39In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. 40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
41Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt 42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

„Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib“ (Lk 1, 41)

… „Meine Tochter, die Königin des Himmels wirkte bei der Erlösung kein Wunder, denn ihre Lebensumstände erlaubten Ihr nicht, Totenerweckungen und Krankenheilungen zu wirken.
Da nämlich ihr Wille der Wille Gottes Selbst war, so tat und wollte das, was ihr Gott tat und wollte, auch Sie. Sie hatte keinen anderen Willen, um von Gott Wunder und Heilungen zu erbitten, da Sie ihrem menschlichen Willen nie Leben gewährte.
Und um Wunder von diesem Göttlichen Willen zu erbitten, hätte Sie sich des ihren [getrennt vom Göttlichen Willen] bedienen müssen, was Sie nicht tun wollte, denn dies wäre ein Abstieg in die menschliche Ordnung gewesen.
Die Erhabene Königin wollte aber nie einen Schritt außerhalb der Göttlichen Ordnung tun, und wer in dieser [Ordnung] steht, muss das wollen und tun, was sein Schöpfer will und tut.
Besonders, da Sie im Leben und Licht dieses Göttlichen Willens sah, dass das, was ihr Schöpfer wollte und tat, das Bessere, Vollkommenere und Heiligere war, auch für die Geschöpfe.
Wie konnte Sie daher von der Höhe der Göttlichen Ordnung herabsteigen? Daher wirkte Sie nur das große Wunder, das alle Wunder einschloss – die Erlösung – die gewollt war von jenem selben Willen, von Dem Sie beseelt war, der das universelle Gut brachte, und zwar jedem, der dies wünscht.
Während die erhabene Himmlische Mutter im Leben kein sichtbares Wunder tat, weder Heilungen, noch Totenerweckungen, wirkte und wirkt Sie Wunder in jedem Augenblick, zu allen Stunden und an allen Tagen.
Sobald die Seelen sich bereiten und bereuen – wobei Sie selbst ihnen die Disposition zur Reue verleiht – vervielfältigt Sie ihren Jesus, die Frucht ihres Leibes und gibt Ihn jeder Seele vollständig, als Bestätigung des großen Wunders, das dieses Himmlische Geschöpf nach Gottes Wunsch tun sollte.
Die Wunder, die Gott selbst geschehen lassen will, sollen ohne Vermischung mit dem menschlichen Willen geschehen. Es sind andauernde Wunder, denn sie entspringen aus der Göttlichen Quelle, die nie versiegt, und damit man sie empfange, genügt es, sie zu wollen.
Nun gleichen deine Umstände denen der unvergleichlichen Himmelskönigin. Da du das Reich des Höchsten FIAT bilden sollst, darfst du weder etwas anderes wollen als das, was mein Göttlicher Wille will und tut, noch darf dein Wille Leben haben, selbst wenn es dir scheint, dass du den Geschöpfen damit etwas Gutes erweist.
Wie meine Mutter keine anderen Wunder tun wollte als dieses, ihren Jesus den Geschöpfen zu geben, so ist es auch bei dir: das von meinem Willen gewünschte Wunder ist jenes, dass du dazu beiträgst, den Menschen meinen Willen zu geben und Ihn bekannt zu machen, damit Er herrsche.
Mit diesem Wunder wirst du mehr tun als alles, du wirst das Heil, die Heiligkeit, den Adel der Geschöpfe sicherstellen und auch die körperlichen Übel von ihnen verbannen, die daherkommen, weil mein Göttlicher Wille nicht regiert.
Nicht nur das, sondern du wirst einen Göttlichen Willen unter den Menschen in Sicherheit bringen und Ihm die ganze Herrlichkeit und Ehre wiederherstellen, welche der Undank der Menschen Ihm geraubt hat.
Das ist der Grund, warum Ich dir nicht erlaubt habe, das Wunder der Heilung (an P. Di Francia) zu wirken, sondern du hast an ihm das große Wunder gewirkt, ihn meinen Willen erkennen zu lassen.
So hat er die Erde im Besitz dieses Willens verlassen und genießt Ihn nun im Ozean des Lichtes des Göttlichen Willens – dies ist mehr als alles.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 1. Juni 1927)

„Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk 1, 43)

Mein Leben im Göttlichen Willen dauert an. Seine Liebe ist so groß, dass Er mich in seinem Licht verbirgt, damit ich nichts anderes sehe, höre oder berühre als seinen Heiligsten Willen.
Ja, vielmehr machte mir an diesem Morgen meine Himmlische Mutter eine süße und teure Überraschung: als ich die Heilige Kommunion empfangen hatte, zeigte Sie sich in meinem Inneren, wie verschmolzen mit dem Jesuskind.
Sie hielt Jesus ganz fest an ihr mütterliches Herz und mit ihren Armen bedeckt. So musste ich, um Ihn zu sehen und mit meiner kleinen Liebe zu erfreuen, mich ihren Armen hingeben, damit auch ich mit Ihnen ganz innig vertraut sei und lieben könne, wie sich Jesus und die Königin Mutter liebten.
O, wie glücklich waren Sie, dass ich zusammen mit Ihnen leben wollte! Während ich mich fest an Sie drückte, sprach die Erhabene Königin voller Güte und Zärtlichkeit zu mir: „Meine geliebte Tochter, wisse, dass ich die Trägerin Jesu bin. Das war ein Geschenk, das mir das Höchste Wesen anvertraute.
Als sich der Höchste sicher war, dass Ich [die nötige] Gnade, Liebe, Macht und den Göttlichen Willen selbst hatte, um Ihn zu bewachen, zu verteidigen und zu lieben, da übergab Er Mir das Geschenk, d.h. das Ewige Wort, das in meinem Schoß Fleisch wurde, mit den Worten: ‚Unsere Tochter, Wir machen Dir das große Geschenk des Lebens des Gottessohnes, damit Du darüber verfügst und es schenkst, wem immer Du willst.
Wisse Ihn jedoch zu verteidigen, lasse Ihn niemals allein in dem, dem Du Ihn schenkst, um Ersatz zu leisten, wenn sie Ihn nicht lieben, Wiedergutmachung zu leisten, wenn sie Ihn beleidigen. Du wirst so handeln, dass nichts dem Anstand, der Heiligkeit, der Reinheit fehle, die Ihm gebühren.
Gib acht, es ist das größte Geschenk, das Wir Dir bereiten. Wir verleihen Dir die Macht, Ihn so oft Du willst zu bilokieren, sodass jeder, der möchte, dieses große Geschenk empfangen und besitzen kann.’
Nun ist dieser Sohn Mein, Er ist mein Geschenk, und als das Meinige kenne Ich seine Liebesgeheimnisse, seine Ängste und Sehnsüchte. Diese sind so glühend, dass sie Ihn zum Weinen bringen und Er unter wiederholtem Schluchzen zu Mir sagt: ‚Meine Mama, gib Mich den Seelen, Ich will Seelen.’
Ich will das, was Er wünscht und kann sagen, dass Ich zugleich mit Ihm seufze und weine, da Ich möchte, dass alle meinen Sohn besitzen, doch muss Ich sein Leben in Sicherheit bringen, das große Geschenk, das Gott Mir anvertraut hat.
Siehe, das ist also der Grund, warum Ich, wenn Er sakramental in die Herzen herabsteigt, gemeinsam mit Ihm herabsteige, als Sicherstellung meines Geschenkes. Ich kann Ihn nicht alleine lassen.
Wenn mein armer Sohn nicht seine Mama hätte, die zusammen mit Ihm hinabsteigt, wie schlecht würden sie Ihn behandeln! Manche sagen Ihm nicht einmal ein herzliches ‚Ich liebe Dich’, und Ich muss Ihn [dafür] lieben.
Einige empfangen Ihn zerstreut und ohne einen Gedanken an das große Geschenk, das sie erhalten, und Ich ergieße mich über Ihn, damit Er ihre Zerstreuungen und Kälte nicht empfinde. Andere bringen Ihn zum Weinen, und Ich muss seine Tränen trocknen und sanft die Seele tadeln, Ihn nicht [mehr] zu betrüben.
Wie viele bewegende Szenen spielen sich in den Herzen ab, die Ihn im Sakrament empfangen! Es gibt Seelen, die Ihn nie genug lieben können, und Ich gebe ihnen meine Liebe und auch die Seinige, damit sie Ihn lieben.
Das sind himmlische Szenen, und die Engel selbst sind davon hingerissen, und Wir trösten Uns [gleichzeitig] für die Leiden, welche die anderen Geschöpfe Uns zugefügt haben.
Doch wer kann dir alles sagen? Ich bin die Trägerin Jesu, Er möchte auch nicht ohne Mich gehen, sodass, wenn sich der Priester anschickt, die Konsekrationsworte über die Heilige Hostie zu sprechen, Ich mit meinen Mutterhänden Flügel bilde, damit Er durch meine Hände zur Konsekration herabsteige.
Wenn unwürdige Hände Ihn berühren, lasse ich Ihn die Meinen fühlen, die Ihn verteidigen und mit meiner Liebe bedecken. Doch das ist noch nicht genug: Ich wache stets, um zu sehen, ob die Geschöpfe meinen Sohn wollen, sodass, wenn z.B. ein Sünder seine schweren Sünden bereut und das Gnadenlicht in seinem Herz aufbricht, Ich ihm als Bekräftigung der Vergebung sofort Jesus bringe und an alles Nötige denke, damit Er in diesem bekehrten Herzen bleibt.
Ich bin die Bringerin Jesu, und zwar deshalb, weil Ich in Mir das Reich seines Göttlichen Willens besitze. Dieser offenbart Mir, wer Ihn wünscht, und Ich eile, ja fliege, um Ihn zu bringen, ohne Ihn jedoch je zu verlassen.
Ich bin nicht nur seine Trägerin, sondern beobachte und höre auch auf alles, was Er in den Seelen tut und zu ihnen sagt. Glaubst du, dass Ich nicht bei den so zahlreichen Lektionen anwesend war und zuhörte, die mein geliebter Sohn dir über seinen Göttlichen Willen gab?
Ich war dabei und hörte jedes Wort, das Er dir sagte. In jedem Wort dankte Ich meinem Sohn und fühlte Mich doppelt verherrlicht, dass Er von dem Reich sprach, das Ich bereits besaß, welches mein ganzes Glück und der Grund für das große Geschenk meines Sohnes war.
Als Ich Ihn sprechen hörte, sah Ich, wie das Glück meiner Kinder mit dem Meinen verbunden, gleichsam auf das Meine aufgepfropft wurde. O, wie freute Ich Mich! Alle Lehren, die Er dir gegeben hat und noch mehr, alles ist bereits in mein Herz eingeschrieben.
Als Ich sah, wie Jesus sie dir wiederholte, genoss Ich in jeder Lehre ein weiteres Paradies. Und wann immer du unaufmerksam und vergesslich warst, bat Ich um Vergebung für dich und ersuchte Ihn, seine Lehren zu wiederholen.
Um mich zufriedenzustellen, wiederholte Er, da Er seiner Mama nichts verweigern kann, dir seine schönen Lehren. Meine Tochter, Ich bin immer mit Jesus, manchmal jedoch verberge Ich Mich in Ihm, und Er scheint alles ohne Mich zu tun.
Ich bin aber in seinem Inneren, wirke mit und bin über das informiert, was Er tut. Ein andermal verbirgt Er Sich in seiner Mama und lässt Mich alleine handeln, doch wirkt Er immer zugleich mit.
Dann wiederum enthüllen Wir Uns beide gemeinsam, und die Seelen sehen die Mutter und den Sohn, die sie so sehr lieben, und zwar je nachdem, wie die Umstände und ihr Wohl es erfordern.
Oft können Wir Uns aus Liebe nicht zurückhalten und handeln im Übermaß an ihnen. Doch sei dir sicher, dass dort, wo mein Sohn ist, Ich bin, und dort, wo Ich bin, mein Sohn ist.
Es ist dies ein Auftrag, der Mir vom Höchsten Sein gegeben wurde, dessen Ich Mich weder entledigen kann noch will; umso mehr, als dies die Freuden meiner Mutterschaft sind, die Früchte meiner Schmerzen, die Herrlichkeit des Reiches, das Ich besitze, der Wille und das Wohlgefallen der Heiligsten Dreifaltigkeit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 28. Mai 1937)

„Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“ (Lk 1, 45)

Diesen Morgen fühlte ich mich ganz bedrückt, da der Monsignore mich besucht hatte und meinte, er sei sich nicht sicher, dass es Jesus Christus wäre, der in mir wirkt. Als der gebenedeite Jesus kam, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, um einen Gegenstand gut zu begreifen, braucht es Glauben, denn ohne diesen ist alles im menschlichen Intellekt dunkel, während doch der Glaube allein ein Licht im Geist entzündet, und man mittels dieses Lichtes mit Klarheit, Wahrheit und Irrtum unterscheiden kann, wann die Gnade wirkt, wann die menschliche Natur oder wann der Teufel.
Schau, das Evangelium ist allen bekannt, doch wer versteht die Bedeutung meiner Worte und die Wahrheiten, die es in sich schließt? Wer bewahrt sie in seinem Herzen und macht aus ihnen einen Schatz, um sich das ewige Königreich zu erwerben?
Jener, der glaubt. Alle anderen verstehen nicht nur gar nichts, sondern bedienen sich meiner Worte, um sie zu verspotten und sich einen Spaß aus den heiligsten Dingen zu machen.
So kann man sagen, dass alles in den Herzen jener eingeschrieben ist, die glauben, hoffen und lieben, während für die übrigen [es so ist, wie wenn] nichts geschrieben ist.
So ist es bei dir: wer ein wenig Glauben hat, sieht die Dinge klar und findet die Wahrheit; wer keinen hat, sieht die Dinge ganz verwirrt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. Januar 1903)

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Die Beraubungen meines süßen Jesus dauern an, und als Er sich kurz blicken ließ, sagte ich zu Ihm: „Sag mir, meine Liebe, womit habe ich Dich beleidigt, dass Du ferne von mir fliehst? Ach! Mein Herz blutet wegen dieses scharfen Schmerzes!”
Jesus fragte: „Hast du dich etwa aus meinem Willen zurückgezogen?” Und ich: „Nein, nein, der Himmel bewahre mich vor einem solchen Unglück!” Und Er: „Warum fragst du Mich dann, womit du Mich beleidigt hast? Erst wenn die Seele sich aus meinem Willen zurückzieht, beginnt die Schuld.
Ach, meine Tochter! Um meinen Willen in Fülle in Besitz zu nehmen, musst du in dir alle Seelenzustände aller Menschen konzentrieren, und wenn du einen Seelenzustand durchlebst, so beherrschst du ihn.
So war es bei meiner Mutter und bei meiner Menschheit selbst. Welche Leiden, welche Seelenzustände waren doch in Uns konzentriert! Meine teure Mutter blieb manchmal im Zustand des reinen Glaubens, und meine seufzende Menschheit war wie zermalmt unter dem enormen Gewicht aller Sünden und Leiden aller Geschöpfe.
Doch während des Leidens behielt Ich weiter die Herrschaft über alle Güter, die diesen Sünden und Leiden der Geschöpfe entgegengesetzt waren, und meine liebe Mutter blieb Königin des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, sowie Herrscherin über das Licht, sodass sie allen Glauben, Hoffnung, Liebe und Licht geben konnte.
Um geben zu können, muss man zuerst besitzen, und dazu ist es notwendig, diese Leiden in sich zu konzentrieren, und mit Ergebenheit und Liebe die Leiden in Wohltaten, die Finsternis in Licht, die Kälte in Feuer umzuwandeln.
Mein Wille ist die Fülle, und wer in Ihm leben soll, muss die Herrschaft über alle möglichen und vorstellbaren Güter erringen, soweit es einem Geschöpf möglich ist. Wie viele Wohltaten könnte Ich doch allen spenden, und wie viele kann meine unzertrennliche Mutter gewähren!
Und wenn Wir nicht mehr geben, so deshalb, weil niemand da ist, der es entgegennimmt; Wir schenken, weil Wir alles gelitten haben und unsere Wohnstätte in der Fülle des Göttlichen Willens war, als Wir auf Erden waren.
Nun ist es an dir, diesem unserem Weg zu folgen und zu wohnen, wo Wir gewohnt haben. Glaubst du, dass das Leben in unserem Willen etwas Unbedeutendes ist oder dass es jedem anderen, selbst einem heiligen Leben gleicht?
Ach, nein, nein! Es ist das Alles, hier musst du alles umschließen, und wenn dir etwas entschlüpft, kannst du nicht behaupten, in der Fülle unseres Willens zu leben. Sei daher aufmerksam und setze stets deinen Flug in meinem Ewigen Wollen fort.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 23. Mai 1923)

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… Danach dachte ich mir, wie hart doch die Beraubung meines süßen Jesus sei, man fühlt den wahren Tod der Seele. Es geschieht wie beim Leib, wenn die Seele sich von ihm trennt: während er [noch immer] dieselben Glieder besitzt, sind diese jedoch des Lebens entleert und reglos, ohne Bewegung und haben keinen Wert mehr. So scheint mir meine kleine Seele ohne Jesus zu sein.
Sie besitzt dieselben Fähigkeiten, aber ist des Lebens beraubt. Ist Jesus weggegangen, so ist das Leben, die Bewegung, die Wärme zu Ende, und somit ist die Pein qualvoll, unbeschreiblich und mit keinem anderen Schmerz vergleichbar. Ach, die Himmlische Mutter hat diese Pein nicht gelitten, denn ihre Heiligkeit machte Sie unzertrennlich von Jesus, und deshalb war Sie Seiner nie beraubt!”
Doch während ich dies dachte, bewegte sich mein geliebter Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, du täuschst dich. Wenn die Seele Meiner beraubt ist, so ist dies nicht Trennung, sondern Schmerz; du hast Recht, wenn du sagst, dass sie mehr als tödlich ist, aber dieser Schmerz hat die Eigenschaft, die unzertrennliche Einheit mit Mir nicht zu trennen, sondern mit noch stärkeren und festeren Banden zu verbinden.
Nicht nur das, sondern jedes Mal, wenn die Seele ohne ihre Schuld gleichsam Meiner beraubt ist, erstehe Ich für sie zu neuem Leben von Kenntnissen auf, indem Ich Mich noch mehr begreifen lasse, Ich gebe ihr neue Liebe, indem Ich sie noch mehr liebe, und neue Gnade, um sie zu bereichern und zu verschönern.
Sie ersteht zu neuem göttlichem Leben, zu neuer Liebe und zu neuer Schönheit, denn es ist gerecht, dass, wenn die Seele tödliche Leiden erduldet, ihr Leben durch neues göttliches Leben ersetzt wird. Wäre dies nicht so, so würde Ich mich von der Liebe des Geschöpfes besiegen lassen, was nicht sein kann.
Außerdem stimmt es nicht, dass die Höchste Königin nie Meiner beraubt war – getrennt von Mir war Sie nie, jedoch auch beraubt, aber dies tat der Erhabenheit ihrer Heiligkeit keinen Abbruch, sondern mehrte sie noch.
Wie oft beließ Ich Sie im Zustand des reinen Glaubens, denn da Sie die Königin der Schmerzen und die Mutter aller Lebenden sein sollte, konnte Ihr die schönste Zierde und die strahlendste Perle nicht fehlen, die Ihr die Charakteristik der Königin der Märtyrer und erhabenen Mutter aller Schmerzen verlieh.
Diese Pein, im reinen Glauben gelassen zu sein, disponierte Sie dazu, das Pfand meiner Lehren, den Schatz der Sakramente und aller Güter meiner Erlösung zu empfangen. Da nämlich meine Beraubung die größte Pein ist, versetzt sie die Seele in den Umstand, dass sie die Schatzkammer der größten Güter ihres Schöpfers, seiner höchsten Erkenntnisse und Geheimnisse zu werden verdient.
Wie oft habe Ich an dir nicht so gehandelt? Nach einer meiner Beraubungen tat Ich dir die höchsten Kenntnisse über meinen Willen kund und machte dich somit schließlich zur Schatzwalterin, nicht nur seiner Kenntnisse, sondern meines Willens selbst.
Und die Höchste Königin musste außerdem als Mutter alle Seelenzustände besitzen, daher auch den Zustand des reinen Glaubens, um ihren Kindern diesen unerschütterlichen Glauben geben zu können, der Blut und Leben hingeben lässt, um den Glauben zu verteidigen und zu bezeugen.
Wenn Sie diese Gabe des Glaubens nicht besessen hätte, wie hätte Sie diese ihren Kindern geben können?“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 22. August 1926)