38In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. 39Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
40Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
41Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. 42Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.

„Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu“ (Lk 10,39)

Ich setze meine überaus bitteren Tage fort, bin aber ergeben in den Willen Gottes. Wenn sich mein stets liebenswürdiger Jesus zeigt, dann ist Er stets traurig und schweigsam. Es scheint, dass Er mir in keiner Sache mehr Aufmerksamkeit schenken will. Diesen Morgen erschien Er und legte zwei Ohrringe an meinen Ohren an – strahlend wie zwei Sonnen. Dann sagte Er zu mir:
„Meine geliebte Tochter, wer ganz darauf bedacht ist, Mich anzuhören, für den ist mein Wort eine Sonne, die nicht nur das Gehör erfreut, sondern den Geist nährt und das Herz mit Mir und meiner Liebe sättigt. Ach, sie wollen nicht begreifen, dass Ich euch ganz auf Mich ausgerichtet haben möchte, ohne einer anderen Sache Aufmerksamkeit zu schenken!
Betrachte diese Person (er wies auf eine Person hin), wie sie mit ihrer Art, alles zu untersuchen (prüfen), allen Dingen Aufmerksamkeit schenkt und sich von allem – bis zum Übermaß – beeindrucken lässt, sogar von heiligen Dingen: doch dies ist nichts anderes als ein Leben außerhalb von Mir, und eine Seele, die außerhalb von Mir lebt, fühlt sich selbst notwendigerweise sehr stark. Sie denkt, sie würde Mir Ehre erweisen, doch das Gegenteil ist der Fall.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 14. Dezember 1911)

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„Meine Tochter, du weißt nicht, was es Mir bedeutet, meine Wahrheiten mitzuteilen, daher wunderst du dich über meine Freude und die unwiderstehliche Kraft, die Mich drängt, Mich dem Geschöpf mitzuteilen; und wer Mich bereitwillig anhört, stellt meine Freude und Wonne dar, wenn Ich mit ihm spreche.
Du sollst dies wissen: wenn Ich eine meiner Wahrheiten offenbare, die noch nicht bekannt ist, so ist dies eine neue Schöpfung, die Ich schaffe, und es ist meine große Freude, die vielen Güter und Geheimnisse aus Mir hervorgehen zu lassen, die Ich in Mir berge.
Doch so viel Ich darüber auch spreche, möchte Ich – da Ich dieser stets neue Akt bin, der sich nie wiederholt – stets weiterreden; und wenn Ich rede, bleibt stets noch etwas Neues, das Ich erzählen möchte, denn die Neuheit geht nie in Mir aus; Ich bin immer neu in der Liebe, neu in der Schönheit, neu in den Freuden und in den Harmonien, Ich bin neu in allem und immerdar, und daher ermüde Ich niemanden und habe stets Neues zu geben und zu sagen, und die unwiderstehliche Kraft, die Mich drängt, Mich zu offenbaren, ist meine unermessliche Liebe.
Aus einem Liebeserguss brachte Ich meine Schöpfung hervor; alles, was man im ganzen Universum sehen kann, war in Mir drinnen, und die Liebe ließ aus meinem Inneren den Schatten meines Lichtes überfließen, und Ich schuf die Sonne, den Schatten meiner Unermesslichkeit und Harmonie, und Ich breitete die Himmel aus, mit den dazu passenden zahlreichen Sternen und Himmelskörpern.
Dies und anderes, was Ich schuf, war nichts anderes als Schatten, die aus Mir hervortraten; meine Liebe hatte darin ihr Ventil, und Ich fand so viel Wonne daran, das, was in Mir enthalten gewesen war, in kleinen Partikeln verstreut, über der ganzen Schöpfung schweben zu sehen.
Nun, wie groß wird meine Freude sein, meine Wahrheiten kundzutun, die nicht Schatten von Mir sind, welche aus Mir hervortreten, sondern die Substanz der Güter, die Ich in Mir enthalte, und die nicht in stummer Sprache – wie alle geschaffenen Dinge – von Mir reden, sondern klar, klangvoll und beredt von Mir sprechen, und die – da mein Wort schöpferisch ist – in der Seele wie eine neue Schöpfung die Wahrheiten erschaffen, die Ich mitteile?
Während Ich mit einem FIAT so viele Dinge schuf, so spreche Ich bei der Offenbarung meiner Wahrheiten nicht nur ein einziges FIAT aus, sondern so viele Worte, wie nötig sind, um das mitzuteilen und verständlich zu machen, was Ich sie begreifen lassen möchte.
Stell dir daher meine große Freude vor, wenn Ich der Seele meine Wahrheiten offenbare, die nicht in stummer Sprache, sondern mit sprechender Stimme den anderen meine Schätze und Wahrheiten mitteilen wird, um ihnen das Gute einzuflößen, das sie empfangen hat.
Deshalb findet meine Liebe in der Mitteilung meiner Wahrheiten ihr eigenes Ventil und gerät in festliche Freude, und Ich liebe die Seele so sehr, die Mich bereitwillig anhört.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 1. Juli 1923)

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… Jesus verstummte, und ich dachte über seine Worte nach. Ich erblickte alle Leiden in mir aufgereiht, die ich erduldet hatte: sie sandten Lichtstrahlen aus und bildeten, in die Leiden Jesu umgewandelt, die göttliche Stütze und Verteidigung für die Seelen und flehten und seufzten ständig um das Kommen und die Herrschaft des Göttlichen Willens. Dann nahm Er seine Rede wieder auf:
„Meine gute Tochter, unsere Liebe ist so groß, dass sie überall und allerorts, auch im kleinen Grashalm, in der Luft, die das Geschöpf einatmet, im Wasser, das es trinkt, und sogar unter seinen Schritten, wenn es auf der Erde geht, unsere Stimmen hören lässt, die vor Liebe schmachtend ausrufen: ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich, Ich liebe dich!‘
Doch unsere Liebe findet keine Ruhe, wenn sie sich nicht vom Geschöpf erhört sieht, das ihr sein ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’ wiederholt. In unserem Liebestaumel und unserem Schmerz sagen Wir: ‚Ach, hört Uns denn niemand? Ach, niemand wiederholt Uns: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich?‘ Wozu sagen Wir ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich’, wenn niemand es Uns erwidert und vergilt?
Zu wem sagen Wir ‚Ich liebe dich’? Zur Luft, zum Wind, in die Leere? Unser ‚Ich liebe dich’ findet niemanden, an den es sich richten, auf den es sich stützen kann, wenn es nicht das ‚Ich liebe Dich’ des Menschen findet, das unseren Liebesakt aufnimmt, um mit dem seinen zu vergelten, damit seine Liebe in unserer unermesslichen Liebe Zuflucht findet, um sich aufzustützen und immer mehr zu wachsen.
Wenn das Geschöpf unser ‚Ich liebe dich’ hört und es Uns erwidert, sagen Wir in unserer Liebesglut und wie versöhnt von seiner Liebe: ‚Da Wir gehört worden sind, hat unsere Liebe jemanden gefunden, an den sie sich richten, wo sie Zuflucht finden kann. Wir sind anerkannt worden, denn Wir haben eine Seele gefunden, die Uns ihre Liebe beteuert, und unsere Liebe feiert ein Fest.
Finden Wir jedoch niemanden, der Uns einen Liebesakt schenkt, dann haben Wir niemanden, der Uns weder erkennt, noch Uns anhört, noch Uns liebt. Wie hart ist es, zu lieben und nicht geliebt zu werden!
Wie gerne möchte Ich, dass alle wissen, dass Ich sie mit meiner Liebe stütze und umarme: sie liebe und atmen lasse, sie liebe und ihnen den Herzschlag gebe, sie liebe und ihnen das Wort verleihe, sie liebe und ihnen den Schritt gebe, sie liebe und ihnen Bewegung, Gedanken, Nahrung und Wasser schenke.
Alles, was sie sind und empfangen, ist die Wirkung meiner tätigen Liebe. Ist es daher nicht eine schreckliche Undankbarkeit, Mich nicht zu lieben? Es bedeutet, dass sie unsere Liebe zur Märtyrin machen, da Wir lieben und nicht wiedergeliebt werden.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 29. November 1937)

„Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden“ (Lk 10, 42)

Als ich diesen Morgen außerhalb meiner selbst war, hatte ich das Jesuskind in meinen Armen; und während ich mich daran erfreute, Ihn anzusehen, kam, ich weiß nicht wie, aus demselben Kind ein zweites heraus, und nach wenigen Augenblicken, ein drittes Kind, beide von Ihnen dem ersten ähnlich, obwohl untereinander verschieden. Von diesem Anblick erstaunt sagte ich:
„O, wie kann man das heilige Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit gleichsam mit Händen greifen, dass, während Ihr Einer seid, Ihr auch Drei seid!“ Mir schien, dass alle Drei von Ihnen zu mir sprachen, doch als das Wort herauskam, wurde es eine einzige Stimme:
„Unsere Natur ist aus reinster, einfachster, und mitteilsamer Liebe gebildet, und der Natur der wahren Liebe ist dies zu eigen: sie bringt völlig ähnliche Bilder von sich hervor, ähnlich an Macht, an Güte, an Schönheit und an allem, was sie enthält; und nur damit unsere Allmacht noch erhabener erscheint, setzt sie das Zeichen der Unterscheidung, dass nämlich diese unsere Natur sich gleichsam in Liebe verflüssigt – und da sie einfach ist, gibt es keinerlei Materie, welche die Vereinigung verhindern könnte – und Drei Personen bildet, dann verflüssigt sie sich wieder und bildet somit Einen Gott.
So wahr ist es, dass die Natur der wahren Liebe dieses Vorrecht hat, Abbilder hervorzubringen, die ihr völlig gleichen, oder das Bild des Geliebten anzunehmen, dass die Zweite Person bei der Erlösung der Menschheit, die Natur und das Bild des Menschen annahm, und dem Menschen die Gottheit mitteilte.“
Während die Drei Kinder dies sagten, konnte ich meinen geliebten Jesus sehr gut unterscheiden und erkannte das Bild der menschlichen Natur in Ihm, und nur Seinetwegen hatte ich das Vertrauen, in ihrer Gegenwart zu bleiben; wer hätte es sonst gewagt?
Ach ja, mir schien, dass die von Jesus angenommene Menschheit den Handel[sverkehr] für die Geschöpfe eröffnet hat, damit diese zum Thron der Gottheit aufsteigen könnten, um zur Unterhaltung mit Ihr zugelassen zu werden und Gnadenerlässe zu erhalten. O, welch glückliche Augenblicke verkostete ich, wie viele Dinge verstand ich!
Doch um etwas niederzuschreiben, müsste ich es dann tun, wenn meine Seele mit meinem lieben Jesus zusammen ist, da sie [dann] vom Leib befreit zu sein scheint. Doch wenn ich wieder eingesperrt bin, machen mich die Finsternis der Gefangenschaft, die Entfernung von meiner mystischen Sonne, der Schmerz, Ihn nicht zu sehen, unfähig, es zu beschreiben, und lassen mich sterbend leben.
Dennoch, ich bin gezwungen zu leben, angebunden und eingekerkert in diesem elenden Leib. Ach, Herr, hab Mitleid mit einer elenden Sünderin, die gebrechlich und gefangen lebt!
Zerbrich die Mauer dieses Kerkers bald, damit ich zu Dir fliegen kann und nicht mehr zurückkehre. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 23. Dezember 1900)

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Jesus nimmt sie zum Himmel, und die Engel bitten Ihn, sie den Völkern zu zeigen. Sie schwimmt in Gott und versucht, das Innere Gottes zu verstehen.
Diesen Morgen kam mein gebenedeiter Jesus und brachte mich aus mir heraus, mitten unter die Völker. Wer kann die Übel und Schrecken beschreiben, die zu sehen waren? So sagte Er ganz betrübt zu mir: „Meine Tochter, welch ein Gestank geht von der Erde aus! Sie sollte eigentlich mit dem Himmel eins sein, und da sie im Himmel nichts tun als Mich zu lieben, Mich zu preisen und Mir zu danken, sollte das Echo des Himmels die Erde absorbieren und daraus ein einziges bilden; doch die Erde ist unerträglich geworden, daher komme du und vereinige dich mit dem Himmel, und komme im Namen aller, um Mir für sie genugzutun.“
In einem Augenblick fand ich mich inmitten von Engeln und Heiligen. Ich kann nicht sagen wie, doch ich fühlte, wie das, was die Engel und Heiligen sangen und sagten, in mich einfloss; und ich machte, gleich wie sie, meinen Teil im Namen der ganzen Erde. Mein Jesus war ganz zufrieden und wandte sich dann an alle mit den Worten: „Seht eine engelhafte Note von der Erde! Wie befriedigt fühle Ich Mich!“
Während Er dies sagte, nahm Er mich, um mich gleichsam zu belohnen, in seine Arme, küsste mich über und über und zeigte mich dem ganzen Himmlischen Hof als einen Gegenstand seines teuersten Wohlgefallens.
Als sie das sahen, sagten die Engel: „Herr, wir bitten Dich, zeige den Völkern, was Du in dieser Seele gewirkt hast, mit einem wunderbaren Zeichen deiner Allmacht, zu deiner Ehre und zum Wohle der Seelen; halte die in ihr eingegossenen Schätze nicht länger verborgen, damit dies, wenn sie selbst deine Allmacht in einem anderen Geschöpf sehen und greifen, für die Bösen Anstoß zur Besserung sein möge, und zu größerem Eifer für jene guten Willens.“
Als ich dies hörte, fühlte ich mich von Angst erfasst, und mich völlig vernichtend, bis zu dem Punkt, dass ich mich wie einen winzig kleinen Fisch sah, warf ich mich in das Herz Jesu und sagte: „Herr, ich will nichts als Dich, und dass ich in Dir verborgen sei; das ist es, was ich stets von Dir erbeten habe, und was ich Dich bitte, in mir zu bestätigen.“
Als ich dies gesagt hatte, schloss ich mich selber im Inneren Jesu ein und schwamm gleichsam in den ausgedehntesten Meeren im Inneren Gottes. Da sprach Jesus zu allen: „Habt ihr das gehört? Sie will nichts als Mich, und in Mir verborgen zu sein; das ist ihre größte Freude.
Wenn Ich eine so reine Intention sehe, fühle Ich mich noch mehr zu ihr hingezogen; und da Ich ihr Missfallen sehe, wenn Ich mein Werk den Völkern mit einem wunderbaren Zeichen zeigen würde, werde Ich, um sie nicht traurig zu machen, nicht gewähren, worum Ihr mich gebeten habt.“
Die Engel schienen darauf zu bestehen, doch ich schenkte niemandem mehr Aufmerksamkeit; ich tat nichts als in Gott zu schwimmen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 2. Oktober 1901)