Samstag der 25. Woche im Jahreskreis (Lk 9,43b-45)
43bIn jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: 44Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden.
45Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.
„Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden“ (Lk 9,44)
Diesen Morgen fühlte ich mich ganz in Bitterkeit und erblickte mich immer noch so schlecht, dass ich fast nicht wagte, auf die Suche nach meinem höchsten und einzigen Gut zu gehen. Doch der Herr ließ sich, nicht auf meine Armseligkeiten schauend, trotzdem herab zu kommen und sprach zu mir:
„Meine Tochter, bin Ich es, den du willst? Gut denn, Ich bin gekommen, dich zu erfreuen – lass uns zusammen sein, doch bleiben Wir im Schweigen.“
Nachdem Er eine Weile geblieben war, brachte Er mich aus mir heraus, und ich sah, dass die Kirche den Palmsonntag feierte; Jesus unterbrach sein Schweigen und sagte:
„Wie viel Wankelmut, wie viel Unbeständigkeit! Wie sie heute „Hosanna!“ gerufen und Mich als ihren König ausgerufen haben, schrien sie am anderen Tag „Kreuzigt Ihn! Kreuzigt Ihn!“ Meine Tochter, was Mir am meisten missfällt, ist Unbeständigkeit und Wankelmut, denn das ist das Zeichen, dass die Wahrheit nicht Besitz von diesen Seelen ergriffen hat.
Es mag auch sein, dass die Seele sogar in Dingen der Religion ihre Befriedigung, ihre eigene Annehmlichkeit und Interesse findet, oder weil sie gerade in jener Partei ist; doch morgen können diese Dinge fehlen, und sie befindet sich dann möglicherweise bei anderen Parteien – so siehst du, wie sie von der Religion abweichen und sich ohne Bedauern den Sekten hingeben.
In der Tat, wenn das wahrhaftige Licht der Wahrheit in eine Seele eintritt und Besitz von einem Herzen ergreift, ist sie der Unbeständigkeit nicht unterworfen, sondern opfert alles aus Liebe zu ihr und um sich alleine von ihr beherrschen zu lassen und verachtet mit unbesiegtem Herzen alles andere, das nicht zur Wahrheit gehört.“
Während Er so redete, weinte Er über den Zustand der jetzigen Generation, die schlechter als seinerzeit und dem Wankelmut unterworfen ist, je nachdem, woher der Wind weht. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 31. März 1901)
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… Später begann ich die Anbetung meines gekreuzigten Jesus zu halten, und vor meinem Geist zog eine lange Reihe von bewaffneten Soldaten vorüber, die nicht aufhörte. Ich hätte lieber an meinen gekreuzigten Jesus denken wollen, als Soldaten zu sehen, doch gegen meinen Willen war ich gezwungen, diese zu allem gerüsteten Soldaten zu sehen.
So bat ich meinen süßen Jesus, diesen Anblick von mir zu nehmen, damit ich frei mit Ihm sein könne. Und Jesus sagte ganz betrübt zu mir: „Meine Tochter, je mehr die Welt scheinbar im Frieden ist und den Frieden besingt, umso mehr verbergen sie unter diesem flüchtigen und maskierten Frieden Kriege, Revolutionen und tragische Szenen für die arme Menschheit.
Je mehr sie meine Kirche zu begünstigen scheinen und die Siege und Triumphe und Akte der Einheit zwischen Staat und Kirche preisen, umso näher ist der Streit, den sie gegen sie vorbereiten.
So war es bei Mir: solang sie Mich zum König ausriefen und im Triumph empfingen, konnte Ich unter den Menschen leben, doch nach meinem triumphalen Eintritt in Jerusalem ließen sie Mich nicht länger leben und schrien nach wenigen Tagen: „Crucifige! Kreuzige Ihn!“, erhoben alle Waffen gegen Mich und töteten Mich.
Wenn die Dinge nicht von einem Grund der Wahrheit hervorgehen, haben sie nicht die Kraft, lange zu herrschen, denn da die Wahrheit fehlt, fehlt die Liebe und das Leben, das sie aufrecht hält. Somit kann das, was sie verbargen, leicht aufgedeckt werden, und sie verwandeln den Frieden in Krieg, die Begünstigungen in Racheakte.
O wie viele unvorhergesehene Dinge bereiten sie vor!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 24. Januar 1926)
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Aber, mein süßes Gut, welch ergreifende Szene bietet sich dem Auge dar! Der Erste, der sich zeigt, ist der treulose Judas. Er nähert sich dir, umarmt dich, grüßt und küsst dich.
Du, Fleisch gewordene Liebe, hältst es nicht für unter deiner Würde, dich von diesen teuflischen Lippen küssen zu lassen. Du umarmst ihn sogar, drückst ihn ans Herz, willst ihn der Hölle entreißen, indem du ihm ein neues Zeichen deiner Liebe gibst.
Wie ist es nur möglich, dich, Jesus, nicht zu lieben! Die Zärtlichkeit deiner Liebe ist so groß, dass sie mit Macht jedes Herz anziehen sollte, dich auch zu lieben.
Und trotzdem wirst du nicht geliebt! Indem du dich von Judas küssen lässt, sühnst du den Verrat, die Verstellung, den Betrug unter der Maske der Freundschaft und Heiligkeit besonders jener Seelen, die dir geweiht sind.
Da erflehst du Verzeihung für jeden Sünder, der wahre Reue hat und in Demut zu deinem Herzen seine Zuflucht nimmt. Jesus, mein süßes Gut! Ich werde dir zur Seite sein und dich verteidigen. Ich werde deine Lehren entgegennehmen und alle deine Worte, eines nach dem anderen, beachten…
… Jesus übergibt sich bereitwillig den Händen seiner Feinde, weil er darin den Willen seines Vaters erblickt. Wenn wir von den Geschöpfen enttäuscht und verraten werden, sind auch wir dann sofort bereit zu verzeihen, wie Jesus verziehen hat?
Nehmen auch wir alles Böse, das uns von den Menschen zukommt, als etwas an, das von der Hand Gottes kommt? Sind wir bereit, unverzüglich das zu tun, was Jesus von uns verlangt?
Können wir sagen, dass in Kreuzen und Trübsalen unsere Geduld der Geduld Jesu nahe kommt? In Banden geschlagener Jesus! Deine Ketten mögen mein Herz fesseln und festhalten, dass ich stets bereit sei, das zu leiden, was du willst. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr: Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane)
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… Gestatte, Jesus, dass ich aus deinem Herzen heraustrete und an deiner Stelle diese Beschimpfungen über mich ergehen lasse. Ach, wenn es mir möglich wäre, möchte ich dich den Händen deiner Feinde entreißen.
Allein du willst es nicht. So fordert es das Heil der Menschheit, und ich bin gezwungen, mich zu fügen. So will ich mich in deinem Herzen verschlossen halten.
Ich sehe, Kaiphas zieht sich zurück und überlässt dich den Händen der Schergen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 3 bis 4 Uhr: Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt)
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… Indem Pilatus dich so übel zugerichtet sieht, erschaudert er und ruft ergriffen aus: „Ist es möglich, dass sich im menschlichen Herzen eine solche Grausamkeit findet?
Wahrhaftig, als ich den Angeklagten zur Geißelung verurteilte, war es nicht mein Wille, dass er so behandelt werde.“ Ganz benommen und außerstande, dein schmerzerfülltes Angesicht länger anzuschauen, wendet er den Blick von dir ab. Um mehr überzeugende Gründe finden zu können, dich aus den Händen deiner Feinde zu befreien, stellt er ein neues Verhör mit dir an.
„Sag mir, was hast du getan? Dein Volk hat dich in meine Hand gegeben. Bist du wirklich ein König? Und welches ist dein Reich?“ Auf diese drängenden Fragen des Pilatus antwortest du nicht, mein Jesus.
Ganz in dich gekehrt, denkst du nur daran, meine arme Seele um den Preis so vieler Leiden zu retten. Da Pilatus keine Antwort erhält, fügt er hinzu: „Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizugeben oder dich zu verurteilen?“
Und du, meine Liebe, der du im Geiste des Pilatus das Licht der Wahrheit aufleuchten lassen willst, gibst zur Antwort: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre.
Jedoch begehen die, welche mich in deine Hände geben, eine größere Sünde.“ (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 9 bis 10 Uhr: Jesus mit Dornen gekrönt, verspottet und verhöhnt. Ecce homo! Von Pilatus zum Tode verurteilt)
„Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen“ (Lk 9, 45)
… „Tochter meines Willens, komm, um an den ersten Toden und an den Leiden teilzunehmen, die meine kleine Menschheit von meiner Gottheit im Akt meiner Empfängnis erlitt.
Wie Ich empfangen wurde, empfing Ich zusammen mit Mir alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Seelen, wie mein eigenes Leben; Ich empfing zugleich die Leiden und die Tode, die Ich für jeden einzelnen erleiden sollte; Ich musste alles in Mich einverleiben, die Seelen, die Leiden und Tode, die jeder erleiden sollte, um zum Vater zu sagen:
„Mein Vater, Du wirst nicht mehr die Geschöpfe ansehen, sondern nur Mich, und in Mir wirst Du alle finden, und Ich werde für alle genugtun. Wie viele Leiden Du auch willst, Ich werde sie Dir geben; willst Du, dass Ich für jeden einen Tod erleide?
Ich werde Mich ihm unterziehen, Ich nehme alles an, wenn Du nur allen das Leben schenkst“. Siehe, deshalb brauchte es eine göttliche Macht und einen Göttlichen Willen, um Mich so viele Tode und Schmerzen erleiden zu lassen, und eine göttliche Macht und einen Göttlichen Willen, damit Ich leiden könne.
Und da in meinem Willen alle Seelen und alle Dinge im Akt sind, nicht in abstrakter Weise oder der Absicht nach, wie jemand denken könnte, sondern in Wirklichkeit, so hatte Ich in Mir alle mit Mir vereint, und sie bildeten mein eigenes Leben. In Wirklichkeit starb ich für jeden einzelnen und erlitt die Schmerzen aller.
Es ist wahr, dass ein Wunder meiner Allmacht dabei mitwirkte, das Wunder meines unermesslichen Willens: denn ohne meinen Willen hätte meine Menschheit nicht alle Seelen finden und umfassen können, noch hätte sie so oft sterben können.
Als meine kleine Menschheit also empfangen wurde, begann Ich abwechselnd die verschiedenen Leiden und Tode zu erleiden, und alle Seelen schwammen in Mir drinnen, wie in einem überaus großen Meer, sie bildeten die Glieder meiner Glieder, das Blut meines Blutes, das Herz meines Herzens.
Wie oft fühlte meine Mutter, die den ersten Platz in meiner Menschheit einnahm, meine Schmerzen und meine Tode und starb ihn gemeinsam mit Mir!
Wie süß war es für mich, in der Liebe meiner Mutter das Echo der meinen zu finden! Dies sind tiefe Geheimnisse, wo der menschliche Intellekt, der dies nicht gut begreift, sich zu verirren scheint.
Komm deshalb in meinen Willen, und nimm Teil an den Toden und den Schmerzen, die Ich erlitt, sobald sich meine Empfängnis vollzogen hatte; daraus wirst du besser verstehen können, was Ich dir sage.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 18. März 1919)
