Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis (Mt 13,44-46)
44In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
45Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.
„In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker“ (Mt 13,44)
Das Göttliche Wollen scheint mich mit seinen forschenden Augen ständig zu beobachten, ob in meinem ganzen Inneren sein anbetungswürdiger Wille als erster Akt fließt, und mit bewundernswerter und göttlicher Eifersucht erfüllt und umgibt Er alles; Er achtet auch nicht darauf, ob der Akt klein oder groß ist, sondern darauf, ob das Leben seines Willens in ihm strömt; denn der ganze Wert und die Größe eines Aktes werden bekräftigt, wenn sein Wille darin ist; alles Übrige wird, wie groß es auch sei, zu einem ganz dünner Schleier, der genügt, um den großen Schatz zu bedecken und zu verbergen, das unvergleichliche Leben des Göttlichen Willens.
Als nun mein Geist ganz mit dem Göttlichen Willen beschäftigt war, sagte Jesus, mein Höchstes Gut, der unaussprechlichen Genuss darin zu finden scheint, über seinen Willen zu sprechen, voller Güte zu mir:
Meine gesegnete Tochter, damit ein Akt der Seele Mir gefällt, und mein Wille sein vollständiges Leben in ihm bilden kann, muss das ganze Innere der Seele seinen Mittelpunkt in meinem Fiat haben!
Ihr Wille muss meinen Willen wollen, ihr Verlangen muss brennend ersehnen, was Er wünscht, ihre Affekte und Neigungen müssen Ihn anstreben und nur darauf bedacht sein, das Leben meines Willens in ihrem Akt zu empfangen.
Das Herz muss das Leben meines Willens lieben und in seinen Herzschlag einschließen, ihr Gedächtnis muss sich [ständig] an ihn erinnern und der Verstand Ihn [unaufhörlich] betrachten. So muss alles in dem Akt zentriert sein, in welchem mein Wille sein Leben bilden möchte.
Um ein Leben zu bilden, sind Wille, Sehnsucht, Herz, Affekte, Neigungen, Gedächtnis und Intellekt des Geschöpfes nötig, sonst könnte man nicht von einem vollständigen und vollkommenen Leben sprechen.
So wünscht also mein Göttlicher Wille, der sein Leben im Akt des Geschöpfs bilden möchte, dass die Seele ganz in ihrem Akt konzentriert sei, in dem Leben, das Er bilden will, sonst könnte man es nicht vollständiges und vollkommenes Leben nennen.
Daher also möchte mein Wille alles, um das Leben seiner Liebe in der Liebe der Seele zu erwidern. Er will seine Sehnsüchte und göttlichen Neigungen in jenen der Seele vorfinden, seinen unerschaffenen Herzschlag im geschaffenen Herzschlag, sein ewiges Gedächtnis im endlichen Gedächtnis, mit einem Wort: Er wünscht alles.
Er will in allem frei sein, um ein vollständiges und kein halbes Leben heranbilden zu können. Wenn die Seele Ihm ihr Leben übergibt, so tauscht mein Göttlicher Wille dies gegen sein Leben aus.
Erst dann ist sein Leben fruchtbar und bringt im Schleier des Geschöpfs, der Ihn bedeckt, Liebe, Wünsche, Neigungen und Erinnerung hervor, die [alle] ganz von Ihm sind. Er gestaltet in der Seele das große Wunder seines Lebens im Geschöpf.
Anderenfalls könnte man nicht von Leben sprechen, sondern es wäre einfach nur Anhänglichkeit an meinen Willen, Zustimmung zu Ihm, und nicht einmal in allem, sondern nur zum Teil; daher würde es weder die Wirkungen noch die Güter hervorbringen, die Er besitzt.
Ein Gleichnis dafür wäre die Sonne: besäße ihr Licht nicht Wärme, Süßigkeiten, Geschmacksrichtungen, Düfte und Farben, könnte sie nicht die schönen Regenbogenfarben, die mannigfaltige Süßigkeit, die lieblichen Geschmäcker und Düfte bilden.
Wenn sie diese der Erde verleiht, so deshalb, weil sie sie selbst besitzt. Wenn sie diese nicht besäße, wäre es kein wahres Leben des Lichtes, sondern ein steriles Licht ohne Fruchtbarkeit.
So kann auch die Seele, wenn sie den Raum ihres ganzen Inneren nicht meinem Willen übergibt, nicht seine nie verlöschende Liebe, die göttlichen Süßigkeiten und Geschmacksrichtungen und all das besitzen, woraus das Leben meines Willens besteht.
Behalte daher nichts von dir und für dich zurück, so wirst du Uns die große Ehre erweisen, dass Wir ein Leben unseres Willens auf Erden haben, das von deiner sterblichen Hülle verschleiert ist. Und du wirst das große Glück haben, Ihn zu besitzen.
Du wirst in deiner Hülle wie ein stürmisches Meer die Wonne, die Freuden, die Festigkeit im Guten, die Liebe, die immer liebt, die Süßigkeit und Geschmäcker fließen fühlen. Die Eroberungen deines Jesus werden auch die deinen sein.
Deine Hülle wird die Aufgabe der Leiden hier unten fortsetzen, doch sie wird ein Leben des Göttlichen Willens besitzen, das sie unterstützt; und mein Wille wird sie benützen, um das Leben seiner göttlichen Eroberungen und Siege in menschlicher Verkleidung zu führen.
Daher stets voran in meinem Willen!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 8. Juli 1934)
„Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie” (Mt 13,46)
… Ich erinnere mich, dass Jesus eines Tages, als es mir schlecht ging, sagte: „Meine Tochter, was würde geschehen, wenn die Musik in der Welt aufhörte?“
Ich sagte: „Herr, welche Musik könnte aufhören?“
Er fügte hinzu: „Meine Geliebte, deine Musik; denn wenn die Seele für Mich leidet, betet, Wiedergutmachung leistet, Mich preist, Mir ständig dankt, ist dies eine ständige Musik für mein Ohr, die Mich davon ablenkt, die Bosheit der Erde wahrzunehmen, und somit auch die angemessenen Geißeln zurückhält.
Nicht nur das, sondern es ist auch Musik im Geist der Menschen und hält sie davon ab, noch Schlechteres zu tun. Wenn Ich dich von der Erde wegnähme, würde die Musik dann nicht aufhören?
Für Mich bedeutet dies nichts, denn es wäre nichts anderes, als sie von der Erde in den Himmel zu versetzen, und anstatt auf der Erde, hätte Ich sie im Himmel. Doch wie soll die Welt fortbestehen?“
Da dachte ich mir: „Das sind die üblichen Vorwände, um mich nicht mitzunehmen. Es gibt so viele gute Seelen in der Welt, die so viel für Gott tun, und unter all diesen Seelen nehme ich vielleicht bloß den letzten Platz ein.
Und doch sagt Er, dass die Musik aufhören würde, wenn Er mich abholt? Es gibt so viele, die bessere [Musik] für Ihn machen!“
Während ich darüber nachdachte, kam Er wie ein Blitz und fügte hinzu: „Meine Tochter, was du sagst, ist wahr. Es gibt viele gute Seelen, die viel für Mich tun; doch wie schwierig ist es, eine zu finden, die Mir alles gibt, damit auch Ich Mich ganz schenken kann!
Einige halten ein wenig Selbstliebe oder Selbstschätzung zurück, andere eine Zuneigung, sei es auch für heilige Menschen, andere eine kleine Eitelkeit, manche behalten eine kleine Anhänglichkeit an die Erde zurück, andere ein Interesse.
Mit einem Wort, die einen haben diese Kleinigkeit, andere jene. Alle behalten etwas Eigenes für sich und das verhindert, dass alles in ihnen göttlich sein kann.
Da also das, was von ihnen kommt, nicht durchwegs göttlich ist, wird ihre Musik in meinem Ohr und im Geist der Menschen nicht diese Wirkungen hervorbringen können.
Deshalb werden ihre vielen Werke nicht diese Wirkungen hervorbringen, noch Mir so gefallen können wie das Wenige, das jemand tut, der nichts für sich zurückhält und sich ganz Mir hingibt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 7. Februar 1904)
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… Und ich: ‘Sag mir, gibst Du mir einen ersten Platz in deinem Willen?”
Jesus lächelte: „Ja, ja, Ich verspreche es dir, aus meinem Willen werde Ich dich niemals mehr heraustreten lassen, und du wirst nehmen und tun, was immer du willst.”
Und ich: ‘Jesus, ich will arm sein, arm und ganz klein, ich will nichts von deinen Dingen, es ist besser, wenn Du selbst sie behältst. Nur Dich will ich, und wenn ich die Dinge brauche, wirst Du sie mir geben, nicht wahr, o Jesus?
Und Jesus: „Bravo, bravo, meine Tochter. Endlich habe Ich eine gefunden, die nichts will. Jeder will etwas von Mir, aber nicht Alles, d.h. Mich allein, doch indem du nichts wolltest, wolltest du alles, und hier liegt die ganze Feinheit und Raffinesse der wahren Liebe.”
Ich lächelte, und Jesus verschwand. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 24. Februar 1912)
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O Macht des Göttlichen Willens, wie verstehst Du es, die Dinge zu verwandeln! Wo Du bist, lässt Du alles schön und gut aussehen, ja verzierst mit deinem Licht sogar die Leiden und lässt sie wie seltene und kostbare Perlen aussehen, welche Meere der Freude und Seligkeit in sich bergen!
Wie viel vermagst Du doch zu tun, Göttlicher Wille! Unter deiner Herrschaft des Lichtes kann man nur schweigen, Dich lieben und Dir nachfolgen! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 3. Februar 1929)


