Jesus und seine Mutter waren unzertrennlich…

Während ich betete und an jenen Moment dachte, als sich Jesus von seiner Heiligsten Mutter verabschiedete, um hinzugehen und seine Passion zu erleiden, sagte ich mir: „Wie ist es möglich, dass sich Jesus von seiner lieben Mutter trennen konnte und sie von Jesus?“ Und der gebenedeite Jesus sprach zu mir:
„Meine Tochter, sicher konnte es zwischen Mir und meiner süßen Mutter keine Trennung geben: die Trennung war nur scheinbar. Ich und sie, Wir waren miteinander verschmolzen, und die Verschmelzung war so groß und stark, dass Ich bei ihr verblieb, und sie mit Mir kam; so kann man sagen, dass es eine Art Bilokation war. Dies geschieht auch bei den Seelen, wenn sie wahrhaft mit Mir vereint sind, und wenn sie beim Gebet in ihre Seelen das Gebet als Leben eintreten lassen, so geschieht eine Art Verschmelzung oder Bilokation: wo immer Ich Mich befinde, trage Ich sie mit Mir, und Ich bleibe bei ihnen.
Meine Tochter, du kannst nicht begreifen, was meine geliebte Mama für Mich war. Als Ich auf die Erde kam, konnte Ich nicht ohne Himmel sein, und mein Himmel war meine Mutter. Zwischen Mir und ihr floss eine solche ‚Elektrizität‘, dass meiner Mutter auch nicht ein Gedanke entging, den sie nicht aus meinem Geist geschöpft hätte; und indem sie alles aus Mir schöpfte: das Wort, den Willen und das Verlangen, die Handlung und den Schritt, mit einem Wort, alles, bildete dies in jenem Himmel die Sonne, die Sterne, den Mond und alle möglichen Freuden, die Mir die Seele geben, und die sie selbst genießen kann. Ach, wie erfreute Ich Mich in diesem Himmel! Wie fühlte Ich Mich erquickt und für alles vergolten! Auch die Küsse, die meine Mutter Mir gab, schlossen für Mich den Kuss der ganzen Menschheit ein und erstatteten Mir den Kuss aller Geschöpfe zurück. Ich fühlte meine süße Mutter überall: Ich fühlte sie in meinem Atem, und wenn er beklommen war, erleichterte sie ihn Mir; Ich fühlte sie in meinem Herzen, und wenn es verbittert war, versüßte sie es Mir; im Schritt, und wenn er müde war, gab sie Mir Kraft und Rast. Und wer kann dir schildern, wie Ich sie in meiner Passion wahrnahm? Bei jedem Geißelhieb, bei jedem Dorn, bei jeder Wunde, bei jedem Tropfen meines Blutes, überall nahm Ich sie wahr, und sie handelte als wahre Mutter an Mir. Ach, wenn die Seelen Mir entsprechen und alle aus Mir schöpfen würden, wie viele Himmel und wie viele Mütter hätte Ich auf Erden!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 9. Mai 1913)