1In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte: 2Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen.
3Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. 4Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen?
5Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. 6Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus.
7Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. 8Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übriggebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.
9Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. 10Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.

„Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen“ (Mk 8,2)

Nach zwei Tagen der bittersten Beraubungen meines höchsten Gutes Jesus fühlte ich, wie Er sich in meinem Inneren bewegte. Mir schien, Ihn in meinem Inneren zu sehen, sitzend, mit dem Kopf auf einen Teil meiner Schulter gestützt, seinen Mund dem meinen zugewendet, im Akt, mir die Worte einzugeben. Ich drückte Ihn an mich und machte mich bereit, Ihm zuzuhören, gab mich Ihm ganz hin.
Dann schien Er mir zu sagen: „Meine Tochter, mein Wille ist mehr als Nahrung. Die Speise gibt dem Körper Kraft, gibt ihm Wärme, vermehrt das Blut, belebt die Intelligenz, wenn sie matt ist, bringt Schwung in alle Glieder und drängt das Geschöpf zu neuen Werken und Opfern.
Wenn jemand jedoch mit leerem Magen bleibt und seinem Leib nicht die nötige Speise gibt, ist er schwach, kalt, blutarm, die Intelligenz lässt nach, er ist in allen Gliedern entkräftet, was zur Schwermut führt und ihn dazu treibt, nichts zu tun, ohne Lust, sich in irgendetwas zu opfern.
Der ärmste, er fühlt, wie in seiner ganzen Person das Leben fehlt; das ist so wahr, dass, wenn eine Krankheit für den Menschen tödlich ist, er die Nahrung aufgibt, und indem er die Speise aufgibt, er sich für den Tod bereitet.
Da also die Ewige Weisheit beschlossen hatte, dass auch die Seele ihre Speise habe, wurde ihr der Höchste Wille als köstliche Speise zugeteilt. Wer also diese Speise zu sich nimmt, ist stark im Tun des Guten und wie eingetaucht in die Liebe zu seinem Gott. Diese Nahrung vermehrt das göttliche Blut, um das Leben Gottes in der Seele wachsen zu lassen.
Wie die Sonne spiegelt sie sich in ihrem Intellekt wider, um sie ihren Schöpfer erkennen zu lassen und Ihm ähnlich zu machen. Sie bringt die ganze Seele in Schwung, um alle Tugenden zu kräftigen, und drängt sie zu neuen Arbeiten und unerhörten Opfern.
Die Speise meines Willens gibt sich jeden Augenblick, bei jedem Atemzug, bei Tag und Nacht, in jeder Angelegenheit und so oft man will; und man muss auch nicht – wie bei der Nahrung für den Leib – befürchten, dass sie, wenn man [zu]viel davon nimmt, schadet und sogar Krankheiten erzeugt. Nein, nein, je mehr man davon nimmt, umso mehr stärkt und erhebt sie die Seele zur Ähnlichkeit mit ihrem Schöpfer.
Man kann immer den Mund offenhalten und diese himmlische Speise meines Willens einnehmen. Das genaue Gegenteil gilt für die, welche diese Speise nicht nehmen; wer sie überhaupt nicht zu sich nimmt, der bereitet sich sozusagen darauf vor, auf ewig zu sterben. Wer sie selten isst, ist schwach und unbeständig im Guten, kalt in der Liebe, arm an göttlichem Blut, sodass das göttliche Leben in ihm gleichsam blutarm heranwächst.
Das Licht in seinem Intellekt ist derart spärlich, dass er wenig oder nichts von seinem Schöpfer weiß, und da er Ihn nicht kennt, ist er so weit entfernt von der Ähnlichkeit mit Ihm, wie weit er von der Speise seines Willens entfernt ist.
Er ist ohne Schwung im Tun des Guten, da er keine ausreichende Nahrung hat, bald reißt ihm die Geduld, bald fehlt ihm die Nächstenliebe, bald die Losschälung von allem, sodass die armen Tugenden also wie abgewürgt und ohne die ausreichende Speise meines Willens sind.
Ach, wenn man eine Seele sehen könnte, die dieser himmlischen Speise beraubt ist! Es wäre zum Weinen, so zahlreich sind die Armseligkeiten und die Abscheulichkeiten, mit denen sie bedeckt ist. Noch bemitleidenswerter ist jedoch ein Mensch, der die körperliche Speise entbehrt, weil ihm oft die Mittel dafür fehlen.
Die Speise meines Willens aber schenkt sich kostenlos, deshalb verdient, wer sie nicht nimmt, die Verdammung, und die Verdammung bereitet sich die Seele selbst, da sie die Speise zurückgewiesen hat, die ihr das Leben geben wollte.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 17. Oktober 1925)

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Ich setze meine gewohnte Hingabe an das Göttliche FIAT fort. Während ich seinen Akten folgte, sah ich eine Menge Leute, die alle von kleiner Gestalt waren – schlecht ernährt, kränklich, rachitisch und einige mit Wunden.
In dieser Menge konnte man weder kindliche Frische, noch die Schönheit jugendlichen Alters, noch die Würde des reifen Menschen entdecken. Sie erschienen wie eine Ansammlung von Leuten ohne Ordnung, nicht gut genährt, ausgehungert, und wenn sie aßen, wurden sie nie satt.
Wie viel Mitleid erregte diese große Menge, welche fast die ganze Welt zu sein schien! Ich wusste nicht, wer sie waren, noch die Bedeutung ihres Wesens – dass niemand von ihnen zur rechten Statur herangewachsen war.
Da trat mein geliebter Jesus seufzend aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir: “Meine Tochter, welch unglückliche Menschenmenge! Diese sind nichts anderes als jene vielen, die das väterliche Erbe verlassen haben, das ihnen ihr Himmlischer Vater gegeben hat.
Arme Kinder, ohne väterliches Erbe! Sie besitzen weder ihre Ländereien, wo sie sicher leben könnten, noch haben sie genug Nahrung, um sich zu ernähren, und sind genötigt, von Diebstahl und Raub und von substanzlosen Speisen zu leben.
Daher ist es für sie recht schwierig, zur rechten Gestalt heranzuwachsen, da ihre Glieder nicht kräftig genug sind, um sich zu entwickeln. So sind sie rachitisch, schwach, am Verhungern, ohne je satt zu werden.
Alles, was sie zu sich nehmen, ist ihrem Wachstum nicht zuträglich, da es keine passenden und ihnen zugedachten Speisen sind, und auch nicht zu ihrem Erbe gehören.
Meine Tochter, das Erbe, das mein Himmlischer Vater diesen Menschen gegeben hatte, war mein Göttlicher Wille. In Ihm sollten sie [adäquate] Speise finden, um zur rechten Gestalt heranzuwachsen, balsamische Luft, um gesund und stark zu werden, und die ihrem Gesicht eine kindliche Frische, die Schönheit des Jugendalters und die Würde eines reifen Menschen einprägen sollte.
Nichts Gutes gab es in diesem Erbe, worüber der Mensch nicht Besitzer sein sollte. Er sollte alle Güter, die er wollte, zu seiner Verfügung haben, in der Seele und im Leib. Als der Mensch das Erbe meines Göttlichen Willens verließ, fand er die Dinge nicht mehr zu seiner Verfügung und war nicht mehr Herr, sondern Diener und gezwungen, von Mühsalen zu leben.
Wie kann er dann zur rechten Gestalt heranwachsen? Deshalb erwarte Ich mit so viel Liebe die vielen, die in unserem Erbe des Göttlichen FIAT leben sollen.
Dieses Erbe wird Uns schöne Menschen mit richtigen Proportionen heranbilden, schön und frisch, die sich mit nahrhaften Speisen ernähren, sodass sie stark und voll entwickelt sein werden und den ganzen Ruhm unseres schöpferischen Werkes ausmachen.
Unser Kummer ist groß, wenn Wir diese unglückliche und entstellte Schar ansehen, und voll Schmerz wiederholen Wir: ‘Ach, unser Werk kam nicht schwach aus unseren Händen hervor, ohne Schönheit und Frische, sondern sein bloßer Anblick erfüllte Uns mit Liebe, ja entzückte Uns, so schön war es.’
Bei diesen Worten schwillt unsere Liebe an, möchte nach außen überfließen und unseren Göttlichen Willen auf den Weg senden, damit Er unter den Geschöpfen herrsche und unser Werk so schön und graziös wiederherstelle, wie es aus unseren Schöpferhänden hervorging.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 6. Januar 1929)

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Meine Hingabe an den Göttlichen Willen dauert an. Ich fühle mich stets wie ein kleines Atom, das in seinen Akten auf und ab wandert, um sein und mein Leben in seinen Akten zu finden.
Mein Atom bleibt nicht stehen, sondern läuft und eilt stets, da ich sehr danach verlange, im Fiat das Leben zu finden! Ohne sein Leben spüre ich, dass ich nicht leben kann, und ohne seine Akte bin ich wie ausgehungert.
So muss ich mich eilends auf die Suche nach Leben und Nahrung machen, zumal mich der Göttliche Wille ja mit unbeschreiblicher Liebe in seinen Akten erwartet, um seiner kleinen Tochter Nahrung zu reichen… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 6. Februar 1932)

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… „Meine gesegnete Tochter, unsere höchste Güte begnügte sich nicht damit, den Menschen zu lieben und ihm das ganze Universum zur Verfügung zu stellen, sondern Wir wollten unserer intensiven Liebe freien Lauf lassen.
Daher gaben Wir ihm unsere göttlichen Eigenschaften als Nahrung für seine Seele und nährten ihn mit unserer Macht, Weisheit, Güte, Liebe, Heiligkeit und Stärke als einer himmlischen und göttlichen Speise.
Wann immer also der Mensch zu Uns kam, tischten Wir ihm unsere himmlische Tafel auf, um ihn zu nähren und zu sättigen. Nichts vereint und gleicht sich dem Geschöpf mehr an als die Speise, die schließlich sogar zu seinem Blut, Wachstum und Leben, zu seiner Wärme und Kraft wird.
Daher machte sich unsere Gottheit, die das Geschöpf mit unseren göttlichen Eigenschaften nähren wollte, zu Wärme, Kraft, Wachstum und Leben des Geschöpfs. Doch das genügte Uns noch nicht.
Diese Speise ließ, wenn sie eingenommen und verdaut wurde, die Seele nicht nur ganz schön und heilig heranwachsen, sondern ließ auch das Leben Gottes in ihr zunehmen.
Für dieses göttliche Leben ist ja keine menschliche Speise angemessen, sondern es braucht seine eigene göttliche Nahrung, um tief im Inneren der Seele heranzuwachsen und sein eigenes Leben zu bilden.
Kann es also eine größere Liebe, eine vertrautere und unzertrennlichere Einheit geben, als wenn Wir unser göttliches Sein, unsere unermesslichen und unendlichen Eigenschaften als Speise zur Verfügung stellen, damit die Seele Uns immer ähnlicher werde?
Und ihr die Speise reichen, damit Wir in ihrer Seele nicht hungrig bleiben, und sie sagen kann: ‚Gott nährt meine Seele, und ich nähre dafür mit der Speise, die Er mir gibt, sein Leben und lasse es in mir wachsen’?
Die Liebe ist erst dann zufrieden, wenn sie sagen kann: ‚Du hast mich geliebt, und ich habe dich geliebt; was du für mich getan hast, habe ich für dich getan.’ Da Wir aber wissen, dass Uns das Geschöpf nie gleichkommen kann, geben Wir von dem Unsrigen, und so gleichen sich beide Seiten aus.
Und Wir sind beide zufrieden und glücklich; die wahre Liebe ist nämlich dann erst glücklich und befriedigt, wenn sie sagen kann: ‚Was dein ist, ist mein.’
Und glaube nicht, dass dies nur beim ersten Menschen so war – nein, was Wir einmal tun, tun Wir immer und stehen immer noch ganz den Seelen zur Verfügung.
Wann immer sich die Seele mit unserem Willen vereint, ihren eigenen Willen in unserem verliert und Ihn herrschen lässt, macht sie quasi ebenso viele Besuche bei unserem Höchsten Sein. Werden Wir sie dann hungrig fortschicken?
Ach nein, Wir nähren sie nicht nur, sondern geben ihr von dem Unsrigen, damit sie genügend Speise für das von Uns gewünschte Wachstum habe und keine nötigen Mittel fehlen, dass unser Leben in ihr stets zunehme; zumal von unserer Seite nie etwas fehlen kann, sondern Wir stets überreichlich geben. Wenn etwas fehlt, liegt es immer am Geschöpf, nie an Uns.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 19. März 1933)

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… Doch alle Worte Jesu konnten mich nicht gänzlich beruhigen. Bei seiner Rede war der Friede zurückgekehrt, aber danach begann ich wieder, mich zu beunruhigen, als ich die Geschehnisse dieser Tage erwog, die ich hier nicht erwähnen muss.
Etwa zwei Tage nun hatte mein guter Jesus geschwiegen, daher fühlte ich mich am Ende meiner Kraft und äußerst schwach. Mein geliebter Jesus hatte Mitleid mit mir und sagte voller Güte:
„Meine arme Tochter, du fastest, daher fühlst du dich am Ende deiner Kraft. Seit zwei Tagen hast du keine Speise mehr zu dir genommen, denn da du nicht im Frieden warst, konnte Ich dir nicht die Speise meiner Wahrheiten mitteilen.
In der Tat, während sie die Seele nähren, verleihen sie auch dem Körper Kraft. Zudem hättest du Mich in deiner Beunruhigung weder verstanden, noch wärst du disponiert gewesen, eine so vorzügliche Speise aufzunehmen.
Du sollst nämlich wissen, dass der Friede die Pforte ist, durch welche die Wahrheiten eintreten, und er ist der erste Kuss und die Einladung seitens der Seelen, welche die Wahrheiten anhören und sie zu ihnen sprechen lassen möchten.
Wünschst du also, dass Ich dir reichlich Speise gebe, dann kehre zu deinem friedvollen Zustand zurück. Überdies haben in diesen Tagen deiner Unruhe, der Himmel, die Engel und Heiligen gleichsam wegen dir gezittert, weil sie wahrnahmen, wie eine ungesunde Ausstrahlung von dir ausging, die nicht zu ihnen gehörte, daher haben alle gebetet, dass der vollkommene Friede zu dir zurückkehre.
Der Friede ist das Lächeln des Himmels, die Quelle, aus der die himmlischen Freuden entspringen. Zudem ist dein Jesus nie beunruhigt, wie viel sie Mich auch beleidigen mögen. Ich kann wirklich sagen: ‚Mein Thron ist der Friede.’
So will Ich auch dich ganz friedvoll, meine Tochter. Wir müssen Uns auch in der Handlungsweise angleichen und einander ähnlich werden: Friedvoll bin Ich, friedvoll sollst du sein – sonst kann das Reich meines Willens nicht in dir errichtet werden, da es ein Reich des Friedens ist.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 19. Mai 1938)