6Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. 7Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
19Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, 20bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
21Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. 22Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?
23Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. 24Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
25Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? 26Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt 27und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
28Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

„Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht“ (Gv 1,8)

Diesen Morgen wollte mein süßester Jesus mich meine eigene Nichtigkeit mit eigenen Händen greifen lassen. Im Augenblick, als Er sich sehen ließ, waren die ersten Worte, die Er an mich richtete, diese: „Wer bin Ich, und wer bist du?“
In diesen zwei Worten erblickte ich zwei unermessliche Lichter: in einem begriff ich Gott, im anderen sah ich mein Elend, mein Nichts. Ich sah, dass ich nichts als ein Schatten war, gerade so wie der Schatten, der von der Sonne gebildet wird, wenn sie die Erde erleuchtet: er ist abhängig von der Sonne, und wenn die Sonne sich an andere Orte entfernt, hört der Schatten außerhalb ihres Glanzes auf, zu existieren.
So ist mein Schatten, d.h. mein Sein, von der mystischen Sonne, von Gott abhängig, die diesen Schatten in einem einfachen Augenblick auflösen kann. Was soll man darüber sagen, wie ich diesen Schatten verformt habe, den der Herr mir gegeben hat, der nicht einmal mein Eigentum ist?
Der bloße Gedanke daran ist erschreckend; stinkend, faulig, und voller Würmer. Und doch war in solch schrecklichem Zustand gezwungen, vor einem so heiligen Gott zu stehen. O, wie froh wäre ich gewesen, wenn ich mich in den dunkelsten Abgründen verbergen hätte können!
Dann sprach Jesus mir: „Die größte Gunst, die Ich einer Seele erweisen kann, ist, sie sich selbst erkennen zu lassen. Die Selbsterkenntnis und die Gotteserkenntnis gehen zusammen; je mehr du dich selbst kennst, umso mehr kennst du Gott.
Wenn die Seele sich erkannt hat, da sie sieht, dass sie nichts Gutes aus sich selbst heraus tun kann, wandelt sie diesen Schatten ihres Wesens in Gott um, und es kommt dann so weit, dass sie alle ihre Werke in Gott verrichtet, dass die Seele in Gott ist und neben Ihm geht, ohne zu schauen, ohne nachzuforschen, ohne zu reden – mit einem Wort, als ob sie tot wäre, denn da sie ihre Nichtigkeit gründlich erkennt, wagt sie nichts aus sich heraus zu tun, sondern folgt blind der Flugbahn der Werke des Wortes.“…(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 2. Juni 1899)

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Nachdem ich die hl. Kommunion empfangen hatte, befand ich mich in einem großen Licht: Es war Jesus selbst und Er sagte zu mir:
„Meine Tochter, alles, was Licht ist, gehört ganz Mir, nichts davon dem Geschöpf.
Dieses [Geschöpf] gleicht einer Person, die von Sonnenstrahlen umflossen ist. Wenn sie das Licht, das sie genießt, sich selber zuschreiben wollte, wäre sie töricht und hirnlos.
Es könnte jedoch eines sein, dass diese Person, anstatt sich am Sonnenlicht zu freuen, sagt: ‚Ich möchte im Schatten gehen’, und sich aus dem Licht zurückzieht.
Die Seele, die sich aus meinem Licht zurückzieht, bleibt dunkel, und die Finsternis kann nichts anderes als Böses hervorbringen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 28. Oktober 1906)

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An diesem Morgen kam mein süßer Jesus und sprach zu mir: „Meine Tochter, bleibe nicht in dir, in deinem Willen, sondern tritt ein in Mich und in meinen Willen.
Ich bin unermesslich, und nur wer unendlich ist, kann die Akte, sooft er will, vervielfältigen; wer in der Höhe ist, kann der Niederung Licht spenden; siehst du nicht die Sonne?
Da sie in der Höhe weilt, ist sie Licht für jedes Auge, ja jeder Mensch kann die Sonne zu seiner Verfügung haben, wie wenn sie ganz ihm gehörte.
Die Pflanzen, die Bäume, die Flüsse, die Meere hingegen, die unten am Boden sind, stehen nicht allen zur Verfügung, sie können nicht wie hinsichtlich der Sonne sagen: ‚Wenn ich will, mache ich mir alles zu eigen, obwohl auch die anderen es genießen können.‘
Dennoch empfangen alle Dinge am Boden die Wohltat der Sonne, jener das Licht, dieser die Wärme, die Fruchtbarkeit und die Farbe.
Nun, Ich bin das ewige Licht, Ich stehe am höchsten Punkt, und je mehr Ich in der Höhe bin, desto mehr befinde Ich Mich überall und auch tiefer unten; und somit bin Ich das Leben aller, als wäre Ich allein für jeden einzelnen da.
Wenn du also allen Gutes tun willst, tritt in meine Unermesslichkeit ein, lebe in der Höhe, losgeschält von allem und auch von dir selbst.
Sonst wäre Erdreich rund um dich, und dann könntest du eine Pflanze sein, ein Baum, aber niemals eine Sonne, und anstatt zu geben, müsstest du empfangen, und das Gute, das du tun wirst, wäre so eng begrenzt, dass man es zählen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. Juli 1918)

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… „Du sollst wissen, dass zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer viele elektrische Leitungen der Kommunikation und der Einheit bestehen, die es beinahe unzertrennlich von Mir machen, vorausgesetzt, dass es sich nicht meinem Willen entzogen hat, denn dies würde nichts anderes bedeuten, als die Verbindungsdrähte zu kappen und die Einheit zu zerbrechen.
Das Leben des Schöpfers fließt, mehr als die Elektrizität, im Geschöpf und es fließt in Mir, mein Leben breitet sich im Geschöpf aus.
Bei der Erschaffung verband Ich meine Weisheit mit seiner Intelligenz, damit sie nichts anderes sei als die Widerspiegelung der Meinen, und wenn der Mensch mit seiner Wissenschaft ein solches fast unglaubliches Ausmaß erreicht, so deswegen, weil sie der Widerschein der Meinigen ist, die sich in der seinen widerspiegelt.
Wenn sein Auge von einem Licht belebt ist, ist es nichts anderes als der Widerschein meines ewigen Lichtes, das sich in dem seinigen spiegelt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 4. November 1921)

„Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt“ (Joh 1,26)

Ich dachte bei mir: „Jesus sagt so viele Dinge über seinen Heiligsten Willen, aber es scheint, dass er nicht verstanden wird, selbst von den Beichtvätern nicht: sie scheinen voll Zweifel, und angesichts eines so unermesslichen Lichtes, werden sie weder erleuchtet noch gedrängt, einen so liebenswürdigen Willen zu lieben.
Während ich nun dies dachte, sagte mein immer liebenswürdiger Jesus zu mir, indem Er seine Arme um meinen Hals legte:
„Meine Tochter, wundere dich nicht darüber: wer nicht ganz von seinem eigenen Wollen leer ist, kann keine sichere Erkenntnis von dem Meinen haben, denn der menschliche Wille bildet die Wolke zwischen dem Meinen und dem seinen und verhindert die Erkenntnis des Wertes und der Wirkungen, die mein Wille enthält; aber trotzdem können sie nicht sagen, dass Er nicht Licht sei.
Siehst du, auch die Dinge, die man hier unten sehen kann, werden vom Menschen nicht verstanden. Wer kann jemals aussagen, wie Ich die Sonne erschaffen habe, wie viel Licht und Wärme sie enthält?
Und doch sehen die Menschen sie, erfreuen sich ihrer Wirkungen, den ganzen Tag lang ist sie bei ihnen, ihre Wärme und ihr Licht begleiten sie überall; und trotzdem verstehen sie es weder, noch sind sie in der Lage, ihre Höhe, ihr Licht und ihre Wärme zu beschreiben, und wenn jemand in die Höhe aufsteigen wollte, um dies zu erfahren, so würde ihn das Licht blenden und die Hitze versengen.
So ist der Mensch gezwungen, die Augen gesenkt zu halten und sich des Lichtes zu erfreuen, ohne es erforschen zu können, und sich damit begnügen festzustellen: Es ist die Sonne.
Wenn nun dies mit der sichtbaren Sonne geschieht, die Ich zum natürlichen Wohl des Menschen erschuf, so trifft das umso für die Wahrheiten zu, die o wie viel mehr Licht und Wärme als selbst die Sonne enthalten!
Insbesondere die Wahrheiten, die sich auf meinen Willen beziehen, die ewige Wirkungen, Güter und Werte enthalten! Wer kann jemals all das ermessen, was Er enthält?
Es wäre, als wollte man sich auslöschen, und es wäre besser, die Stirn zu neigen und das Licht zu genießen, das meine Wahrheit mit sich bringt, es zu lieben und sich dieses kleine Licht zu eigen zu machen, das der menschliche Verstand begreift, und nicht, weil man nicht die ganze Fülle des Lichtes versteht, es wie etwas zur Seite zu stellen, was einem nicht gehört.
Obwohl also die Sonne nicht begriffen wird, erfreuen sich die Mensch dennoch ihres Lichtes so viel sie können, um zu arbeiten, zu gehen, zu schauen, und o!, wie sehr ersehnen sie den Tag, auf dass das Licht sie begleite und mit ihnen lebe.
Meine Wahrheiten aber, die mehr als das Licht sind, die die Sonne des Tages im menschlichen Geist aufgehen lassen, werden weder geachtet, noch geliebt, noch ersehnt, sondern für ein Nichts gehalten: Welcher Schmerz!
Wenn Ich jedoch sehe, dass sie meine Wahrheiten beiseitelegen, so stelle Ich diese Seelen beiseite und erlaube meinen Wahrheiten, ihren Lauf bei jenen Seelen zu machen, die sie lieben und ersehnen und sich ihres Lichtes bedienen, um ihr Leben zu modellieren und mit ihnen eins zu werden.
Glaubst du, dass Ich dir alles über die Wahrheiten, die Wirkungen und den Wert, den mein Wille in sich birgt erzählt habe? O, wie viele weitere Sonnen muss Ich aufgehen lassen!
Wundere dich nicht, wenn du nicht alles verstehst, begnüge dich, in seinem Licht zu leben, und dies genügt Mir“.(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 23. Juni 1922)

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… „Meine Tochter, wie viel wird mein Wille darüber bekannt machen, was meine Menschheit in diesem Göttlichen Willen wirkte! Meine Menschheit musste die Erlösung, um sie vollkommen und vollständig zu wirken, in der Sphäre der Ewigkeit bewerkstelligen: von daher erkennst du die Notwendigkeit eines Ewigen Willens.
Hätte mein menschlicher Wille nicht einen Ewigen Willen bei sich gehabt, wären alle meine Akte beschränkt und begrenzt gewesen, mit Diesem jedoch sind sie endlos und unendlich.
Daher mussten meine Leiden und mein Kreuz grenzenlos und unendlich sein, und der Göttliche Wille bewirkte, dass meine Menschheit all jene Leiden und Kreuze fand, sodass Er Mich über die ganze Menschheitsfamilie, vom ersten bis zum letzten Menschen, ausdehnte; und Ich absorbierte alle Arten von Leiden in Mich, und jedes Geschöpf stellte mein Kreuz dar; mein Kreuz war daher so lang, wie alle Jahrhunderte sind und sein werden, und so weit wie die Menschengeschlechter.
Es war nicht nur das kleine Kreuz von Kalvaria, an das Mich die Juden geheftet hatten, dieses war nur ein Gleichnis des langen Kreuzes, an dem Mich der Höchste Wille gekreuzigt hielt.
So bildete jedes Geschöpf die Länge und Breite des Kreuzes, und indem sie es bildeten, wurden sie in eben dieses Kreuz gleichsam eingepfropft; und nicht nur der Göttliche Wille, der Mich darüber ausbreitete und Mich kreuzigte, bildete mein Kreuz, sondern alle jene, die dieses Kreuz formten.
Deshalb brauchte Ich die Sphäre der Ewigkeit, welche dieses Kreuz aufnehmen sollte, der irdische Raum hätte nicht genügt, um es zu fassen.
O, wie sehr werden Mich die Menschen lieben, wenn sie erkennen, was meine Menschheit im Göttlichen Willen tat, was der Göttliche Wille Mich aus Liebe zu ihnen leiden ließ!
Mein Kreuz war nicht aus Holz, nein, es waren die Seelen. Sie waren es, deren Herzschlag Ich am Kreuz fühlte, auf das der Göttliche Wille Mich ausstreckte, und Ich ließ Mir keine entgehen.
Allen gab Ich ihren Platz, und um jeder Seele einen Platz zu geben, streckte Mich der Göttliche Wille auf so qualvolle Weise und unter so furchtbaren Leiden aus, dass Ich die Leiden der Passion dagegen einen „kleinen Trost“ nennen könnte.
Beeile dich also, dass mein Wille alles bekannt mache, was dieses Ewige Wollen in meiner Menschheit gewirkt hat.
Diese Kenntnis wird so viel Liebe in den Menschen aufkeimen lassen, dass sie sich beugen werden, um meinen Willen unter ihnen herrschen zu lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 16. Februar 1923)

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… “Die Kenntnis öffnet die Tore zu diesen Schätzen, die man kennenlernt, und je mehr Wahrheiten über meinen Willen Ich dir offenbarte, desto mehr verschiedene Türen zu Gütern, Licht, Gnade, und Göttlicher Teilhabe tat Ich dir auf.
Diese Türen sind offen für dich; und [im Maß,] wie diese Kenntnisse mitten unter die Menschen gelangen, werden sich ihnen diese Türen auftun, denn die Kenntnis lässt die Liebe zum erkannten Gut aufkommen; und die erste Tür, die Ich öffnen werde, wird mein Wille sein, um die kleine Tür ihres eigenen Willens zu schließen.
Mein Wille wird sie den ihren verabscheuen lassen, denn vor meinem Willen ist der des Menschen handlungsunfähig. Im Licht des Meinen sehen die Seelen, wie unbedeutend und zu nichts nütze ihr Wille ist; so werden sie folglich in diese Göttlichen Kenntnisse eindringen und je nach ihren Bemühungen [, meinen Willen zu erlangen,] ihren eigenen zur Seite stellen.
Überdies sollst du wissen, wenn Ich dir eine Erkenntnis über meinen Willen mitteile, dann entscheide Ich mich [erst dann], dir eine weitere Tür meiner Kenntnis zu öffnen, wenn du in deine Seele all das Gut [der Wahrheit] hast eindringen lassen, das Ich dir geoffenbart habe.
Wenn Ich nicht so täte, hättest du bloß die Nachricht über dieses Gute, aber du würdest es [selbst] nicht besitzen. Und dies kann Ich nicht tun: wenn Ich spreche, wünsche Ich, dass die Seele die Segnungen besitzt, die Ich ihr zu erkennen gebe.
Übe dich daher aufmerksam in meinem Willen, damit Ich dir weitere Türen meiner Kenntnisse öffne und du noch tiefer in die Göttlichen Besitztümer eintrittst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 30. Mai 1925)