Mittwoch der 4. Woche im Jahreskreis (Mk 6,1-6)
1bIn jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. 2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!
3Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. 4Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
5Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. 6Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.
„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab“ (Mk 6,3)
… „Liebe Tochter, ich hatte meinen Sohn vom Göttlichen Willen empfangen, und was dieser Heilige Wille gibt, das ist nie der Endlichkeit noch der Trennung unterworfen; seine Geschenke sind beständig und ewig.
Daher gehörte mein Sohn ganz mir, niemand konnte ihn mir wegnehmen: weder der Tod, noch der Schmerz, noch die Trennung, denn der Göttliche Willen hatte ihn mir geschenkt. Daher war unsere Trennung nur scheinbar, aber in Wirklichkeit waren wir zusammen verschmolzen. Umso mehr, da es EIN Wille war, der uns beseelte.
Wie konnten wir daher getrennt werden? Du musst wissen, dass ich im Licht des Göttlichen Willens erkannte, wie schlecht und undankbar mein Sohn behandelt wurde. Seine ersten Schritte richtete er nach Jerusalem; und er besuchte als Erstes den heiligen Tempel, in dem er die Reihe seiner Predigten begann.
Aber, welch ein Schmerz! Sein Wort, das voll Leben ist, das den Frieden, die Liebe und die Ordnung bringt, wurde falsch ausgelegt und mit Misstrauen und Bosheit 60 angehört, besonders von den Gelehrten und Weisen jener Zeit.
Und als mein Sohn sagte, dass er der Sohn Gottes war, das Wort des Vaters, derjenige, der gekommen war, um sie zu retten, da gerieten sie so in Wut, dass sie ihn mit ihren wütenden Blicken vernichten wollten.
O, wie litt da mein geliebter Jesus! Als er sah, dass sein schöpferisches Wort zurückgewiesen wurde, erlitt er gleichsam Todesqualen, und ich war ganz darauf bedacht, dieses blutende göttliche Herz zu trösten und opferte ihm mein mütterliches Herz auf, um seine Wunden selbst zu empfangen, um ihn zu trösten, ihm beizustehen und ihn aufzurichten …
Oh wie oft, nachdem sie seine Worte gleichsam zerrissen hatten, sah ich ihn vergessen von allen, ohne dass ihm jemand eine Erfrischung angeboten hätte, alleine, außerhalb der Stadtmauern, im Freien, unter dem Sternenhimmel, an einen Baum gelehnt, wie er weinte und betete um das Heil aller.
Und ich, meine liebe Tochter, weinte in meinem Häuschen zusammen mit ihm. Und im Licht des Göttlichen Fiat sandte ich ihm meine Tränen, meine keuschen Umarmungen und meine Küsse als Trost und Stärkung.
Es konnte jedoch meinen geliebten Sohn aufhalten, dass er sich von den Großen und Gelehrten zurückgewiesen sah; seine Liebe eilte und forderte Seelen. Daher umgab er sich mit Armen, Betrübten, Kranken, Krüppeln, Blinden, Stummen, und mit viererlei Übeln behafteten armen Menschen; alles Dies versinnbildlichte das mannigfaltige Ungemach, das ihr menschlicher Wille verursacht hatte.
Und Jesus in seiner Barmherzigkeit heilte alle, tröstete und lehrte alle. So wurde er der Freund, der Vater, der Arzt, der Lehrer der Armen. Meine Tochter, wie die armen Hirten es waren, die ihn bei seiner Geburt willkommen geheißen hatten, so sind es die Armen, die ihn in den letzten Jahren seines Lebens hier unter bis zum Tod begleiten.
Denn die Armen, die Unwissenden sind die Einfachsten, die am wenigsten an ihrem eigenen Urteil und an ihrer eigenen Vorstellung hängen, und sind daher die am meisten geliebten und gesegneten „Benjamine“ meines lieben Sohnes; hat er nicht arme Fischer als Apostel berufen, als Säulen der zukünftigen Kirche?
Meine liebste Tochter, es wäre zu ausführlich, wenn ich dir alles erzählen wollte, was mein Sohn in diesen drei Jahren seines öffentlichen Lebens wirkte und litt, und ich mit ihm.
Im FIAT habe ich mich von meinem Sohn getrennt, und das Fiat gab mir die Kraft, das Opfer zu vollbringen. Ich empfehle dir, dass das Göttliche Fiat in allem, was du tun und leiden kannst, dein erster und dein letzter Akt sei. Wenn du alles ins ewige Fiat einschließt, wirst du die Kraft zu allen Schmerzen finden, wenn es dir auch das Leben kosten sollte.
Versprich daher deiner Mutter, dass sie dich immer im Göttlichen Willen antreffen wird. So wirst auch du dich untrennbar von mir und Unserem Höchsten Gut, Jesus, fühlen.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 26. Tag)
„Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie“ (Mk 6,4)
… „Jeder kann an den Verdiensten und Gütern teilnehmen, die von den Leiden meiner Mutter hervorgebracht wurden. …
Wer in jeder Lage, in der er sich befindet, besonders wenn er Mich schwer beleidigt, verachtet, mit Füßen getreten sieht, und versucht, Mir Wiedergutmachung zu leisten, Mitleid mit Mir zu haben und gerade für jene zu beten, die Mich beleidigen – da scheine Ich in dieser Seele meiner eigenen Mutter zu begegnen, die Mich aus der Hand meiner Feinde befreit hätte, wenn es Ihr möglich gewesen wäre.
Diese Seele nimmt daher am vierten Schmerz teil…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 17. September 1905)
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„Meine Tochter, um meinen Thron herum ist ein leerer Raum, und dieser leere Raum muss mit jener Herrlichkeit erfüllt werden, welche die Schöpfung Mir schuldet.
Wer Mich also von den anderen Geschöpfen verachtet sieht und Mich ehrt, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen, bewirkt, dass aus diesem leeren Raum wieder Ehre für Mich hervorgeht. Wenn er sieht, dass Ich nicht geliebt werde und er Mich liebt, lässt er die Liebe für Mich wiederaufleben.
Wenn er sieht, dass Ich die Geschöpfe mit Wohltaten überhäufe, während sie undankbar sind und Mir nicht einmal danken, er aber Mir dankt, als wären diese Wohltaten ihm erwiesen worden und sich dafür bei Mir erkenntlich zeigt, dann lässt er für Mich die Blume der Dankbarkeit und Danksagung in diesem Leerraum wieder aufkeimen; und so ist es auch mit allem Übrigen, das die Schöpfung Mir schuldet, Mir aber mit schwarzer Undankbarkeit verweigert.
Da nun all dies ein Ausfluss der Liebe der Seele ist, die Mir nicht nur das gibt, was sie Mir ihrer selbst wegen schuldet – und was von ihr überströmt, das tut sie für Mich im Namen der anderen – und da die Herrlichkeit und diese Blumen, mit denen sie diesen leeren Raum um meinen Thron füllt, die Frucht der Liebe sind, so erhalten diese Blumen eine noch schönere und Mir wohlgefälligere Nuance.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 22. Dezember 1903)
„Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort“ (Mk 6, 5+6)
… „Tochter, sicher werden sie Mir Rechenschaft ablegen müssen. Wenn sie glauben, dass Ich es bin, wird die Rechenschaft sehr streng sein, denn zu glauben, dass Ich es bin, und auch ein einziges Wort von Mir nicht zu berücksichtigen, ist so, als wollten sie ein Meer von Gütern zum Wohl der Menschen unterdrücken, denn mein Wort geht immer von der Kraft der schöpferischen Macht aus.
In der Tat, Ich sprach ein FIAT bei der Schöpfung aus und breitete einen mit unzähligen Millionen von Sternen übersäten Himmel aus, ein weiteres FIAT und formte die Sonne. Ich sprach nicht zwanzig Worte, um so viele Dinge in der Schöpfung zu bilden, sondern ein einziges FIAT genügte mir.
Nun enthält mein Wort noch immer seine schöpferische Macht, und sie können nicht wissen, ob mein Wort darauf ausgerichtet ist, einen Himmel, einen Stern, ein Meer, oder eine Sonne für die Seelen zu bilden.
Wenn sie darauf keine Rücksicht nehmen und meine Worte den Menschen nicht zeigen, drängen sie schließlich diesen Himmel, diese Sonne, die Sterne und das Meer, die den Geschöpfen so viel Gutes tun könnten, in Mich selbst zurück.
Den Schaden, der daraus entsteht, wird man demjenigen zur Last legen, der sich darüber keine Rechenschaft gegeben und mein Wort in Mir abgewürgt hat. Wenn sie aber nicht glauben [dass Ich hier spreche], ist es noch schlimmer, weil sie so blind sind, dass sie keine Augen haben, um die Sonne meines Wortes zu sehen, und die Ungläubigkeit bringt sie zur Verstocktheit und Herzenshärte.
Der Glaube jedoch erweicht das Herz und disponiert es dazu, sich der Gnade zu unterwerfen und verleiht ihm die Einsicht für das Verständnis meiner Wahrheiten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 9. Februar 1927)
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… „Du siehst also, wie notwendig es ist zu wissen, dass Ich das Reich meines Willens gewähren kann und gewähren will; diese Kenntnis ist, könnte Ich sagen, genauso nötig wie jene, Mich als Sohn Gottes zu verkündigen, der auf die Erde kam.
Es stimmt zwar, dass viele aufgrund dieser Kenntnisse [über meinen Willen] Mir dasselbe wieder antun werden wie damals, als Ich Mich als der ersehnte Messias zu erkennen gab: nämlich Verleumdungen, Widersprüche, Zweifel, Verdächtigungen, Verachtung, wie es schon geschah, sobald man das zu drucken begann, was auf die Bekanntmachung meines Göttlichen Willens hindeutete.
Doch das besagt nichts: das Gute besitzt nämlich die Kraft, das Böse zu verletzen, und daher fühlen sich die Menschen und die Hölle verwundet, bewaffnen sich gegen das Gute, und möchten gern das Gute und den oder die, welche es verkün-digen wollen, vernichten.
Doch trotz allem, was sie am ersten Anfang beabsichtigten – dass sie nämlich, als Er erscheinen wollte, die Kenntnis meines Willens und seinen Wunsch nach der Herrschaft gleichsam abwürgten – hat Er doch seine ersten Schritte getan; und was die einen nicht glaubten, das glaubten die anderen.
Die ersten Schritte werden die zweiten, die dritten und so weiter nach sich ziehen, wenn auch jene nicht fehlen werden, die Widersprüche und Zweifel vorbringen; doch es ist absolut notwendig, dass man meinen Göttlichen Willen kennt und weiß, dass Ich Ihn geben kann und geben will.
Dies sind Bedingungen, ohne die Gott nicht geben kann, was Er geben möchte und das Geschöpf nicht empfangen kann. Bete daher und halte dich nicht zurück, meinen Göttlichen Willen bekannt zu machen.
Die Zeit, die Umstände, die Sachen und Personen verändern sich und sind nicht immer gleich. So kann man das, was man heute nicht bekommt, morgen erlangen – jedoch zur Demütigung jener, die ein so großes Gut unterdrückt haben; aber mein Wille wird triumphieren und sein Reich auf Erden haben.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 20. März 1932)
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„Meine kleine Tochter meines Göttlichen Wollens, es gibt weder ein größeres Wunder noch größere Güte und Liebe noch grenzenlosere Großzügigkeit Unsererseits, als in die Tiefe des menschlichen Willens hinabzusteigen und als der Gott, der Wir sind, in ihm zu wirken, so als wirkten Wir in Uns selbst.
Daher also verlieh unsere unendliche Weisheit, ergriffen vom Übermaß der Liebe zum Menschen, diesem seinen kleinen menschlichen Willen, der unabhängig von allen ist.
Indem Wir der Seele diesen freien Willen gaben, stellten Wir Uns selbst zu ihrer Verfügung, ob sie es wünschte, dass Wir in ihre Kleinheit und Niedrigkeit herabsteigen und als Gott handeln mögen und unser Wille in ihr das tue, was Er in unserem Höchsten Sein tun kann.
Das war das größte Wunder und eine Liebe, der keine andere Liebe gleichen kann: dem Geschöpf den menschlichen Willen zu geben, um ihm beinahe unterworfen zu sein, als wollten Wir das Gute, das Wir in ihm tun und die Werke, die Wir ausführen möchten, gleichsam von ihm abhängig machen.
Ist das nicht eine Feinheit der unübertrefflichen Liebe? Und dass Wir ihm diesen Willen zu seiner freien Entscheidung schenken, damit das Geschöpf Uns sagen könne: ‚Du bist in mein Haus gekommen, und ich muss in Dein Haus kommen.
Deshalb tust Du in mir, was Du tun willst, und mich wirst Du in Dir tun lassen, was ich tun will’, dies war die Vereinbarung zwischen Uns beiden; und da Wir ihm den freien Willen gaben, konnte das Geschöpf Uns jetzt sagen, dass es Uns etwas schenkte, das es in seiner Macht hatte. Ist das nicht eine Großzügigkeit und alles übersteigende Liebe – etwas, was nur unser Höchstes Sein tun konnte und wollte?
Doch das ist noch nicht alles. Unsere Liebe betrachtete wohlgefällig diesen freien Willen des Geschöpfs. Sie bildete sich so viele Zentren, um sich in ihnen zu bilokieren und so viele Herrschaftsbereiche zu errichten, wo Wir in unseren Göttlichen Werken unsere Pracht entfalten sollten und sie ohne Einschränkung und Grenzen ins Unendliche vervielfachen wollten.
Wir wollten in diesen Zentren als Gott wirken, als würden Wir in Uns selbst handeln, zumal unsere Liebe im kleinen menschlichen Willen noch mehr Pracht entfaltete und noch mehr Macht anwandte.
Es braucht nämlich mehr Kunstfertigkeit, unsere Unermesslichkeit in den kleinen Umkreis des menschlichen Willens einzuschränken und setzte unserer Macht also fast eine Grenze, um Uns in die Tiefen des menschlichen Wollens hinabzulassen.
Und dann [ist da dieses weitere Übermaß unserer Liebe], dass Wir zusammen mit dem menschlichen Willen das Geschöpf spüren, in dem, was Wir tun sollten, weil Wir möchten, dass der menschliche Wille gemeinsam mit Uns handelt; [es ist] gleichsam, wie wenn sich das Geschöpf an Uns anpasst, und Wir Uns ihm angleichen müssen.
Doch unsere Liebe ist so groß, dass sie sich auch seinen menschlichen Handlungsweisen anpasst; dies bereitet Uns mehr Arbeit, unsere Liebe kann sich mehr äußern und liebt diesen menschlichen Willen, der unserer Liebe ihren königlichen Platz, ihre freie Herrschaft übergibt, bis zum Übermaß.
Wenn Wir hingegen außerhalb des Kreises des menschlichen Willens wirken – wer weiß da nicht, dass Wir [ohnehin] alles tun können, dass Wir eine Unermesslichkeit besitzen, die alles erreichen kann, eine grenzenlose Macht, die alles tun kann, wenn sie will, eine Weisheit, die alles verfügt, eine Liebe, die alle liebt und alles umhüllt, obwohl sie nicht geliebt wird?
Unser Höchstes Sein ist frei, Es braucht niemanden und kann tun, was Es will. Da Wir alles vermögen, ist es für Uns keine Arbeit, die größten Werke zu tun, sondern es genügt sie zu wollen, um in einem Augenblick alles zu tun. Wenn Wir hingegen in der Seele wirken wollen, müssen Wir sie, als hätten Wir sie nötig, anlocken, Wir müssen ihr das Gut beschreiben, das Wir ihr geben, und was Wir wirken wollen.
Wir mögen keinen erzwungenen Willen, deshalb wünschen Wir, dass sie darum weiß und Uns spontan die Türen öffnet, weil sie sich geehrt fühlt, Uns den wirkenden Platz in ihrem Willen zu überlassen.
In diese Umstände versetzte Uns unsere Liebe bei der Erschaffung des Menschen. Sie liebte ihn so sehr, dass sie ihm sogar den freien Willen verlieh, damit er sagen kann: ‚Ich kann meinem Schöpfer geben’; konnte meine Liebe ihn noch mehr lieben?
Daher sind die Herrlichkeit und Ehre, welche die Seele Mir darbringt, wenn sie Mich in ihrem Willen wirken lässt, so groß, dass sie niemand begreifen kann. Sie bringt Uns unsere eigene Herrlichkeit und Ehre dar. In all ihren Akten strömt unser Leben und unsere Liebe, und die Seele kann sagen: ‚Ich gebe Gott Gott.’
Es ist das Höchste, was die Seele erlangen kann, das größte Übermaß der Liebe, die ein Gott erreichen kann. O, wenn die Geschöpfe die Liebe und die große Gabe verstünden, die Wir ihnen mit dem freien Willen gemacht haben! Das erhob sie über den Himmel, die Sonne, das ganze Universum.
Mit all diesem kann Ich tun, was Ich will, ohne dass jemand etwas weiß. Zur Seele jedoch lasse Ich Mich herab und bitte sie mit Liebe um einen kleinen Platz in ihrem Willen, um in ihr wirken und ihr Gutes tun zu können. Doch leider verweigern ihn Mir viele und machen meinen Willen im menschlichen Willen unwirksam! Mein Schmerz über ihre große Undankbarkeit ist unendlich.
Was würde dich nun mehr erstaunen? Ein König, der in seinem Palast wirkt, wo er alles in seiner Macht hat, über alle befiehlt, allen Gutes tut, und dessen Palast sich für alles, was der König tun will, eignet, oder etwa ein König, der sich in die Niedrigkeit einer Hütte hinablässt und dort dasselbe tut, was er in seinem Palast täte?
Würde dieser nicht mehr bewundert werden, wäre es nicht ein größeres Opfer, eine stärkere Liebe, wenn er als König in der kleinen Hütte tätig ist statt im Palast? Im Palast ist alles für seine Aktivität als König eingerichtet, in der Hütte hingegen muss sich der König dieser anpassen und sich mit großem Einfallsreichtum bemühen, dieselben Aktivitäten wie in seinem Palast zu tun.
So sind Wir: es liegt in unserer Natur, im Palast unserer Gottheit große Dinge zu tun, doch sie in der Hütte des menschlichen Willens zu tun, hat etwas Unglaubliches an sich, und ist das Übermaß unserer größten Liebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 17. Juni 1935)

