27In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? 28Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.
29Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! 30Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.
31Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen. 32Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.
33Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. 34Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
35Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

„Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen?“ (Mk 8,27)

Ich fühle das Leben des Göttlichen Willens in mir, das von Liebe überfließt. Wenn Er sich bewegt, entströmen Ihm Liebesmeere, die alle erfüllen und zu allen Herzen sprechen: ‚Ach, schaut Mich doch an, erkennt Mich und empfangt Mich in euren Herzen! Überlasst Mir die Herrschaft! Ich komme, beladen mit all meinen Gütern, um gemeinsam mit euch zu leben, doch leider werde Ich nicht erkannt, ja die Menschen lehnen Mich sogar ab.
Da Ich nicht erkannt werde, haben meine höchsten Rechte der Liebe keine Geltung, keine Wirksamkeit für sie, meine Güter bleiben bei Mir, ohne dass Ich sie meinen Kindern schenken kann.’
So spürte ich die Akte des Göttlichen Willens auf. Beim blauen, sternenübersäten Gewölbe angekommen, rief ich die Bewohner des Himmels und der Erde zusammen, damit wir alle gemeinsam mit unserer kleinen Liebe die unendliche Liebe Gottes erwidern mögen, der mit so viel Liebe den ausgedehnten Himmel erschaffen hat, um uns gleichsam in seiner Liebe zuzudecken und zu verbergen.
Darum sind alle ohne Ausnahme verpflichtet, Ihn zu lieben, Ihn, der uns so sehr geliebt hat. Als ich das nun tat, besuchte Jesus, mein Höchstes Gut, meine kleine Seele und sprach liebevoll zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wenn du wüsstest, mit welcher Liebe Ich dich erwartet habe, dass du deine Einladung an alle richten mögest, damit Ich in deinem Akt die Erwiderung der Liebe von allen wahrnehmen könne!
Sobald du zu rufen beginnst, läute Ich die Glocke für die Bewohner des Himmels und der Erde und höre damit [erst] auf, wenn Ich sehe, dass alle in deinen Akt geeilt sind. Die ersten sind die Himmelsbewohner: da sie in meinem Willen leben, können und wollen sie sich nicht ausschließen; sie nehmen ja den ‚einigenden‘ Göttlichen Willen wahr, der sie in diesem Akt vereinigt. Vielmehr warten sie voll Sehnsucht darauf, dass jemand sie ruft, um Mir in der Liebe die Vergeltung darzubringen.
Da es ein Geschöpf von der Erde ist, das sie ruft, welches seinen freien Willen besitzt, spüren sie, dass sie Mir in ihm neue Liebe geben können. O, wie freuen sie sich beim Klang meiner Glocke und begeben sich eilends in diesen Akt des Geschöpfs, das Mich zu lieben wünscht! Von den Erdenbewohnern aber, die nicht alle in meinem Willen leben, hören nur sehr wenige den vibrierenden Ton meiner Glocke.
Wenn Ich dann alle zusammen in diesem Akt sehe, begibt sich unsere Gottheit aufmerksam in liebevolle Erwartung. Wie schön ist es doch, in diesem Akt unzählige Stimmen zu vernehmen, die Uns sagen: ‚Wir lieben Dich, Wir lieben Dich und erkennen aus deinen Werken, wie sehr Du uns geliebt hast, und für alle vergelten wir Dir mit Liebe!’
Verwundet von diesen Stimmen, sendet unser Höchstes Wesen weitere Liebesmeere aus und bedeckt und erfüllt alle mit solchen Freuden und Wonnen, dass alle hingerissen sind und mittels dieses Geschöpfes ein zusätzliches Paradies genießen. Wer in unserem Willen lebt, gibt Uns den Raum für neue Werke und lässt unsere Liebe noch stärker hervorquellen.
Da Wir sie nicht zurückhalten können, lassen Wir neue Liebesmeere entspringen, um das Geschöpf zu lieben und von ihm geliebt zu werden. O, wie sehr lieben Wir es doch! Wisse, dass das, was für unser Höchstes Sein am vordringlichsten ist, die Gesellschaft des Geschöpfes ist. Wir wollen weder ein einsamer Gott, noch in weiter Entfernung von den Menschen sein.
Die Vereinsamung hat nie großartige Werke oder Freuden hervorgebracht. Die Begleitung, die Gesellschaft hingegen lässt die Frucht des Guten heranreifen und erweckt die schönsten Werke. Wir haben deswegen so viele Dinge erschaffen, um so oft, wie Wir Dinge erschufen, die Gelegenheit der Gesellschaft des Menschen zu haben. Und da Wir das, was Wir einmal getan haben, stets im Akt sind zu tun, ist einer, der in unserem Willen lebt, stets in unserer Gesellschaft.
Diese Seele erfährt [an sich] unseren schöpferischen Akt, und Wir empfangen die Herrlichkeit, die Erwiderung von der geschaffenen Liebe. Darum verkosten Wir ihre Gesellschaft in den himmlischen Sphären, in der strahlenden Sonne, im Hauch des Windes, in der Luft, die alle einatmen, im Rauschen des Meeres. Überall und an allen Orten folgt sie Uns nach, verteidigt Uns und erwidert unsere Liebe. Sie kann nicht ohne Uns leben und kann nicht sein, ohne Uns zu lieben. Und Wir können nicht ohne sie sein und halten sie daher voll Eifersucht fest an unsere göttliche Brust gedrückt.“
Dann fügte Er hinzu: „Die Gesellschaft der Seele ist Uns so teuer, dass Wir unsere Erholung mit ihr verbringen. Wir treffen die größten Entscheidungen für unsere Herrlichkeit und erfüllen unsere Pläne zum Wohle der Menschengeschlechter, während Wir in Gesellschaft sind. Unsere Liebe erhebt sich zu neuem Leben und ist dabei, neue Erfindungen der Liebe zu machen und neue Überraschungen, um die Geschöpfe zu fesseln, Uns stets und immer mehr zu lieben.
Wenn Wir nicht die Gesellschaft [der Menschen] hätten, bei wem sollten Wir unser Herz ausschütten? Mit wem sollten Wir unsere Pläne machen? Worauf sollte sich unsere Liebe, die sich stets ergießt, stützen? So wären unsere Güter ohne Gesellschaft zurückgedrängt und eingeschränkt, ohne dass Wir all das verwirklichen könnten, was Wir aus Liebe zu den Geschöpfen tun wollen.
Siehst du also, wie nötig die Gesellschaft der Seele für unsere Liebe, für unsere Werke und die Erfüllung unseres Willens ist?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 6. Dezember 1937)

„Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mk 8, 33)

… „Meine Tochter, Ich möchte das wahre ‚Verzehrt-werden‘ in dir, aber nicht in der Phantasie, sondern ein wirkliches, aber in einfacher und durchführbarer Art und Weise. Stell dir vor, es kommt dir ein Gedanke, der nicht für Mich ist: du musst ihn vernichten und ihn durch den göttlichen ersetzen, und so hast du die Aufzehrung des menschlichen Gedankens durchgeführt und das Leben des göttlichen Gedankens erlangt. Wenn das Auge etwas ansehen will, das Mir missfällt oder sich nicht auf Mich bezieht, und die Seele tötet sich ab, so hat sie das menschliche Auge ‚verzehrt‘ und das Auge des göttlichen Lebens errungen, und so ist mit allem Übrigem deines Wesens.
O, wie fühle Ich diese neuen göttlichen Leben in Mir strömen, die an all meinem Wirken teilnehmen! Ich liebe diese neuen Leben so sehr, dass Ich Mich aus Liebe zu ihnen allem beuge. Jene Seelen sind die ersten vor Mir, und wenn Ich sie segne, werden durch sie die anderen gesegnet. Sie sind die erst-gesegneten, erst-geliebten, und durch sie werden die anderen gesegnet und geliebt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 21. Mai 1913)

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Ich versenkte mich ganz in den Heiligen Willen Gottes, und mein süßer Jesus, Der sich in meinem Inneren bewegte, sprach zu mir: „Meine Tochter, wie schön ist es, eine Seele zu sehen, die sich in meinen Willen versenkt! Sobald sie das tut, nimmt der geschaffene Herzschlag seinen Platz und sein Leben im unerschaffenen Herzschlag ein und bildet einen einzigen mit Ihm, und läuft und pocht gemeinsam mit dem ewigen Herzschlag. Dieses Pochen im ewigen Schlag seines Schöpfers stellt die größte Seligkeit des Menschenherzens dar. Mein Wille lässt den menschlichen Herzschlag sich zum Flug erheben, und dieser schwingt sich auf zum Mittelpunkt seines Schöpfers.”
So fragte ich Ihn: „Sag mir, meine Liebe, wie oft kreist dein Wollen in allen Geschöpfen?” Und Jesus: „Meine Tochter, mein Wille macht in jedem menschlichen Herzschlag seine vollständige Runde (kreist in jedem.. ) durch die ganze Schöpfung. Und wie das Herz im Geschöpf ständig schlägt, und wenn der Herzschlag endet, auch das Leben zu Ende geht – so kreist mein Wille, um den Geschöpfen Göttliches Leben zu geben, mehr als der Herzschlag umher und bildet den Herzschlag meines Willens in jedem Herzen. Du siehst also, wie mein Wille in jedem Geschöpf der primäre Herzschlag ist, und sein eigener ist [erst] der zweite; ja noch mehr, wenn der Mensch seinen Herzschlag spürt, so ist das kraft des Herzschlags meines Willens; ja dieser mein Wille erzeugt sogar zwei Herzschläge: einen im Herzen des Menschen für das körperliche Leben, und einen in der Seele für das Leben der Seele.
Doch möchtest du wissen, was dieser Herzschlag meines Willens im Menschen tut? Wenn er denkt, strömt und kreist mein Wille wie Blut in den Adern der Seele und gibt ihr Göttliche Gedanken ein, damit sie die menschlichen Gedan- ken abtue und den Gedanken meines Willens den ersten Platz einräume. Wenn sie spricht, beansprucht das Wort meines Willens seinen Platz. Wenn sie arbeitet, geht oder liebt, möchte mein Wille den Platz ihrer Aktivitäten, ihrer Schritte und ihrer Liebe. Die Liebe und Eifersucht meines Willens im Geschöpf sind so groß, dass dies geschieht: wenn die Seele denken will, macht sich mein Wille in diesem Seinem Herzschlag selbst zum Gedanken; wenn sie schauen will, macht Er sich zum Auge, wenn sie sprechen, arbeiten oder gehen möchte, macht Er sich zum Wort, zur Arbeit oder zum Fuß, wenn sie lieben will, macht Er sich zur Glut…. Mit einem Wort, Er fließt und kreist in jedem geschöpflichen Akt, um darin Seinen ersten Platz einzunehmen, der Ihm zusteht.
Doch zu unserem größten Kummer verweigert Ihm das Geschöpf diesen Ehrenplatz und weist seinem eigenen menschlichen Willen diesen Platz zu; daher ist mein Wille gezwungen, so im Geschöpf zu verbleiben, als hätte Er keinen Gedanken, kein Auge, kein Wort, keine Hände, keine Füße – und ohne dass Er Sein Leben im Mittelpunkt der Seele des Menschen entfalten könnte. Welch ein Schmerz! Welch höchste Undankbarkeit!
Doch willst du wissen, wer Mir freie Hand lässt und meinen Willen als Herzschlag des Lebens in seiner Seele wirken lässt? Jene Seele, die in meinem Willen lebt…. O, wie gut kann mein Wille in ihr sein Leben entfalten und macht sich zum Gedanken ihres Gedankens, zum Auge ihres Auges, zum Wort ihres Mundes, zum Herzschlag ihres Herzens, usw.! O wie rasch verstehen Wir Uns mit einem, der in meinem Willen lebt; mein Wille erreicht [in ihm] sein Ziel, dass Er nämlich Sein Leben in der Seele des Menschen heranbilden kann!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 6. Oktober 1924)

„Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten“ (Mk 8, 35)

Dann überlegte ich: „Jesus freut sich so sehr, wenn ich die vielen Glückseligkeiten genieße, die Er in der Schöpfung verstreut hat; warum bereitet Er mir dann so viel Schmerz und macht mich unglücklich, sodass ich mich ohne Ihn sogar wie leblos fühle? Und wenn ich mich ohne Leben fühle, verlieren alle Seligkeiten das Leben über meine arme Seele!“ Da erwiderte Jesus:
“Meine Tochter, wenn du den Nutzen meiner Entbehrungen kennen würdest! Du fühlst dich ohne Mich leblos und quasi tot, und doch wird genau über diesem Schmerz und diesem Tod mein neues Leben gestaltet. Dieses neue Leben bringt dir die neuen Mitteilungen des Lebens meines Göttlichen Willens. Da nämlich dein Leid ein Göttliches Leid ist, das die Eigenschaft besitzt, dich den Tod erleiden zu lassen, ohne jedoch zu sterben – so hat dieses Leid [auch] die Kraft, mein eigenes Leben mit dem Zauber meiner Wahrheiten wieder erstehen zu lassen. Der Schmerz meiner Entbehrung bereitet meinem neuen Leben den Platz und disponiert deine Seele zur Anhörung und zum Verständnis der wichtigen Wahrheiten über mein FIAT. Hätte Ich dich nicht so oft Meiner beraubt, so hättest du die neuen Überraschungen deines Jesus und seine vielen Lehren nicht bekommen.
Hast du nicht selbst gesehen, wie du, nachdem du Meiner beraubt warst und dachtest, dass alles für dich zu Ende sei, mein Leben in dir wieder erstand, und Ich Mich voller Liebe und ganz festlich daran machte, dir meine Lehren zu geben? Wenn Ich dich also Meiner beraube, bleibe Ich verborgen in dir und bereite die Arbeit für dich vor, sowie mein neues Leben, das wiedererstehen soll. Auch Ich erlitt die Todespein, um alle Menschen in der Pein meines Todes wieder erstehen zu lassen. Der Tod, der in der Göttlichen Ordnung und zur Erfüllung des Göttlichen Willens erlitten wird, bringt Göttliches Leben hervor, damit alle Geschöpfe dieses Göttliche Leben empfangen mögen.
Und nachdem Ich so viele Tode erlitten hatte, wollte Ich wirklich sterben – wie viele Güter brachte meine Auferstehung nicht hervor? Man kann behaupten, dass mit meiner Auferstehung alle Schätze der Erlösung wieder auferstanden, und so erstanden alle Güter für die Geschöpfe zugleich wieder auf, sowie ihr eigenes Leben. Sei daher aufmerksam und lass Mich machen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 13. Dezember 1928)

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Ich war weiterhin in meinem armseligen Zustand, da schien es, dass Er öfter als einmal kam, und ich schien Ihn als Kind zu sehen, wie von einem Schatten umgeben. Er sagte zu mir: „Tochter, empfindest du nicht die Frische meines Schattens? Ruhe darin aus, dann wirst du Erholung finden.“
Wir schienen gemeinsam in seinem Schatten zu ruhen, und ich fühlte mich in seiner Nähe wieder ganz gestärkt. Dann fuhr Er fort: „Meine Geliebte, wenn du Mich liebst, möchte Ich, dass du weder in dich, noch außerhalb von dir blickst, noch darauf schaust, ob du warm oder kalt bist, ob du viel oder wenig tust, ob du leidest oder dich freust. All das muss in dir vernichtet werden und du sollst deine Augen allein darauf richten, ob du für Mich so viel tust, wie du kannst und alles, um Mir zu gefallen.
Die anderen Gesinnungen können Mir nicht gefallen, so hoch, erhaben und betriebsam sie auch sein mögen, noch meine Liebe zufriedenstellen. O wie viele Seelen verfälschen die wahre Andacht und profanieren die heiligsten Werke mit ihrem eigenen Willen, indem sie immer sich selbst suchen!
Und wenn die Seele auch in den heiligen Dingen ihre eigene Art und ihren Geschmack und ihre eigene Befriedigung sucht und somit sich selbst findet, flüchtet sie vor Gott und findet Ihn nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 31. Juli 1904)

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Ich war weiter in meinem gewohnten Zustand und betete gerade; und während ich betete, machte ich die Meinung, in den Göttlichen Willen einzutreten; und dort machte ich mir alles zu eigen, was in Ihm existiert. Ihm entgeht ja nichts an Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem. Und ich machte mich zur Krone von allem und brachte im Namen aller, meine Huldigung, meine Liebe, meine Genugtuung usw. vor die Göttliche Majestät. Da bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, das wahre Leben der Seele in meinem Willen, ist nichts anderes als die Gestaltung ihres Lebens in dem meinigen; es bedeutet, all dem, was sie tut, meine eigene Form zu verleihen. Ich tat nichts anderes als alle meine inneren und äußeren Akte in meinem Göttlichen Willen fliegen zu lassen. Ich schickte jeden Gedanken meines Verstandes auf Reisen, damit er über jedem Gedanken aller Geschöpfe, die schon in meinem Willen existierten, schwebe; und mein Gedanke – der über allen schwebte – machte sich gleichsam zur Krone eines jeden menschlichen Intellekts und brachte der Majestät des Vaters die Huldigung, Anbetung, Verherrlichung, Liebe und Sühne jedes erschaffenen Gedankens dar. Und so tat Ich es mit meinen Blicken, meinen Worten, meinen Bewegungen, meinen Herzschlägen und meinen Schritten.
Wenn die Seele nun in meinem Willen leben will, muss sie ihrem Verstand die Gestalt des Meinen geben, ihre Blicke in die Form der Meinen umgestalten, ihre Worte, Bewegungen, Herzschläge und Schritte in die Gestalt der Meinen formen. Indem sie so tut, verliert die Seele ihre eigene Form und erwirbt die Meine. Sie tut nichts anderes, als dem menschlichen Sein beständig den Todesstoß zu versetzen und dem Göttlichen Willen andauernd Leben zu spenden. So wird die Seele fähig sein, das göttliche Leben meines Willens in sich selbst zu vervollständigen; andernfalls wird dieses Wunder nie völlig verwirklicht und diese Gestalt nie ganz nach der meinen modelliert sein.
Es ist allein mein ewiger, unermesslicher Wille, der die Seele alles vorfinden lässt. Das Vergangene und Zukünftige reduziert Er auf einen einzigen Punkt, und in diesem einen Punkt findet sie alle schlagenden Herzen, jeden Verstand, der tätig ist und mein ganzes Wirken in andauernder Tätigkeit. Und die Seele, die sich diesen meinen Willen zu eigen macht, tut alles, sühnt für alle, liebt für alle und tut allen und einem jeden Gutes, als ob alle ein einziger wären.
Wer kann dies je erreichen? Keine Tugend, kein Heroismus, nicht einmal das Martyrium kann vor meinem Willen bestehen: alles, alles bleibt zurück hinter dem Wirken in meinem Willen. Sei daher aufmerksam und handle so, dass die Mission meines Willens in dir seine Erfüllung finde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 5. Januar 1921)

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… Dann schwamm mein Geist weiter im Meer des Fiat: o, wie schön war der Anblick seines Willens, der ganz aufmerksam auf mich sah. Wenn ich atmete, wenn mein Herz schlug, wenn ich liebte, umhüllte Er meinen Atem bzw. meinen Herzschlag, um seinen göttlichen Atem, seinen göttlichen Herzschlag zu bilden. Über meiner kleinen Liebe formte Er seinen Liebesozean und freute sich so sehr, dass Er sehnsüchtig auf meine kleinen menschlichen Akte wartete, um seine göttliche Arbeit zu verrichten. Mein geliebter Jesus feierte den Triumph und das Werk des Fiat in meiner kleinen Seele und sagte voller Güte zu mir:
„Tochter meines Wollens, mit wie viel Freude sehe Ich, dass mein Göttlicher Wille etwas von dem Seinigen in den Akt der Seele [dazu] legt! Da ihr Akt klein ist, freut Er sich, ihn in seinem großen grenzenlosen Akt aufgehen zu lassen und spricht triumphierend: ‚Ich habe gesiegt, der Sieg ist Mein‘.
Und Ich feiere in jedem Akt meines Willens in der Seele ein Fest. Wisse nun, dass es unserem Höchsten Wesen so sehr gefällt, den kleinen menschlichen Akt wie verloren [im einen einzigen Akt meines Willes] und mit ihm gleichgestaltet, identifiziert zu sehen – so als hätte der menschliche Wille sein Leben verloren, um dem Unseren Leben zu geben – dass Wir diesen Akt, den Wir unseren Akt nennen, zur Höhe unseres ewigen Aktes erheben.
Die ganze Ewigkeit legt sich um diesen Akt und umgibt ihn. Alles, was im Umkreis der Ewigkeit getan wurde und noch getan wird, identifiziert sich mit diesem Akt, auf eine Weise, dass die ganze Ewigkeit zu diesem Akt gehört. Dieser Akt bleibt im Schoß des Ewigen und ist für unser Höchstes Sein Anlass zu einem weiteren Fest, somit zu einem weiteren Fest für den ganzen Himmel, sowie Hilfe, Stärke und Verteidigung für die ganze Erde.
Dass das Geschöpf unseren Willen tut und in Ihm lebt – das ist die einzigartige Genugtuung, die Wir erfahren und die wahre Vergeltung dafür, dass Wir die Schöpfung gemacht haben; es ist der Wettstreit der Liebe zwischen Schöpfer und Geschöpf und motiviert Uns, neue Überraschungen der Gnade zu gewähren, und die Seele, diese zu empfangen.
Wenn daher das Geschöpf in unserem Fiat wirkt, sagen Wir, um ihm freien Handlungsspielraum zu geben, in unserer eindringlichen Liebe: ‚Die[se] Seele vergilt Uns für alles, was Wir getan haben. Haben Wir übrigens nicht alle Dinge und selbst die Menschen dazu geschaffen, damit sie in allem unseren Willen tun? Diesen vollbringt die Seele, und das genügt Uns, wenn sie [sonst] auch nichts mehr täte.‘
Wenn das für Uns genug ist, so sollte es ihnen umso mehr genügen, immer in unserem Willen zu leben und Ihn zu tun. Damit gehört die Seele ganz Uns, und Wir gehören ganz ihr. Scheint es dir unbedeutend, wenn sie sagen kann: ‚Gott ist mein, ganz mein, Er kann mir auch nicht entfliehen, denn sein allmächtiges Fiat hält Ihn an mich gefesselt’ ?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 4. Januar 1937)