17Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon…
20Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. 21Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
22Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. 23Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
24Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. 25Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. 26Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

„Selig, ihr…“ (Lk 6,20)

… „Meine Tochter, alle leben in meinem Willen: wollten sie nicht in Ihm leben, so fänden sie keinen Platz zum Leben. Wer aber verspürt unser göttliches Leben? Wer fühlt sich von unserer Heiligkeit erfüllt? Wer erfährt die Freude, sich von unseren Schöpferhänden berührt und mit unserer Schönheit geschmückt zu sehen? Wer fühlt sich in unserer Liebe gleichsam verzehrt und ertränkt?
Jene Seele, die in unserem Willen leben möchte, aber nicht jene Seelen, die sich notgedrungen durch die Erschaffung in Ihm befinden, weil ja unsere Un-ermesslichkeit alle und alles umhüllt. Diese [Seelen] erkennen Uns nicht, und sie gleichen wahren Usurpatoren unserer Güter, sind wie untreue, undankbare, missratene Kinder ihres Vaters.
Da sie Uns weder kennen noch lieben, finden Wir in ihnen keinen Raum, wo Wir unsere Heiligkeit und Liebe niederlegen könnten. Ihre Seelen sind unfähig, unsere stets wachsende Schönheit aufzunehmen.
Sie geben Uns nichts, nicht einmal die Rechte des Schöpfers, und obwohl sie zusammen mit Uns in unserem göttlichen Ozean leben, sind sie weit weg von Uns. Da sie Uns nicht kennen, haben sie Schranken aufgerichtet, Tore verschlossen und die Verbindung zwischen ihnen und Uns unterbrochen.
Die Kenntnis ist der erste Verbindungsring zwischen ihnen und Uns. Es ist der Wunsch, in unserem Willen zu leben, der die Schranken entfernt und alle Tore auftut, damit sie in unsere Arme kommen und sich an Uns erfreuen.
Es ist ihre Liebe zu Uns, die Uns in Strömen unsere Liebe und unsere Gnaden ausgießen lässt, bis Wir sie schließlich sogar mit unseren göttlichen Eigenschaften umhüllen. Ohne Erkenntnis können Wir weder etwas geben, noch können sie empfangen.
Wer hingegen in unserem Willen lebt, kennt Uns. Sobald die Seele in Ihn eintritt, gibt sie ihrem Vater einen Kuss, umarmt Ihn und umgibt Uns mit ihrer kleinen Liebe, und Wir schenken ihr unsere Liebesmeere, und sie tauscht mit dem ganzen Himmel Küsse aus. Wir können behaupten, dass zwischen ihr und Uns, zwischen dem Himmel und der Erde, festliche Feiern eröffnet werden.
Wir selbst nennen sie Selig und sagen zu ihr: ‚Du bist das glücklichste und beglückteste Geschöpf, denn du lebst in unserem Willen, kennst und liebst Uns, und Wir halten dich verborgen in unserer Liebe, bedeckt mit unseren Armen und unter unserem Gnadenregen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 30. Juni 1938)

„Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes“ (Lk 6, 20)

… Wiederholte mir der gebenedeite Jesus den Unterschied zwischen dem Leben für Gott und dem Leben in Gott mit diesen Worten:
„Wenn die Seele für Gott lebt, kann sie Beunruhigungen und Bitterkeit unterworfen sein, sie kann unbeständig sein, die Last der Leidenschaften fühlen, und sich in irdische Dinge mischen.
Doch das Leben in Gott – nein, das ist vollkommen verschieden, denn das wichtigste, damit man sagen kann, dass eine Person in einer anderen Person lebt, ist, dass sie ihre eigenen Gedanken ablegt und jene der anderen Person annimmt, und so was ihren Stil und ihrem Geschmack betrifft, und dass sie sogar ih-ren Willen aufgibt, um den Willen der anderen anzunehmen.
Damit also eine Seele in der Gottheit lebt und in Ihr wohnen kann, muss sie alles ablegen, was ihr gehört, d.h., sich von allem lösen, die eigenen Leiden-schaften zurücklassen; mit einem Wort, alles verlassen, um alles in Gott zu finden.
Nun, wenn sich die Seele nicht nur gelöst hat, sondern sich tief erniedrigt hat, dann wird sie imstande sein, durch die niedrige Tür meines Herzens einzutre-ten, um in Mir zu leben, entsprechend meiner Art und von meinem eigenen Leben.
Denn obwohl mein Herz unermesslich ist, sodass seine Grenzen endlos sind, ist seine Tür aber äußerst niedrig, und nur jemand, der von allem losgelöst ist, kann darin eintreten.
Dies zu Recht, denn da Ich der Heiligste bin, würde Ich niemals jemandem erlauben, in Mir zu leben, der meiner Heiligkeit fremd ist. Deshalb, meine Toch-ter, versuche in Mir zu leben und du wirst das Paradies im Vorhinein besitzen.“
Wer kann sagen, wie viel ich von diesem Leben in Gott verstand? Doch dann verschwand Er, und ich blieb im selben Zustand. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 10. Juli 1900)

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Ich sagte zu meinem stets liebenswürdigen Jesus: ‚Meine einzige Befürchtung ist die, dass Du mich verlassen könntest und Dich von mir zurückziehst.’
Und Jesus: „Meine Tochter, Ich kann dich nicht verlassen, denn du denkst nicht über dich nach, noch sorgst du dich um deinetwegen. Die Reflexionen, die persönlichen Sorgen, auch im Guten, sind für den, der Mich wahrhaft liebt, wie zahlreiche Leerräume, die er für die Liebe bildet, deshalb erfüllt mein Leben nicht die ganze Seele.
Ich bin wie beiseitegestellt, in eine Ecke, und die Seelen geben Mir Gelegenheit, meine kleinen Rückzieher zu machen. Doch alle, die nicht über die eigenen Sorgen nachgrübeln und nur daran denken, Mich zu lieben, sorgen sich um Mich, und Ich erfülle sie ganz.
Es gibt keine Stelle in ihrem Leben, wo sie nicht das Meine finden, und wenn Ich meine kleinen Rückzüge machen wollte, würde Ich Mich selbst zerstören, was niemals der Fall sein kann.
Meine Tochter, wenn die Seelen das Übel der Selbst-Reflexionen kennen würden! Sie beugen und erniedrigen die Seele, lassen sie den Blick auf sich selbst gerichtet halten, und je mehr sie sich betrachten, umso menschlicher werden sie, je mehr sie reflektieren, umso mehr fühlen sie die Armseligkeiten und werden noch armseliger.
Wenn die Seele aber nur an Mich denkt, Mich liebt und sich ganz Mir hingibt, wird sie aufgerichtet, und indem sie fest nur auf Mich blickt, steigt sie höher und wächst. Je mehr die Seelen Mich betrachten, umso göttlicher werden sie, je mehr sie über Mich nachdenken, umso reicher, stärker und mutiger fühlen sie sich.“
Dann fügte Er hinzu: „Meine Tochter, die Seelen, die mit meinem Wollen vereint sind und Mir erlauben, mein Leben in ihnen zu führen und nur daran denken, Mich zu lieben, sind mit Mir vereint wie die Strahlen mit der Sonne. Wer bildet die Strahlen? Wer gibt ihnen das Leben?
Die Sonne; wenn die Sonne nicht fähig wäre, Strahlen zu bilden, so könnte sie weder ihr Licht noch ihre Wärme ausbreiten. So helfen die Strahlen der Sonne, ihren Lauf zu machen, und verschönern sie noch mehr.
So ist es auch bei Mir: allein durch diese Strahlen, die eine Einheit mit Mir bilden, breite Ich Mich über alle Gebiete aus und spende Licht, Gnade, Wärme, und Ich fühle Mich schöner, als wenn Ich diese Strahlen nicht hätte.
Nun, man könnte einen Sonnenstrahl fragen, wie viele Wege er absolviert hat, wie viel Licht und wie viel Wärme er gespendet hat. Wenn er Vernunft besäße, würde er antworten: ‚Ich will mich nicht damit aufhalten, die Sonne weiß es und das genügt.
Nur, wenn sie [noch] mehr Land besäße, dem Licht und Wärme zu spenden ist, würde ich sie geben, denn die Sonne, die Mir Leben verleiht, kann überall hin gelangen.’ Und wenn der Strahl reflektieren wollte, sich zu dem zurück wenden, was er getan hat, würde er sich in seinem Lauf verirren und dunkel werden.
So sind die Seelen, die Mich lieben: sie sind meine lebenden Strahlen, sie reflektieren nicht darüber, was sie tun. Ihr ganzes Bestreben liegt darin, in der göttlichen Sonne zu bleiben.
Wollten sie Überlegungen anstellen, würde es ihnen ergehen wie dem Sonnenstrahl: sie würden viel verlieren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 2. September 1912)

„Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden“ (Lk 6,21)

Ich hielt die Stunde der Passion, in der meine schmerzensreiche Mutter ihren toten Sohn in ihre Arme nahm und Ihn ins Grab legte. In meinem Inneren sag-te ich: „Meine Mama, zusammen mit Jesus lege ich alle Seelen in deine Arme, damit du sie alle als deine Kinder anerkennst und jede einzelne Seele in dein Herz einschreiben und sie in die Wunden Jesu legen mögest.
Sie sind die Kinder deines unermesslichen Schmerzes, und dies genügt, damit du sie erkennst und liebst. Und ich möchte alle Generationen in den Höchsten Willen legen, damit niemand fehlt, und im Namen aller bringe ich Dir Trost, Mitleid und göttliche Linderung dar.”
Nun, während ich so betete, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, wenn du wüsstest, welche Speise es war, mit der meine schmerzensreiche Mutter alle diese Kinder ernährte!”
Und ich: „Was war es, o mein Jesus?”
Er erwiderte: „Da du meine Kleine bist, von Mir für die Sendung meines Wollens auserwählt, und in diesem FIAT lebst, in dem du erschaffen wurdest, will Ich dich die Geschichte meines Ewigen Wollens wissen lassen, seine Freuden und seine Schmerzen, seine Wirkungen, seinen unermesslichen Wert, was Er tat, was Er empfing, und wer sich seine Verteidigung zu Herzen nahm.
Die Kleinen hören Mir aufmerksamer zu, da ihr Geist nicht mit anderen Dingen angefüllt ist; sie sind wie leer an allem, und wenn man ihnen andere Speise geben möchte, fühlen sie Ekel, denn da sie klein sind, sind sie gewohnt, nur die Milch meines Willens zu sich zu nehmen, der sie mehr als eine liebende Mutter an seiner göttlichen Brust hält, um sie überreichlich zu ernähren.
Und sie bleiben mit offenen Mündchen in Erwartung der Milch meiner Lehren, und Ich amüsiere Mich ganz köstlich…. O, wie schön ist es, sie zu sehen, wie sie bald lächeln, bald sich freuen, bald weinen, wenn sie Mich die Geschichte meines Willens erzählen hören!”
Also, der Ursprung meines Willens ist ewig; nie trat der Schmerz in Ihn ein; unter den Göttlichen Personen war dieser Wille in höchster Übereinstimmung, ja, Er war vielmehr nur ein einziger.
In jedem Akt, den Er hervorbrachte, sowohl ad intra als auch ad extra, verschaffte Er Uns unendliche Freuden, neues Glück, unermessliche Wonne, und als Wir den ganzen Bau der Schöpfung hervorbringen wollten, wie viel Ehre, Ruhm und Harmonien erwies Er Uns nicht!
Als das FIAT ausströmte, verbreitete dieses FIAT unsere Schönheit, unser Licht, unsere Macht, Ordnung, Harmonie, Liebe, Heiligkeit, kurzum, alles, und Wir wurden durch unsere eigenen Tugenden verherrlicht, da Wir mittels unseres FIAT die Blüte unserer Gottheit im ganzen Universum angedeutet sahen.
Unser Wille blieb [da] nicht stehen, sondern wollte, von Liebe angeschwollen, den Menschen erschaffen. Du kennst seine Geschichte, deshalb gehe Ich weiter. Gerade er war es, der meinem Willen den ersten Schmerz bereitete: der Mensch suchte Den mit Bitterkeit zu erfüllen, Der ihn so liebte und ihn glücklich gemacht hatte.
Mein Wille weinte, mehr als eine zärtliche Mutter ihren verkrüppelten und blinden Sohn beweint, nur weil er sich vom Willen der Mutter zurückgezogen hatte. Mein Wille wollte der erste Handelnde (Darsteller) im Menschen sein, nur deswegen, weil Er ihm neue Überraschungen der Liebe, der Freude, der Seligkeit, des Lichtes, der Reichtümer bereiten wollte; Er wünschte stets zu geben, und deshalb wollte Er handeln.
Doch der Mensch wollte seinen eigenen Willen tun und brach mit dem Göttlichen… Hätte er es doch nie getan! Mein Wille zog sich zurück, und er stürzte in den Abgrund aller Übel.
Um nun von neuem diese beiden Willen zu verknüpfen, war Einer notwendig, der einen Göttlichen Willen in sich enthielt; und da Ich, das Ewige Wort, diesen Menschen mit ewiger Liebe liebte, so beschlossen Wir im Rat der Drei Göttlichen Personen, dass Ich menschliches Fleisch annehme, um zu kommen, ihn zu retten und die zwei auseinander gebrochenen Willen wieder zu verknüpfen.
Doch wohin sollte Ich hinabsteigen? Wer sollte Jene sein, die ihr Fleisch ihrem Schöpfer darbieten sollte? Siehe, daher erwählten Wir ein Geschöpf, das kraft der vorausgesehenen Verdienste des künftigen Erlösers von der Schuld der Erbsünde ausgenommen wurde; ihr Wille und der Unsere waren nur ein einziger.
Diesem himmlischen Geschöpf, das die Geschichte unseres Willens verstand, erzählten Wir wie einem kleinen Kind alles: den Schmerz unseres Willens, und wie der undankbare Mensch durch die Abspaltung seines Willens von Unserem, unseren Willen in den Göttlichen Kreis eingeschränkt hatte, und Ihn gleichsam in seinen Plänen hemmte und Ihn daran hinderte, dass Er ihm seine Güter mitteilen könne und den Zweck, wofür der Mensch geschaffen worden war.
Zu geben heißt für Uns, Uns selbst und den glücklich zu machen, der von Uns empfängt; es bedeutet, [den anderen] zu bereichern, ohne selbst arm zu werden; es bedeutet, das zu geben, was Wir von Natur aus sind, um dies durch die Gnade im Geschöpf zu bilden, und heißt, aus Uns herauszugehen, um zu geben, was Wir besitzen….
Beim Geben findet unsere Liebe ein Ventil, um sich zu ergießen und feiert unser Wille ein Fest! Wenn Wir nicht geben könnten, wozu würden Wir dann die Schöpfung machen?
So war allein die Unmöglichkeit, unsere Kinder, unsere geliebten Abbilder beschenken zu können, wie eine Trauerzeit für unseren Höchsten Willen; unser Wille gab seinem Kummer Ausdruck, bloß weil Er den Menschen ohne Verbindung mit unserem Wollen, die der Mensch unterbrochen hatte, wirken, sprechen und gehen sah, und weil jene Ströme von Gnade, Licht, Heiligkeit, Wissenschaft usw., die zu ihm hin fließen sollten, wenn er mit Uns gewesen wäre, es [jetzt] aber nicht konnten.
Jeder Akt des Geschöpfes war ein Schmerz für Uns, da Wir diesen Akt leer an göttlichem Wert erblickten, der Schönheit und der Heiligkeit beraubt und unseren Akten ganz unähnlich.
O, wie verstand die himmlische Kleine diesen unseren höchsten Schmerz und das große Übel für den Menschen, als er sich aus unserem Willen zurückzog! Wie oft weinte sie heiße Tränen über unseren Kummer und das große Unglück des Menschen!
Da sie Furcht empfand, wollte sie ihrem Willen auch nicht einen einzigen Akt des [eigenen] Lebens zugestehen; so blieb sie klein, weil ihr Wille kein Leben in ihr hatte – wie hätte sie erwachsen werden können?
Doch was sie nicht tat, bewirkte unser Wille: Er ließ sie ganz schön, heilig und göttlich heranwachsen und bereicherte sie so sehr, dass Er sie zur Größten unter allen Geschöpfen machte. Sie war ein Wunder unseres Willens, ein Wunder an Gnade, Schönheit und Heiligkeit.
Doch sie blieb stets klein, sodass sie nie von unseren Armen herabstieg, und da sie sich unsere Verteidigung zu Herzen nahm, vergalt sie alle schmerzvollen Akte des Höchsten Willens.
Nicht nur war sie ganz in der Ordnung meines Willens, sondern sie machte sich alle Akte der Seelen zu eigen, und indem sie unseren, von ihnen zurückgewiesenen Willen ganz in sich absorbierte, leistete sie Ihm Wiedergutmachung und liebte Ihn, und da sie Ihn in ihrem jungfräulichen Herzen wie in Verwahrung hielt, bereitete sie die Speise unseres Willens für alle Seelen.
Siehst du nun, mit welcher Speise diese über alles liebevolle Mutter ihre Kinder ernährt? Es kostete sie ihr ganzes Leben, unerhörte Leiden und selbst das Leben ihres eigenen Sohnes, dass sie in sich den überreichen Vorrat der Speise meines Willens anlegte, um sie bereitzuhalten, all ihre Kinder als zärtliche und liebende Mutter damit zu ernähren.
Sie hätte ihre Kinder nicht mehr lieben können! Im Geben dieser Speise erreichte ihre Liebe den höchsten Grad. Daher ist unter den vielen Titeln, die sie besitzt, der schönste, den man ihr geben kann: ‚Mutter und Königin des Göttlichen Willens‘.
Nun, meine Tochter, wenn meine Mama dies für das Werk der Erlösung getan hat, so musst auch du es für das Werk des FIAT VOLUNTAS TUA tun. Dein Wille darf kein [eigenes] Leben mehr in dir haben; indem du dir in meinem Willen alle Akte einer jeden Seele zu eigen machst, hinterlegst du sie in dir selbst; und während du im Namen aller meinem Willen vergiltst, wirst du in dir die ganze nötige Speise bereiten, um alle Geschlechter mit der Speise meines Willens zu ernähren.
Jedes weitere Wort, jede zusätzliche Wirkung, jede weitere Kenntnis von Ihm wird ein weiterer Wohlgeschmack sein, den sie in dieser Speise finden, sodass sie diese mit Begierde essen werden.
Alles, was Ich dir über meinen Willen sage, wird ihren Appetit anregen und bewirken, dass sie keine andere Speise [als die meines Willens] zu sich nehmen, sogar um den Preis eines jeglichen Opfers….
Wenn von einer Speise gesagt wird, dass sie gut ist, die Kräfte wiederherstellt, die Kranken heilt, alle Wonnen enthält, ja sogar Leben und Glückseligkeit verleiht und schön macht, wer würde nicht jedes Opfer bringen, um diese Speise zu sich zu nehmen?
So wird es auch mit meinem Willen sein. Damit er geliebt und ersehnt wird, muss man Ihn kennen. Sei daher aufmerksam und nimm in dir diesen Vorrat meines Willens auf, damit du wie eine zweite Mutter die Speise für unsere Kinder bereiten kannst – so wirst du meine Mama nachahmen.
Es wird auch dich viel kosten, doch im Hinblick auf meinen Willen wird dir jegliches Opfer wie nichts erscheinen. Mache es wie die Kleinen, steige nie von meinen Armen herab, und Ich werde fortfahren, dir die Geschichte meines Willens zu erzählen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 24. November 1923)

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Mein kleiner und armer Wille fühlt das äußerste Bedürfnis nach dem Göttlichen Willen. Ohne Ihn bin ich wie ausgehungert, ohne Kraft, Wärme und Leben, ja ich erleide in jedem Augenblick den Tod, denn wenn Er mir fehlt, gibt es niemanden, der Ihn ersetzen und sein Leben in mir nähren könnte.
Darum wiederhole ich: ‚Ich bin hungrig, komm, o Göttlicher Wille und schenke mir dein Leben, um mich mit Dir zu sättigen, sonst sterbe ich.’ Als ich so nach der Empfindung der Fülle des Göttlichen Willens in mir schmachtete, wiederholte mein guter Jesus seinen kurzen Besuch und sprach voller Güte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, dein Schmachten, dein Hunger, das äußerste Verlangen, in jedem Augenblick das Leben meines Willens zu verspüren, sind Wunden für mein Herz und liebevolle Risse, die Mir Gewalt antun und Mich eilends zu dir hinziehen, damit Ich das Leben meines Willens in dir wachsen lasse.
Wisse, sobald die Seele meinen Willen tun will, um in Ihm zu leben und seine Akte in Ihm zu tun, ruft sie ihren Schöpfer. Dieser fühlt sich von der Macht seines eigenen Willens in der Seele herbeigerufen, der Er weder widerstehen, noch sie im Geringsten hinauszögern kann.
Vielmehr lassen Wir, da Wir Uns niemals an Liebe übertreffen lassen, der Seele, wenn sie Uns ruft, nicht die Zeit Uns zu rufen, sondern Wir selbst rufen sie; und sie eilt in unser Göttliches Sein wie in ihren eigenen Mittelpunkt, wirft sich in unsere Arme und Wir drücken sie so fest an Uns, dass Wir sie in Uns umwandeln.
In dieser vollkommenen Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf ist unser Liebesfeuer so groß, dass Wir sie mit neuer und doppelt so großer Liebe lieben. Doch das reicht noch nicht, Wir teilen ihr unser Höchstes Sein in solcher Weise mit, dass Wir Uns [auch] selbst mit neuer und doppelter Liebe von ihr lieben lassen.
Wenn du wüsstest, was es heißt, von Gott mit neuer und doppelter Liebe geliebt zu werden, und Ihn mit neuer und verdoppelter Liebe lieben zu können! Nur in unserem Willen gibt es diese Wunder und erstaunlichen Werke.
Gott liebt sich selbst im Geschöpf; alles gehört Ihm, daher ist es kein Wunder, dass Er seine stets neue Liebe ins Spiel bringt, sie verdoppelt, verhundertfacht, so viel Er will, und der Seele die Gnade schenkt, dass sie Ihn mit Seiner eigenen Liebe liebt.
Wenn das nicht so wäre, würde man die große Ungleichheit zwischen Gott bemerken, Der zu lieben vermag und dem [Menschen], der nicht lieben kann. So wäre das arme Geschöpf gedemütigt, vernichtet, ohne Schwung und Liebeseinheit mit seinem Schöpfer.
Wenn sich nämlich zwei Wesen nicht mit gleicher Liebe lieben können, bringt die Ungleichheit tatsächlich Freudlosigkeit hervor, während unser Wille doch Einheit ist und freizügig dem Geschöpf seine Liebe schenkt, um sich lieben zu lassen. Er gibt seine Heiligkeit, um es zu heiligen, seine Weisheit, damit es Gott erkenne.
Nichts besitzt Gott, das Er nicht der Seele geben möchte; zumal die Seele, die durch das Leben in unserem Fiat ihren eigenen Willen beiseitegestellt hat, um unserem Willen in ihren Akten Leben zu gewähren, das kleine Leben unseres Willens in sich selbst gebildet hat, das sein Wachstum geltend macht und es ersehnt.
Für dieses Wachstum genügt ein weiterer Akt in meinem Willen, ein Seufzer, dass die Seele ihren Hunger stille, ein totales Verlangen danach, dass mein Wille in ihrem ganzen Wesen ströme: mit all diesem kann sich die Seele ausreichende Speise beschaffen, um sich mit all dem gesättigt zu fühlen, was zu ihrem Schöpfer gehört.
Es braucht dazu höchste Aufmerksamkeit, und mein Wille wird alles nötig tun, um sein Leben in der Seele heranzubilden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 5. Januar 1936)