1In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. 2Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. 3Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
11Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. 12Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
13Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. 14Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
15Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. 16Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
17Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. 18Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
19Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. 20Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
21Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. 22Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
23Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. 24Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
25Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. 26Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
27Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. 28Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
29Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. 30Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
31Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. 32Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

„Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht“ (Lc 15, 14)

Ich setze meine gewohnte Hingabe an das Göttliche FIAT fort. Während ich seinen Akten folgte, sah ich eine Menge Leute, die alle von kleiner Gestalt waren – schlecht ernährt, kränklich, rachitisch und einige mit Wunden.
In dieser Menge konnte man weder kindliche Frische, noch die Schönheit jugendlichen Alters, noch die Würde des reifen Menschen entdecken. Sie erschienen wie eine Ansammlung von Leuten ohne Ordnung, nicht gut genährt, ausgehungert, und wenn sie aßen, wurden sie nie satt.
Wie viel Mitleid erregte diese große Menge, welche fast die ganze Welt zu sein schien! Ich wusste nicht, wer sie waren, noch die Bedeutung ihres Wesens – dass niemand von ihnen zur rechten Statur herangewachsen war. Da trat mein geliebter Jesus seufzend aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir:
“Meine Tochter, welch unglückliche Menschenmenge! Diese sind nichts anderes als jene vielen, die das väterliche Erbe verlassen haben, das ihnen ihr Himmlischer Vater gegeben hat.
Arme Kinder, ohne väterliches Erbe! Sie besitzen weder ihre Ländereien, wo sie sicher leben könnten, noch haben sie genug Nahrung, um sich zu ernähren, und sind genötigt, von Diebstahl und Raub und von substanzlosen Speisen zu leben.
Daher ist es für sie recht schwierig, zur rechten Gestalt heranzuwachsen, da ihre Glieder nicht kräftig genug sind, um sich zu entwickeln. So sind sie rachitisch, schwach, am Verhungern, ohne je satt zu werden.
Alles, was sie zu sich nehmen, ist ihrem Wachstum nicht zuträglich, da es keine passenden und ihnen zugedachten Speisen sind, und auch nicht zu ihrem Erbe gehören.
Meine Tochter, das Erbe, das mein Himmlischer Vater diesen Menschen gegeben hatte, war mein Göttlicher Wille. In Ihm sollten sie [adäquate] Speise finden, um zur rechten Gestalt heranzuwachsen, balsamische Luft, um gesund und stark zu werden, und die ihrem Gesicht eine kindliche Frische, die Schönheit des Jugendalters und die Würde eines reifen Menschen einprägen sollte.
Nichts Gutes gab es in diesem Erbe, worüber der Mensch nicht Besitzer sein sollte. Er sollte alle Güter, die er wollte, zu seiner Verfügung haben, in der Seele und im Leib.
Als der Mensch das Erbe meines Göttlichen Willens verließ, fand er die Dinge nicht mehr zu seiner Verfügung und war nicht mehr Herr, sondern Diener und gezwungen, von Mühsalen zu leben. Wie kann er dann zur rechten Gestalt heranwachsen?
Deshalb erwarte Ich mit so viel Liebe die vielen, die in unserem Erbe des Göttlichen FIAT leben sollen. Dieses Erbe wird Uns schöne Menschen mit richtigen Proportionen heranbilden, schön und frisch, die sich mit nahrhaften Speisen ernähren, sodass sie stark und voll entwickelt sein werden und den ganzen Ruhm unseres schöpferischen Werkes ausmachen.
Unser Kummer ist groß, wenn Wir diese unglückliche und entstellte Schar ansehen, und voll Schmerz wiederholen Wir: ‘Ach, unser Werk kam nicht schwach aus unseren Händen hervor, ohne Schönheit und Frische, sondern sein bloßer Anblick erfüllte Uns mit Liebe, ja entzückte Uns, so schön war es.’
Bei diesen Worten schwillt unsere Liebe an, möchte nach außen überfließen und unseren Göttlichen Willen auf den Weg senden, damit Er unter den Geschöpfen herrsche und unser Werk so schön und graziös wiederherstelle, wie es aus unseren Schöpferhänden hervorging.” … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 6. Januar 1929)

„Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn“ (Lk 15,20)

… „Mut, meine Tochter! Dein Jesus leidet auch und die Leiden, die Mich am meisten schmerzen, sind die inneren Leiden, die Mich Blut und Flammen verströmen lassen. Doch mein größtes Leiden ist das ständige Warten.
Meine Blicke sind stets auf die Seelen gerichtet, und wenn Ich eine Seele in Sünde gefallen sehe, warte Ich ständig auf ihre Rückkehr zu meinem Herzen, um ihr zu vergeben. Wenn Ich sie nicht kommen sehe, warte Ich mit der Vergebung in meinen Händen.
Dieses Warten lässt mein Leiden wiederaufleben und stellt für Mich eine solche Qual dar, dass Blut und Flammen aus meinem durchbohrten Herzen hervor strömen. Die Stunden und Tage, die Ich warte, scheinen Mir wie Jahre zu sein. O, wie hart ist dieses Warten für Mich!
Gehen Wir weiter: Meine Liebe liebt den Menschen so sehr, dass Ich, wenn Ich ihn ins Dasein rufe, die Zahl der Akte festlege, die er aus Liebe zu Mir tun, wie viele Gebete und gute Werke er verrichten soll.
Dies deshalb, um ihm das Recht zu geben, dass Ich ihn stets liebe und ihm die Gnaden und Hilfen zum Gutestun gewähren möge. Doch die Menschen bedienen sich ihrer, um Mich leidvoll warten zu lassen. O, wie lange warte Ich von einem Liebesakt zum nächsten, wenn sie Mir überhaupt einen [Liebesakt] schenken!
Wie behäbig sind sie im Tun des Guten, im Gebet, wenn sie es überhaupt tun! Ich warte immer wieder darauf; Ich fühle meine ruhelose Liebe, die Mich sehnsüchtig schmachten lässt, und die für Mich ein so großes innerliches Leiden darstellt, dass Ich, wenn Ich dem Tod unterworfen wäre, ebenso oft gestorben wäre, wie Ich von den Seelen nicht geliebt werde.
Dann ist da das lange Warten im Sakrament meiner Liebe. Ich erwarte alle und zähle sogar die Minuten [,bis sie kommen], aber leider warte Ich auf viele von ihnen vergebens. Andere kommen mit eisiger Kälte, die Mir das größte und härteste Martyrium meines Wartens bereiten.
Wenige sind jene, wo Wir Uns gegenseitig erwarten: nur in diesen fühle Ich Mich erquickt, wie heimgekehrt in ihre Herzen, wo Ich meine Liebe ausgieße und eine Linderung für das harte Martyrium meines ständigen Wartens finde.
Manchen scheint dieses Leiden nichts zu sein, dabei ist es das Höchstmaß und stellt das härteste Martyrium dar. Du kannst es selbst beschreiben, wie viel es dich kostet, auf Mich zu warten, sodass du, wenn Ich dem nicht ein Ende bereiten und dich unterstützen würde, nicht fähig gewesen wärest, es auszuhalten.
Sodann gibt es eine weitere, noch leidvollere Erwartung: die Sehnsucht, der brennende Wunsch, das lange Warten auf das Reich meines Göttlichen Willens. Seit etwa sechstausend Jahren warte Ich auf die Rückkehr des Menschen in dieses Reich.
Ich liebe ihn so sehr, dass Ich wünsche und danach verlange, ihn glücklich zu sehen, doch dazu müssen Wir mit einem einzigen Willen leben: so ist jeder, meinem Willen entgegengesetzte Akt ein Nagel, der Mich durchbohrt.
Doch weißt du, warum? Weil es den Menschen unglücklicher und ihn Mir unähnlicher macht; und wenn Ich Mich selbst im unermesslichen Ozean meiner Glückseligkeit, meine Kinder aber unglücklich sehe – o wie leide Ich da!
Während Ich warte und warte, umgebe und überhäufe Ich sie mit Gnaden und Licht, auf eine Weise, dass sie sich selbst beeilen mögen, ihr Leben gemeinsam mit Mir zu führen, und mit einem einzigen Willen. Das wird ihr Los verändern: Wir werden die Güter gemeinsam besitzen und ein endloses Glück teilen.
Die anderen Leiden erlauben Mir manche Ruhepausen, doch der Schmerz des Wartens hört für Mich nie auf, er hält Mich immer auf dem Wachposten, lässt Mich maßlose Erfindungen anwenden und Erfindungen der Liebe machen, dass Himmel und Erde staunen.
Er lässt Mich so weit gehen, dass Ich den Menschen bitte und anbettle, Mich doch nicht länger warten zu lassen, weil Ich nicht mehr kann und Mich dies zu sehr belastet.
Daher, meine Tochter, vereinige dich mit Mir, um das Reich meines Willens zu erwarten und [vereinige dich] mit all dem langen Warten, das die Menschen Mir auferlegen.
So sind Wir wenigstens zu zweit, und deine Gesellschaft wird Mir in einem so harten Leid eine Erholung bereiten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 21. Juli 1935)

„Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an…“ (Lk 15, 22)

… „Meine Tochter, willst du wissen, warum man Mich entkleidete, als Ich gegeißelt wurde? In jedem Geheimnis meiner Passion kümmerte Ich Mich zuerst darum, wie Ich den Bruch zwischen dem menschlichen und dem Göttlichen Willen ausbessern könne, und dann erst um die Beleidigungen, welche dieser Bruch hervorgebracht hat.
Als der Mensch im Garten Eden die Bande der Einheit zwischen dem Höchsten Willen und dem seinen zerriss, beraubte er sich der königlichen Kleider meines Willens und kleidete sich in die elenden Lumpen seines eigenen, der schwach, unbeständig und unfähig zum Gutestun war.
Mein Wille war ein süßer Zauber für Adam, der ihn in einem ganz reinen Licht eingetaucht hielt und ihn nichts anderes kennen ließ als seinen Gott, von Dem er ausgegangen war, Der ihm nichts anderes schenkte als Wonnen ohne Zahl.
Und er war so ganz davon in Anspruch genommen, welch große Schätze sein Gott ihm gab, dass er keinen Gedanken an sich selbst hatte. O wie glücklich war der Mensch, und wie freute sich die Gottheit, ihm so viele Vollkommenheiten ihres Wesens mitzuteilen, wie viel ein Geschöpf nur aufnehmen kann, um es sich ähnlich zu machen!“
Kaum hatte Adam die Verbindung mit unserem Willen gebrochen, verlor er das königliche Gewand, den Zauber, das Licht und die Seligkeit.
Er betrachtete sich selbst ohne das Licht meines Willens, und als er sich ohne den Zauber, der ihn gefesselt hatte, betrachtete, erkannte er sich [, und wie unfähig er ohne mein Licht war], er schämte sich und verspürte Angst vor Gott, sodass sogar seine eigene Natur die traurigen Wirkungen davon empfand: er fühlte die Kälte und Nacktheit und spürte das lebhafte Bedürfnis, sich zu bedecken.
Wie unser Wille ihn im Hafen unermesslicher Wonnen bewahrte, so versetzte ihn sein eigener Wille in den Hafen des Elends. Unser Wille war alles für den Menschen, und in Ihm fand er alles.
Es war gerecht, dass er, da er aus Uns hervorgegangen war und als unser geliebter Sohn in unserem Willen lebte, von dem Unsrigen lebte, und dieser unser Wille sollte für alles aufkommen, was er benötigte.
Als er nun in seinem eigenen Willen leben wollte, hatte er alles nötig, denn der menschliche Wille hat nicht die Macht, für alle Bedürfnisse aufzukommen, noch beinhaltet er die Quelle des Guten in sich; so war er gezwungen, sich die zum Leben notwendigen Dinge mühsam zu verschaffen. Siehst du also, was es bedeutet, nicht mit meinem Willen vereint zu sein?
O, wenn alle das wüssten, hätten sie nur diese eine Sehn-sucht, dass mein Wille komme und auf der Erde herrsche! So hätte, wenn Adam sich nicht vom Göttlichen Willen zurückgezogen hätte, auch seine Natur keine [materiellen] Kleider gebraucht, und er hätte sich nicht seiner Nacktheit geschämt, noch wäre er dem Leiden wegen der Kälte, der Hitze, des Hungers oder der Schwäche unterworfen gewesen.
Doch diese natürlichen Dinge waren [im Vergleich dazu] beinahe nichts, sie waren vielmehr Symbol des großen Gutes, das seine Seele verloren hatte. Nun, meine Tochter, bevor Ich zur Geißelung an die Säule gebunden wurde, wollte Ich entkleidet werden, um die Nacktheit des Menschen zu erleiden und sie wieder gutzumachen, als er sich des königlichen Gewandes meines Willens entkleidete.
Ich fühlte in Mir eine so große Beschämung und Pein, als Ich Mich inmitten von Feinden, die Mich verspotteten, so entblößt sah, dass Ich über die Nacktheit des Menschen weinte und meinem Himmlischen Vater meine Blöße aufopferte, damit der Mensch von neuem mit dem Königsgewand meines Willens bekleidet werde.
Und damit Mir dies nicht verweigert werde, opferte Ich als Preis dafür mein Blut, mein in Stücken herausgerissenes Fleisch auf, und ließ Mich nicht nur der Kleider entblößen, sondern auch meiner Haut, um den Preis zahlen zu können und für das Verbrechen dieser Nacktheit des Menschen Genugtuung zu leisten.
Ich vergoss so viel Blut in diesem Geheimnis, wie in keinem anderen, sodass es ausreichte, um den Menschen wie mit einem zweiten Gewand, einem Gewand aus Blut zu bekleiden, um ihn von neuem zu bedecken und ihn dadurch zu wärmen, rein zu waschen und ihn zu disponieren, das königliche Gewand meines Willens zu empfangen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 14. Januar 1924)

„Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden“ (Lk 15,24)

… “Meine Tochter, es ist unser Wille, dass das Geschöpf wieder in unseren Schoß und in unsere Schöpferarme aufsteige, damit Wir ihm von neuem unseren ständigen Hauch mitteilen, und ihm in diesem Hauch den Strom schenken, der alle Güter, Freuden und Wonnen erzeugt.
Doch damit Wir dem Menschen diesen Hauch geben können, muss er in unserem Willen leben, denn nur in Ihm kann er ihn empfangen und ihn Uns geben. Unser Fiat hat die Eigenschaft, dass Es das Geschöpf unzertrennlich von Uns macht – und was Wir von Natur aus tun und sind, das kann es durch Gnade tun.
Bei der Erschaffung des Menschen stellten Wir ihn nicht in eine Entfernung von Uns. Vielmehr gaben Wir ihm, damit er mit Uns zusammen sei, unseren eigenen Göttlichen Willen, der ihm den ersten Akt geben sollte, damit er gemeinsam mit seinem Schöpfer handle.
Das war der Grund, warum unsere Liebe, Macht und Schönheit, unser Licht und unsere Freuden alle zugleich hervorquollen, aus unserem Göttlichen Sein überflossen, und jenem den Tisch deckten, den Wir mit so großer Liebe mit unseren Schöpferhänden geformt und mit unserem eigenen Hauch gezeugt hatten.
Wir wollten Uns an unserem Werk erfreuen, ihn glücklich sehen mit unserem eigenen Glück, schön mit unserer Schönheit, reich an unserem Reichtum. Umso mehr, da es unser Wille war, dem Geschöpf nahe zu bleiben, gemeinsam zu wirken und Uns gemeinsam mit ihm zu unterhalten.
Spiele kann man nicht aus einer Entfernung spielen, sondern in der Nähe. Deshalb war das einzige Mittel, das sich zwangsläufig aus der Erschaffung heraus ergab und um unser Werk und die Zielsetzung zu wahren, für die Wir es erschaffen haben, dass Wir den Menschen mit dem Göttlichen Willen ausstatteten.
Dieser sollte ihn genauso bewahren, wie er aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen ist, und der Mensch würde sich all unserer Güter erfreuen, und Wir könnten Uns an seinem Glück freuen.
Daher gibt es – damit der Mensch an seinen Ehrenplatz zurückkehre und abermals zusammen mit seinem Schöpfer wirke, und Sie sich gegenseitig unterhalten – keine anderen Mittel als seinen Wiedereintritt in unser Fiat.
Dieses Fiat soll den Menschen triumphierend in unsere Arme legen, die ihn schon erwarten, um ihn eng an unsere göttliche Brust zu drücken und ihm zu beteuern: ‘Endlich bist du nach sechstausend Jahren zurückgekehrt!
Du bist umhergeirrt, hast alle Übel durchgemacht – weil es nichts Gutes ohne unser Fiat gibt – , du hast genug Erfahrungen gesammelt und am eigenen Leib verspürt, was es heißt, aus Ihm herauszugehen. So tritt niemals mehr aus Ihm heraus – und nun komm und ruhe dich aus und freue dich an dem, was dir gehört, denn in unserem Willen wurde dir alles gegeben.’
Sei daher achtsam, meine Tochter. Wir werden dir alles geben, wenn du stets in unserem Fiat lebst. Unser Atem wird seine Wonne darin finden, immer über dir zu hauchen, um unsere Freuden, unser Licht und unsere Heiligkeit in dich überfließen zu lassen.
Er wird dir auch die Gesinnung unserer Werke mitteilen, damit Wir die kleine Tochter, die aus unserem Göttlichen Willen neu generiert wurde, immer zusammen mit Uns behalten können.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 4. Juni 1919)

„Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden“ (Lk 15, 32)

… “Meine Tochter, in der Schöpfung war es mein Göttlicher Wille, der sein [freies] Handlungsfeld hatte. Und obwohl unsere Gottheit mitwirkte, da Wir unzertrennlich sind von Ihm, war doch der erste Akt, die Handlung ganz von unserem Willen [gewirkt].
Er sprach und wirkte; Er sprach und ordnete. Wir waren Zuseher dessen, was unser Höchster Wille mit solcher Meisterhaftigkeit, Ordnung und Harmonie tat, dass Wir Uns auf würdige Weise verherrlicht und von unserem eigenen Willen doppelt beglückt fühlten.
Da die Schöpfung sein Werk ist, liegen die ganze Kraft der Schöpfung und alle Güter, mit denen sie bereichert wurde, in meinem Höchsten Willen. Er ist das primäre Leben von allem.
Daher liebt Er die Schöpfung so sehr, da Er sein eigenes Leben in allen geschaffenen Dingen verspürt und fließen fühlt, sodass Er bei der Erschaffung des Menschen seine Macht, Liebe und Meisterhaftigkeit noch mehr entfalten und im Menschen die ganze Kunst der gesamten Schöpfung einschließen wollte. Und nicht nur das, sondern Er wollte sie noch übertreffen, indem Er dem Menschen solche Pinselstriche Göttlicher Kunst verlieh, dass Er aus ihm den kleinen Gott machte.
Indem Er Sich in und außerhalb von ihm, links und rechts, über seinem Haupt und unter seinen Füßen ausbreitete, trug Ich ihn in meinem Göttlichen Willen als Erguss unserer Liebe, und als Triumphator und Bewunderer seiner unübertrefflichen Meisterhaftigkeit.
Darum hatte mein Göttlicher Wille ein Recht darauf, dass der Mensch nur und stets vom Göttlichen Willen lebe. Was hatte Er nicht alles für ihn getan? Er rief ihn aus dem Nichts, formte ihn, gab ihm das Sein, und verlieh ihm doppeltes Leben – das menschliche Leben und jenes meines Göttlichen Willens, um ihn immer fest in seinen schöpferischen Armen zu halten und ihn schön, frisch und glücklich zu bewahren, wie Er ihn geschaffen hatte.
Als daher der Mensch sündigte, fühlte mein FIAT, wie Ihm dieses Leben, das Es in seinem eigenen Schoß trug, entrissen wurde: wie groß war nicht sein Schmerz!
Mein Wille blieb zurück mit dem leeren Platz in seinem Schoß, der von seinem Sohn stammte, für den Er mit so viel Liebe in seinem eigenen Leben einen weiträumigen Platz bereitet hatte, um ihn sicher und glücklich zu bewahren.
Glaubst du etwa, dass es bei der Erlösung nicht mein Göttlicher Wille war, Der Fleisch annahm, damit Er komme und den verlorenen Menschen wiederfinde?
Gerade Er war es, denn “Verbum” bedeutet “Wort”, und unser Wort ist das FIAT, und wie mein Wille in der Schöpfung [dieses Fiat] aussprach und schuf, so wollte Er bei der Erlösung [FIAT aussprechen und] Fleisch annehmen.
Es war sein leerer Schoß, Der diesen Sohn zurückrief, der sich mit solcher Grausamkeit losgerissen hatte. Und was tat dieser mein Wille nicht alles in der Erlösung?
Doch war Er noch nicht mit dem zufrieden, was Er tat, sondern Er möchte seinen Schoß füllen. Er will den Menschen nicht mehr durch Sünde und Unähnlichkeit mit Ihm entstellt sehen, sondern geziert mit den Insignien der Schöpfung, geschmückt mit seiner Schönheit und Heiligkeit – wie er noch einmal den Platz in seinem Göttlichen Schoß einnimmt.
Das „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“ bedeutet genau dies, dass der Mensch in meinen Göttlichen Willen zurückkehrt.
Erst dann wird mein Wille Ruhe finden, wenn Er seinen Sohn wieder glücklich in seinem Haus mit der Überfülle seiner Güter leben sieht und sagen kann: „Mein Sohn ist zurückgekehrt, er ist mit seinen königlichen Gewändern bekleidet, trägt die Königskrone, lebt zusammen mit Mir, und Ich habe seine, ihm bei der Erschaffung verliehenen Rechte wiederhergestellt.
So hat die Unordnung in der Schöpfung ein Ende, da der Mensch in meinen Göttlichen Willen zurückgekehrt ist.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 22. März 1929)