X. STATION
Jesus wird Seiner Kleider beraubt
Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich,
denn durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.
Geliebter Jesus, Du schenkst Deinem geliebten Geschöpf Dein Göttliches Herz und Deinen Göttlichen Willen. Du willst den Menschen auf vollkommenste Weise glücklich machen. Dazu hast Du ihn erschaffen, damit er an Deinem Glück, an Deine Herrlichkeit teilhabe. Du verherrlichst den Menschen, damit der Mensch Dich verherrliche.
„Jesus sagte: jetzt ist der Menschensohn verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.“ (Johannes 13, 31+32) Damit Dein Mensch Dich in rechter Weise zu verherrlichen vermag, und so Anteil an Deiner Herrlichkeit erhält, nimmst Du ihm sein menschliches Wollen. Dein Heiligster Wille, der Wille Gottes, „raubt“ dem menschlichen Willen sein Wollen, damit Dein Göttlicher Wille Zugang habe zum menschlichen, um über ihn zu regieren.
Es ist dies ein „Raub der Liebe“, damit der menschliche Wille zur Beute der Liebe werde. Doch muss sich Dein Mensch, Jesus, dies ausdrücklich von Dir ersehnen und erbitten. Indem der menschliche Wille sein ganzes Wollen auf Deinen Heiligen Willen richtet, entblösst Du das gefallene menschliche Sein vom Gewand des Todes, um es mit dem Neuen Gewand, dem Gewand des Lebendigen, des Einzigen und Wahren zu bekleiden, der Du Selbst bist. Du willst Deinen Menschen mit Ewigem Leben, mit dem Göttlichen Leben bekleiden, damit Dein geliebtes Geschöpf ist, wie Du bist, ohne Gott zu sein.
Jesus, für jene, die Gott lieben gereicht alles zum Besten. „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt.“ (Römer 8, 28) Ich will Dir uneingeschränkt vertrauen, im Wissen und Glauben, dass alles in meinem Leben von Dir kommt und gefügt ist, damit die Menschen Dir die Rechte über ihr Leben ganz und vollständig zurückschenken.
Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Maria, Gottesmutter und Jungfrau,
drück‘ die Wunden,
die dein Sohn am Kreuz empfunden,
tief in meine Seele ein.
