1. ADVENTSSONNTAG – C (Lk 21, 25-28.34-36)
25Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. 26Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
27Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. 28Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
34Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, 35so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
36Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.
„Denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden“ (Lk 21,26)
Die Beraubungen meines süßen Jesus werden immer länger. O wie lässt Er mich nach seiner Rückkehr schmachten! Wie scheinen die Stunden und Tage Jahrhunderte zu sein ohne Ihn, doch Jahrhunderte der Nacht, nicht des Tages! Nun, während ich voll Sehnsucht auf seine Rückkehr wartete, trat Er wie ein aufflammender Blitz aus meinem Inneren hervor, drückte mich an sich und sagte zu mir:
„Meine Tochter, der Mensch wurde von Gott mit drei Kräften erschaffen, mit Gedächtnis, Verstand und Willen, und zwar damit er in Verbindung mit den Göttlichen Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit bleiben könne. Diese waren wie Wege, um zu Gott aufzusteigen, wie Türen, um einzutreten, wie Zimmer, um [darin] seinen ständigen Aufenthalt zu bilden, das Geschöpf zu Gott hin, Gott zum Geschöpf.
Diese sind die königlichen Wege für den einen wie den anderen, die goldenen Pforten, welche Gott auf dem Grund der Seele niederlegte, damit die Höchste Herrschaft der Göttlichen Majestät eintreten könne, das sichere und unerschütterliche Gemach, wo Gott seinen himmlischen Aufenthalt nehmen solle.
Nun, um sein Reich im Inneren der Seele bilden zu können, möchte mein Wille diese drei Kräfte, die dem Geschöpf gegeben sind, um es zur Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer zu erheben, in der Ordnung des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vorfinden.
Mein Wille würde seine Besitztümer nicht verlassen, wenn diese drei Kräfte der Seele in der Ordnung Gottes wären, und Er würde glücklich und wie natürlich herrschen, denn indem sie in der Ordnung Gottes blieben, würden diese drei Kräfte die Ordnung in sich selbst und außerhalb von sich selbst bewahren; das Reich des Willens Gottes und jenes des Geschöpfes wären kein geteiltes Reich, sondern ein einziges, und somit wären ihre Herrschaft und ihre Regierung eine einzige.
Umso mehr, als mein Wille nicht regieren kann, wo keine Ordnung und Harmonie herrschen – diese untrennbaren Eigenschaften und unerlässlichen Merkmale der Göttlichen Personen. Und die Seele kann nie geordnet sein und mit ihrem Schöpfer harmonieren, wenn sie nicht ihre drei Kräfte geöffnet hält, um von Gott seine geordneten Eigenschaften und harmonischen Wesensmerkmale zu empfangen, sodass mein Wille, wenn Er die göttlichen Harmonien und die höchste Ordnung des göttlichen und menschlichen Reiches vorfindet, daraus ein einziges bildet und darin mit seiner vollen Herrschaft regiert.
Ach, meine Tochter, welche Unordnung herrscht in den drei Kräften der menschlichen Seele! Man kann sagen, dass sie Uns die „Tür vor der Nase“ zugeschlagen und die Wege versperrt haben, um unseren Schritt zu hindern und die Kommunikation mit Uns zu unterbrechen, während es das größte Geschenk war, das Wir ihnen machten, als Wir sie schufen.
Diese drei Kräfte sollten dazu dienen, Den zu verstehen, der die Menschen erschaffen hat, damit die Seele zur Ähnlichkeit mit Ihm heranwachse, und – indem ihr Wille in den ihres Schöpfers eingeschmolzen ist, Ihm das Recht gebe, Ihn herrschen zu lassen.
Deshalb kann der Höchste Wille nicht in der Seele herrschen, wenn diese drei Kräfte – Verstand, Gedächtnis und Wille – sich nicht vereinen, um zu der Bestimmung zurückzukehren, für den Gott sie [im Menschen] erschaffen hat. Bete daher, dass diese drei Kräfte zur Ordnung und Harmonie ihres Schöpfers zurückkehren, damit mein Höchster Wille [in ihnen] in vollem Triumph herrschen kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 12. August 1926)
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Mein armer Geist war mit den großen Wundern und Wundertaten beschäftigt, welche der Göttliche Wille zu tun vermag, wenn Er im Geschöpf regiert, und ich dachte mir: ‚Welch glückliches Los, in Ihm zu leben! Ein größeres Glück kann es weder im Himmel noch auf Erden geben. Doch wie kann der Wille Gottes je zur Herrschaft auf Erden gelangen, wenn es so viele Übel und Sünden gibt, dass es Schauder erregt?
Nur eine göttliche Macht kann das mit einem ihrer größten Wunder bewerkstelligen, sonst wird das Reich des Göttlichen Willens im Himmel bleiben, aber nicht auf die Erde kommen.’ Als ich dies erwog, besuchte mein teurer Jesus, mein süßes Leben, meine arme Seele und sagte mit unaussprechlicher Güte zu mir:
„Meine gute Tochter, es wurde im Rat der Heiligsten Dreifaltigkeit beschlossen, dass mein Göttlicher Wille sein Reich auf Erden haben wird – und wie viele Wunder dafür auch nötig sind, Wir werden sie wirken und nichts zurückhalten, um das Gewünschte zu erlangen. Doch beim Wirken gebrauchen Wir stets die einfachsten, aber doch so mächtige Handlungsweisen, dass Wir Himmel und Erde und alle Geschöpfe in dem Akt, den Wir wollen, überwältigen.
Du musst wissen, dass es bei der Schöpfung nur unseres allmächtigen Atems bedurfte, um dem Menschen das Leben einzugießen: aber wie viele Wunder waren in diesem Hauch [enthalten]! Wir erschufen die Seele und statteten sie mit den drei Kräften aus – wahres Abbild unserer anbetungswürdigen Dreifaltigkeit. Mit der Seele hatte der Mensch den Herzschlag, die Atmung und den Blutkreislauf, die Bewegung, die Wärme, das Wort, das Sehvermögen.
Was war von unserer Seite nötig, um all diese Wunder im Menschen zu wirken? Der einfachste unserer Akte, bewaffnet mit unserer Macht, d.h. unser Atem, unser Anhauch. Und aus dem Lauf unserer Liebe, die ihn nicht zurückhalten konnte, lief er zum Menschen hin und machte aus ihm schließlich das größte Wunder des ganzen Schöpfungswerkes.
Nun, meine Tochter, sind die drei Kräfte des Menschen, da er nicht in unserem Göttlichen Willen lebt, verfinstert worden: unser anbetungswürdiges Bild wurde in ihm auf eine Weise entstellt, dass er den primären Herzschlag der Liebe Gottes in seinem [Herzschlag] und den göttlichen Atem in seinem menschlichen Atem einbüßte. Das heißt nicht, dass er ihn verloren hat, aber er nimmt Ihn nicht wahr.
So spürt er weder den Kreislauf des göttlichen Lebens, noch die Bewegung des Guten, noch die Wärme der höchsten Liebe, noch das Wort Gottes in seinem Wort, noch hat er die Klarsicht, um seinen Schöpfer anschauen zu können. Alles wurde verdunkelt, geschwächt und vielleicht sogar entstellt.
Nun, was braucht es [von unserer Seite], um diesen Menschen wiederherzustellen? Wir werden ihn erneut mit noch stärkerer und wachsender Liebe – in den Tiefen seiner Seele – anhauchen. Wir werden noch stärker in den Mittelpunkt seines rebellischen Willens hauchen, und zwar so intensiv, dass Wir die Übel von ihm abschütteln werden, die ihn gefesselt halten.
Seine Leidenschaften werden von der Macht unseres Atems niedergeschmettert und eingeschüchtert sein und sich von unserem göttlichen Feuer verbrannt fühlen. Der menschliche Wille wird das pulsierende Leben seines Schöpfers fühlen und Ihn wie einen Schleier in sich verbergen. So wird der Mensch wieder der Träger seines Schöpfers sein.
O, wie glücklich wird er sein! Mit unserem Hauch werden Wir ihn wiederherstellen und wieder heilen. Wir werden wie eine ganz zärtliche Mutter handeln, die sich mit ihrem Atem und ihrem Hauch über ihren verkrüppelten Sohn beugt und erst dann mit der Beatmung aufhört, wenn sie seine Gesundheit wiederhergestellt und ihn so schön gemacht hat, wie sie ihn haben wollte. Die Macht unseres Hauches wird nicht von ihm ablassen.
Wir werden erst aufhören, ihn anzuhauchen, wenn Wir ihn so schön, wie Wir ihn haben wollen, in unsere Vaterarme zurückkehren sehen. Dann werden Wir spüren, dass der Sohn unsere Vatergüte und große Liebe erkannt hat.
Siehst du also, was es braucht, damit unser Wille auf Erden zur Herrschaft gelange? Die Kraft unseres allmächtigen Hauches! Mit ihm werden Wir unser Leben im Menschen erneuern. Alle Wahrheiten, die Ich mitgeteilt habe, die großen Wunder des Lebens in meinem Wollen, werden die schönsten und größten Besitztümer sein, die Wir ihm zum Geschenk geben. Auch das ist ein sicheres Zeichen, dass sein Reich auf die Erde kommen wird, denn wenn Ich spreche, schaffe Ich zuerst die Fakten und dann rede Ich.
Mein Wort ist die Bestätigung der Gabe und der Wunder, die Ich tun will. Wozu sollte Ich meine göttlichen Besitztümer darstellen und bekannt machen, wenn nicht sein Reich auf die Erde kommen sollte?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 21. Dezember 1937)
„Wacht und betet allezeit“ (Lk 21,36)
… So setzte ich meine Runden in den Akten des Göttlichen Willens fort. Ich fühlte mich leidend und voller Unrast, die ich nicht beruhigen konnte. Die Minuten schienen mir Jahrhunderte zu sein. Was für eine ewig lange Nacht! Ich wartete auf das Kommen meines guten Jesus, dass Er mich beruhige. Nach langem Warten schließlich zeigte sich mein guter Jesus ganz bekümmert und sprach voller Güte zu mir:
„Arme Tochter, wie hart ist doch das Wachen, nicht wahr? Wie oft erduldet dein Jesus diese harten und qualvollen Leiden! Wie lange lassen Mich die Geschöpfe wachen! Ich kann sagen, dass Ich stets wache und die Rastlosigkeit meiner Liebe erleide. Wenn die Seele sündigt, fühle Ich, wie sie meinen Armen entgleitet, und Ich wache. Ich schaue sie an und sehe, wie Dämonen sie umgeben, die feiern und sogar das Gute, das sie getan hat, verspotten.
Das arme Gute, wie sehr wird es mit dem Schlamm der Schuld bedeckt! Da Ich sie noch immer liebe, sende Ich ihr kleine Lichtschimmer und wache. Ich gebe ihr Reue, damit sie sich wieder erhebe und Ich wache. Die Minuten scheinen Mir wie Jahrhunderte, und Ich kann mich nicht beruhigen, wenn Ich sie nicht in meine Arme zurückkehren sehe … und so wache Ich.
Ich wache stets und spähe ihre Herzschläge und die Gedanken ihres Geistes aus, um in ihr die Erinnerung an meine große Liebe zu wecken, doch leider vergeblich…. und Ich muss weiter warten. Welch hartes Wachen! Wenn sie zu Mir zurückkehrt, dann ruhe Ich ein wenig, sonst dauert meine Wache an. Wenn eine andere Seele etwas Gutes tun möchte, aber sich damit Zeit lässt und sich nie entschließt, auch dann wache Ich.
Ich trachte sie mit meiner Liebe, mit Inspirationen und sogar mit Verheißungen anzulocken, aber sie kann sich nicht entscheiden und findet so viele Vorwände und Schwierigkeiten, wodurch sie Mich stets wachhält. Wie viele und verschiedenartige Wachen bereiten Mir die Geschöpfe!
Siehe, dies ist der Grund für dein Wachsein, damit du Mir in meinem ständigen Wachen ein wenig Gesellschaft leistest. Leiden Wir darum gemeinsam. Liebe Mich, und Ich werde ein wenig Ruhe in meinem langen Wachen finden.“
Dann fügte Er mit einem noch zärtlicheren Ton hinzu: „Tochter meiner Leiden, willst du wissen, wer Mich vor dieser so harten Pein des ständigen Wachens verschont? Eine Seele, die in meinem Willen lebt; ja mehr noch, sobald sie sich zum Leben in Ihm entschließt, erkläre Ich sie zu meiner Tochter und rufe den ganzen Himmel, die Heiligste Dreifaltigkeit, um die neue Tochter zu feiern, die Ich erworben habe.
Alle erkennen sie, denn Ich schreibe ihren Namen mit unauslöschlichen Buchstaben in mein Herz und schreibe in meiner stets brennenden Liebe: ‚Meine Tochter.’ In meinem Willen nun ist sie immer bei Mir, und alles, was Ich tue, tut auch sie. Daher wird sie in meinen ständigen Neugeburten [Wieder-Auferstehungen] zugleich mit Mir wiedergeboren, und Ich schreibe [in mein Herz] ‚Die Tochter meiner Geburt.’
Wenn der Undank der Menschen Mich zum Weinen bringt, weint sie gemeinsam mit Mir, und Ich schreibe sie sogar in meine Tränen ein: ‚Die Tochter meiner Tränen.’ Mit einem Wort, wenn Ich leide, arbeite, gehe, so schreibe Ich: ‚Die Tochter meiner Leiden, meiner Arbeiten oder Schritte’, und Ich bringe sie überall hin, eingraviert in mein Herz.
Nun, du sollst wissen, dass es zwischen Vater und Kindern unauflösliche, dauerhafte Bande gibt. Niemand kann die Rechte der Vaterschaft und der Nachkommenschaft ignorieren, weder in der übernatürlichen noch in der natürlichen Ordnung.
So fühle Ich Mich als Vater verpflichtet, diese Seele als Erbin meiner Güter, Liebe und Heiligkeit einzusetzen, die Ich so feierlich zu meiner Tochter erklärt habe, dass sie sogar in mein Herz eingeschrieben ist. Sie nicht zu lieben vermag Ich nicht, denn dies würde Ich als Betrug an meiner Vaterliebe empfinden. So hat sie die Pflicht, Mich zu lieben und die Güter ihres Vaters zu besitzen, Ihn zu verteidigen und bekannt zu machen und ihr Leben einzusetzen, damit niemand Mich beleidigt.
O, wie schön ist es, diese meine Kinder zu sehen, die in meinem Willen leben und Mir sogar sagen: ‚Mein Vater, Du hast schon allzu lange gewacht und bist nun müde. Ruhe Dich aus; und damit deine Ruhe sanft und süß sei, ruhe in meiner Liebe, und ich werde an deiner statt bei den Seelen wachen. Wer weiß, vielleicht gelingt es mir [, eine Seele zurückzubringen], damit Du sie findest, wenn Du aufwachst!’ Und Ich vertraue ihnen und ruhe etwas aus.
Was kann eine Seele nicht alles tun, die in meinem Willen lebt? Sie kann alles für Mich tun, denn das Licht des Göttlichen Willens macht ihr all meine Leiden bewusst, und Ich tue alles für sie. Wir wechseln uns beim Wachen und Ruhen ab. Wie schön ist das Leben in meinem Willen! Die Seele versetzt sich in unsere eigene Lage: was Wir wollen, das will auch sie. Es ist das Heiligste, Größte und Edelste, voller Majestät und Reinheit, das zu wollen, was Gott will.
Kein anderer Akt kann eine solch erhabene Höhe oder solch unendlichen Wert erreichen, nämlich zu wollen, was Gott will. Gott ist heilig und rein, Er ist Ordnung und Güte. Wenn die Seele das will, was Gott will, will sie das, was heilig, rein, gut und in vollkommener Ordnung ist. Sie fühlt sich in Gott neu geboren und tut das, was Er tut. Gott bewirkt alles, umfasst alles, bewegt sich in allen, und sie wirkt bei dem, was Gott tut, mit.
Sie könnte nichts Größeres tun. Darum gibt es nichts Höheres als das Leben in meinem Willen, noch kann ihm etwas gleichkommen. Lebe daher immer in meinem FIAT, und Wir werden beide glücklich sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 10. Mai 1938)
