Montag der 12. Woche im Jahreskreis (Mt 7,1-5)
1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.
3Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
5Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Mt 7,1)
… „Ich bin deine Hilfe, was fürchtest du? Erinnerst du dich nicht, dass auch Ich durch alle Arten von Menschen zu leiden hatte? Manche hatten diese Meinung über mich, einige eine andere.
Die heiligsten Werke, die Ich vollbrachte, wurden von ihnen als schlecht, böse verurteilt, sodass sie sogar sagten, Ich sei besessen und so sahen sie Mich mit scheelen Blicken an.
Sie behielten Mich nur ungern in ihrer Mitte und überlegten untereinander, wie sie Mich so bald als möglich umbringen könnten, denn meine Gegenwart war ihnen unerträglich geworden.
Willst du also nicht, dass Ich dich Mir ähnlich mache, indem Ich dich von Seiten der Geschöpfe leiden lasse?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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So tut es die Seele, die der Herr in Sich umwandelt, indem Er einen Teil seines Göttlichen Seins aus Sich loslöst [und in der Seele freisetzt].
O, wie sehr verabscheut diese Seele die Sünde, fühlt aber zugleich Mitleid mit den anderen und bittet für diese, welche sie den Weg zum Abgrund gehen sieht.
Sie vereinigt sich mit Jesus Christus und bietet sich als Opfer an zum Leiden, um die Göttliche Gerechtigkeit zu besänftigen und die Geschöpfe vor den verdienten Züchtigungen zu verschonen.
Und wenn das Opfer ihres Lebens notwendig wäre – o wie gerne würde sie es geben, für die Rettung auch nur einer einzigen Seele! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 28. Februar 1899)
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Es geht fast stets auf dieselbe Art weiter. Als mich Jesus diesen Morgen in gewöhnlicher Weise aus mir herausbrachte, gingen Wir mitten durch viele Leute hindurch, und die Mehrheit von ihnen war darauf bedacht, die Handlungen anderer Leute zu verurteilen, ohne auf die eigenen zu sehen.
Mein geliebter Jesus sagte mir: „Das sicherste Mittel, um mit seinem Nächsten aufrichtig zu sein, ist, durchaus nicht auf das zu sehen, was sie tun, denn Schauen, Denken und Richten ist alles dasselbe.
Noch dazu betrügt man seine eigene Seele, wenn man auf seinen Nächsten sieht, deshalb ist diese Seele dann nicht aufrichtig, weder mit sich selbst, noch mit seinem Nächsten, noch mit Gott.“
Dann sagte ich zu Ihm: „Mein einziges Gut, schon seit längerer Zeit hast Du mir nicht einmal einen Kuss gegeben.“ Und so küssten Wir einander, und Er fügte, um mich quasi korrigieren zu wollen, hinzu:
„Meine Tochter, Ich empfehle dir, meine Worte zu bewahren und zu schätzen, denn mein Wort ist ewig und rein, wie Ich selbst es bin, und wenn du es in deinem Herzen bewahrst und aus ihm Nutzen ziehst, wirst du geheiligt und als Vergeltung einen ewigen Glanz empfangen, der von meinem Wort für dich hervorgebracht wird.
Wenn du anders tust, würde deine Seele einen Leerraum empfangen und du würdest so meine Schuldnerin bleiben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 30. Juli 1899)
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Ich überließ mich ganz dem liebenswürdigen Willen Unseres Herrn und sah mich innen und außen vollständig von meinem süßen Jesus umgeben. Indem ich mich dem Göttlichen Willen überließ, sah ich mich, als ob mein Sein durchsichtig geworden wäre, und wo immer ich mich hinwandte, erblickte ich mein höchstes Gut.
Was mich jedoch verwunderte, war dies: während ich mich innen und außen von Jesus umgeben sah, umgab auch ich, mein armes Wesen, mein Wille, Jesus wie in einem Kreis, sodass Er keine Öffnung finden konnte, um herauszugehen, denn mein Wille, vereint mit dem Seinen, hielt Ihn gefesselt, ohne dass Er mir entfliehen könnte.
O bewundernswertes Geheimnis des Willens meines Herrn, unbeschreiblich ist deine Glückseligkeit! Als ich nun in diesem Zustand war, sagte mir der gebenedeite Jesus: „Meine Tochter, in der Seele, welche vollkommen in meinen Willen umgewandelt ist, finde Ich meine süße Ruhe.
Ihre Seele wird für Mich wie diese weichen Gegenstände oder Betten, die niemandem Unbehagen bereiten, der ausruhen will; im Gegenteil, wollen auch müde und leidende Menschen diese benutzen, so können sie so bequem, sanft und angenehm in ihnen ruhen, dass sie, wenn sie aufwachen, sich stark und gesund fühlen.
So ist für Mich die in meinen Willen umgewandelte Seele. Und als Vergeltung lasse Ich Mich von ihrem Willen binden und lasse die Sonne Gottes in ihr scheinen wie zum vollen Mittag.“
Als Er dies gesagt hatte, verschwand Er. Später dann, als ich die Kommunion empfangen hatte, kam Er zurück und brachte mich aus mir heraus. Ich konnte viele Leute sehen, und Jesus sagte mir: „Sage ihnen, sag ihnen, dass sie großes Übel tun, wenn sie über einander murren.
Sie ziehen sich meine Ungnade zu und dies zu Recht, wenn Ich sehe, dass sie, während sie denselben Armseligkeiten und Schwächen unterworfen sind, nichts anderes tun als einer über den andern Gericht zu halten.
Wenn sie dies untereinander tun, was werde Ich, der Ich rein und heilig bin, mit ihnen tun? Je nach der Liebe, die sie gegeneinander üben, fühle Ich Mich gedrängt, Barmherzigkeit an ihnen zu üben.“
Jesus sagte dies zu mir; und ich wiederholte es jenen Leuten, dann zogen Wir uns zurück. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 27. Februar 1900)


