1bIn jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. 2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!
3Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. 4Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
5Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. 6Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

„Am Sabbat lehrte er in der Synagoge“ (Mk 6, 2)

… „Meine Tochter, alles, was meine Mutter und Ich bei der Erlösung taten, bezweckte als erstes, dass mein FIAT auf Erden regieren möge. Es wäre weder würdig noch wahre Liebe gewesen, noch großer Edelmut, und noch viel weniger das Wirken eines Gottes, Der Ich war, wenn Ich in die Welt gekommen wäre und den Geschöpfen nur das Geringere hätte geben sollen und wollen, nämlich die Mittel, um sich zu retten – und nicht das Größere, was mein Wille war.
Mein Wille enthält nämlich nicht nur die Heilmittel, sondern alle möglichen Güter, die es im Himmel und auf Erden gibt, und nicht nur die Rettung und die Heiligkeit, sondern dieselbe Heiligkeit, die die Seele zur Heiligkeit ihres Schöpfers selbst erhebt.
O wenn du in jedes Gebet eindringen könntest, in jeden Akt, jedes Wort und Leid meiner unzertrennlichen Mutter, du würdest darin das FIAT finden, das Ich mit Seufzern ersehnte und erflehte.
Wenn du in jeden Tropfen meines Blutes eindringen könntest, in jeden meiner Herzschläge, Atemzüge, Schritte, Werke, Schmerzen und Tränen, du würdest darin das FIAT finden, Das darin die Vorherrschaft hatte, und das Ich für die Seelen mit Seufzern ersehnte und erflehte.
Doch während das vorrangige Ziel [Gottes bei der Schöpfung] das FIAT war, musste sich meine Güte zum nachrangigen Zweck [der Erlösung] herablassen. Er musste es gleichsam wie ein Lehrer machen, der, während er die höchsten Wissenschaften besitzt und edle und erhabene, seiner würdige Lehren geben könnte, sich dazu herablassen muss, Lektionen über das ABC [in himmlischen Dingen] zu geben.
Da seine Schüler quasi alle Analphabeten sind, kann er erst nach und nach zu seinem ersten Zweck gelangen, nämlich die Lektionen der Wissenschaft, die er besitzt, zu erteilen, um weitere Lehrer aus ihnen zu machen, die eines solchen Meisters würdig sind.
Wollte sich dieser Lehrmeister nicht herablassen, Lektionen auf niedrigerem Niveau zu geben, sondern hätte gleich seine hohe Wissenschaft gelehrt, so hätten die Schüler, weil Analphabeten, ihn nicht verstanden und von so viel unbekannter Wissenschaft verwirrt, ihn verlassen.
Und hätte Ich Mich nicht zu meinen Schülern herabgelassen, wäre es Mir wie einem armen Lehrer ergangen, dem die Genugtuung versagt geblieben wäre, den Schülern die kleinen und großen Schätze seines eigenen Wissens weitergeben zu können.
Nun, meine Tochter, als Ich auf die Erde kam, waren die Menschen alle Analphabeten bezüglich der Dinge des Himmels. Wenn Ich zu ihnen vom FIAT sprechen hätte wollen und vom wahren Leben in Ihm, wären sie unfähig gewesen, dies zu verstehen.
Da die Mehrzahl von ihnen verkrüppelt, blind und krank waren und nicht wussten, wie sie sich Mir nähern sollten, musste Ich Mich durch den Schleier meiner Menschheit herablassen, welche jenes FIAT verhüllte, das Ich ihnen schließlich geben wollte.
Ich musste Mich mit ihnen verbrüdern und mit allen verbinden, um die ersten Grundlagen, das ABC des Höchsten FIAT lehren zu können. Und alles, was Ich lehrte, tat und litt, diente keinem anderen Zweck, als den Weg, das Reich und die Herrschaft meines Willens vorzubereiten.
Dies ist die gewohnte Vorgehensweise bei unseren Werken, die geringeren Dinge als vorbereitenden Akt für die größeren Dinge zu tun. Habe Ich es bei dir nicht genauso gemacht?
Zu Beginn habe Ich sicher nicht mit dir über das Höchste FIAT gesprochen, noch von der Höhe der Heiligkeit, die Ich dich in meinem Willen erreichen lassen wollte. Ich habe dir auch kein Wörtchen gesagt über die größere Sendung, zu der Ich dich berief, sondern behandelte dich wie ein kleines Kind, das den Gehorsam, die Liebe zum Leiden, die Losschälung von allen, den Tod des eigenen Ich zu lehren Mir gefiel.
Und als du dich darauf eingelassen hast, freute Ich Mich, denn Ich sah in dir den Platz vorbereitet, wo Ich mein FIAT und die erhabenen Lehren, die meinen Willen betrafen, hinterlegen konnte…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 28. März 1926)

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… „Nun sollst du wissen, als Ich auf die Erde kam, war es zu dem Zweck, um meine himmlische Lehre zu offenbaren und meine Menschheit bekannt zu machen, meine Heimat, die Ordnung, den die Geschöpfe einschlagen mussten, um zum Himmel zu gelangen, mit einem Wort: das Evangelium.
Aber über meinen Willen sagte Ich fast nichts oder nur ganz wenig. Ich ging darüber hinweg und machte nur begreiflich, dass das, was Mir am meisten am Herzen lag, der Wille meines Vaters war.
Über seine Vorzüge, seine Erhabenheit und Größe, über die großen Wohltaten, die das Geschöpf empfängt, wenn es in meinem Willen lebt, sagte Ich fast nichts, weil die Geschöpfe, die noch zu sehr ‚Kinder‘ in himmlischen Dingen waren, nichts verstanden hätten; Ich lehrte sie nur zu beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“, damit sie sich bereitmachen sollten, diesen meinen Willen kennen zu lernen, um Ihn zu lieben und folglich die Güter zu erhalten, die Er einschließt.
Nun, das, was Ich damals tun sollte, die Lehren, die Ich allen über meinen Willen geben sollte, habe Ich dir geschenkt; sie jetzt bekannt zu machen, ist also nichts anderes als das zu ersetzen, was Ich tun sollte, als Ich auf Erden weilte, als Vollendung meines Kommens. Willst du also nicht, dass Ich den Endzweck meines Kommens auf die Erde erreiche?
Lass Mich also machen, Ich werde über alles wachen, alles anordnen, und du folge Mir nach und bleibe in Frieden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 2. Juni 1921)

„Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles?“ (Mk 6, 2)

… „Wenn du wüsstest, was eine größere Erkenntnis meines Willens bedeutet, was es heißt, einen weiteren Akt in Ihm zu tun, sich in diesem meinem erkannten Willen zu halten und in Ihm zu handeln, in Dem das [menschliche] Geschöpf gebildet wird und somit die Aufgabe, die Schönheit und Erhabenheit jeden Geschöpfs, o – um wie viel mehr würdest du die verschiedenen Kenntnisse schätzen, die Ich dir über meinen Willen geoffenbart habe!
Eine zusätzliche Kenntnis über meinen Willen erhebt die Seele zu solch erhabener Höhe, dass selbst die Engel erstaunt und hingerissen sind und Mir ununterbrochen bekennen: „Heilig, heilig, heilig.“
Mein Wille manifestiert sich und ruft die Dinge aus dem Nichts, indem Er Wesen schafft; Er gibt sich der Seele kund und schmückt sie [zugleich], Er offenbart sich und erhebt sie noch höher, Er teilt sich ihr mit und vermehrt das Leben Gottes in ihr, Er tut sich kund und wirkt in ihr neue und nie gekannte Wunder.
So kannst du aus dem Vielen, das Ich dir über meinen Willen geoffenbart habe, begreifen, was Ich aus dir machen möchte und wie sehr Ich dich liebe, und dass dein Leben eine Kette von ständigen, in meinem Willen vollbrachten Akten sein soll“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 30. Oktober 1924)

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… „Meine Tochter, meine Worte sind voll von Wahrheit und Licht, und sie tragen das Wesen und die Kraft in sich, die Seele in die Wahrheit selbst, in das Licht selbst und in das Gut selbst umzuwandeln, das sie enthalten, auf eine Art, dass die Seele nicht nur die Wahrheit erkennt, sondern in sich die Substanz des Wirkens gemäß der erkannten Wahrheit fühlt.
Außerdem sind meine Wahrheiten voller Schönheit und Anziehungskraft, sodass die Seele, von ihrer Schönheit eingenommen, sich von ihnen hinreißen lässt. In Mir ist alles Ordnung und Harmonie und Schönheit.
Schau, Ich schuf den Himmel. Er allein hätte Mir genügen können – doch nein, Ich wollte ihn mit Sternen zieren, ihn gleichsam mit Schönheit übersäen, damit das menschliche Auge die Werke seines Schöpfers mehr genießen könne.
Ich schuf die Erde und schmückte sie mit vielen Pflanzen und Blumen; kein Ding erschuf Ich, das nicht seine Zierde hätte. Und wenn das in der Ordnung der geschaffenen Dinge zutrifft, so noch viel mehr bezüglich meiner Wahrheiten, die ihren Sitz in meiner Gottheit haben.
Während es scheint, dass sie die Seele erreichen, sind sie wie Sonnenstrahlen, welche die Erde erreichen und erwärmen, doch ohne sich aus der Mitte der Sonne zu entfernen.
Und die Seele bleibt so verliebt in meine Wahrheiten, dass es ihr fast unmöglich scheint, auch um den Preis des Lebens, die Wahrheit, die sie erkannt hat, nicht in die Tat umzusetzen.
Wenn es hingegen der Feind ist, oder Spekulationen der Phantasie, die von Wahrheit reden wollen, bringen sie weder Licht mit sich, noch Substanz, noch Schönheit, noch Anziehungskraft; es sind leere, leblose Wahrheiten, und die Seele fühlt nicht die Gnade, sich zu opfern, um sie in die Tat umzusetzen, deshalb sind die Wahrheiten, die dein Jesus dir sagt, voll von Leben und von all dem, was meine Wahrheiten enthalten.
Warum zweifelst du daran?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 7. März 1922)

„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab“ (Mk 6,3)

Ich war sehr betrübt wegen der Entbehrungen meines süßen Jesus, da kam Er von hinten zu meinen Schultern, streckte die Hand zu meinem Mund aus, entfernte die Betttücher, die in meiner Nähe waren und mich so am freien Atmen hinderten und sprach dann zu mir:
„Meine Tochter, wer meinen Willen tut, der ist mein Atem, und da mein Atem den Atem aller Geschöpfe in sich einschließt, verleihe Ich vom Inneren der Seele aus, die meinen Willen tut, allen den Atem. Dies ist der Grund, warum Ich dir das Leintuch weggenommen habe, weil auch Ich meine Atmung behindert fühlte.“
Darauf ich: „Ach, Jesus, was sagst Du? Mir kommt es eher vor, als hättest Du mich verlassen und alle Verheißungen vergessen, die Du mir gemacht hast.“
Und Er: „Meine Tochter, sag nicht so etwas zu Mir, denn du beleidigst Mich und zwingst Mich, dich wahrhaft kosten zu lassen, was es heißt, dich zu verlassen.“
Dann fügte Er mit ganz zärtlicher Miene hinzu: „Wer meinen Willen tut, der repräsentiert anschaulich den Zeitabschnitt meines Lebens auf Erden, in der Ich nach außen hin wie ein Mensch erschien, und zur gleichen Zeit stets der viel geliebte Sohn meines teuren Vaters war.
So hat die Seele, die meinen Willen tut, nach außen hin die Hülle der Menschheit, aber im Inneren befindet sich meine Person darin, unzertrennlich wie Ich in der Liebe und im Willen der Heiligsten Dreifaltigkeit.
So spricht die Gottheit: „Dies ist eine andere (weitere) Tochter, die Wir auf Erden haben; aus Liebe zu ihr erhalten Wir die Erde, weil sie in allem unsere Stelle vertritt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 2. April 1913)

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„… Wenn nämlich kein volles Vertrauen zwischen Mir und der Seele vorhanden ist, kann sie nicht zum Leben in meinem Göttlichen Willen erhoben werden.
Das Misstrauen stellt der Einheit zwischen Schöpfer und Geschöpf stets ein Hindernis entgegen, es hemmt den Aufschwung zu Dem, der es so sehr liebt, und lässt die Seele nahe am Boden leben.
Und wenn sie auch nicht [durch die Sünde] fällt, bewirkt der Mangel an Vertrauen, dass die Seele ihre Leidenschaft lebhaft spürt; zumal der Mangel an Vertrautheit der kritische Punkt im Lauf der Jahrhunderte war und zuweilen auch gute Seelen deswegen vom Weg der Tugend abgehalten wurden.
Um diese, vom schlechten Geist des Mangels an Vertrauen hervorgerufene Lethargie wegzunehmen, wollte Ich Mich dir gegenüber ganz voller Liebe und von größerer Vertrautheit als zwischen Vater und Tochter zeigen.
So sollte Ich nicht nur dich, sondern auch alle anderen zum Leben als Kinder zurückrufen, die in meinen Armen gewiegt werden. Ich habe es verkostet – und auch du – wie schön es ist, wenn das Geschöpf ganz Liebe und Vertrauen zu Mir ist.
Ich kann ihm geben, was Ich will, und es hat keine Angst zu erhalten, was es will. Sobald das wahre Vertrauen zwischen Mir und dem Geschöpf in die richtige Ordnung gebracht worden ist, ist das größte Hindernis für die Herrschaft meines Göttlichen Willens in seiner Seele beseitigt.
Ich weiß daher, meine Tochter, worauf meine Pläne abzielen, wozu sie nützlich sind, was Ich tue, und kenne all das Große und Schöne, wenn Ich ein Geschöpf auserwähle. Aber sie, was wissen sie schon? Als Fazit müssen sie mein Werk stets kritisieren.
Sogar mein kurzes Leben hier unten blieb nicht von Kritik verschont: als sich meine Heiligste Menschheit voller Liebe unter den Menschen bewegte, kritisierten sie dennoch, wenn Ich Mich den Sündern allzu sehr näherte, meinen Umgang mit ihnen als ungeziemend.
Ich ließ sie reden, und ohne ihren Worten Gewicht beizumessen, setzte Ich Taten und kam den Sündern sogar noch mehr entgegen und liebte sie noch mehr, um sie zu meiner Liebe hinzuziehen.
Als Ich Wunder wirkte, hatten sie etwas auszusetzen, weil sie Mich für den Sohn des heiligen Josef hielten und meinten, dass der verheißene Messias nicht von einem Handwerker abstammen könne. So säten sie ständig Zweifel an meiner Göttlichen Person, sodass sie die Sonne meiner Menschheit gleichsam umwölkten.
Ich aber erweckte „kleine Winde“, welche diese Wolken auflösen sollten und erschien in noch strahlenderem Licht in ihrer Mitte, um den Zweck meines Kommens auf Erden, nämlich die Erlösung, zu vollenden…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. Juni 1930)

“Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie” (Mk 6,4)

Ich fühlte mich ganz vom Himmel und von der Erde verlassen; ich dachte daran, dass Jesus mir vor langer Zeit gesagt hatte, dass ich im harten Exil des Lebens leben sollte, als ob es hier niemanden mehr gäbe als Jesus und mich. Alle sollten aus meinem Geist und meinem Herzen verschwinden.
Nachdem mir nun alles entschwunden ist, und ich mich daran gewöhnt habe, allein mit Jesus zu leben, ist auch Er mir entflohen und lässt mich im harten Zustand der Einsamkeit allein, unsäglicher Bitternis ausgeliefert.
O Gott, welche Pein! Hab Mitleid mit mir! Kehre zurück zu jener, die das Bedürfnis nach deinem Leben fühlt – mehr als nach dem eigenen Leben. Als ich nun dies und noch qualvollere Dinge erwog, was zu lang wäre, sie zu erwähnen, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Innern und sagte seufzend zu mir:
„Tochter meines Höchsten Willens, habe Mut in deiner Einsamkeit; dies dient meinem von den Geschöpfen verlassenen Willen als Gesellschaft. Der Schmerz seiner Einsamkeit – o, um wie viel härter ist er als der deine! Mein Wille ist der Vater [und wie eine Mutter] für alle Willen der Geschöpfe.
Er verblieb als zärtlichste Mutter im Mittelpunkt der Schöpfung, um die menschlichen Willen zu gebären und sie ganz um sich zu scharen, sie auf seinem Schoß aufzuziehen und mit der Milch seiner himmlischen Lehren zu nähren, und sie zur Ähnlichkeit mit Ihm heranwachsen zu lassen, indem Er ihnen die ganze Schöpfung zur Unterhaltung schenkte.
Und da mein Wille das Zentrum jedes geschaffenen Dinges ist, so würde Er, wo immer auch die Geschöpfe hingingen, als der Mittelpunkt eines jeden Dinges ihnen mehr als eine liebevolle Mutter immer nahe sein, um es ihnen nie an seinen mütterlichen Sorgen fehlen zu lassen, und damit sie nicht von seinem Adel und seiner Ähnlichkeit herabstiegen.
Doch, ach! Diese Kinder, diese menschlichen Willen, geboren von dieser Himmlischen Mutter, welche mein Wille ist, verachten und vernachlässigen all die mütterlichen Sorgen und seine Liebe, seine Zärtlichkeit und Sorgfalt, und obwohl ihnen mein Wille nahe ist, sind sie dieser Mutter fern, viele kennen Sie nicht einmal, andere verachten und verspotten Sie. Arme Mutter, welche mein Wille ist!
Mitten unter so vielen aus Ihr geborenen Kindern bleibt sie allein und verlassen, und während die Menschen alles von ihrem Eigentum nehmen, um zu leben, bedienen sie sich dessen, um an Unähnlichkeit mit Ihr zuzunehmen und Sie zu beleidigen.
Kann es einen größeren Schmerz geben für eine Mutter, als von den eigenen Kindern verlassen zu werden, von der Frucht ihres eigenen Schoßes nicht gekannt zu sein, die sich in Feinde verwandeln und jene beleidigen, die sie zur Welt gebracht hat? Deshalb ist der Schmerz der Einsamkeit meines Willens groß und unbegreiflich.
So sei deine Einsamkeit die Gesellschaft dieser einsamen Mutter, die weint und ihre Kinder sucht: so viel sie auch weint, schreit und ihre Kinder mit der zärtlichsten Stimme, mit den bittersten Tränen, den glühendsten Seufzern und den donnerndsten Stimmen der Züchtigungen ruft, diese ungezogenen Kinder bleiben dem Schoß Jener fern, die sie gezeugt hat.
Meine Tochter, willst du nicht als wahre treue Tochter meines Willens an seinem Schmerz und seiner Einsamkeit teilnehmen?“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 24. Januar 1926)