1In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
3Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. 6Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
7Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
9Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

„Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen“ (Jhn 10, 7)

… „Die Eintrittspforte zum Leben im Göttlichen Willen, das erste Verbindungsglied, meine Menschheit ist. Sie war das erste und wahre Sühneopfer, das wegen des Mir von meinem Himmlischen Vater verliehenen Amtes, geopfert und vollständig gekreuzigt im Göttlichen Willen lebte; und in der Macht meines Ewigen Willens konnte Ich mein Leben für alle und für jeden einzelnen vervielfältigen.
Wie Ich in der Macht eines einzigen FIAT so viele geschaffene Dinge vermehrte, wobei Ich jeden Menschen berechtigte, sie sich zu eigen zu machen, so vervielfältigte die Macht meines Willens ein einziges Leben, damit jeder Mich für sich allein als Hilfe, Verteidigung und Zuflucht habe – wie immer er Mich wollte.
Darin besteht die ganze Größe, der Nutzen, das Alles, der unendliche Abstand zwischen dem Leben in meinem Willen und einem anderen, wenn auch guten und heiligen Leben: „Die Vervielfältigung eines Aktes in ebenso viele Akte, wie man will, genügend für so viele, wie viele es sich zu Nutze machen möchten“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 10. Juni 1923)

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10)

Nach allem, was mein süßer Jesus mir über seinen Heiligsten Willen gesagt hatte, dachte ich mir: „Kann es überhaupt möglich sein, dass es bis jetzt keine Seele gegeben hat, die im Göttlichen Willen gelebt hat und ich die erste bin?
Wer weiß, wie viele Seelen es vor mir waren, und zwar auf vollkommenere und aktivere Weise als ich.” Doch während ich dies sagte, bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, warum willst du die Gabe, die Gnade und deine Sendung nicht anerkennen, dass du auf ganz spezielle und neue Weise berufen bist, in meinem Willen zu leben?
Hätte es vor dir andere Seelen in meiner Kirche gegeben, so hätte es, da das Leben in meinem Willen das Bedeutendste ist und das, was Mich am meisten interessiert und am Herzen liegt, dessen Spuren, Normen und Lehren in meiner Kirche gegeben, von denen, die das Glück hatten, in meinem Willen zu leben.
Es hätte die Kenntnisse über das Leben in meinem Willen gegeben, die Anreize dafür, die Wirkungen und Schätze, die es enthält. Hätte es viele andere Mitteilungen gegeben, so hätte Ich von meiner Macht Gebrauch gemacht und die erhabene Lebensweise in meinem Willen nach außen durchscheinen lassen.
Angesichts meines großen Wohlgefallens und der Ehre, die Mir die Seele mit der Herrlichkeit meines eigenen Willens erweist, hätte Ich die Seele so sehr bedrängt, dass sie sich nicht weigern hätte können, das mitzuteilen, was Ich wollte. Wie es Aussprüche und Lehren über die Ergebenheit, die Geduld, den Gehorsam usw. gibt, hätte es auch dieses gegeben.
Es wäre seltsam und eigenartig, wenn Ich das, was Ich am meisten liebe, verborgen gehalten hätte. Im Gegenteil, je mehr man etwas liebt, umso mehr möchte man es bekannt machen.
Je mehr Wohlgefallen und Verherrlichung Mir eine Lebensart erweist, umso mehr will Ich sie verbreiten: Es entspricht nicht dem Wesen der wahren Liebe, das zu verbergen, was die anderen beglücken und bereichern kann.
Wenn du wüsstest, wie sehr Ich diese Zeit herbeisehnte, dass meine kleine Neugeborene in meinem Willen ans Licht der Welt trete, damit du in meinem Willen lebest!
Welches Geleit an Gnaden bereitete Ich zu diesem Zweck vor! Du wärest erstaunt und wärest Mir dankbarer und aufmerksamer… Ach, du weißt nicht, was das Leben in meinem Willen bedeutet!
Es bedeutet, dass Mir die reinen Freuden der Bestimmung der Schöpfung wieder gegeben werden, meine unschuldigen Vergnügungen, wozu Ich den Menschen erschaffen habe.
Es bedeutet, Mich von der ganzen Bitterkeit zu befreien, die der treulose menschliche Wille Mir beinahe schon am Anfang der Schöpfung bereitete. Es bedeutet einen ständigen Austausch zwischen dem menschlichen und dem Göttlichen Willen; und da die Seele den eigenen Willen fürchtet, lebt sie von Meinem, und dieser mein Wille erfüllt die Seele mit Freuden, mit Liebe und unendlichen Schätzen.
O wie bin Ich glücklich, dieser Seele das geben zu können, was Ich will, denn mein Wille enthält die Fassungskraft, um alles aufnehmen zu können! So gibt es zwischen Mir und ihr keine Trennungen mehr, sondern eine stabile Einheit im Wirken, im Denken und im Lieben, da mein Wille ihr in allem Ersatz leistet; so sind Wir in vollkommener Eintracht und leben in Gütergemeinschaft.
Dies war die Bestimmung bei der Erschaffung des Menschen gewesen: dass er als unser Sohn lebe und Wir mit ihm unsere Güter teilen, damit er in allem glücklich sei und Wir Uns an seinem Glück erfreuen könnten.
Nun, das Leben in meinem Willen ist genau dies: es ist die Wiederherstellung unserer Absicht, der Freuden und Festlichkeiten der Schöpfung. Und du sagst, dass Ich dies in meiner Kirche verborgen gelassen hätte, ohne es bekannt zu machen?
Ich hätte Himmel und Erde auf den Kopf gestellt und die Seelen mit unwiderstehlicher Kraft überwältigt, um das bekannt zu machen, was die Vollendung der Schöpfung sein wird.
Siehst du, wie sehr Mich dieses Leben in meinem Willen interessiert, das allen meinen Werken das Siegel aufprägen wird, damit alle vollständig seien? Dir scheint es vielleicht unbedeutend, oder du meinst, dass es Ähnliches in meiner Kirche gibt.
Nein, nein, für Mich aber ist es ‚das Alles‘ meiner Werke, und als solches sollst du es wertschätzen und aufmerksamer in der Erfüllung der Sendung sein, die Ich von dir wünsche.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 20. Februar 1924)

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… „Du sollst auch wissen, dass alles umgewandelt wird, wenn die Seele in unseren Willen eintritt. Die Finsternis verwandelt sich in Licht, die Schwächen in Stärke, die Armut in Reichtum, die Leidenschaften in Tugenden. Es geschieht eine solche Veränderung, dass die Seele nicht mehr wie zuvor und nicht wiederzuerkennen ist.
Sie ist nicht länger im Zustand einer niedrigen Sklavin, sondern einer edlen Königin. Unser Göttliches Sein liebt sie so sehr, dass Es in ihren Akten wirksam ist und strömt, um das zu tun, was sie tut.
Da nun unsere Bewegung kontinuierlich ist, bewegen Wir Uns und lieben sie, bewegen Wir Uns und umarmen sie. Unsere Bewegung bewegt sich und küsst sie, macht sie noch schöner und heiligt sie noch mehr.
In jeder Bewegung geben Wir ihr etwas von Uns, und in unserer eindringlichen Liebe erzählen Wir ihr über unser Höchstes Sein, geben ihr zu erkennen, wer Wir sind und wie sehr Wir sie lieben. Es kommt zu einer so starken Identifikation zwischen ihr und Uns – da unser Wille mit dem ihren eins ist – dass Wir sie in unserer göttlichen Bewegung wahrnehmen.
Indem sie sich das, was Uns gehört, zu eigen macht, liebt sie Uns mit unserer Liebe und schenkt Uns unser unzugängliches Licht, um Uns zu verherrlichen, unsere Heiligkeit, um Uns zu huldigen und Uns zu beteuern: ‚Heilig, heilig, dreimal heilig bist Du. Du schließt alles ein, Du bist alles.’
Wie schön ist es, die menschliche Begrenztheit in unserem Willen zu erblicken, die unser ganzes Göttliches Wesen in ihrer Macht hat, um es Uns zurückzugeben, Uns zu lieben und zu verherrlichen, wie Wir es wünschen und zu Recht verdienen!
In unserem Willen gleichen die Seiten einander an und verschwindet die Unähnlichkeit. Unsere Einheit vereint alles und alle und macht aus dem Akt von allen einen einzigen, der zum Akt aller wird.“
Nach diesen Worten begriff ich die Heiligkeit, Schönheit und Größe des Lebens im Göttlichen Willen und dachte mir: ‚Mir scheint das Leben in Ihm schwierig. Wie kann die Seele je soweit kommen?
Die menschlichen Schwächen, die oft zu leidvollen Lebensumstände und unerwarteten Begegnungen, die so zahlreichen Schwierigkeiten, dass man oft nicht einmal weiß, was man tun soll – wird all dies das arme Geschöpf nicht von einem so heiligen Leben ablenken, das von uns höchste Aufmerksamkeit erfordert?‘
Da nahm mein guter Jesus seine Rede wieder auf und fügte mit unaussprechlicher Zärtlichkeit hinzu, dass ich mein Herz brechen fühlte: „Kleine Tochter meines Willens, mein Interesse und mein ständiges Verlangen, dass die Seele in meinem Willen lebe, sind enorm groß: wenn Wir nämlich beide die Übereinkunft getroffen haben, und die Seele sich fest entschlossen hat, in meinem FIAT, d.h. in meinem Willen zu leben, dann bin Ich der Erste, der ein Opfer bringt, um die Absicht zu erreichen, dass sie in Ihm leben kann.
Ich stelle mich ihr zur Verfügung und verleihe ihr alle Gnaden, Licht, Liebe und Kenntnis meines eigenen Willens, sodass sie selbst das Bedürfnis verspüren möge, in Ihm zu leben. Wenn Ich etwas wünsche und sie bereitwillig zu tun akzeptiert, was Ich will, bin Ich es, der an alles denkt.
Und wenn sie dies[, was sie fest zu tun beschlossen hat], aus Schwäche oder wegen der Umstände nicht vollbringt – und nicht aus ihrem Willen heraus oder aus Nachlässigkeit – dann leiste Ich sogar Ersatz für sie und tue das, was sie tun sollte und gewähre ihr [den Verdienst für] das, was Ich getan habe, als hätte die Seele es getan.
Meine Tochter, das Leben in meinem Willen ist ein Leben, das [nur] Ich bilden kann, es ist keine Tugend. Das Leben braucht Bewegung, d.h. mein Handeln und kontinuierliche Akte [der Seele], sonst wäre es kein Leben mehr, sondern höchstens ein Werk, das keine kontinuierlichen Akte benötigt, aber es wäre kein Leben.
Wenn daher die Seele wegen unfreiwilliger Indisposition oder Schwäche nicht tut, was Ich will, dann breche Ich das Leben nicht ab, sondern erhalte seine Kontinuität. Und vielleicht ist es gerade in dieser Indisposition auch mein Wille, der diese ihre Schwächen zulässt. In solchen Fällen fließt daher der Wille der Seele bereits in meinem Willen.
Überdies schaue Ich vor allem auf die gemeinsam gemachte Übereinkunft, die feste Entscheidung, die getroffen wurde, und die von keiner gegenteiligen Entscheidung widerrufen wurde und leiste in Anerkennung dessen für die Seele weiterhin Ersatz in dem, was ihr fehlt. Ja, Ich verdopple sogar die Gnaden und umgebe sie mit neuer Liebe und neuen Kunstgriffen der Liebe, damit sie aufmerksamer wird.
Ich erwecke in ihrem Herzen das äußerste Bedürfnis nach dem Leben in meinem Willen, sodass sie sich, wenn sie ihre Schwäche fühlt, in die Arme meines Willens wirft und Ihn anfleht, sie so fest zu halten, dass sie in unaufhörlicher Einheit mit Ihm leben kann“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 5. September 1938)