ich spüre, wie das Göttliche Leben endet, da es weder jemand heranbildet noch nährt; so wiederhole ich in meinem Schmerz: ‘Jesus, hilf mir, ohne deinen Willen sterbe ich vor Hunger. Lass mich doch seine sanfte Herrschaft spüren, damit Er mich nährt, und dein Leben in mir lebe und ich von Dir lebe.’
Mein geliebter Jesus hatte Mitleid mit mir, nahm mich voller Liebe und Zärtlichkeit in seine Arme und sagte zu mir: „Kleine Tochter meines Willens, Mut, sei nicht bedrückt, das von meinem Willen gebildete und genährte göttliche Leben kann nicht sterben.
Wenn du Hunger empfindest, so eher deshalb, weil du nicht immerdar meine Worte über weitere Wunder und Neuheiten meines Willens vernimmst.
Diese meine [immer wieder] unterbrochenen Belehrungen lassen dich nach der stets neuen Nahrung hungern, die Er besitzt; doch dies bereitet dich auf den Empfang der neuen Speise seiner Kenntnisse vor, damit du heranwächst und dich nur von meinem Göttlichen Willen ernährst.
Du würdest auch keine andere Speise zu dir nehmen wollen – sie würde dir Ekel bereiten und du würdest lieber vor Hunger sterben. Wer nämlich meinen Willen so oft gekostet hat, weiß sich nicht mit anderen Speisen abzufinden.
Doch dieser Hunger ist auch ein Glück, weil er dir zum Zutritt in die Himmlische Heimat dienen kann; du musst nämlich wissen, dass die einzige Speise in diesen göttlichen Gefilden der eine, neue, ununterbrochene Akt meines Göttlichen Willens ist. Diese Speise, die alle Freuden und Wonnen besitzt, ist die tägliche Nahrung, ja die Nahrung in jedem Augenblick, für das Himmlische Jerusalem.
Außerdem zeugt es von Leben, nicht von Tod, wenn man Hunger verspürt. Warte deshalb mit unbesiegter Geduld auf die Nahrung meines Willens, die dich für den erlittenen Hunger entschädigen wird, und zwar so überreichlich, dass du gar nicht alles nehmen kannst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 9. Juli 1932)

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Mein kleiner und armer Wille fühlt das äußerste Bedürfnis nach dem Göttlichen Willen. Ohne Ihn bin ich wie ausgehungert, ohne Kraft, Wärme und Leben, ja ich erleide in jedem Augenblick den Tod, denn wenn Er mir fehlt, gibt es niemanden, der Ihn ersetzen und sein Leben in mir nähren könnte.
Darum wiederhole ich: ‚Ich bin hungrig, komm, o Göttlicher Wille und schenke mir dein Leben, um mich mit Dir zu sättigen, sonst sterbe ich.’ Als ich so nach der Empfindung der Fülle des Göttlichen Willens in mir schmachtete, wiederholte mein guter Jesus seinen kurzen Besuch und sprach voller Güte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, dein Schmachten, dein Hunger, das äußerste Verlangen, in jedem Augenblick das Leben meines Willens zu verspüren, sind Wunden für mein Herz und liebevolle Risse, die Mir Gewalt antun und Mich eilends zu dir hinziehen, damit Ich das Leben meines Willens in dir wachsen lasse.
Wisse, sobald die Seele meinen Willen tun will, um in Ihm zu leben und seine Akte in Ihm zu tun, ruft sie ihren Schöpfer. Dieser fühlt sich von der Macht seines eigenen Willens in der Seele herbeigerufen, der Er weder widerstehen, noch sie im Geringsten hinauszögern kann.
Vielmehr lassen Wir, da Wir Uns niemals an Liebe übertreffen lassen, der Seele, wenn sie Uns ruft, nicht die Zeit Uns zu rufen, sondern Wir selbst rufen sie; und sie eilt in unser Göttliches Sein wie in ihren eigenen Mittelpunkt, wirft sich in unsere Arme und Wir drücken sie so fest an Uns, dass Wir sie in Uns umwandeln.
In dieser vollkommenen Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf ist unser Liebesfeuer so groß, dass Wir sie mit neuer und doppelt so großer Liebe lieben.
Doch das reicht noch nicht, Wir teilen ihr unser Höchstes Sein in solcher Weise mit, dass Wir Uns [auch] selbst mit neuer und doppelter Liebe von ihr lieben lassen.
Wenn du wüsstest, was es heißt, von Gott mit neuer und doppelter Liebe geliebt zu werden, und Ihn mit neuer und verdoppelter Liebe lieben zu können! Nur in unserem Willen gibt es diese Wunder und erstaunlichen Werke.
Gott liebt sich selbst im Geschöpf; alles gehört Ihm, daher ist es kein Wunder, dass Er seine stets neue Liebe ins Spiel bringt, sie verdoppelt, verhundertfacht, so viel Er will, und der Seele die Gnade schenkt, dass sie Ihn mit Seiner eigenen Liebe liebt.
Wenn das nicht so wäre, würde man die große Ungleichheit zwischen Gott bemerken, Der zu lieben vermag und dem [Menschen], der nicht lieben kann. So wäre das arme Geschöpf gedemütigt, vernichtet, ohne Schwung und Liebeseinheit mit seinem Schöpfer.
Wenn sich nämlich zwei Wesen nicht mit gleicher Liebe lieben können, bringt die Ungleichheit tatsächlich Freudlosigkeit hervor, während unser Wille doch Einheit ist und freizügig dem Geschöpf seine Liebe schenkt, um sich lieben zu lassen.
Er gibt seine Heiligkeit, um es zu heiligen, seine Weisheit, damit es Gott erkenne. Nichts besitzt Gott, das Er nicht der Seele geben möchte; zumal die Seele, die durch das Leben in unserem Fiat ihren eigenen Willen beiseitegestellt hat, um unserem Willen in ihren Akten Leben zu gewähren, das kleine Leben unseres Willens in sich selbst gebildet hat, das sein Wachstum geltend macht und es ersehnt.
Für dieses Wachstum genügt ein weiterer Akt in meinem Willen, ein Seufzer, dass die Seele ihren Hunger stille, ein totales Verlangen danach, dass mein Wille in ihrem ganzen Wesen ströme: mit all diesem kann sich die Seele ausreichende Speise beschaffen, um sich mit all dem gesättigt zu fühlen, was zu ihrem Schöpfer gehört.
Es braucht dazu höchste Aufmerksamkeit, und mein Wille wird alles Nötige tun, um sein Leben in der Seele heranzubilden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 5. Januar 1936)