FEST DES HL. ANDREAS, APOSTEL (Mt 4, 18-22)
18In jener Zeit als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. 20Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
21Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, 22und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.
„Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4,19)
Ich beklagte mich bei meinem stets liebenswürdigen Jesus wegen seiner üblichen Entbehrungen und sagte zu Ihm: „Meine Liebe, welch ein andauernder Tod!
Jedes Mal, wenn ich Dich entbehren muss, ist dies ein Tod, den ich fühle, aber ein solch grausamer und unbarmherziger Tod, dass er, während er mich die Wirkungen des Todes spüren lässt, doch nicht sterben lässt; ich kann nicht verstehen, wie die Güte deines Herzens es ertragen kann, mich so viele ständige Tode erleiden zu sehen, und mich dann wieder leben zu lassen.“
Und der gebenedeite Jesus kam, drückte mich an sein Herz, und sprach dann zu mir:
„Meine Tochter, drücke dich an mein Herz und schöpfe das Leben, aber wisse jedoch, das am meisten genugtuende Leiden, das wohlgefälligste, das mächtigste, das Mir am meisten gleichkommt und vor Mir bestehen kann, ist das Leid meiner Entbehrung; denn es ist ein göttliches Leid.
Du sollst wissen, dass die Seelen so sehr mit Mir verbunden sind, dass sie ebenso viele in meiner Menschheit zusammen verkettete Ringe bilden, und wenn sie verloren gehen, brechen diese Ringe, und Ich fühle den Schmerz, als trennte sich ein Glied vom anderen.
Nun, wer kann diese Ringe mit Mir verbinden, wer kann sie wieder so festigen, dass der Bruch verschwindet, wer kann sie von neuem in Mich eintreten lassen, um ihnen Leben zu verleihen? Die Leiden meiner Entbehrung, weil sie göttlich ist.
Meine Pein über den Verlust der Seelen ist göttlich; die Qual der Seele, die Mich nicht sieht und nicht hört, ist göttlich, und da alle beide göttliche Leiden sind, können sie einander küssen, sich verbinden, einander genügen und eine solche Macht besitzen, dass sie die Seele, die sich losgelöst hat, ergreifen und sie mit meiner Menschheit verbinden.
Meine Tochter, die Entbehrung Meiner kostet dich viel? Und wenn sie dich viel kostet, dann halte ein Leiden von solch großem Preis nicht für nutzlos.
Wie Ich es dir zum Geschenk mache, so behalte es nicht für dich, sondern lass es mitten unter die Kämpfenden gelangen, entreiße die Seelen den Kugeln und schließe sie in Mich ein, und lege dein Leiden als Bestätigung und Siegel darauf und lasse es um die ganze Welt kreisen, um Seelen fischen zu lassen und sie alle zu Mir zurückzuführen; in dem Maß, wie du die Leiden meiner Entbehrung fühlst, so wirst du das Siegel der Wiedervereinigung aufdrücken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 2. April 1917)
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Ich setzte mein Leben im Göttlichen FIAT fort. Während ich meine Akte in Ihm tat, absorbierte ich Licht, das Widerspiegelungen hervorbrachte, und ebenso viele Fäden aus Licht traten hervor, die ein Netz aus Licht bildeten, das sich über die Erde ausbreitete, um die Geschöpfe [darin] aufzunehmen. Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, jedes Mal, wenn du deinen Rundgang in meinem Willen machst, nimmst du noch mehr Licht auf, um das Netz zu bilden, die Geschöpfe darin zu fangen. Weißt du, was dieses Netz ist? Es sind meine Kenntnisse.
Je mehr Wahrheiten Ich dir über das ewige FIAT offenbare, umso mehr disponiere und erweitere Ich das Netz, um die Seelen aufzunehmen, die in meinem Reich leben sollen.
Dies macht den Herrn geneigt, sie dir zu geben: wenn du in unserem Willen kreist, werden deine Akte durch Ihn zu Licht und weiten sich so sehr aus, dass sie die Gottheit berühren, und du ziehst weiteres Licht der Wahrheit mitten unter die Menschen an.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 2. November 1926)
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…“ Du musst wissen, dass unsere Liebe so groß ist, dass alle Geschöpfe in diesem unermesslichen Meer unserer Liebe schwimmen und sich aufhalten.
Und als wären Wir mit dieser unserer unermesslich großen Liebe noch nicht zufrieden, macht sich unser Höchstes Sein zum Fischer und fischt [aus diesem Meer] die winzigen Liebeströpfchen der Geschöpfe, ihre kleinen Akte und Opfer, die aus Liebe zu Uns gelittenen Leiden, ihre von Herzen kommenden Liebesakte.
Alles fischen Wir aus diesem unserem eigenen Meer, damit Uns die Freude und Seligkeit zuteilwerde, dass die Seele unsere Liebe erwidert; so sehr ‚lechzen‘ Wir danach, dass Wir täglich danach fischen und auf unserer Himmlischen Tafel auftischen. Wahre Liebe besitzt die Eigenschaft, die Dinge umzuwandeln.
Sie entzückt unsere Augen mit süßem Zauber und lässt Uns die kleinen liebevollen Akte der Seelen schön, anmutig, sympathisch erscheinen, sodass die Seele Uns hinreißt, verwundet und beseligt. Wir selbst entführen die Seele und machen aus ihr unsere willkommenste Eroberung.
Wenn du Uns also glücklich machen und deinem Gott Freuden und Glück bereiten willst, dann liebe, liebe immer und höre nie auf, Uns zu lieben; und um noch sicherer zu gehen, schließe dich selbst ganz im Göttlichen Fiat ein, das dir nichts entgehen lässt, was nicht Liebe für deinen Schöpfer wäre.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 12. Februar 1933)
„Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm“ (Mt 4,20)
Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand, da ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus kurz sehen und sagte zu mir: „Meine Tochter, wenn jemand alles verlässt und für Mich wirkt und auf ganz göttliche Weise liebt, dann stehen alle Dinge zu seiner Verfügung.
Und das Kennzeichen, ob jemand alles für Mich verlassen und den Punkt erreicht hat, auf ganz göttliche Weise zu wirken und zu lieben, ist dies, dass er bei allem, beim Wirken, Sprechen und Beten, keinerlei Hindernisse, Missfallen, Widersprüche und Gegensätze mehr findet, denn angesichts jener Macht dieses ganz göttlichen Handelns und Liebens, beugen alle [diese Widersprüche usw.] ihr Haupt und wagen nicht einmal zu atmen.
Denn Ich wache als gütiger Vater immer über das menschliche Herz, und wenn Ich bemerke, dass es Mir entgleitet, d.h., dass es auf [rein] menschliche Weise wirkt und liebt, dann lege Ich Dornen, Missfallen und Bitterkeit hinein, die dieses menschliche Werk und die menschliche Liebe stechen und bitter machen.
Wenn die Seele gestochen wird, erkennt sie, dass ihre Handlungsweise nicht göttlich ist, so kehrt sie in sich selbst ein und handelt auf andere Weise; die Stiche sind nämlich Wächter des menschlichen Herzens und verleihen ihm die Augen, um zu sehen, wer es ist, der die Seele bewegt, Gott oder das Geschöpf.
Wenn die Seele hingegen alles zurücklässt und auf ganz göttliche Weise handelt und liebt, erfreut sie sich meines Friedens, und anstatt dass sie als Wächter und Augen jene Stiche hat, ist der Friede ihr Wächter, der alles, was sie beunruhigen könnte, von ihr abwendet, und jene Augen der Liebe, welche alle in die Flucht schlagen und verbrennen, die sie stören wollen.
Deshalb bleiben diese [Wächter] im Hinblick auf diese Seele in Frieden, sie lassen sie in Ruhe und stellen sich ihr zur Verfügung. Es scheint, dass die Seele sagen kann: ‚Niemand soll mich antasten, denn ich bin göttlich und gehöre ganz Jesus, meiner süßen Liebe.
Niemand wage es, meine sanfte Ruhe mit meinem Höchsten Gut zu stören; wenn ihr es wagen solltet, werde ich euch mit der Macht Jesu, die mir gehört, in die Flucht schlagen‘.“
Es scheint, dass ich viel Unsinn gesprochen habe, doch Jesus wird mir sicherlich vergeben, denn ich habe aus Gehorsam gehandelt. Mir scheint, Er trägt mir einen schriftlichen Aufsatz auf, und ich, das Kind und die kleine Unwissende habe nicht die Fähigkeit, ihn auszuarbeiten. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 10. Februar 1912)
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Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, als ich den gebenedeiten Jesus nur kurz sah, der zu mir sagte: „Meine Tochter, wahre Liebe vergisst sich selbst und lebt für die Interessen, die Leiden und für alles, was zu der geliebten Person gehört.“
Ich fragte: „Herr, wie kann man sich selbst vergessen, wenn wir das „Ich“ so stark fühlen? Es ist ja nicht etwas, das weit weg von uns oder getrennt von uns ist, dass man es leicht vergessen könnte.“
Jesus erwiderte, dass genau hierin das Opfer der wahren Liebe liege – während man sich also selbst hat, muss man von all dem leben, was zur geliebten Person gehört.
Mehr noch, wenn man an sich selbst denkt, muss diese Erinnerung dazu dienen, sich noch mehr abzumühen, wie man sich für den geliebten Gegenstand verzehren kann.
Wenn der Geliebte sieht, dass sich die Seele ganz Ihm schenkt, wird Er sie gut zu belohnen wissen, indem Er sich Selbst ihr ganz schenkt und sie von seinem Göttlichen Leben leben lässt. Wer daher alles vergisst, findet alles.
Außerdem muss man den Unterschied sehen zwischen dem, was man vergisst und was man findet: Man vergisst das Hässliche und findet das Schöne, man vergisst die Natur und findet die Gnade, man vergisst die Leidenschaften und findet die Tugenden, man vergisst die Armut und findet den Reichtum, man vergisst die Torheit und findet die Weisheit, man vergisst die Welt und findet den Himmel.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 10. November 1903)
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… Wenn Jesus uns ruft, sind wir sofort bereit, seinem Ruf zu entsprechen? Der Ruf Gottes kann in verschiedener Weise erfolgen: mittels Einsprechungen, durch das Lesen guter Bücher, durch gutes Beispiel.
Er kann sich aber auch im Gefühl bemerkbar machen durch das Wirken seiner Gnade. Mit gewaltiger Stimme aber spricht er zu uns durch Naturkatastrophen.
Mein süßer Jesus! Deine Stimme ertöne stets in meinem Herzen. All das, was mich innerlich und äußerlich umgibt, sei ein beständiger Zuruf, dich zu lieben.
Der Wohllaut deiner göttlichen Stimme möge mich stets daran hindern, auf eine menschliche Stimme zu hören, die mich zerstreut und von dir ablenkt. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 2 bis 3 Uhr: Jesus von Hannas verhört, beschimpft und ins Angesicht geschlagen)
„Und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus“ (Mt 4, 22)
Während ich in der selben Verwirrung war, ließ Er sich wie ein Blitz sehen und ließ mich verstehen, dass ich nicht alles geschrieben hatte, was Er mir am vorhergegangenen Tag gesagt hatte, d.h., dass die Seele nicht nur für Gott leben muss, sondern in Gott.
So wiederholte mir der gebenedeite Jesus den Unterschied zwischen dem Leben für Gott und dem Leben in Gott mit diesen Worten:
„Wenn die Seele für Gott lebt, kann sie Beunruhigungen und Bitterkeit unterworfen sein, sie kann unbeständig sein, die Last der Leidenschaften fühlen, und sich in irdische Dinge mischen.
Doch das Leben in Gott – nein, das ist vollkommen verschieden, denn das wichtigste, damit man sagen kann, dass eine Person in einer anderen Person lebt, ist, dass sie ihre eigenen Gedanken ablegt und jene der anderen Person annimmt, und so was ihren Stil und ihrem Geschmack betrifft, und dass sie sogar ihren Willen aufgibt, um den Willen der anderen anzunehmen.
Damit also eine Seele in der Gottheit lebt und in Ihr wohnen kann, muss sie alles ablegen, was ihr gehört, d.h., sich von allem lösen, die eigenen Leidenschaften zurücklassen; mit einem Wort, alles verlassen, um alles in Gott zu finden.
Nun, wenn sich die Seele nicht nur gelöst hat, sondern sich tief erniedrigt hat, dann wird sie imstande sein, durch die niedrige Tür meines Herzens einzutreten, um in Mir zu leben, entsprechend meiner Art und von meinem eigenen Leben.
Denn obwohl mein Herz unermesslich ist, sodass seine Grenzen endlos sind, ist seine Tür aber äußerst niedrig, und nur jemand, der von allem losgelöst ist, kann darin eintreten.
Dies zu Recht, denn da Ich der Heiligste bin, würde Ich niemals jemandem erlauben, in Mir zu leben, der meiner Heiligkeit fremd ist. Deshalb, meine Tochter, versuche, in Mir zu leben und du wirst das Paradies im Vorhinein besitzen.“
Wer kann sagen, wie viel ich von diesem Leben in Gott verstand? Doch dann entschwand Er, und ich blieb im selben Zustand. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 10. Juli 1900)
