Samstag der 6. Osterwoche (Joh 16,23b-28)
23bIn jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. 24Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
25Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. 26An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; 27denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.
28Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
„Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben“ (Joh 16,23)
Der süße Zauber des Allmächtigen Fiat hält mich in Ihm wie ausgelöscht von seinem Licht, und ich vermag nichts zu sehen außer alle seine Akte, damit ich sie alle mit meinem ‘Ich liebe Dich’ besiegle und um das Reich seines Göttlichen Willens unter den Menschen bitte.
Nun sah ich vor meinem Geist ein großes Rad aus Licht, das die ganze Erde erfüllte. Während der Radmittelpunkt ganz aus einem Licht war, ragten so viele Strahlen aus ihm heraus, wie das Göttliche Fiat Akte getan hatte.
Ich bewegte mich von einem Strahl zum nächsten, um das Siegel meines ‘Ich liebe Dich’ darauf zu legen und dort zu lassen, wobei ich ständig um das Reich seines Göttlichen Willens flehte.
Als ich dies tat, trat mein stets liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren hervor und sagte zu mir: „Meine Tochter, die Akte einer Seele, die in meinem Göttlichen Willen lebt und dort ihre Akte tut, bleiben [in Ihm] als das Werk des Geschöpfs. Sie „verpflichten“ Gott, ihr die Rechte eines so heiligen Reiches abzutreten, und somit die Rechte, Es bekannt zu machen und auf Erden herrschen zu lassen.
In der Tat erwirbt die Seele, die in meinem Fiat lebt, alle Akte zurück, die mein Fiat aus Liebe zu den Geschöpfen getan hat. Gott macht sie zur Eroberin nicht nur seines Willens, sondern der ganzen Schöpfung.
Es gibt keinen einzigen Akt von Ihm, in den die Seele nicht ihren [eigenen] Akt hineinlegt, und sei es auch nur ein ‘Ich liebe Dich’, ‘Ich bete Dich an’, usw.
Da sie etwas von sich selbst hineingelegt hat, bleibt alles [der Seele gleichsam] verpflichtet. Und mein Fiat freut sich, weil Es endlich das glückliche Geschöpf gefunden hat, dem Es das geben kann, was Es mit so viel Liebe seit dem Beginn der Erschaffung des ganzen Universums schenken wollte.
Darum geht die Seele durch das Leben in meinem Göttlichen Willen in die göttliche Ordnung ein. Sie wird zur Eigentümerin seiner Werke und kann zu Recht das, was ihr gehört, den anderen geben und für sie erbitten. Da sie in Ihm lebt, sind ihre Rechte göttlich, und so bittet sie mit göttlichem, nicht menschlichem Recht.
Jeder ihrer Akte ist ein Ruf, den sie an ihren Schöpfer richtet, und sie spricht mit seiner eigenen göttlichen Herrschaft zu Ihm: ‘Gib mir das Reich deines Göttlichen Willens, dass ich Es den Geschöpfen geben kann, damit es in ihrer Mitte herrsche, und Dich alle mit göttlicher Liebe lieben und alle in Dir neu geordnet werden.’
Du sollst nun wissen, dass du jedes Mal, wenn du in meinem Willen umhergehst, um etwas von dir hineinzulegen, ein weiteres göttliches Recht erwirbst, ein so heiliges Reich einzufordern.
Deshalb treten, wenn du in Ihm deine Rundgänge machst, alle Werke der Schöpfung vor dich hin, und alle Werke der Erlösung stellen sich in Reih und Glied um dich herum auf.
Dabei wartet jedes von ihnen darauf, deinen Akt zu empfangen, um dir die Vergeltung des Aktes unserer Werke zu geben. Du spürst sie eines ums andere auf, um sie anzuerkennen, zu umarmen, dein kleines ‘Ich liebe Dich’, und deinen Kuss der Liebe darauf zu legen, um sie zu erwerben.
In unserem Fiat gibt es weder ‘dein’ noch ‘mein’ zwischen Schöpfer und Geschöpf, sondern alles ist Gemeinsamkeit, und deshalb kann das Geschöpf zu Recht erbitten, was es will.
O, wie wäre Ich betrübt und wie würde es Mir weh tun, wenn die kleine Tochter meines Göttlichen Willens meine so vielen Leiden und Akte, die Ich auf Erden tat, nicht einmal anerkennen und nicht versuchen würde, meinem Akt mit ihrer Liebe und ihrem Akt das Geleit zu geben.
Wie könnte Ich dir das Recht verleihen, wenn du sie nicht anerkennst? Und noch weniger könntest du sie dir zu eigen machen. Unsere Werke anzuerkennen, ist nicht nur ein Recht, das Wir gewähren, sondern ein Besitz. Wenn du also die Herrschaft meines Göttlichen Willens ersehnst, so gehe stets in unserem Fiat umher.
Anerkenne alle unsere Werke, vom kleinsten bis zum größten, lege deinen kleinen Akt auf jedes von ihnen – dann wird dir alles gewährt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 30. Oktober 1929)
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… „Meine Tochter, wenn die Seele meinen Willen in ihre Akte und ihr Gebet ruft, dann wiederholt Er gemeinsam mit der Seele den Akt und betet zusammen mit ihr.
Da Er sich nun in seiner Unermesslichkeit überall befindet, fühlen die Schöpfung, Sonne, Wind, Himmel, die Engel und Heiligen in sich selbst die Kraft des schöpferischen Gebetes, und alle beten.
Die Wunder dieses allmächtigen Gebetes beziehen alle mit ein und schenken sich allen. Nur jene, die es undankbarerweise nicht aufnehmen wollen, bleiben seiner Wirkungen beraubt.
So besitzt mein Wille also die Eigenschaft, die Kraft des Gebetes.
O, wie schön ist es, Ihn auf seine göttliche Weise und mit seiner schöpferischen Kraft beten zu sehen, die sich allen auferlegt und bewirkt, dass alle beten!
Dieses Gebet drängt sich unseren göttlichen Eigenschaften auf und lässt reichlich Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung und Liebe herabströmen.
Es genügt zu sagen, dass es unser Gebet ist, um behaupten zu können: ‚Es kann alles geben.’ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 6. Juli 1938)
„Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist“ (Joh 16,24)
Ich sagte zu meinem Jesus: „Du siehst, ich weiß nichts zu tun, ich habe nichts, das ich Dir geben könnte, aber ich will Dir meine Nichtigkeiten geben; ich vereinige diese mit dem Alles, das Du bist und bitte Dich um Seelen.
Meine Atemzüge bitten Dich beim Atmen um Seelen, meine Herzschläge bitten Dich mit unaufhörlichem Schrei um Seelen; die Bewegung meiner Arme, das Blut, das in mir kreist, der Lidschlag, die Bewegung der Lippen erbitten von Dir Seelen, und dies erbitte ich vereint mit Dir, mit deiner Liebe und in deinem Willen, auf dass alle meinen unaufhörlichen Schrei hören können, der in Dir immerdar Seelen fordert.“
Während ich nun dies und anderes sagte, bewegte sich mein Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, wie süß und wohlgefällig ist Mir das Gebet der Seelen, die innig mit Mir verbunden sind!
Wie fühle Ich das verborgene Leben von Nazareth sich wiederholen, ohne irgendeine Äußerlichkeit, ohne einen Kreis von Leuten, ohne Glockengeläute, ganz vernachlässigt, unbeachtet, allein, sodass Ich kaum bekannt war.
Ich erhob Mich zwischen Himmel und Erde und bat um Seelen, und nicht ein Atemzug noch ein Herzschlag entging Mir, der nicht um Seelen bat.
Und als Ich dies tat, drang mein Klang in den Himmel und zog die Liebe des Vaters an, Mir Seelen zu gewähren, und dieser Klang, der in den Herzen widerhallte, rief mit lauter Stimme: „Seelen!“ Wie viele Wunder wirkte Ich nicht in meinem verborgenen Leben, nur von meinem Vater im Himmel und meiner Mutter auf Erden gekannt!
So betet die verborgene Seele, die innig mit Mir verbunden ist; wenn auf Erden auch kein Ton zu hören ist, so klingen ihre Gebete wie Glocken umso tönender im Himmel, dass sie den ganzen Himmel herbeirufen, sich mit ihr zu vereinen, um Barmherzigkeit auf die Erde herabsteigen zu lassen, die nicht ans Ohr, sondern in die Herzen der Geschöpfe tönt und diese bewegt, sich zu bekehren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 10. Dezember 1918)
„An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin“ (Joh 16,26+27)
Diesen Morgen teilte mir mein anbetungswürdiger Jesus bei seinem Kommen einen Teil seiner Passion mit. Während ich im Leiden war, sagte der Herr zu mir, um mich aufzumuntern:
„Meine Tochter, die erste Bedeutung der Passion enthält Verherrlichung, Lobpreis, Ehre, Dank und Wiedergutmachung für die Gottheit. Die zweite ist die Rettung der Seelen und alle Gnaden, die zu diesem Zweck nötig sind. Wenn also jemand an den Leiden meiner Passion teilnimmt, schließt sein Leben genau dieselben Bedeutungen in sich ein.
Nicht nur das, sondern er nimmt dieselbe Form an wie meine Menschheit; und da diese meine Menschheit mit der Gottheit vereinigt ist, ist die Seele, die an meinen Leiden teilnimmt, auch in Kontakt mit der Gottheit und kann erlangen, was immer sie will. Mehr noch, ihre Leiden sind wie Schlüssel, um die göttlichen Schätze zu öffnen.
Dies gilt so lange, wie sie hier unten lebt; und sodann wird auch eine besondere Glorie für sie im Himmel reserviert sein, die ihr durch meine Menschheit und Gottheit gegeben wird, sodass sie meinem eigenen Licht und meiner Glorie ähnlich sehen wird; wie auch eine ganz besondere Glorie für den ganzen himmlischen Hof, welche diesem durch diese Seele zuteilwerden wird mittels dessen, was Ich ihr mitgeteilt habe.
Denn je mehr die Seelen Mir in den Leiden ähnlich geworden sind, umso mehr Licht und Glorie werden aus dem Inneren der Gottheit kommen; und so wird der ganze Himmlische Hof an dieser Glorie teilnehmen.“
Möge der Herr stets gepriesen sein, und möge alles zu seiner Verherrlichung und Ehre sein. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. Februar 1902)


