35Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. 36Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? 37Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber.
38Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 39Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
40Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: 41Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können.
42Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. 43Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

„Saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten?“ (Lk 18,35+36)

Der Göttliche Wille lässt mich nie allein. Er scheint mich stets zu beobachten, um meine Gedanken, Worte und kleinsten Akte zu erfüllen, doch wünscht Er meine Aufmerksamkeit.
Er möchte, dass ich darum weiß, dass Er meine Akte erfüllen will, und dass Er – im gegenseitigen Ansehen – gibt, und ich empfange; bin ich nicht aufmerksam, dann tadelt Er mich, aber so sanft, dass mir das Herz bricht, und Er sagt zu mir:
„Die Aufmerksamkeit ist das Auge für die Seele, welche die Gabe, die Ich geben will, zu erkennen weiß und die Handlung disponiert, die Verleihung meiner Gaben zu empfangen. Ich will meine Schätze nicht Blinden geben, sondern wünsche, dass du sie siehst und kennst, doch weißt du, warum?
Wenn du meine Gabe siehst, dann schätzt du sie, und wenn du darum weißt, dann kennst und liebst du sie, und Ich lasse dich mein Licht, meine Macht, meine Liebe lebendig fühlen.
Dann nehme Ich in deinem kleinen Gedanken, deinem Wort und deiner geringfügigen Handlung die Wiederholung dessen wahr, was mein eigener Göttlicher Wille zu tun versteht und wie Er zu lieben vermag.
Darum gebe Ich der Seele, die in Ihm leben möchte, als erstes das Sehvermögen, gleichsam das „Auge“, damit Wir Uns gegenseitig ansehen und erkennen können.
Wenn sie Uns erkennt, ist alles erledigt und das Leben in meinem Göttlichen Willen ist in seiner vollen Wirksamkeit sichergestellt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 29. Juni 1934)

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…Wenn Ich Wunder wirke, möchte Ich dir das Geschenk des großen Wunders meines Willens machen. Wenn Ich also die Blinden sehend mache, nehme Ich dir die Blindheit deines menschlichen Willens weg, um dir das Sehvermögen des Meinen zu geben, wenn Ich den Tauben das Gehör gebe, verleihe Ich dir die Gabe, das Gehör meines Willens zu erlangen.
Wenn Ich den Stummen die Sprache gebe, löse Ich dich von der Stummheit hinsichtlich meines Willens, wenn Ich die Verkrüppelten aufrichte, richte Ich dich in Ihm auf; wenn Ich den Sturm mit meiner Herrschermacht stille, befehle Ich dem Sturm deines menschlichen Willens, dass er es nicht mehr wage, das friedvolle Meer des Meinen aufzuwühlen; mit einem Wort, es gibt nichts, was Ich tue und leide, aus dem Ich dir nicht ein Geschenk mache, um das Reich meines Willens in dir zu deponieren, das Ich so sehr liebe und das in Mir Selbst gebildet wurde….“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 27. Januar 1928)

„Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können“ (Lk 18,41)

Mein anbetungswürdiger Jesus kommt weiterhin, und da, bevor Er kam, mein Geist über bestimmte Dinge nachdachte, welche Jesus mir in den vergangenen Jahren gesagt hatte, und an die ich mich nicht mehr so gut erinnere, sagte Er mir, mich beinahe ermahnend:
„Meine Tochter, der Stolz zerfrisst die Gnade. In den Herzen der Stolzen ist nichts als ein Leerraum voller Rauch, der Blindheit verursacht. Stolz macht nichts anderes als einen Götzen aus sich selbst, und so hat die stolze Seele nicht ihren Gott in sich.
Durch die Sünde hat sie versucht, Ihn in ihrem Herzen zu vernichten; sie errichtet in ihrem Herzen einen Altar, setzt sich darauf und betet sich selbst an.“
O Gott, welch abscheuliches Ungeheuer ist dieses Laster! Mir scheint, wenn die Seele darauf achtet, dieses nicht in sich eintreten zu lassen, dann ist sie frei von allen anderen Lastern; doch wenn sie sich zu ihrem Unglück davon beherrschen lässt, wird der Stolz, da er eine ungeheuerliche und bösartige Mutter ist, in der Seele alle seine ungezogenen Kinder hervorbringen, welches die anderen Sünden sind.
Ach, Herr, halte ihn von mir fern! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 19. November 1899)

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… Es ist immer ein rührendes Schauspiel, um Dich Blinde, Stumme, Taube, Krüppel, Lahme, Aussätzige zu sehen. All dieses menschliche Elend durchbohrt Dein Göttliches Herz und lässt Es erschaudern.
O wie bricht Dir das Herz, jene menschliche Natur in Elend verwandelt zu sehen, die so schön und so vollkommen aus Deinen schöpferischen Händen hervor gegangen ist!
Es ist der vom rechten Weg abgekommene Wille, der, indem er seine schlimmsten Wirkungen hervorbringt, die Menschheit so unglücklich macht.
Ich flehe Dich an, meine Liebe, gib, dass Dein Fiat zurückkehre, um mitten unter uns zu regieren und schlage die Unglückseligkeit in die Flucht, die der menschliche Wille verursacht hat!
Ich lasse mein „Ich liebe Dich“ in dem Akt fließen, durch den Du den Blinden die Sicht verschaffst, damit alle Menschen die Kenntnis Deines Göttlichen Willens erlangen.
Wie viele Blinde gibt es, die Deinen Göttlichen Willen nicht bemerken! O, wie bitte ich Dich von Herzen, allen die Gnade zu gewähren, Deinen Heiligsten Willen zu erkennen und zu befolgen!… (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Siebzehnte Stunde)

„Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen“ (Lk 18, 42)

… „Vor diesem nie gesehenen, unerhörten Wunder, das ewige WORT den Geschöpfen geben zu können, sind alle anderen Wunder zusammengenommen, wie kleine Flämmchen im Vergleich zur Sonne.
Nun, wer das Größere tun soll, für den ist es nicht nötig, das Geringere zu tun. So werden vor dem Wunder des inmitten der Geschöpfe wiederhergestellten Reiches meines Willens alle anderen Wunder kleine Flämmchen vor der großen Sonne meines Willens sein.
Jedes Wort, jede Wahrheit und Kundgebung über Ihn ist ein Wunder, das aus meinem Willen hervorgegangen ist, als Schutzmittel gegen jedes Übel, und gleichsam um die Geschöpfe an ein unendliches Gut, eine größere Herrlichkeit, eine neue, ganz göttliche Schönheit zu binden.
Jede meiner Wahrheiten über meinen ewigen Willen enthält mehr Macht und Wunderkraft, als würde man einen Toten auferwecken oder einen Aussätzigen heilen, als würde ein Blinder sehen, ein Stummer sprechen können.
In der Tat werden meine Worte über die Heiligkeit und Macht meines FIAT die Seelen zu ihrem Ursprung auferstehen lassen und sie vom Aussatz heilen, den der menschliche Wille hervorgebracht hat.
Mein FIAT wird ihnen das Sehvermögen verleihen, um die Güter des Reiches meines Willens zu sehen, denn bis jetzt waren sie wie blind.
Es wird so vielen Stummen das Wort geben, die, während sie viele andere Dinge zu sagen wussten, allein für den Göttlichen Willen wie stumm und ohne Worte waren.
Und dann das große Wunder, jedem Geschöpf einen Göttlichen Willen geben zu können, der alle Güter enthält: was wird der Göttliche Wille ihnen nicht schenken, wenn Er sich im Besitz der Kinder seines Reiches sieht?
Deshalb halte Ich dich ganz ausgefüllt mit der Arbeit dieses meines Reiches. Es gibt viel zu tun, um das große Wunder vorzubereiten, damit das Reich des FIAT bekannt und in Besitz genommen werde.
Segle also aufmerksam im endlosen Meer meines Willens, damit die Ordnung zwischen Schöpfer und Geschöpf gefestigt werde.
So werde Ich durch dich das große Wunder wirken können, dass der Mensch zu Mir zurückkehrt – zu seinem Ursprung, von dem er ausgegangen ist.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 22. Oktober 1926)