13In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. 14Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?
15Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. 16Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
17Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. 18Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
19Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! 20Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
21So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

„Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt“ (Lk 12,15)

… Eines Morgens – es war der Tag der Kreuzerhöhung – brachte mich mein lieber Jesus an die heiligen Stätten; zuerst sagte Er mir viele Dinge über den Wert des Kreuzes. Ich erinnere mich nicht mehr an alles, es ist kaum einiges:
„Meine Geliebte, willst du schön sein? Das Kreuz gibt dir die schönsten Züge, die im Himmel wie auf Erden gefunden werden können, sodass Gott sich darin verliebt, der alle Schönheit in Sich enthält.“
Jesus fuhr fort: „Willst du mit unermesslichen Reichtümern erfüllt werden – nicht für eine kurze Zeit, sondern für die ganze Ewigkeit? Gut dann, – das Kreuz wird dir all diese Arten von Reichtümern verleihen, von den kleinsten Cents, was die kleinen Kreuze sind, bis hin zu den größten Beträgen, den schwersten Kreuzen.
Und doch sind die Menschen so habgierig, einen zeitlichen Sold zu verdienen, den sie bald wieder hergeben müssen, und denken nicht daran, ewige „Münzen“ zu verdienen. Und wenn Ich aus Mitleid mit ihnen, der Ich ihre Sorglosigkeit um alles, was die Ewigkeit betrifft, sehe, ihnen gütig die Gelegenheit biete, [für den Himmel Schätze zu sammeln, indem Ich ihnen ein Kreuz gebe], dann werden sie wütend und beleidigen Mich, anstatt das Kreuz zu lieben.
Welch menschliche Torheit, sie scheinen es verkehrt zu verstehen. Meine Geliebte, im Kreuz sind all die Triumphe, alle Siege und die größten Gewinne, und du darfst kein anderes Ziel haben als das Kreuz, und es wird dir in allem genügen.
Heute will Ich dich zufrieden stellen; das Kreuz, das bisher nicht genügte, um dich auszustrecken, und dich vollständig zu kreuzigen, ist das Kreuz, das du bis jetzt getragen hast; aber da Ich dich ganz kreuzigen muss, benötigst du neue Kreuze, die Ich auf dich herabkommen lasse, daher werde Ich das Kreuz, das du bisher hattest, mit Mir in den Himmel nehmen, und es dem ganzen Himmlischen Hof als ein Pfand deiner Liebe zeigen; und Ich werde ein anderes, größeres vom Himmel herabsteigen lassen, um die brennenden Wünsche, die Ich mit dir habe, erfüllen zu können.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; 14. September 1899)

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… „Meine Tochter, die mächtigsten Feinde des Menschen sind die Liebe zum Vergnügen, zu den Reichtümern und zu den Ehren. Diese machen den Menschen unglücklich, denn sie dringen sogar bis in sein Herz ein und nagen ständig an ihm; sie verbittern ihn und sind so niederdrückend, dass er sein ganzes Glück verliert.
Ich habe auf Kalvaria diese drei Feinde geschlagen und dem Menschen die Gnade erworben, sie auch zu besiegen, und stellte die verlorene Glückseligkeit für ihn wieder her.
Doch der Mensch, stets undankbar und unachtsam, weist meine Gnade zurück und liebt diese Feinde verbissen, die das menschliche Herz in eine ununterbrochene Qual versetzen.“
Nachdem Er dies gesagt hatte entschwand Er, und ich verstand die Wahrheit dieser Worte mit solcher Klarheit, dass ich Abscheu und Hass für diese Feinde empfand. Möge der Herr stets gepriesen sein, und möge alles zu seiner Ehre sein. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 12. Oktober 1900)

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Als ich in meinem gewohnten Zustand war, befand ich mich zusammen mit dem gebenedeiten Jesus, der ein Bündel von Kreuzen und Dornen in seinen Armen trug, ganz müde und erschöpft. Als ich Ihn in diesem Zustand sah, fragte ich: „Herr, zu welchem Zweck mühst Du Dich so sehr mit diesem Bündel in den Armen ab?“
Und Er: „Meine Tochter, dies sind die Kreuze der Enttäuschung, die Ich stets bereithalte, um die Geschöpfe zu ernüchtern.“
Als Er dies sagte, befanden wir uns mitten unter Menschen, und sobald der gebenedeite Jesus einen sah, der sich an die Geschöpfe hängte, nahm Er das Kreuz der Verfolgung aus diesem Bündel und gab es ihm; und als sich diese Person verfolgt und unbeliebt sah, war sie enttäuscht und begriff, was die Geschöpfe waren, und dass Gott allein verdient, geliebt zu werden.
Wenn jemand dem Reichtum gegenüber anhänglich wurde, nahm Jesus aus diesem Bündel das Kreuz der Armut und reichte es ihm; und als jener sah, dass sich seine Reichtümer zerschlagen hatten und er nun arm war, verstand er, dass alles hier unten Rauch ist und die wahren Reichtümer jene sind, die ewig bleiben, und so hängte er sein Herz an alles, was ewig ist.
Wenn jemand anderer an seine Selbstschätzung und an Wissen gebunden war, nahm der gebenedeite Jesus voller Milde das Kreuz der Verleumdungen und Demütigungen und gab es ihm; und jener, beschämt und verleumdet, nahm sich gleichsam eine Maske ab und verstand seine eigene Nichtigkeit, sein Wesen und ordnete sein ganzes Inneres in der Ordnung auf Gott hin und nicht mehr auf sich selbst. Und so war es mit allen anderen Kreuzen.
Dann sprach mein gebenedeiter Jesus: „Hast du den Grund gesehen, weshalb Ich dieses Bündel von Kreuzen in meinen Armen trage? Die Liebe zu den Geschöpfen zwingt Mich dazu, der Ich in ständiger Bereitschaft für sie bin.
Tatsächlich, das Kreuz ist die erste Ernüchterung und das Erste, das die Werke der Geschöpfe richtet, sodass, wenn das Geschöpf sich ergibt, das Kreuz bewirkt, dass die Seele das Gericht Gottes umgehen kann, da Ich befriedigt bin, wenn sich jemand während seines Lebens dem Urteil des Kreuzes unterwirft.
Wenn er sich dann aber nicht ergibt, wird er sich in der Sphäre der zweiten Ernüchterung des Todes wiederfinden und mit härterer Strenge von Gott gerichtet werden; umso mehr, da er dem Urteil des Kreuzes ausgewichen ist, welches ein Gericht voller Liebe ist.“
Dann verschwand Er, und ich verstand auch, dass es zwar stimmt, dass Jesus das Kreuz liebt, doch oft ist es der Mensch selbst, der Jesus antreibt und provoziert, ihm das Kreuz zu geben; denn wenn der Mensch geordnet wäre, in Ordnung mit Gott, mit sich selbst und mit den Geschöpfen, wäre der Herr, keine Unordnung in ihm erblickend, befriedigt und würde ihm Frieden verleihen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 5. März 1903)

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„Meine Tochter, du bist allein mit Mir, Ich bin allein mit dir. Da du mit Mir allein bist, konzentriere Ich mein ganzes Selbst in dir, denn da du allein mit Mir bist, kann Ich dich ganz mit Mir ausfüllen.
Es gibt nichts in dir, wo Ich nicht meinen Platz einnehmen könnte, Ich wandle dich in Mich um, und wie ganz natürlich tritt die außerordentliche Gnade in dich ein. Wenn die Seele allein mit Mir ist, bin Ich frei zu tun, was Ich will, dann genieße Ich allein sie, und meine Liebe lässt Mich so viel in ihr tun, dass Ich bis zur Torheit gehe.
Ich wirke so viele meiner verliebten Kunstgriffe, dass, wenn man sie sehen oder hören könnte, alle Geschöpfe sagen würden: ‚Nur Jesus versteht es und kann auf so überraschende Art, so genial und so großartig lieben.‘
Ich mache das mit der Seele, die allein mit Mir lebt, wie es die Sonne täte, wenn sie ihr ganzes Licht über eine Pflanze fokussieren könnte. Diese Pflanze würde in sich das ganze Leben der Sonne aufnehmen und alle ihre Wirkungen genießen, während die anderen Pflanzen jeweils nur eine Wirkung empfangen, die für die Natur ihrer Pflanze reicht.
Da die erste jedoch das ganze Leben der Sonne empfängt, empfängt sie zugleich alle Wirkungen, die das Licht enthält. So handle Ich: Ich konzentriere in ihr mein ganzes Leben, und es gibt nichts von Mir, das Ich sie nicht genießen lasse.
Wer jedoch nicht allein mit Mir ist, ist ohne Licht, da Ich mein Leben nicht [in ihm] konzentrieren kann, er fühlt die Last der Finsternis, sein Wesen ist in ebenso viele Teile gespalten, wie viele Dinge er liebt.
Wenn er also die Erde liebt, fühlt er sich gespalten mit der Erde, wenn er die Geschöpfe, die Vergnügungen, die Reichtümer liebt, fühlt er sich wie in Stückchen zerteilt, sodass er bald von der einen, bald von der anderen Seite her angezogen wird, und sein armes Herz zwischen Ängsten und Befürchtungen und bitteren Enttäuschungen lebt. Das ganze Gegenteil gilt für den, der nur mit Mir lebt.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 10. November 1927)

„Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern“ (Lk 12, 20)

Diesen Morgen war ich ganz bedrückt und leidend, als ich meinen geliebten Jesus kurz sah, und auch viele Leute inmitten von großem Elend. Dann unterbrach Er sein, schon mehrere Tage andauerndes Schweigen und sprach:
„Meine Tochter, der Mensch wird zuerst in Mir geboren und empfängt daraus die Prägung der Gottheit; wenn er dann aus Mir heraustritt, um aus dem Mutterschoß wiedergeboren zu werden, trage Ich ihm auf, einen kleinen Abschnitt des Weges zu gehen; am Ende dieses Weges lasse Ich Mich von ihm finden und empfange ihn von neuem in Mir und lasse ihn ewig mit Mir leben.
Du siehst also, wie vornehm der Mensch ist, woher er kommt und wohin er geht, und was seine Bestimmung ist. Wie groß sollte also die Heiligkeit dieses Menschen sein, der aus einem so Heiligen Gott hervorgeht?
Doch auf diesem Weg zu Mir zurück, zerstört der Mensch in sich das Göttliche, das er empfangen hat; er pervertiert sich selbst auf eine Art, dass Ich ihn bei der Begegnung, bei der Ich ihn wieder in Mir aufnehmen möchte, nicht mehr erkenne und die göttliche Prägung nicht mehr in ihm erblicke; Ich finde in ihm nichts von Mir, und da Ich ihn nicht wiedererkenne, verurteilt ihn meine Gerechtigkeit dazu, auf dem Weg der Verdammnis zu wandeln.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 17. Februar 1901)

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… „Meine Tochter, je mehr Dinge sich die Seele hier versagt, umso mehr davon wird sie dort, im Himmel besitzen; je ärmer sie also auf Erden ist, umso reicher ist sie im Himmel; auf je mehr Genüsse, Vergnügungen, Unterhaltungen, Reisen und Spaziergänge sie auf Erden verzichtet, umso mehr Wonnen und Freuden wird sie in Gott erhalten.
O, wie wird sie in den Weiten des Himmels umher spazieren, besonders in den unermesslichen Himmels der Eigenschaften Gottes, da nämlich jedes Attribut ein weiterer Himmel, ein weiteres Paradies ist.
Und von den Seligen, treten einige gleichsam an den Anfang der Attribute Gottes ein, einige gehen in deren Mitte, andere noch höher; und je mehr sie sich darin ergehen, umso mehr Freuden und Vergnügen genießen sie und unterhalten sie sich.
Wer also die Erde verlässt, ergreift den Himmel, und sei es nur in den kleinesten Dingen. Daraus folgt: wer mehr verachtet ist, ist dort mehr geehrt, wer kleiner ist, ist größer, wer sich mehr unterwirft, besitzt mehr Herrschaft usw.
Und doch, wer von den Sterblichen denkt daran, auf etwas auf Erden zu verzichten, um es im Himmel ewig zu besitzen? Fast niemand.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 7. September 1908)

„So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist“ (Lk 12,21)

Ich segelte im Lichtmeer des Göttlichen FIAT und folgte seinen Akten: o, wie gut begriff ich, dass alles Gute in Ihm ist! Da bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, solange die Seele nicht den Göttlichen Willen in sich herrschen lässt, wird sie stets unglücklich und unruhig sein; denn wie gut, heilig, gelehrt, reich sie auch sei, wird sie spüren, dass ihr die Fülle der Seligkeit und das Meer des Friedens fehlt, damit sie von keiner Seite beunruhigt und ihre Freude geschmälert werden kann.
So wird ihre Glückseligkeit nur halb so groß und ihr Friede vermindert sein, und da er nicht vollständig ist, wird die fehlende Hälfte die Tür für Traurigkeit und Beunruhigung offenhalten. Siehst du, auch in der natürlichen Ordnung ist dies so.
Wenn einer reich ist und ihm nichts fehlt und seine zehn, zwanzig Millionen oder Milliarden besitzt, aber weiß, dass er noch mehr erwerben und noch reicher sein könnte, ist er unruhig und unglücklich.
Seine Reichtümer gleichsam zur Seite stellend, ist er ganz Fuß, ganz Werk, ganz Wort, ganz Auge für den Erwerb weiterer Reichtümer. Der Arme, wie könnte er glücklich und zufrieden sein, wenn ihm die Quelle der Güter fehlt, die zu ihm sagt: „Ruhe dich aus, alles ist dein, und alles, was du willst, ist in deiner Macht“?
Ein anderer ist König, aber wie unglücklich ist er unter dieser Krone: Angst um den Verlust seines Reiches, Hoffnung und Begierde, weitere Reiche zu erwerben, auf Kosten von Kriegen die ganze Welt zu beherrschen! So ist der Besitz eines Reiches nichts anderes als ein Einfallstor, um den armen König unglücklich und unruhig zu machen.
Ein dritter ist gelehrt, doch da er nicht alle Wissenschaften besitzt und sich bewusst ist, dass er sich noch weitere aneignen könnte, ruht er nicht und fühlt sich weder glücklich noch zufrieden. Wie oft fühlt er sich vor einem anderen, gebildeterem als er selbst, gedemütigt und ist unglücklich, da ihm die Fülle der Wissenschaft fehlt!
So ist es auch in der übernatürlichen Ordnung. Einer ist gut, aber nimmt in sich nicht den Besitz der Quelle der Güte wahr, da er fühlt, dass bei Gelegenheit seine Geduld schwach, seine Beständigkeit im Guten unregelmäßig ist, seine Nächstenliebe sehr oft hinkt, sein Gebet unbeständig ist.
Das macht ihn unglücklich und unruhig, denn er sieht, dass seine Güte nicht vollständig ist, sie ist gleichsam halbiert, und die fehlende Hälfte gereicht ihm zur Qual und macht ihn unglücklich. Der Ärmste! Wie klar erkennt man, dass ihm das Reich meines Willens fehlt, denn wenn Er in ihm regieren würde, besäße er die Quelle der Güte, die zu ihm spräche: „Ruh dich aus, alles ist in deiner Macht: die Quelle der Geduld, der Festigkeit, der Nächstenliebe, des Gebetes.“
Wenn er in sich die Quelle wahrnimmt, würde er spüren, wie sich in und außerhalb von ihm das Meer der Seligkeit und des Friedens ausbreitet, und Traurigkeit und Unruhe fänden keinen Weg mehr in sein Inneres.
Wieder ein anderer ist heilig, doch in gewissen Umständen fühlt er die Quelle der Heiligkeit nicht in sich, das Licht, das alles erkennen lässt und ihm alles zeigt – den Weg und die Seligkeit. Seine Gotteserkenntnis ist nicht vollständig, der Heroismus der Tugenden schwankt in ihm.
So ist er bei all seiner Heiligkeit weder glücklich noch friedvoll, denn da ihm die totale Herrschaft meines Göttlichen FIAT fehlt, mangelt ihm die Quelle des Lichtes, welche den Keim aller Übel in den Schatten stellt und diesen durch die Quelle des Glücks und des Friedens ersetzt.
Solange also die Geschöpfe nicht meinen Willen herrschen lassen, wird man in der Welt nicht einmal eine Idee, noch wahre Kenntnis davon haben, was der wahre Friede und die Fülle der Seligkeit bedeuten.
Keine Dinge, so gut und heilig sie auch seien, werden ihre Fülle besitzen, denn da ihnen die Herrschaft und Regierung meines Höchsten Willens fehlt, fehlt ihnen das, was ihnen die Quelle aller Glückseligkeit mitteilt. Da Er nämlich die Quelle ist, kann man [aus ihr] das entnehmen, was man will und wie man will.
Dies ist der Grund für meine Bemühungen, dass mein Wille bekannt werde und sein Reich unter den Menschen errichte: weil Ich sie glücklich sehen möchte mit jener Seligkeit, die Ich ihnen bei ihrer Erschaffung verlieh, als sie aus dem Schoß ihres Schöpfers hervorgingen, Der alle möglichen und vorstellbaren Glückseligkeiten besitzt.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 3. September 1927)