46In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei. 47Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich 48und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß.
49Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. 50Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

„Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß“ (Lk 9,48)

Ich sagte zu meinem süßen Jesus: „Ich weiß nicht, je mehr Du sagst, dass Du mir durch deinen Heiligen Willen gibst, desto niedriger und hässlicher komme ich mir vor; ich sollte mich besser, heiliger fühlen, aber ganz im Gegenteil.“ Und Jesus sprach zu mir:
„Meine Tochter, je mehr in dir das Getreidekorn meines Willens heranwächst, desto mehr wirst du deine Niedrigkeit als Stroh wahrnehmen, denn wenn die Ähre sich heranzubilden beginnt, bilden das Korn und der Strohhalm eine Einheit; in dem Maß aber, wie sich das Leben der Ähre bildet und das Getreidekorn heranreift, wird das Stroh vom Korn getrennt und bleibt nur zu seinem Schutze.
Je niedriger du dich also fühlst, umso stärker wird das Getreidekorn meines Willens in dir herangebildet und ist dem vollkommenen Reifezustand nahe. Das Stroh in dir ist nichts anderes als deine schwache Natur, die – gemeinsam mit der Heiligkeit und Erhabenheit meines Willens lebend – ihre Armseligkeit noch stärker fühlt.“
Dann fügte Er hinzu: „Meine Geliebte, bis jetzt hattest du vor Mir die Aufgabe inne, die meine Menschheit auf Erden hatte. Jetzt will Ich die Aufgabe für dich ändern und dir eine andere, edlere, umfassendere verleihen.
Ich will dir die Aufgabe geben, die mein Wille in meiner Menschheit innehatte. Du siehst, um wie viel höher, erhabener sie ist: meine Menschheit besaß einen Anfang, mein Wille ist ewig; meine Menschheit ist beschränkt und begrenzt, mein Wille hat keine Grenzen noch Schranken, Er ist unermesslich. Ein edleres und vornehmeres Amt könnte Ich dir nicht verleihen.“
Als ich das hörte, sagte ich: „Mein süßer Jesus, ich finde keinen Grund, warum Du mir eine solche Aufgabe verleihen willst, ich habe auch nichts getan, mir eine solche Gunst verdienen zu können.“
Jesus darauf: „Der ganze Grund dafür ist meine Liebe, deine Kleinheit, und dass du wie ein Säugling in meinen Armen lebst, der sich über nichts Gedanken macht außer über seinen Jesus, und dass du Mir niemals irgendein Opfer verweigert hast, das Ich von dir erbeten habe.
Ich lasse Mich nicht von großartigen Dingen beeindrucken – denn in den äußerlich groß erscheinenden Dingen ist immer etwas Menschliches – sondern von den kleinen Dingen, klein nach außen, aber groß in sich selbst.
Außerdem hättest du selbst wissen müssen, dass Ich dir eine besondere Mission in meinem Willen zuweisen sollte, da Ich dir immer von meinem Willen sprach und dich seine wunderbaren Wirkungen verstehen ließ, was Ich bis jetzt mit niemandem getan habe.
Ich habe Mich dir gegenüber wie ein Lehrer verhalten: wenn er seinen Schüler in der Medizin oder der Geschichte oder in einem anderen Fach zur Perfektion bringen will, dann weiß er scheinbar von nichts anderem zu sprechen und kommt stets auf denselben Punkt zurück.
So habe Ich es mit dir gemacht; Ich bin als Lehrer des Göttlichen Willens aufgetreten, wie wenn Ich von allem übrigen nichts wüsste. Nachdem Ich dich gründlich unterwiesen habe, offenbarte Ich dir deine Mission, und wie in dir die Erfüllung des Gebetes „Fiat Voluntas tua“ auf Erden seinen Anfang nehmen werde. Mut, meine Tochter, Ich sehe, wie du dich grämst; fürchte dich nicht, mein ganzer Wille wird dir Hilfe und Stütze sein.“
Und während Er das sagte, liebkoste Er mit seinen Händen meinen Kopf, das Gesicht und das Herz, als wollte Er mir das bestätigen, was Er gesagt hatte, dann verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 17. März 1921)

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Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand, außerhalb meiner selbst, zusammen mit Jesus, und ich sagte zu Ihm: ‚Meine Liebe, ich möchte Dich hören lassen, wie ich es anstelle, um in deinen Willen einzutreten, um zu sehen, ob es Dir gefällt oder nicht‘.
Ich sagte Ihm also, was ich gewöhnlich sage, wenn ich in seinen Willen eintrete, wobei ich denke, dass es nicht nötig ist, es hier zu wiederholen, da ich es schon anderswo erwähnt habe. Und Jesus gab mir einen Kuss, um mit seinem Kuss zu bestätigen, was ich Ihm sagte.
Dann sprach Er zu mir: „Meine Tochter, mein Wille hat die besondere Kraft, die Seelen klein werden zu lassen, so klein, dass sie das äußerste Bedürfnis verspüren, dass mein Wille ihnen das Leben spende. Ihre Kleinheit ist dermaßen, dass sie unfähig sind, einen Akt zu tun oder einen Schritt zu machen, den ihnen mein Wille nicht zur Verfügung stellt.
Sie leben also ganz auf Kosten meines Willens, denn ihre Kleinheit schleppt kein Gepäck mit sich, weder eigene Dinge noch Eigenliebe, sondern sie nehmen alles von meinem Willen an, aber nicht um es bei sich zu behalten, sondern um es Mir zu geben.
Und da sie alles benötigen, leben sie verloren in meinem Willen. Höre, Ich ging – wieder und wieder – auf der Erde umher. Ich schaute alle Geschöpfe eines um das andere an, um das kleinste unter allen zu finden. Unter so vielen fand Ich dich, die Kleinste von allen.
Deine Kleinheit gefiel Mir, und Ich erwählte dich und vertraute dich meinen Engeln an, damit sie dich beschützen, nicht um dich groß werden zu lassen, sondern damit sie deine Kleinheit behüten.
Und nun möchte Ich das große Werk der Erfüllung meines Willens beginnen; du wirst dich deswegen nicht größer fühlen, sondern mein Wille wird dich noch kleiner machen, und du wirst weiterhin die kleine Tochter deines Jesus, die kleine Tochter meines Willens bleiben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 23. März 1921)

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… „Meine Tochter, wer im Göttlichen Willen lebt, nimmt alles zusammen wie auf einmal auf, denn da mein Wille überall ist, gibt es nichts, das ihm entgeht. Sein Leben ist ewig, seine Unermesslichkeit kennt weder Grenzen noch Umkreise. Daher nimmt die Seele, die in Ihm lebt, den ewigen Gott auf, den ganzen Himmel, die Sonne, alles, was existiert, die Hl. Jungfrau, die Engel, die Heiligen, mit einem Wort, alles. Und wenn sie betet, wenn ihr Herz schlägt, wenn sie atmet, liebt, teilt sich ihr Akt allen mit, sodass alle Herzen in ihrem Herzschlag pochen, alle mit ihrem Atemzug atmen, alle mit ihrer Liebe lieben. Wo immer sich nämlich mein Wille ausbreitet, bewegt Er alle dazu, den Akt der Seele zu vollbringen, die in Ihm lebt.
Daher kommt es, dass die Höchste Königin, die den ersten Platz im Göttlichen FIAT innehat, ihre kleine Tochter, die in Ihm lebt, in ihrer Nähe fühlt. Sich mit ihr verbindend, wiederholt Sie gemeinsam mit ihr das, was sie tut und stellt ihre Meere der Gnade, des Lichtes, der Liebe zur gemeinsamen Verfügung, denn einer sind der Wille der Mutter und der kleinen Tochter.
Ja, noch mehr, in ihr fühlt sich die Erhabenheit der Herrin des Himmels geehrt mit Akten eines Göttlichen Willens. Sie nimmt wahr, dass diese kleine Tochter in ihre Meere eintritt, und indem sie diese mit ihren Akten bewegt, lässt sie diese anschwellen, um sie zu verdoppeln und zu vergrößern: doch – um was zu tun? Damit ihr Schöpfer doppelte Göttliche Herrlichkeit und Liebe von ihren eigenen Liebesmeeren empfange, und um die Meere ihrer himmlischen Mutter gleichsam auf die Bank zu legen, damit sie doppelte Herrlichkeit empfangen möge.
Daher bewegt dieses Geschöpf, obwohl es klein ist, alles, setzt sich bei allem durch. Alle lassen sie gewähren, alle empfinden die Kraft des Guten, das sie allen geben möchte. So ist sie klein und stark, sie ist klein und befindet sich überall. Sie ist klein und ihr Vorrecht ist die Kleinheit, deshalb besitzt sie nichts, nicht einmal ihren eigenen Willen, denn freiwillig hat sie ihn Dem gegeben, Der darüber das Recht hatte. Und der Göttliche Wille gibt ihr alles, es gibt nichts, das Er ihr nicht anvertraut.
Deswegen sind die Wunder des Lebens in meinem Willen unbeschreiblich und unzählbar. O, wenn alle wüssten, was es bedeutet, in meinem Willen zu leben, das Gute, das sie dadurch erlangen! Ja, mehr noch, es gibt kein Gut, das sie nicht mitnehmen, nichts Gutes, das sie nicht tun können – alle würden wetteifern und danach streben, in meinem heiligen und anbetungswürdigen Willen zu leben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 16. Januar 1927)