12In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. 13Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
14Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; 15denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.
16Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. 17Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. 18Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. 19Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

„Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen“ (Lk 21, 12)

Pilatus, der sich nicht mehr zu helfen weiß, lässt sich aus Furcht, seines Amtes enthoben zu werden, ein Becken mit Wasser bringen und wäscht sich die Hände, wobei er spricht: „Ich bin unschuldig am Blute dieses Gerechten.“
Und die Juden schreien abermals: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Da sie dich, mein Jesus, verurteilt wissen, brechen sie in Jubel aus, klatschen in die Hände und jauchzen vor Freude.
Inzwischen sühnst du, mein Jesus, für jene, die, während sie Erfolg haben, aus Menschenfurcht und um ihre Ämter nicht zu verlieren, die heiligsten Gesetze mit Füßen treten, ohne sich um den Untergang ganzer Völker zu kümmern.
Du sühnst für jene, welche die Gottlosen begünstigen und die Unschuldigen verurteilen. Auch sühnst du für jene, die nach der Schuld den göttlichen Zorn reizen, dass er sie strafe…
Jesus wird von der Terrasse des Gerichtshauses herab der Menge vorgestellt, aber von jenem Volk zum Tod verurteilt, das so sehr von ihm geliebt und mit Wohltaten überhäuft worden ist. Liebreichster Jesus! Um uns das Leben zu geben, nimmst du den Tod an.
Sind auch wir bereit, jedes Leid anzunehmen, damit Jesus nicht beleidigt wird und nicht leiden muss? Die Menschheit Jesu hat unendlich gelitten.
Da wir aber sein Leben auf Erden fortsetzen sollen, so müssen wir auch die Leiden seiner Menschheit gegen die unsrigen eintauschen.
Nehmen wir Anteil an dem Schmerz, den Jesus litt, als er sah, dass so viele Seelen von seinem Herzen losgerissen würden? Machen wir seine Leiden zu den unsrigen, um ihm ein wenig zu vergelten, was er für uns gelitten hat?
Die Juden verlangen seine Kreuzigung, damit er sterbe wie ein ehrloser Verbrecher und sein Name ausgelöscht werde aus dem Andenken der Menschen. Bemühen wir uns, dass das Andenken Jesu lebendig sei auf Erden?
Mit unseren Gedanken, mit unserem Beispiel, mit jedem Schritt müssen wir der Welt ein göttliches Siegel aufdrücken, dass Jesus von allen erkannt werde und unser Wirken das Echo seines göttlichen Lebens sei, das von einem Ende der Welt bis zum anderen erschalle.
Sind wir bereit, unser Leben hinzugeben, damit der liebenswürdige Jesus entschädigt werde für alle ihm zugefügten Unbilden?
Oder ahmen wir die Juden nach, jenes Volk, das so sehr von ihm begünstigt worden ist, und schreien wir wie sie: Er werde gekreuzigt!? Mein verurteilter Jesus! Deine Verurteilung sei die meinige, und ich nehme sie an aus Liebe zu dir.
Dir Trost zu bereiten, will ich mich beständig in dich versenken, dich in die Herzen aller Menschen tragen, dass alle dich erkennen, und dein Leben allen schenken. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 9 bis 10 Uhr: Jesus mit Dornen gekrönt, verspottet und verhöhnt. Ecce homo! Von Pilatus zum Tode verurteilt)

„Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“ (Lk 21,19)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, kam mein süßer Jesus nicht. Nach langem Warten sah ich Ihn nur kurz, und Er sagte mir:
„Meine Tochter, Geduld ist der Reinheit übergeordnet, denn ohne Geduld wird die Seele leicht ungezügelt, und es ist schwierig für sie, rein zu bleiben; und wenn eine Tugend eine andere Tugend benötigt, um Leben zu haben, sagt man, die zweite sei der ersten überlegen.
Mehr noch, man kann sagen, dass die Geduld die Schutzhülle für die Reinheit ist; nicht nur das, sondern sie ist auch die Treppe, um auf den Berg der Stärke hinaufzusteigen, sodass jemand, der ohne die Treppe der Geduld hinaufstiege, sofort von ganz oben in die Tiefe hinabstürzen würde.
Darüber hinaus ist die Geduld der Keim der Beharrlichkeit, und dieser Same bringt Zweige hervor, die Festigkeit genannt werden. O, wie fest und beständig im Guten, das sie begonnen hat, ist die geduldige Seele!
Sie kümmert sich weder um Regen, noch Frost, noch Eis oder Feuer, sondern ihre ganze Aufmerksamkeit gilt der Vollendung des Guten, das sie begonnen hat. Tatsächlich gibt es keine größere Torheit, als wenn einer heute etwas Gutes tut, weil er es mag und es morgen vernachlässigt, weil er keinen Geschmack mehr daran findet.
Was würde man von einem Auge sagen, das zu einer Stunde Sehvermögen besitzt, und zu einer anderen blind ist? Oder von einer Zunge, die bald spricht und bald stumm ist?
Ach, ja, meine Tochter! Geduld allein ist der geheime Schlüssel, um den Schatz der Tugenden zu öffnen; ohne das Geheimnis dieses Schlüssels kommen die anderen Tugenden nicht heraus, um der Seele Leben zu verleihen und sie zu veredeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 31. Januar 1901)

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Da mein Zustand der Beraubung andauerte, fühlte ich so etwas wie Überdruss und Müdigkeit über meine armselige Lage, und meine armselige Natur wollte sich aus diesem Zustand befreien.
Da mein anbetungswürdiger Jesus Mitleid mit mir hatte, kam Er und sprach:
„Meine Tochter, wenn du dich von meinem Willen zurückziehst, beginnst du aus dir selbst zu leben; wenn du jedoch in meinem Willen feststehst, wirst du stets von Mir selbst leben und dir selbst ganz absterben.“
Dann fügte Er hinzu: „Meine Tochter, hab Geduld, ergib dich meinem Willen in allem, und nicht nur eine kleine Weile, sondern immer, immer, denn nur die Ausdauer im Guten offenbart, ob eine Seele wirklich tugendhaft ist; diese allein ist es, die alle Tugenden vereinigt.
Man kann sagen, dass die Beharrlichkeit allein Gott und die Seele, die Tugenden und Gnaden ständig vereinigt und sich wie eine Kette um sie legt; und alles zusammenbindend, bildet sie den sichersten Knoten der Rettung.
Doch wo keine Ausdauer herrscht, muss man vieles befürchten.“ Nach diesen Worten verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 30. März 1901)

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Ich war wegen der Beraubung meines anbetungswürdigen Jesus sehr bedrückt und sagte mir: „Wie grausam ist Er gegen mich geworden! Ich kann selbst nicht begreifen, wie sein gutes Herz soweit kommen kann.
Und überdies, wenn Ihm die Ausdauer so wohlgefällt, so kann dennoch meine Ausdauer sein gutes Herz nicht bewegen.“ Als ich diesen und anderen Unsinn sagte, kam Er ganz unvorhergesehen und sprach zu mir:
„Sicher gefällt Mir die Ausdauer am meisten an einer Seele, denn die Ausdauer ist das Siegel des ewigen Lebens und die Entfaltung des Lebens Gottes.
Denn wie Gott stets alt und stets neu und unwandelbar ist, so ist die Seele alt, indem sie die Beharrlichkeit stets geübt hat, und zugleich immer neu durch die Haltung der ständigen Übung.
Und jedes Mal, wenn sie diese praktiziert, wird sie in Gott erneuert und bleibt unwandelbar, ohne es zu bemerken. Da sie durch die Ausdauer ständig Göttliches Leben in sich selbst erwirbt, wird sie, indem sie Gott erwirbt, mit Ewigem Leben besiegelt.
Kann es ein Siegel geben, das noch sicherer ist als Gott selbst?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 11. April 1905)

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Mein kleiner Geist durchpflügt immer noch das unermessliche Meer des Göttlichen Fiat. Er scheint in Allem, sogar über das Höchste Sein den ersten Platz der Herrschaft und Befehlsgewalt innezuhaben und spricht: ‘Vergeblich entfliehst du mir, denn Ich kann in allem sagen: ‘Ich bin hier.
ICH BIN, Ich bin hier für dich, um dir Leben zu geben.
Ich bin der Unübertreffliche, niemand kann Mich übertreffen, weder an Liebe, noch an Licht, noch an meiner Unermesslichkeit, in der Ich so viele Leben von Mir Selbst bilde, wie viele Leben Ich den Seelen schenken möchte.’“
O Macht des Göttlichen Willens, der Du in deiner Unermesslichkeit den Akt der Geschöpfe aufsuchst, damit Du in jedem ihrer Akte so viele deiner Leben heranbilden kannst! Wie viele dieser Akte nehmen Dich nicht auf und weisen Dich [sogar] zurück, und so wird dein Leben in Dir, in deiner Unermesslichkeit unterdrückt!
Du aber setzt mit einer alles überwindenden Liebe deine Suche nach den menschlichen Akten unermüdlich fort, um dein Leben zu geben und es in jedem Augenblick zu bilokieren! Als sich mein Geist im Meer des Fiat verlor, besuchte Jesus, mein Himmlischer Lehrer, seine kleine Tochter und sagte zu mir:
„Gesegnete Tochter meines Willens, jeder Akt, den die Seele in meinem Willen tut, ist ein Schritt auf Gott zu, und Gott tut seinerseits einen Schritt auf die Seele zu.
Man könnte sagen, dass Schöpfer und Geschöpf ständig unterwegs sind und nie aufhören, aufeinander zuzugehen. Mein Wille steigt in den Akt des Geschöpfs herab, um seinen Schritt des göttlichen Lebens zu bilden.
Und das Geschöpf steigt im Fiat in die göttlichen Gefilde auf, um Licht, Liebe, Heiligkeit und himmlische Kenntnisse zu erobern.
So sind alle Akte, Worte, Atemzüge, Herzschläge in meinem Willen so viele Schritte göttlichen Lebens, die das Geschöpf tut. Mein Wille sehnt sich nach diesen Akten, damit Er aus ihnen ebenso viele göttliche Leben im Geschöpf heranbilden kann.
Dies war unsere Absicht bei der Schöpfung: unser Leben im Geschöpf heranzubilden und Uns in ihm betätigen zu können. Daher wünschen Wir so sehr, dass die Seele unseren Willen tut, um unser Leben in Sicherheit zu bringen – und zwar nicht in Uns Selbst, da Wir niemanden brauchen, und Uns Selbst mehr als genügen – sondern in der Seele.
Dieses große Wunder wollten und wollen Wir kraft unseres Willens tun: unser Leben im Leben der Seele heranzubilden. Täten Wir dies nicht, bliebe die Schöpfung ohne unseren primären Zweck und würde unsere Liebe behindern.
Es wäre ein ständiger Schmerz für Uns, ein so großes und prächtiges Werk anzusehen, dessen Bestimmung nicht verwirklicht, sondern verfehlt wäre.
Wüssten Wir nicht mit Sicherheit, dass unser Wille im Geschöpf herrschen und unser Leben in ihm bilden wird, so würde unsere Liebe die ganze Schöpfung verbrennen und zu Nichts werden lassen.
Wenn unser Wille so viel erträgt und duldet, dann deshalb, weil Wir unsere Absicht in den kommenden Zeiten schon verwirklicht sehen. Wenn nun die Seele den eigenen Willen tut, weicht sie zurück, geht einen Schritt von ihrem Schöpfer weg, und auch Gott tritt zurück, und so entsteht eine unendliche Entfernung zwischen beiden.
Du siehst also, wie notwendig es ist, ständig und beharrlich in meinem Göttlichen Willen zu wirken, um die vom menschlichen Willen verursachte große Distanz zwischen Gott und dem Geschöpf zu verringern; und glaube nicht, dass es eine persönliche Distanz wäre. Ich bin überall, in allen, im Himmel und auf Erden.
Die Distanz, die der menschliche Wille ohne den Meinigen schafft, ist eine Distanz an Heiligkeit, Schönheit, Güte, Macht und Liebe: dies sind unendliche Entfernungen, die nur mein in der Seele wirkender Wille wieder vereinen und zusammenfügen kann, und Schöpfer und Geschöpf unzertrennlich machen kann.
So war es auch bei der Erlösung: jede unserer Offenbarungen über das Kommen des Wortes auf die Erde, war ein Schritt von Uns auf die Menschheit zu; und ihre Sehnsucht, ihre Gebete und Mitteilungen unserer Worte, Prophetien und Offenbarungen an die Menschen, waren ebenso viele Schritte von ihnen auf das Höchste Wesen zu.
So gingen sie auf Uns und Wir auf sie zu; als die Zeit meiner Herabkunft auf die Erde nahte, vermehrten Wir die [Zahl der] Propheten und somit die Offenbarungen, damit Wir Uns noch rascher näherkämen.
Das ist so wahr, dass es in der ersten Zeit der Welt[geschichte] keine Propheten gab und unsere Mitteilungen so rar waren, dass sozusagen in jedem Jahrhundert nur ein Schritt getan wurde.
Dieses zögerliche Dahinschreiten ließ die Menschen erkalten, und fast alle betrachteten meine Ankunft auf Erden als eine Redensart und eine Absurdität, aber keine Wirklichkeit – so wie man heute das Reich meines Willens für eine Redensart und quasi etwas Unmögliches hält.
So traten die Propheten [erst] nach Mose auf, gleichsam in den letzten Zeiten, in der zeitlichen Nähe meiner Ankunft auf Erden, durch die sich die Schritte auf beiden Seiten nach unseren Kundgebungen beschleunigten.
Dann kam die Herrin des Himmels, die nicht nur ging, sondern lief, um die Begegnung mit ihrem Schöpfer zu beschleunigen, damit Er herabsteige und die Erlösung vollbringe.

Du siehst daher, dass meine Kundgebungen über meinen Göttlichen Willen sichere Beweise sind, dass Er Schritte tut, um zur Herrschaft auf Erden zu kommen; und dass die Seele, der diese [Offenbarungen] gegeben wurden, mit eiserner Beständigkeit [Ihm entgegen] geht und läuft, damit sie Ihm als erste begegnet, um Ihm ihre Seele zu geben und Ihn herrschen zu lassen; und damit sie Ihm so den Zugang zur Herrschaft unter den Völkern gewähre.
So mögen deine Akte beständig sein, da nur kontinuierliche Akte den Gang beschleunigen, jedes Hindernis überwinden, und allein Sieger sind, die Gott und das Geschöpf überwinden.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 30. Mai 1932)