HOCHFEST DES HEILIGSTEN HERZENS JESU – C – (Lk 15, 3-7)
3In jener Zeit erzählte Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten ein Gleichnis und sagte: 4Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
5Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, 6und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war!
7Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben.
„Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?“ (Lk 15, 4)
… „Welch unbarmherziger Tyrann ist die Liebe für Mich, da Ich nicht nur den Lauf meines sterblichen Lebens in ständigen Opfern verbrachte, bis Ich ausgeblutet an einem Kreuz starb, sondern Ich hinterließ Mich selbst als immerwährendes Opfer im Sakrament der Eucharistie. Und nicht nur das, sondern Ich halte alle meine bevorzugten Glieder als lebendige Opfer in beständigen Leiden mit der Rettung der Menschen beschäftigt; so wie Ich dich unter vielen erwählte, um dich aus Liebe zu Mir und den Menschen geopfert zu halten.
Ach, ja! Mein Herz findet keine Atempause noch Ruhe, wenn Es nicht den Menschen findet! Und der Mensch, wie vergilt er es Mir? Mit überaus großem Undank!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 18. Juni 1900)
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… Ich fuhr also fort, die Akte des Göttlichen Willen aufzuspüren. Als ich bei jenen angekommen war, die Unser Herr bei der Erlösung vollbracht hatte, küsste ich die Akte einen nach dem anderen, betete sie an, pries sie, dankte ihnen, und mir dieselbe Liebe aneignend, mit der Jesus sie liebte, liebte auch ich sie. Als Jesus sah, dass seine Akte mit seiner eigenen Liebe geliebt wurden, sagte Er ganz bewegt und gerührt zu mir:
„Meine Tochter, es ist immer die Liebe, die Mich beeindruckt, verwundet und Mich zum Sprechen drängt, um meinem geliebten Geschöpf meine Geheimnisse kundzutun, die dem, der Mich nicht liebt, verborgen sind. Da sie Mich nicht lieben, würden sie meine Ausdrucksweise, meinen Dialekt der Liebe nicht verstehen.
Du sollst nun wissen, dass jeder einzelne von all den Akten, die Ich auf Erden vollbracht habe, einen solch intensiven Schmerz in sich birgt, dass er hingereicht hätte, Mich sterben zu lassen, wenn meine Gottheit Mir nicht beigestanden wäre. So schuf mein Göttlicher Wille, als Ich arbeitete, für Mich den Schmerz, den menschlichen Willen nicht in dem meinen zu finden, damit Ich ihn in meine Akte einschließen und ihm die Möglichkeit und Gnade verleihe, dass er in meinem Göttlichen Willen lebe.
In allem, was Ich tat, auch wenn Ich atmete, wenn mein Herz schlug, wenn Ich schaute oder wanderte, suchte Ich den menschlichen Willen, um ihn einzuschließen und um ihm den vorrangigen Platz in meinem Atem, Herzschlag, in meinem Blick und meinen Schritten zu geben.
Welch ein Schmerz ist es, meine Tochter, Gutes tun zu wollen, und niemanden zu finden, dem man es erweisen könnte. Ich hätte den Menschen an einen sicheren Ort bringen wollen, wo er glücklich gewesen wäre – denn meine Leiden, meine Werke und meine Menschheit selbst, wären nicht nur seine Verteidigung gewesen, sondern hätten seinen Königspalast gebildet, wo man ihn als König behandelt hätte.
Doch anstatt Mir dankbar zu sein und auf Mich zu hören, entglitt der Mensch meinen Händen und floh vor meinen Leiden, um mitten unter Gefahren und Feinden im Unglück zu leben, ohne dass ihn jemand verteidigte: welch ein Schmerz, welch ein Kummer!
Ich kann sagen, dass es mein größter Schmerz hier unten war, der Mich einen ständigen Tod erleiden ließ, das Geschöpf zu sehen, das weder in meinem Willen lebte noch Ihn erfüllte. Ich sah nämlich, dass meine Akte ohne den Zweck blieben, für den Ich sie verrichtete, ohne das Leben zu geben, mit dem sie erfüllt waren.
Hätte Ich nicht in meiner All-Sicht alle Jahrhunderte als gegenwärtigen Akt geschaut und meine geliebten Kinder erblickt, die in meinem Willen leben und sich aller Taten und Leiden meiner Menschheit bedienen sollten, um mein Reich zu festigen und es als ihre schönste Wohnung zu benützen, dann hätte Ich einen so großen Schmerz nicht ertragen können.
Fahre daher fort, all meine Akte, Schritte und Leiden aufzuspüren, um Mich zu bitten, dass mein Wille auf Erden zur Herrschaft gelange. Dann wird mein Schmerz gelindert werden und sich in Liebe verwandeln, um die Zeit abzukürzen, damit Er bekannt und geliebt werde und herrschen möge. Für Mich wirst du eine Erquickung sein, die meinen Leiden Balsam bringt.
Wenn Ich sehe, dass meine Akte und Leiden noch stärker wehtun, weil die Seelen vor meinem Willen fliehen, werde Ich kommen und Zuflucht bei dir nehmen, um Mich zu besänftigen und meine vom Schmerz allzu sehr verbitterten Leiden mit Balsam zu salben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 28. März 1938)
„Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern“ (Lk 15, 5)
Ich machte meinen Rundgang im Göttlichen Fiat, um seinen Akten in der Schöpfung zu folgen und kam in Eden an. Mein armer Geist hielt beim Akt an, als Es den Menschen erschuf und ihm durch Seinen Anhauch das Leben eingoss. Ich betete zu Jesus, dass Er meine arme Seele anhauche, um mir den ersten göttlichen Hauch der Schöpfung einzugießen.
Mit dem wiederherstellenden Anhauch sollte ich mein Leben ganz im Fiat wieder beginnen, gemäß der Bestimmung, für die Sie mich erschaffen hatten. Doch als ich das tat, trat mein süßer Jesus aus meinem Inneren, gleichsam im Akt mich anzuhauchen, und sagte zu mir:
“Meine Tochter, es ist unser Wille, dass das Geschöpf wieder in unseren Schoß und in unsere Schöpferarme aufsteige, damit Wir ihm von neuem unseren ständigen Hauch mitteilen, und ihm in diesem Hauch den Strom schenken, der alle Güter, Freuden und Wonnen erzeugt. Doch damit Wir dem Menschen diesen Hauch geben können, muss er in unserem Willen leben, denn nur in Ihm kann er ihn empfangen und ihn Uns geben.
Unser Fiat hat die Eigenschaft, dass Es das Geschöpf unzertrennlich von Uns macht – und was Wir von Natur aus tun und sind, das kann es durch Gnade tun. Bei der Erschaffung des Menschen stellten Wir ihn nicht in eine Entfernung von Uns. Vielmehr gaben Wir ihm, damit er mit Uns zusammen sei, unseren eigenen Göttlichen Willen, der ihm den ersten Akt geben sollte, damit er gemeinsam mit seinem Schöpfer handle.
Das war der Grund, warum unsere Liebe, Macht und Schönheit, unser Licht und unsere Freuden alle zugleich hervorquollen, aus unserem Göttlichen Sein überflossen, und jenem den Tisch deckten, den Wir mit so großer Liebe mit unseren Schöpferhänden geformt und mit unserem eigenen Hauch gezeugt hatten. Wir wollten Uns an unserem Werk erfreuen, ihn glücklich sehen mit unserem eigenen Glück, schön mit unserer Schönheit, reich an unserem Reichtum.
Umso mehr, da es unser Wille war, dem Geschöpf nahe zu bleiben, gemeinsam zu wirken und Uns gemeinsam mit ihm zu unterhalten. Spiele kann man nicht aus einer Entfernung spielen, sondern in der Nähe. Deshalb war das einzige Mittel, das sich zwangsläufig aus der Erschaffung heraus ergab und um unser Werk und die Zielsetzung zu wahren, für die Wir es erschaffen haben, dass Wir den Menschen mit dem Göttlichen Willen ausstatteten.
Dieser sollte ihn genauso bewahren, wie er aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen ist, und der Mensch würde sich all unserer Güter erfreuen, und Wir könnten Uns an seinem Glück freuen. Daher gibt es – damit der Mensch an seinen Ehrenplatz zurückkehre und abermals zusammen mit seinem Schöpfer wirke, und Sie sich gegenseitig unterhalten – keine anderen Mittel als seinen Wiedereintritt in unser Fiat.
Dieses Fiat soll den Menschen triumphierend in unsere Arme legen, die ihn schon erwarten, um ihn eng an unsere göttliche Brust zu drücken und ihm zu beteuern: ‘Endlich bist du nach sechstausend Jahren zurückgekehrt! Du bist umhergeirrt, hast alle Übel durchgemacht – weil es nichts Gutes ohne unser Fiat gibt – , du hast genug Erfahrungen gesammelt und am eigenen Leib verspürt, was es heißt, aus Ihm herauszugehen.
So tritt niemals mehr aus Ihm heraus – und nun komm und ruhe dich aus und freue dich an dem, was dir gehört, denn in unserem Willen wurde dir alles gegeben.’ Sei daher achtsam, meine Tochter. Wir werden dir alles geben, wenn du stets in unserem Fiat lebst. Unser Atem wird seine Wonne darin finden, immer über dir zu hauchen, um unsere Freuden, unser Licht und unsere Heiligkeit in dich überfließen zu lassen.
Er wird dir auch die Gesinnung unserer Werke mitteilen, damit Wir die kleine Tochter, die aus unserem Göttlichen Willen neu generiert wurde, immer zusammen mit Uns behalten können.”… !“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. April 1929)

