EPIPHANIE – HOCHFEST ERSCHEINUNG DES HERRN – DREIKÖNIG (Mt 2,1-12)
1Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem 2und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.
3Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. 4Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.
5Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: 6Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.
7Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. 8Dann schickte er sie nach Bet-lehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
9Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. 10Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.
11Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brach-ten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. 12Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem an-deren Weg heim in ihr Land.
„Kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ (Mt 2,1+2)
… „Meine gebenedeite Tochter, die Gottheit, die dem nichts verweigern kann, der sie liebt, ließ unter dem blauen Himmelszelt einen neuen Stern aufge-hen, schöner und leuchtender als die anderen, der mit seinem Licht auf die Suche nach Anbetern ging, um mit seinem stummen Funkeln der ganzen Welt zu verkünden: „Es ist der geboren, der gekommen ist, um euch zu retten! Kommt, betet ihn an und erkennt ihn als euren Erlöser und König an!“
Aber welche menschliche Undankbarkeit! Unter so vielen, wurden nur drei Personen aufmerksam, weit voneinander entfernt, und ohne auf die Opfer und Strapazen der langen Reise zu achten, machten sie sich auf den Weg, dem Stern zu folgen.
So wie dieser Stern die drei Personen auf ihrem Weg begleitete, so waren es meine Gebete, meine Liebe, meine Seufzer, meine Gnaden, die das himmli-sche Kind bekannt machen wollten, den ersehnten aller Zeiten, und die wie viele Sterne in ihre Herzen eindrangen, ihren Geist erleuchteten und sie im Inneren führten und leiteten, sodass sie den schon liebten, denn sie suchten, ohne ihn noch zu kennen; und sie beschleunigten ihre Schritte, um jenen zu finden und anzuschauen, den sie so sehr liebten.
Meine liebste Tochter, mein Mutterherz freute sich über die Treue, über das Entsprechen der Gnade und über die Opfer dieser drei Weisen. Aber ich kann dir meinen geheimen Schmerz nicht verhehlen: unter so vielen, kaum drei, die das Göttliche Kind kennen und anbeten wollten. Wie oft erneuerten sich in mir in der Geschichte der Jahrhunderte dieser Schmerz und die menschliche Undankbarkeit!
Mein Sohn und ich machen nichts anderes, als Sterne aufgehen zu lassen, der eine schöner als der andere, um die Menschen zu rufen und einzuladen, den einen, um seinen Schöpfer zu erkennen, den anderen zur Heiligkeit, jenen von der Sünde auferstehen zu lassen, wieder einen anderen zum Heroismus eines Opfers.
Willst du wissen, was diese Sterne sind? Ein Stern ist eine schmerzhafte Begegnung, ein Stern ist eine Wahrheit, die man kennt, ein Stern ist eine Liebe, die von anderen nicht erwidert wird, ein Schicksalsschlag, ein Leiden, eine Enttäuschung, ein unerwarteter Glücksfall, sind so viele Sterne, die Licht in den Ver-stand der Kreaturen bringen, und sie gleichsam liebkosend, zum Göttlichen Kind führen wollen, das vor Liebe vergeht und vor Kälte erstarrt, ein Obdach in ihren Herzen will, um erkannt und geliebt zu werden.
Aber leider warte ich, die ich ihn in meinen Armen halte oft vergebens, dass die Sterne die Menschen zu mir führen, damit ich ihnen Jesus in ihr Herz legen kann.
Meine Mutterschaft wird gleichsam eingeschränkt und unwirksam gemacht; und während ich Mutter Jesu bin, hindern sie mich daran, mein Mutteramt an allen auszuüben, weil sie nicht zu mir kommen, und sie Jesus nicht suchen; die Sterne verbergen sich ihren Blicken und die Menschen bleiben zurück im Je-rusalem der Welt, ohne Jesus.
Welcher Schmerz, meine Tochter, welcher Schmerz! Es braucht Gegenliebe, Treue und Opfergeist, um den Sternen zu folgen, und vor allem, wenn die Sonne des Göttlichen Willens in der Seele aufgeht, braucht es viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit, um nicht Gefahr zu laufen, in der Finsternis des menschlichen Wil-lens zu verbleiben.
Meine Tochter, die Heiligen Drei Könige verloren den Stern aus den Augen, als sie in Jerusalem ankamen, aber dennoch ließen sie nicht davon ab, Jesus zu suchen. Kaum waren sie außerhalb der Stadt, da erschien der Stern wieder und führte sie feierlich zur Grotte von Betlehem.
Ich empfing sie mit mütterlicher Liebe, und das liebe Kind schaute sie mit großer Liebe und Majestät an, indem es seine kleine Menschheit, seine Gottheit durchblicken ließ; sie knieten sich zu seinen Füßen nieder, beteten es an und betrachteten 80 seine himmlische Schönheit und erkannten es als wahren Gott und König des Himmel und der Erde an, der gekommen war, alle zu lieben und zu retten.
Die Grotte verwandelte sich in ein Paradies, und sie erfreuten sich entzückt des Göttlichen Kindes, wie in Ekstase, sodass das Jesuskind die Strahlen seiner Gottheit wieder zurückziehen musste, sonst wären die Drei Könige dort geblieben und hätten sich nicht von seinen göttlichen Füßen trennen können.
Als sie aus der Ekstase wieder zu sich gekommen waren, opferten sie das Gold ihrer Seelen, den Weihrauch ihres Glaubens und ihrer Anbetung, die Myrrhe ihres ganzen Seins und jedes Opfers, das er von ihnen verlangt hätte auf. Als Symbole dieser ihrer inneren Akte fügten sie die äußeren Gaben hinzu: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Meine Mutterliebe war noch nicht befriedigt; ich wollte ihnen das süße Kind in die Arme legen, und oh, mit wieviel Liebe küssten sie es, und drückten es an ihr Herz! Sie genossen bereits in sich selbst das vorverlegte Paradies. Damit wollte mein Sohn alle Nationen zur Kenntnis des wahren Gottes führen, und teil-te allen die Schätze der Erlösung aus, um die Rückkehr zum Glauben in allen Völkern zu bewirken.
Er machte sich zum König aller Herrscher, und mit den Waffen seiner Liebe, seiner Schmerzen und seiner Tränen, mit seiner uneingeschränkten Macht über alles, bereitete er die Ankunft des Reiches des Göttlichen Willens auf Erden vor.
Ich, deine Mutter, wollte der erste Apostel sein; ich unterwies sie lange, erzählte ihnen die Geschichte meines Sohnes und seiner brennenden Liebe, von der Herabkunft des Wortes und stärkte sie im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, für die ihre Opfergaben Symbole waren.
Ich empfahl ihnen, ihn allen bekannt zu machen. Als Mutter und Königin aller Apostel segnete ich sie, ließ sie vom Jesuskind segnen, und sie kehrten glück-lich und unter Tränen in ihre Heimat zurück, um die ersten Verkünder der frohen Botschaft zu sein.
Ich verließ sie nicht, sondern begleitete sie mit meiner mütterlichen Zuneigung, und als Belohnung für die Liebe, die sie gezeigt hatten, ließ ich sie die Ge-genwart Jesu in ihren Herzen empfinden. Wie glücklich waren sie!
Du musst wissen, dass ich mich als wahre Mutter fühle, wenn ich sehe, dass mein Sohn ganz Besitz ergreift von denen, die ihn suchen und lieben und er sei-ne ständige Wohnung in ihren Herzen nimmt….“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Pic-carreta: Dritte Betrachtung)
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Ich verrichtete meine gewohnten Gebete, und während ich mich ganz den Armen des Höchsten Willens hingab, machte ich die Meinung, die göttliche Ma-jestät in ihrem Willen anzubeten. Da bewegte sich mein Jesus in meinem Inneren, nahm meine arme Seele in seine Arme, erhob sie zwischen Himmel und Erde, und betete gemeinsam mit mir das Höchste Sein an; dann sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, die wahre und vollkommene Anbetung ist die vollkommene Übereinstimmung der Einheit des Willens Gottes mit der Seele. Je mehr die Seele ihren Willen mit dem ihres Schöpfers zu ‚einem‘ macht, umso vollständiger und vollkommener ist ihre Anbetung.
Wenn der menschliche Wille nicht eins mit dem Göttlichen ist – und noch mehr, wenn er von Gott weit weg ist – kann man das nicht Anbetung nennen, sondern einen Schatten davon, oder eine farblose Schattierung, die nicht einmal eine Spur zurücklässt. Wenn der menschliche Wille nicht für den Kuss der Einheit des Höchsten Willens bereit ist, könnte das Gebet statt einer Anbetung zu einer Beleidigung und Verachtung werden.
Der erste Akt der Anbetung besteht darin, den Willen des Schöpfers anzuerkennen, um ihn zu erfüllen, und wenn das nicht der Fall ist, betet man mit Wor-ten an – aber beleidigt und beschimpft Ihn mit Taten. Willst du das wahre und vollkommene Vorbild der Anbetung kennenlernen, dann komm mit Mir in die Mitte der Drei Göttlichen Personen.”
Ich weiß nicht, wie es geschah – Jesus drückte mich noch fester und erhob mich noch höher, mitten in ein grenzenloses Licht. Ich fühlte mich wie vernich-tet, doch ein göttliches Leben, das so viele mannigfaltige Schattierungen von Schönheit, Heiligkeit, Licht, Güte, Friede, Liebe usw. ausströmte, ersetzte die-ses Nichts, sodass mein Nichts in diese göttlichen Nuancen umgewandelt wurde und nicht mehr zu erkennen war und Jenen selbst [in mich] verliebt machte, Der mich so geschmückt hatte. Da nahm mein süßer Jesus seine Rede wieder auf:
„Siehst du, meine Tochter, der erste Akt der Göttlichen Personen ist die vollkommene Übereinstimmung unseres Willens; unser Wille ist derart vereint, dass man nicht unterscheiden kann, welcher der Wille des Einen oder des Anderen ist, sodass, obwohl Wir Drei verschiedene Personen sind, doch der Wille einer ist, und dieser eine Wille bringt einen ständigen Akt der vollkommenen Anbetung unter den Göttlichen Personen hervor; die Eine Person betet die Andere an.
Diese Übereinstimmung des Willens bringt Gleichheit an Heiligkeit hervor, an Licht, Güte, Schönheit, Macht, Liebe, verleiht Uns Freuden, unermessliches Glück und unendliche Wonnen und festigt dadurch in Uns die wahre Herrschaft der Ordnung und des Friedens.
So ist die Übereinstimmung des menschlichen Willens mit dem Göttlichen das erste Verbindungsglied zwischen Schöpfer und Geschöpf, und von diesem steigen wie durch einen Kanal die göttlichen Tugenden herab und bringen in der Seele wahre Anbetung und vollkommene Liebe zu ihrem Schöpfer hervor.
Und indem die Seele durch eben diesen Verbindungskanal aufsteigt, empfängt sie die verschiedenen Nuancen der göttlichen Eigenschaften. Jedes Mal, wenn die Seele sich erhebt, um in diesen Ewi-gen Willen einzutauchen, erwirbt sie umso mehr verschiedene göttliche Schönheiten, die sie schmücken.
Deshalb behaupte Ich, dass die Seele, die meinen Willen tut, mein Spiel(zeug) und meine Freude ist, und zu meiner Unterhaltung warte Ich, mit dem Pinsel meines Willens in den Händen, um sie, sobald sie sich in meinen Willen versenkt, aufzufrischen und zu überarbeiten.
Ich freue Mich, wenn Ich ihr mit einem meiner Pinselstriche eine weitere Schattierung meiner Schönheit, meiner Liebe, meiner Heiligkeit und aller meiner Eigenschaften aufprägen kann. Ob Ich daher im Himmel oder in der Seele bin ist für Mich einerlei – Ich finde dieselbe Anbetung der Göttlichen Personen, meinen Willen, meine Liebe.
Und da Ich der Seele stets etwas geben kann, handle Ich bald wie ein geschickter Maler und male in ihr mein Abbild, bald als Lehrer und lehre sie die höchs-ten und erhabensten Lehren, bald bin Ich wie ein leidenschaftlicher Liebhaber, der Liebe gibt und Liebe fordert. Kurz, Ich gebrauche und übe alle Künste, um Mich mit ihr zu unterhalten.
Wenn meine von den Geschöpfen geschmähte Liebe keinen Zufluchtsort findet, wo Ich vor meinen Verfolgern flüchten kann, die Mich töten wollen oder Mich zwingen, wieder zum Himmel zurückzukehren, flüchte Ich Mich in die Seele, die meinen Willen in sich enthält, und finde [in ihr] meine Macht, die Mich verteidigt, meine Liebe, die Mich liebt, meinen Frieden, der Mir Ruhe verleiht – Ich finde alles, was Ich will.
So verbindet mein Wille alles miteinander, Himmel und Erde und alle Güter, und bildet daraus ein einziges, und aus diesem allein entspringen alle mögli-chen und vorstellbaren Güter. So kann Ich sagen, dass die Seele, die meinen Willen tut, alles für Mich ist, und Ich bin alles für sie.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 13. Mai 1924)
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„Die heiligen Sterndeuter hatten Mich aufgesucht und mit ihrer Suche ein wenig Unruhe erweckt. Dies hatte dem Herodes Angst gemacht, der, anstatt sich ihnen anzuschließen und Mich ebenfalls zu besuchen, sich gegen mein Leben verschwören und Mich töten wollte.
Daher musste Ich notwendigerweise in die Verbannung gehen: auch dies versinnbildlicht meinen Göttlichen Willen: sehr oft scheint Er einiges Interesse zu erwecken, dass sie Ihn durch Publikation bekanntmachen möchten. Doch was geschieht?
Manche werden von Angst gepackt, andere fürchten, sich zu kompromittieren, andere wollen sich unter diesem oder jenem Vorwand nicht opfern – alles löst sich in Worten auf, und mein Göttlicher Wille bleibt aus der Mitte der Völker verbannt…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 21. Oktober 1929)
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„Meine Tochter, die erste Pflicht des Geschöpfs ist es, Den anzubeten, Der es erschaffen hat. Der erste Akt, der von Heiligkeit spricht, ist die Pflicht. Die Pflicht ruft die Ordnung nach sich, und die Ordnung lässt die schönste Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf erstehen: die Harmonie des Willens, Har-monie der Liebe, der Handlungsweisen und der Nachahmung; die Pflicht ist die Substanz der Heiligkeit.
Da alle geschaffenen Dinge die Prägung der wahren Anbetung besitzen und gleichsam in ihrem Wesen haben, kann das Geschöpf, mit diesen Dingen vereint, ihrem Schöpfer die vollkommenste Anbetung darbringen.
Jedes geschaffene Ding ist also eine tiefe Anbetung Dessen, der es erschaffen hat, und wenn sich das [menschliche] Geschöpf mit diesen Dingen vereint, be-wirkt es kraft unseres Willens, dass alle anbeten und erweist Gott die Schuldigkeit [im Namen] eines jeden einzelnen. Die Seele erhebt sich über alle Werke und bringt Uns alle und ihr Herzschlag pocht dann in unserem und sie atmet in unserem Atem.
O, wie lieblich und wohlgefällig ist Uns dieser Herzschlag und dieser Atem in Unserem! Als Vergeltung dafür schlagen Wir im Herzen des Geschöpfes und at-men in seinem Atem, wobei Wir ihm den göttlichen Herzschlag und Atem als Leben, als Vermächtnis und als Zunahme an unserem Höchsten Sein in ihm schenken.
Und siehe, zur Pflicht der Anbetung kommt die erste Pflicht [des Geschöpfes] vom Akt der Erschaffung hinzu, dass nämlich das Geschöpf seinem Schöpfer das Leben in seiner eigenen Seele gebe und Ihm die Herrschaft überlasse; so kann sich Gott frei [in der Seele] formen, pochen, atmen und die Seele mit Liebe erfüllen, damit Er konkret sagen kann: ‚Dieses Geschöpf ist der Träger seines Schöpfers und lässt Mich tun, was Ich will; das ist so wahr, dass Ich sogar seinen Herzschlag besitze. Es besitzt nichts Eigenes. Was ihm gehört, ist Mein, und was Mein ist, ist sein.
Ich habe meinen Ehrenplatz in ihm, und es hat den Ehrenplatz in Mir.’ So geben Himmel und Erde einander den Kuss des Friedens und der immerwährenden Einheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 6. Januar 1900)
„Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war“ (Mt 2, 7)
Meine liebste Tochter, das Herz deiner Mutter ist heute voller Liebe und voller Schmerz, sodass ich nicht umhin kann, zu weinen. Du weißt von der Ankunft der Sterndeuter, die in Jerusalem Aufsehen erregten, als sie nach dem neuen König fragten. Und der ruchlose Herodes hat schon aus Angst um seine Macht den Befehl gegeben, meinen Jesus, mein Leben, zusammen mit all den anderen Kindern, zu töten. Meine Tochter, welch ein Schmerz: Den, der gekommen ist, allen das Leben zu bringen und die neue Ära des Friedens, der Gnade, des Glücks zu begründen, wollen sie töten.
Welche Undankbarkeit! Welche Treulosigkeit! Ach, meine Tochter, wohin führt die Blindheit des menschlichen Willens. Er kann so grausam sein, dem Schöp-fer selbst die Hände zu binden, und sich zum Herrn aufzuspielen über Den, Der ihn geschaffen hat. Bemitleide mich also, meine Tochter und suche das liebe Kind zu beruhigen. Er weint wegen der menschlichen Undankbarkeit, die ihn, kaum geboren, schon tot sehen will. Um ihn zu retten, sind wir gezwungen zu fliehen … Schon ist der liebe Hl. Josef von Engeln gewarnt worden, unverzüglich in das fremde Land aufzubrechen.
Begleite uns, teure Tochter, lass uns nicht allein, und ich werde dir weiter meine Belehrungen erteilen über die großen Übel des menschlichen Willens. Kaum hatte sich der Mensch dem Göttlichen Willen entzogen, da brach er mit seinem Schöpfer. Alles war von Gott auf der Erde für ihn gemacht worden, alles war sein, und mit diesem Ungehorsam verlor der Mensch alle Rechte und hatte gleichsam nichts mehr, wohin er seine Schritte richten konnte.
So wurde er zum armen Verbannten, zum Pilger, der keine feste Wohnung haben konnte, und zwar nicht nur in der Seele, sondern auch dem Körper nach. Alle Dinge wurden veränderlich für den armen Menschen, und wenn er ein flüchtiges Gut sein Eigen nannte, geschah es kraft der vorhergesehenen Verdiens-te dieses Göttlichen Kindes.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 24. Tag)
„Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm“ (Mt 2, 11)
… „Meine Tochter, noch eine Überraschung: ein neuer Stern glänzt auf dem Himmelszelt, der mit seinem Licht Anbeter sucht, die das Kind Jesus anerkennen und anbeten. Drei Personen, der Eine vom Anderen entfernt, sind in Staunen versetzt, und eingehüllt vom höchsten Licht, folgen sie dem Stern, der sie zur Grotte nach Betlehem, zu Füßen des Jesuskindes führt. Wie waren diese drei Könige erstaunt, als sie im göttlichen Kind den König des Himmels und der Erde erkannten!
Der, der gekommen war, um zu lieben und alle zu retten. Während die drei Könige – von der himmlischen Schönheit entzückt – Ihn anbeteten, ließ das Kind aus seiner kleinen Menschheit seine Gottheit durchblicken und die Grotte verwandelte sich in ein Paradies; die Drei Könige vermochten sich nicht von den Füßen des göttlichen Kindes zu trennen, bis Es wiederum das göttliche Licht in seiner Menschheit entzog.
Indem ich wieder mein Amt als Mutter ausübte, sprach ich lange über die Herabkunft des Wortes und stärkte sie im Glauben, in der Hoffnung und der Liebe, dessen Symbol ihre Geschenke an Jesus waren; die Drei Könige zogen sich voll Freude in ihre Regionen zurück, um die ersten Verbreiter zu sein….“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 23. Tag)
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Diesen Morgen empfing ich die Kommunion, und da ich zusammen mit Jesus war, war die Königin Mutter auch hier, und – o, Wunder! Ich schaute auf die Mutter und konnte ihr Herz in das Jesuskind verwandelt sehen; ich blickte auf den Sohn und konnte die Mutter im Herzen des Kindes sehen.
Inzwischen erinnerte ich mich, dass heute Erscheinung des Herrn ist, und nach dem Vorbild der Drei Weisen sollte ich dem Jesuskind etwas anbieten, doch ich sah, dass ich nichts hatte, um es Ihm zu geben.
Als ich mein Elend sah, kam mir der Gedanke, meinen Leib als Myrrhe anzubieten, mit all den Leiden der zwölf Jahre, welche ich im Bett verbracht hatte, bereit zu leiden und hier zu bleiben, so lange wie es Ihm gefiel; als Gold die Pein, die ich empfinde, wenn Er mich seiner Gegenwart beraubt, welche die schmerzlichste und kummervollste Sache für mich ist; als Weihrauch meine armen Gebete, vereint mit jenen der Königin Mama, damit sie dem Jesuskind mehr gefielen.
So machte ich mein Anerbieten mit vollem Vertrauen, dass das Kind alles annehmen würde. Jesus schien mein armes Angebot mit großem Wohlgefallen an-zunehmen, doch was Ihn am meisten Freude bereitete war das Vertrauen, mit dem ich es ihm gemacht hatte, daher sprach Er zu mir:
„Das Vertrauen hat zwei Arme: mit dem einen umarmt es meine Menschheit und bedient sich meiner Menschheit als Treppe, um zu meiner Gottheit aufzu-steigen; mit dem anderen umfängt es die Gottheit und zieht himmlische Gnaden in Sturzbächen herab, sodass die Seele ganz vom Göttlichen Wesen überflu-tet wird.
Wenn die Seele vertrauensvoll ist, ist sie gewiss, das zu erhalten, worum sie bittet. Ich lasse meine Arme binden, Ich lasse sie tun, was immer sie will, Ich lasse sie bis in mein Herz eindringen und lasse sie das selber nehmen, worum sie Mich gebeten hat. Wenn Ich nicht so täte, wäre es Mir, als würde Mir Ge-walt angetan.“
Während Er dies sagte, kamen viele Flüsschen einer Flüssigkeit aus der Brust des Kindes und der Mutter, welche meine Seele vollständig überfluteten. Dann verschwand die Königin Mutter.
Danach ging ich zusammen mit dem Kind hinaus ins Himmelsgewölbe. Ich sah, dass sein zartes Angesicht traurig war und sagte mir selbst: „Vielleicht will Er Milch trinken und ist deshalb traurig.“ So sagte ich zu Ihm: „Willst Du vielleicht bei mir saugen, da die Königin Mama nicht da ist?“
Doch ehe ich dies tat, kamen mir Bedenken, dass es der Teufel sein könnte; und um sicher zu sein, bezeichnete ich ihn mehrmals mit dem Kreuz und sprach: „Bist du wirklich Jesus von Nazareth, die Zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, Sohn der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes?“ Und das Kind versicherte, Er sei es.
Da ich nun sicher war, nahm ich Ihn, damit Er von mir sauge. Das Kind schien aufzuleben und nahm ein frohes Aussehen an, und ich sah, dass Er einen Teil dieser Flüsschen saugte, mit denen Er mich überflutet hatte. Während Er dies tat, fühlte ich an meinem Herzen gezogen, und es schien, dass diese Milch, welche Jesus von mir sog, aus Ihm herauskam.
Wer kann schildern, was zwischen mir und dem Jesuskind geschah? Ich habe keine Zunge, die imstande wäre, es zu bekunden, und keine Worte, um es be-schreiben zu können. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 6. Januar 1900)
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Als ich außerhalb meiner selbst war, schien ich den Augenblick zu sehen, als die drei heiligen Weisen bei der Grotte von Betlehem ankamen. Kaum dass sie in der Gegenwart des Kindes ankamen, gefiel es Ihm, die Strahlen seiner Gottheit äußerlich aufscheinen zu lassen, und Er teilte sich den drei Weisen auf drei Arten mit – durch Liebe, durch Schönheit und durch Macht – sodass sie entzückt und versenkt in der Gegenwart des kleinen Jesuskindes blieben; wenn der Herr die Strahlen seiner Gottheit nicht wieder nach innen zurückgezogen hätte, wären sie dort für immer geblieben, unfähig, sich weiter zu bewegen.
Kaum hatte das Kind also seine Gottheit zurückgezogen, kehrten die drei heiligen Weisen in sich selbst zurück; sie schüttelten sich erstaunt, das Übermaß einer so großen Liebe zu sehen, denn durch das Licht hatte der Herr sie das Geheimnis der Menschwerdung verstehen lassen. Dann standen sie auf und bo-ten ihre Gaben der Königin Mutter an, und sie sprach lange mit ihnen, doch ich bin unfähig, alle ihre Worte wiederzugeben. Ich erinnere mich nur, dass sie ihnen kraftvoll einprägte, sich nicht nur ihre eigene Rettung, sondern auch die Rettung ihrer Völker zu Herzen zu nehmen und keine Angst davor zu haben, sogar ihr Leben hinzugeben, um das Erstrebte zu erlangen.
Dann zog ich mich in mich zurück und fand mich zusammen mit Jesus. Er wollte, dass ich Ihm etwas sage, doch ich sah mich so schlecht und verlegen, dass ich Ihm nichts zu sagen wagte. Als Er sah, dass ich nichts sprach, setzte Er selbst seine Rede über die drei heiligen Weisen fort mit den Worten:
„Als Ich Mich den Weisen auf drei Arten mitgeteilt hatte, erwarb ich Ihnen drei Wirkungen, denn Ich teile mich den Seelen nie nutzlos mit; vielmehr erhal-ten sie stets einen Gewinn für sich selbst. So erwarben sie, als Ich Mich durch die Liebe mitteilte, die Loslösung von sich selbst; durch die Schönheit empfin-gen sie Verachtung für irdische Dinge; und mit der Macht blieben ihre Herzen ganz an Mich gebunden und empfingen die Tapferkeit, ihr Blut und Leben für Mich hinzugeben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 6. Januar 1901)
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Ich war weiter in meinem üblichen Zustand, da kam das gebenedeite Jesuskind, und nachdem Er sich in meine Arme gelegt und mich mit seinen kleinen Händchen gesegnet hatte, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, das ganze Menschengeschlecht ist eine einzige Familie: wenn also jemand ein gutes Werk tut und Mir etwas aufopfert, nimmt die ganze Menschheitsfamilie an dieser Aufopferung teil und ist vor Mir gegenwärtig, wie wenn alle es Mir aufopfern würden. Als Mir z.B. heute die drei Weisen ihre Gaben darbrachten, hatte ich das ganze Menschengeschlecht in ihren Personen gegenwärtig, und alle nahmen am Verdienst ihres guten Werkes teil. Das Ers-te, was sie Mir darbrachten, war das Gold, und Ich schenkte ihnen dafür die Intelligenz und Erkenntnis der Wahrheit. Doch weißt du, welches Gold Ich jetzt von den Seelen will? Nicht das materielle, nein, sondern das geistliche Gold, d.h., das Gold ihres Willens, das Gold ihrer Gefühle, ihrer Wünsche, ihres eige-nen Geschmacks, das Gold des ganzen inneren Menschen. Das ist das ganze Gold, das die Seele besitzt, und Ich möchte es ganz für Mich.
Nun, für die Seele ist es beinahe schwierig, Mir das zu geben, ohne sich zu opfern und sich abzutöten, und so bindet die Myrrhe wie elektrische Leitungen das Innere des Menschen und macht es strahlender; sie gibt ihm die Schattierung mannigfaltiger Farben und verleiht der Seele alle Arten von Schönheit.
Doch das ist nicht alles: Es ist jemand nötig, der die Farben und die Frische stets lebendig erhält, die wie Duft und Hauch aus dem Inneren der Seele ent-strömen. Es muss jemand geben, der größere Gaben darbietet und erlangt als jene, die er gibt, wie es auch jenen noch braucht, der den Einen, der empfängt und der gibt, nötigt, im eigenen Inneren zu wohnen, und Ihn in ständiger Konversation und stetem Umgang mit sich selbst hält. Wer bewirkt also all dies? Es ist das Gebet, besonders der Geist des inneren Gebetes, das nicht nur die inneren Werke, sondern auch die äußeren, in Gold zu verwandeln weiß: und das ist der Weihrauch.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 6. Januar 1904)
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„… „Meine Tochter, alles, was du erfahren hast, deine volle Hingabe in die Arme unseres Himmlischen Vaters, dieses Nicht-mehr-Empfinden deines eigenen Lebens, ist das Abbild des Lebens in meinem Willen. Um nämlich in Ihm zu leben, muss man mehr aus Gott als aus sich selbst leben, ja, das Nichts muss viel-mehr das Leben dem Alles überlassen, um alles tun zu können, und damit der Akt dieses ‚Nichts‘ an der Spitze aller Akte eines jeden Geschöpfes stehe.
So war das Leben meiner Himmlischen Mutter. Sie war das wahre Abbild des Lebens in meinem Willen. Ihr Leben war derart vollkommen in Ihm, dass Sie nichts anderes tat, als ständig von Gott das zu empfangen, was Sie tun sollte, um im Höchsten Willen zu leben. So empfing Sie den Akt der höchsten Anbe-tung, um sich an die Spitze einer jeden Anbetung stellen zu können, die alle Geschöpfe ihrem Schöpfer gegenüber zu halten verpflichtet waren. Denn die wahre Anbetung hat das Leben in den Drei Göttlichen Personen.
Unsere vollkommene Übereinstimmung, unsere gegenseitige Liebe, unser einziger Wille, bilden die tiefste und vollkommene Anbetung in der Heiligsten Dreifaltigkeit. Wenn daher das Geschöpf Mich anbetet und sein Wille nicht in Übereinstimmung mit Mir ist, sind es leere Worte, aber keine Anbetung.
Deshalb erhielt meine Mutter alles von Uns, um sich in allem verströmen und an die Spitze eines jeden Aktes der Seelen stellen zu können: über jeden Lie-besakt, jeden Schritt, jedes Wort, jeden Gedanken, über jedes geschaffene Ding.
Sie legte ihren ersten Akt auf alle Dinge, und das verlieh Ihr das Recht als Königin über alle und über alles, und Sie übertraf an Heiligkeit, Liebe und Gnade alle Heiligen, die waren und sein werden, und alle Engel zusammen. Der Schöpfer ergoss sich über Sie, um Ihr so viel Liebe zu schenken, dass Sie genügend Liebe besaß, um Ihn für alle lieben zu können.
Er teilte Ihr die höchste Übereinstimmung mit und den einzigen Willen der Drei Göttlichen Personen, auf eine Weise, dass Sie auf göttliche Art für alle anbe-ten und für alle Pflichten der Geschöpfe Ersatz leisten konnte. Wäre dies nicht so, dann wäre es nicht eine Wahrheit, dass die Himmlische Mama alle an Hei-ligkeit und Liebe übertraf, sondern nur eine Redensart.
Doch wenn Wir sprechen, sind es Taten, keine Worte. Deshalb fanden Wir alles in Ihr; da Wir nun alles und alle gefunden haben, gaben Wir Ihr alles und machten Sie zur Königin und Mutter des Schöpfers selbst…“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 16. April 1926)
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„… Dachte ich über die Heiligen drei Weisen nach, als sie das Jesuskind in der Grotte von Betlehem besuchten; und mein stets liebenswürdiger Jesus sprach zu mir: „Meine Tochter, siehe die Ordnung meiner göttlichen Vorsehung. Für das große Wunder meiner Menschwerdung erwählte Ich und bediente Mich einer armen Jungfrau; als Schützer, der Vaterstelle an Mir vertreten sollte, den jungfräulichen Heiligen Josef, der so arm war, dass er arbeiten musste, um Unser Leben zu erhalten. Siehe, wie im größten Werk – und größer konnte das Geheimnis der Menschwerdung nicht sein – Wir Uns Personen bedienen, die mit ihrer Erscheinung niemandem ins Auge fallen.
Denn die Würde, Zepter und Reichtümer sind immer wie Rauch, der die Seele blind macht und sie daran hindert, in die himmlischen Geheimnisse einzu-dringen, um einen großen Akt von Gott und Gott selbst zu empfangen. Jedoch wollte Ich, um den Völkern meine Ankunft, das Kommen des Wortes des Va-ters auf die Erde kundzutun, Mich königlicher Autoritäten, gelehrter und gebildeter Menschen bedienen, damit sie durch ihre Autorität die Kenntnisse über Gott, der jetzt geboren war, verbreiten, und, wenn sie es wünschten, auch bei den Völkern durchsetzen könnten. Obwohl der Stern von allen gesehen wur-de, machten sich doch nur drei auf, schenkten ihm Aufmerksamkeit und folgten ihm.
Das heißt, dass unter allen nur jene eine gewisse Herrschaft über sich selbst besaßen, der einen kleinen freien Raum in ihrem Inneren bildete, sodass sie außer dem Anblick des Sterns auch meinen Ruf vernahmen, der in ihrem Inneren widerhallte. Sie achteten weder auf Opfer noch Gerede noch Spott – weil sie an einen unbekannten Ort aufbrachen und viele davon hören sollten – doch sich um nichts kümmernd und sich selbst bezwingend, folgten sie dem mit meinem Ruf vereinten Stern, der mehr als ein sprechender Stern in ihrem Inneren widerhallte, sie erleuchtete, anzog und ihnen viele Dinge über Den mit-teilte, den sie besuchen sollten; und freudetrunken folgten sie dem Stern.
Siehe also, für die Gewährung des großen Geschenkes der Inkarnation war eine Jungfrau nötig war, die ihrem menschlichen Willen niemals das Leben gege-ben hatte, die mehr vom Himmel als von der Erde war, außerdem war ein ständiges Wunder nötig, das sie für dieses große Wunderwerk disponierte. So hat-ten Wir es nicht nötig, die Aufmerksamkeit der Völker in den äußerlichen Dingen und menschlichen Erscheinungen auf sie zu ziehen. Doch trotz alledem wa-ren, auch um Mich den Menschen mitzuteilen, Menschen nötig, welche die Herrschaft über sich selbst hatten, die einen kleinen Leerraum in ihrem Inneren formte, um das Echo meines Rufes widerhallen zu lassen.
Doch wie groß war ihre Überraschung, als sie sahen, dass der Stern nicht über einem Palast, sondern über einer niedrigen Hütte stehen blieb! Sie wussten nicht, was sie darüber denken sollten und waren überzeugt, dass es kein menschliches Geheimnis sei, sondern ein Göttliches. So belebten sie ihren Glauben, traten in die Grotte ein und knieten sich nieder, um Mich anzubeten. Als sie die Knie beugten, enthüllte Ich Mich und ließ aus meiner kleinen Menschheit meine Gottheit durchscheinen, und sie erkannten Mich als König der Könige, Der kam, um sie zu retten.
Da boten sie sich sofort an, Mir zu dienen, und das Leben aus Liebe zu Mir hinzugeben; doch mein Wille tat sich ihnen kund und sandte sie neuerlich in ihr Gebiet zurück, damit sie unter diesen Völkern mein Kommen auf Erden verkünden mögen. Siehe also, wie notwendig die Herrschaft über sich selbst und der freie Raum im Herzen ist, um meinen Ruf widerklingen zu lassen und fähig zu sein, die Wahrheit zu erkennen und sie den anderen mitzuteilen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 6. Januar 1927)
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Ich war ganz in das Göttliche Fiat versenkt, sein Licht löschte meine Kleinheit gleichsam aus und erhob mich in die Höhe – bis zum Schoß des Ewigen. Hier ist nichts anderes zu sehen als Licht, Heiligkeit und Schönheit. Das erweckte in mir eine tiefe Anbetung, und ich fühlte meine kleine Existenz in einen einzigen Akt der Anbetung für diesen Gott verwandelt, der mich so sehr geliebt hat und liebt. Als mein Geist im Licht des Göttlichen Willens aufging, regte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
“Meine Tochter, die Heiligkeit unseres Göttlichen Wesens, die eine Macht unseres Willens, von dem Wir erfüllt sind, sodass nur ein Wille in Uns wirkt, herrscht und regiert, obwohl Wir drei Personen sind, unsere gleiche, gegenseitige und unaufhörlich Liebe bringen in Uns die tiefste Anbetung unter den Göttlichen Personen hervor. So gehen aus Uns nichts anderes als Akte der tiefen Anbetung unseres ganzen Göttlichen Wesens hervor. Als daher unser Göttli-ches Fiat mit seiner schöpferischen, wirksamen und belebenden Macht die ganze Schöpfung hervorbringen wollte, so traten, als Wir unser Fiat aussprachen, Akte tiefer Anbetung aus Uns hervor.
Nun ist der [materielle] Himmel nichts anderes als ein Akt tiefer Anbetung unseres unermesslichen Göttlichen Wesens, daher kann man ihn überall als Himmel sehen, bei Tag und Nacht. Unser unermessliches Wesen ließ aus unserem Schoß die Unermesslichkeit unserer Anbetung entspringen und breitete den gestirnten Himmel über das Universum aus, um all jene herbeizurufen, die die Erde in unserem einen Willen bewohnen sollten. Wir wollten sie in[nerhalb] der Unermesslichkeit unserer Anbetung vereinigen, damit sich der Mensch kraft unseres Fiat in der Unermesslichkeit seines Schöpfers ausdehnen sollte, um seinen Himmel der tiefen Anbetung des Einen zu gestalten, Der ihn erschaffen hatte.
Die Sonne ist ein Akt der Anbetung unseres endlosen Lichtes. Die Glut ihrer tiefen Anbetung ist so gewaltig groß, dass sie sich nicht damit begnügt, sich oben unter dem Himmelsgewölbe zu zeigen, sondern ihre Strahlen aus der Mitte ihrer Sphäre bis zur Erde herabsendet. Mit ihren Händen aus Licht gestaltet und berührt sie alles, umhüllt alles und jeden mit ihrer Anbetung des Lichts, und ruft Pflanzen, Blumen, Bäume, Vögel und Geschöpfe zu einer einzigen Anbetung im Willen des Einen auf, Der sie gemacht hat. Das Meer, die Luft, der Wind und alles Geschaffene, sind nichts als Akte profunder Anbetung unseres Göttli-chen Wesens, die den Menschen – manche von der Ferne, andere von der Nähe – in die Einheit unseres Fiat rufen, um die tiefen Akte unserer Anbetung zu wiederholen. Der Mensch kann sich das, was Uns gehört, zu Eigen machen und Uns die Sonne, den Wind, das Meer, die blühende Erde als tiefe Anbetung darbringen, die unser einer Wille im [menschlichen] Geschöpfen hervorbringen kann und hervorzubringen vermag. Was kann unser Fiat nicht alles tun? Mit seiner einzig[artig]en Kraft kann Es alles tun, vereint Es alles und bewahrt alles im Akt; Es vereint Himmel und Erde, Schöpfer und Geschöpf, und macht sie eins.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 12. April 1929)

