Mittwoch der 28. Woche im Jahreskreis (Lk 11,42-46)
42In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.
43Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. 44Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.
45Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. 46Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.
„Weh…“ (Lk 11,42-46)
… Andere Male, während ich gemeinsam mit Ihm die Runde machte, goss Er, wenn es Sünden des Fluchens oder Sünden gegen die Liebe und andere waren, jene giftige Bitterkeit in mich ein; wenn es dann Sünden der Unredlichkeit waren, goss Er etwas wie stinkende Fäulnis aus, und wenn ich dann in mich zurückkehrte, nahm ich diesen Geruch ganz genau wahr, und der Gestank war derart, dass mein Magen revoltierte und ich mich ohnmächtig werden fühlte.
Und wenn ich, nachdem ich Speisen zu mir genommen hatte, sie erbrach, sah ich, dass diese Fäulnis, vermischt mit dem Essen, aus meinem Mund kam. Manchmal brachte Er mich auch in Kirchen, und sogar dort wurde mein guter Jesus beleidigt.
O! wie schrecklich berührten sein Herz diese heiligen, aber übel verrichteten Werke; diese an innerem Geist leeren Gebete, diese falsche, scheinbare Frömmigkeit, diese allein schienen Jesus mehr Beleidigung als Ehre zu erweisen! Ach! Ja, dieses heilige, reine und lautere Herz konnte diese so schlecht verrichteten Werke nicht annehmen.
Wie oft klagte Er und sagte: „Tochter, siehst du, wie viele Beleidigungen sie Mir bereiten, auch Leute, die sich fromm nennen, auch an den heiligsten Orten; selbst wenn sie die Sakramente empfangen, gehen sie noch mehr beschmutzt wieder weg anstatt gereinigt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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Diesen Morgen ließ Sich mein geliebter Jesus nicht wie gewöhnlich voller Zuneigung und Süßigkeit sehen, sondern streng. Ich fühlte meinen Geist in einem Meer von Verlegenheit, und meine Seele ganz betrübt und vernichtet, besonders wegen der Züchtigungen, die ich in diesen vergangenen Tagen gesehen hatte.
Als ich Ihn in dieser Erscheinung sah, wagte ich Ihm nichts zu sagen; Wir sahen einander an, aber im Schweigen. O Gott, welcher Schmerz! Dann, in einem Augenblick, sah ich auch den Beichtvater, und Jesus, der einen Strahl von intellektuellem Licht aussandte, sprach diese Worte:
„Nächstenliebe. Die Nächstenliebe ist nichts als ein Erguss des Göttlichen Wesens, und diesen Erguss habe Ich über die ganze Schöpfung verteilt, sodass die ganze Schöpfung von der Liebe spricht, die Ich zum Menschen habe, und alles Geschaffene ihn lehrt, wie er Mich lieben muss – vom größten Wesen bis zum kleinsten Feldblümchen.“
„Siehe“, spricht das Blümchen zum Menschen, „mit meinem süßen Duft und meinem stets zum Himmel gewandten Blick, suche ich, dem Schöpfer zu huldigen. Mache auch du, dass alle deine Handlungen duftend, heilig, rein seien; beleidige nicht den Schöpfer mit dem schlechten Geruch deiner Taten.
Bitte, o Mensch“, wiederholt uns die kleine Blume, „sei nicht so unvernünftig, deine Augen auf die Erde geheftet zu halten, sondern erhebe sie vielmehr hinauf zum Himmel. Sieh, dort oben ist deine Bestimmung, dein Vaterland – dort oben ist mein und dein Schöpfer, der dich erwartet.“
Das Wasser, das ständig vor unseren Augen fließt, sagt uns auch: „Sieh, ich bin aus der Dunkelheit gekommen, und ich muss fließen und strömen, bis ich mich schließlich an dem Ort begrabe, von dem ich komme.
Auch du, o Mensch, laufe – aber laufe in den Schoß Gottes, woher du kamst. O, ich flehe dich an, laufe nicht auf falschen Wegen, auf Wegen, die zum Abgrund führen; sonst – wehe dir!“
Sogar die wildesten Tiere wiederholen uns: „Sieh, o Mensch, wie wild und ungezähmt du gegen alles sein musst, was nicht Gott ist. Siehst du, wenn wir sehen, dass sich uns jemand nähert, erregen wir mit unserem Gebrüll solche Angst, dass es niemand mehr wagt, nahe zu uns zu kommen und unsere Einsamkeit zu stören.
Wenn also der Gestank der irdischen Dinge, oder auch deine gewaltsamen Leidenschaften dabei sind, dich schmutzig zu machen und in den Abgrund der Sünde fallen zu lassen, wirst du durch das „Gebrüll“ deiner Gebete und indem du dich von den Gelegenheiten zurückziehst, in denen du dich befindest, vor jeder Gefahr sicher sein.“
Und so mit all den anderen Wesen – es wäre zu lange, sie alle aufzuzählen. Mit einmütiger Stimme hallt es unter ihnen wider, und sie wiederholen uns: „Sieh, o Mensch, aus Liebe zu dir hat uns unser Schöpfer gemacht, und wir sind alle zu deinen Diensten. Und du, sei nicht so undankbar; liebe, wir bitten dich; liebe, wir wiederholen es dir; liebe unseren Schöpfer.“
Dann sagte mir mein liebenswerter Jesus: „Das ist alles, was Ich will: liebe Gott und deinen Nächsten aus Liebe zu mir. Sieh, wie sehr Ich den Menschen geliebt habe, und er ist so undankbar. Wie kannst du wünschen, dass Ich sie nicht züchtige?“
Im selben Moment schien ich einen schrecklichen Hagel zu sehen und ein Erdbeben, das beträchtlichen Schaden anrichten sollte, sodass es sogar Pflanzen und Menschen vernichtete. Da sprach ich mit aller Bitterkeit meiner Seele zu Ihm: „Mein stets liebenswürdiger Jesus, warum bist du jetzt so ungehalten?
Wenn der Mensch undankbar ist, ist es nicht so sehr aus Bosheit, sondern aus Schwäche. O, wenn sie Dich ein bisschen kennen würden – o, wie demütig wären sie, voller Herzklopfen! Besänftige Dich also. Ich empfehle Dir wenigstens Corato und jene, die mir angehören.“
Als ich das sagte, schien es mir, dass auch in Corato etwas geschehen würde, doch es wird nichts sein im Vergleich zu dem, was in anderen Städten geschieht. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 13. März 1899)
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… Sofort sagte ich: „Willst du Wiedergutmachung? Bringen Wir sie gemeinsam dar; auf diese Weise werden meine Wiedergutmachungen, vereinigt mit den Deinen, die Wirkungen der Deinen haben, denn von mir allein getan, werden sie, glaube ich, Dich mehr anekeln.“
So nahm ich seine Hand, die von Blut tropfte, küsste sie und sprach das Laudate Dominum (Preiset den Herrn) mit dem Gloria Patri (Ehre sei) – Jesus einen Teil, ich den anderen – um für die vielen schlechten Taten, die begangen werden, Genugtuung zu leisten, und ich machte dabei die Meinung, Ihn so oft zu preisen, wie viele Beleidigungen Er wege schlechter Taten empfängt. Wie bewegend war es, Jesus beten zu sehen!
Dann fuhr ich fort, dasselbe an der anderen Hand zu tun, und machte die Intention, Ihn so oft zu preisen, so viele Beleidigungen Er durch Sünden schlechter Anliegen erhält. Dann, seine Füße, mit der Intention, Ihn so oft zu preisen, so viele böse Schritte und falsche Wege gemacht werden, sogar unter dem Schein der Frömmigkeit und Heiligkeit.
Schließlich, sein Herz, mit der Intention, Ihn so oft zu preisen, wie das menschliche Herz nicht für Gott schlägt, Ihn nicht liebt und nicht ersehnt. Mein geliebter Jesus schien ganz erquickt durch diese Wiedergutmachungen, die ich gemeinsam mit Ihm verrichtete… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 5. Januar 1901)
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Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, fand ich mich außerhalb von mir und begegnete meinem anbetungswürdigen Jesus, der, ohne mir das Unglück der Welt zeigen zu wollen, zu mir sagte: „Meine Tochter, ziehe dich zurück – wünsche nicht die überaus schweren Übel zu sehen, die es in der Welt gibt.“
Und als Er dies sagte, zog Er selbst mich zurück, und während Er mich trug, wiederholte Er: „Was ich dir empfehle, ist der Geist ständigen Gebetes. Die ununterbrochene Bemühung der Seele, sich mit Mir zu unterhalten, sei es mit ihrem Herzen, mit ihrem Geist, mit ihrem Mund, oder sogar mit einer einfachen Intention, macht sie in meinen Augen so schön, dass die Noten ihres Herzens mit den Noten meines Herzens harmonieren.
Ich fühle mich so angezogen, Mich mit dieser Seele zu unterhalten, dass Ich ihr nicht nur die ad extra Werke meiner Menschheit kundtue, sondern Ich werde ihr etwas von den ad intra Werken, welche die Gottheit in meiner Menschheit tat, offenbaren.
Nicht nur das, sondern die Schönheit, die der Geist ständigen Gebetes sie erlangen lässt, ist so groß, dass der Teufel wie vom Blitz geschlagen ist und frustriert in den Schlingen bleibt, mit denen er dieser Seele zu schaden sucht.“
Nach diesen Worten verschwand Er, und ich befand mich in mir selbst. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 28. Juli 1902)
„Ihr seid wie Gräber…“ ( Lk 11,44)
… Sah ich, ich weiß nicht wie, den Beichtvater in Jesu Nähe; und der Herr sprach zu ihm:
„Sieh, alles, was du tust, steigt zum Himmel auf. Deshalb beachte, mit welcher Reinheit du wirken musst und denke daran, dass all deine Schritte, Worte und Werke in meine Gegenwart kommen: wenn sie rein sind, d.h., wenn sie für Mich getan sind, habe Ich größtes Wohlgefallen an ihnen und empfinde sie um Mich herum wie viele Boten, die Mich ständig an dich erinnern, aber wenn sie niedrige und irdische Zwecke haben, fühle Ich Mich davon angeekelt.“
Während dieser Worte schien Er seine Hände zu nehmen und zum Himmel emporzuheben, und Er sprach zu ihm: „Erhebe die Augen stets nach oben; du bist vom Himmel – arbeite für den Himmel!“
Während ich den Beichtvater sah und Jesu Worte hörte, schien diese Art zu handeln in meinem Geist so wie wenn eine Person ein Haus zu verlassen und in ein anderes zu ziehen hat. Was tut sie? Zuerst schickt sie alle ihre Dinge und alles, was sie besitzt, und dann geht sie selbst.
Auf dieselbe Weise senden wir zuerst unsere Werke, um einen Platz für uns im Himmel zu bereiten, und dann, wenn unsere Zeit kommt, gehen wir selbst. O, was für ein schönes Gefolge werden sie für uns bilden!… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 28. Februar 1899)

