7. Sonntag in der Osterzeit – C – (Joh 17,20-26)
20In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. 21Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, 23ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
24Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt. 25Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.
„Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21)
Ich war weiter in meinem gewohnten Zustand und hörte, wie mein anbetungswürdiger Jesus in meinem Inneren betete und sprach: „Mein Vater, Ich bitte Dich, dass unser Wille eins sei mit dem Willen dieser kleinen Tochter unseres Wollens. Sie ist die rechtmäßige Frucht unseres Wollens.
Gib, dass zur Ehre und Zierde unseres Ewigen Willens aus ihr nichts hervorgehe, was nicht Frucht unseres Willens sei, und dass sie nichts kennt als unseren Willen allein; um dies zu erlangen, biete Ich Dir alle Akte an, die meine Menschheit in unserem anbetungswürdigen Willen getan hat.”
Danach blieb Er in tiefem Schweigen, und ich fühlte mich, ich weiß nicht wie, so sehr in die Akte versenkt, die mein Jesus im Göttlichen Willen getan hatte, dass ich einem nach dem anderen nachfolgte und meinen Akt mit dem Seinen vereint tat.
Dies ließ mich so viel Licht absorbieren, dass Jesus und ich in ein Meer von Licht versenkt blieben; Jesus trat aus meinem Inneren heraus, erhob sich und stellte seine Fußsohlen auf den Platz, wo mein Herz war, winkte mit der Hand, die mehr Licht als die Sonne ausstrahlte und rief laut:
„Kommt, kommt alle, Engel, Heilige, pilgernde Seelen, alle Generationen, kommt, um die Großtaten und das größte nie gesehene Wunder zu sehen: mein im Geschöpf wirkender Wille!”
Bei der klangvollen, melodiösen und starken Stimme Jesu, die Himmel und Erde erfüllte, taten sich die Himmel auf und alle eilten zu Jesus und betrachteten mich, wie der Göttliche Wille in mir wirkte. Alle waren hingerissen und dankten Jesus für ein solches Übermaß seiner Güte.
Ich aber war verwirrt und aufs höchste gedemütigt und sprach zu Ihm: „Meine Liebe, was tust Du? Mir scheint, Du willst mich allen zeigen, damit jeder auf mich zeigt. Welchen Widerwillen empfinde ich!”
Und Jesus: „Ach, meine Tochter, es ist mein Wille, der wünscht, dass [dich] alle kennen und gleichsam als neuen Himmel und Mittel der neuen Regeneration auf dich hinzeigen; du selbst wirst wie begraben in meinem Willen sein.
Mein Wille muss wie die Atemluft sein, die man nicht sieht, doch fühlt. Man sieht sie nicht, und doch vermittelt sie das Leben. Sie dringt überall ein, auch in die innerste Faser, um jedem Herzschlag Leben zu geben.
Wo immer sie eintritt, in die Dunkelheit, in die Tiefen, in die geheimsten Räume, macht sie sich zum Leben von allem. So wird mein Wille mehr als die Luft in dir sein, der von dir ausgeht und sich zum Leben von allem macht.
Sei daher aufmerksamer und folge dem Willen deines Jesus, denn die Aufmerksamkeit wird dich erkennen lassen, wo du bist und was du tust. Die Kenntnis wird dich den göttlichen Königspalast meines Willens mehr würdigen und wertschätzen lassen.
Stelle dir vor, eine Person befindet sich im Palast eines Königs und weiß nicht, dass diese Wohnstätte dem König gehört. Sie wird ihr keinerlei Wertschätzung entgegenbringen, sondern zerstreut, schwätzend und lachend umhergehen, und sich auch nicht für den Empfang der Gaben des Königs disponieren.
Doch wenn sie wüsste, dass dies der Königspalast ist, würde sie die Dinge mit Aufmerksamkeit betrachten und sie schätzen; sie würde auf Zehenspitzen gehen, leise sprechen und wäre ganz Aug und Ohr, um zu sehen, ob der König aus einem Zimmer herauskommt und gleichsam in Erwartungshaltung, um große Gaben vom König zu empfangen.
Siehst du, die Aufmerksamkeit ist der Weg zur Erkenntnis, die Kenntnis verändert die Person und die Dinge und bereitet die Seele auf den Empfang großer Gaben vor.
Da du also weißt, dass du im Palast meines Willens bist, wirst du immer empfangen und so viel nehmen, dass du allen deinen Brüdern geben kannst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 21. Juli 1923)
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… “Meine Tochter, in Uns, in unserer Gottheit, genügt ein einziger Akt, um alles zu tun. Dieser Akt ist Wille, Gedanke, Wort, Werk und Schritt. So ist ein einziger Akt von Uns – Stimme, die spricht, Hand, die arbeitet, Fuß, der geht. Indem er alles einhüllt, wenn das Geschöpf denkt, arbeitet, spricht und geht, ist es die Kraft unseres einzigen Aktes, der in jedem geschöpflichen Akt widerhallt und das Gut des Gedankens, des Wortes und alles Übrigen mitteilt.
Deshalb kann man sagen, dass Wir – der Drei-Eine Gott – der Träger aller Geschöpfe und all ihrer Akte sind. O wie beleidigt es Uns, wenn unser Akt die Gedanken, Werke und Schritte der Geschöpfe trägt und dabei nicht nur nicht für Uns getan wird, sondern sogar um Uns zu beleidigen!
Die Geschöpfe bedienen sich unserer eigenen Akte, um die Waffen herzustellen, mit denen sie Uns verwunden! Menschliche Undankbarkeit, wie bist du groß! Die Seele aber, die unseren Göttlichen Willen tut und in Ihm lebt, vereint sich mit unserem einen einzigen Akt und bildet einen einzigen Willensakt mit unserem Akt.
Sie wirkt zusammen mit unserem Akt und macht sich gemeinsam mit Uns zum Gedanken, zur Stimme, zum Werk und Schritt aller. O, wie freuen Wir Uns, dass unsere Kraft die menschliche Kleinheit erfüllt und sie daher zusammen mit Uns zur Trägerin aller Akte der Geschöpfe macht.
Diese Seele bedient sich aller unserer Akte, nicht um Waffen daraus zu machen, um Uns zu verwunden, sondern Waffen zu unserer Verteidigung, um Uns zu lieben und zu verherrlichen. So nennen Wir sie unsere Kriegerin, die unsere Rechte verteidigt.”
Nachher folgte ich dem Göttlichen FIAT in der Schöpfung. Ich spürte, dass ich mir alles zu eigen machen wollte: die Sonne, um Ihm die Herrlichkeit des Lichtes und der Glut darzubringen, das Meer, um Ihm die Glorie jenes unaufhörlichen Gemurmels zu geben.
Alles hätte ich gerne in meiner Macht, um sagen zu können: „Alles hast Du mir gegeben, und alles gebe ich Dir.“ Als ich dies und anderes überlegte, bewegte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, wie schön ist das Leben in meinem Willen.
Dein Echo reicht überall hin. Wo immer sich mein Göttlicher Wille befindet, Der überall ist, dort gelangt auch dein Echo hin. So hallt dein Echo wider in der Sonne, im Meer, im Wind, in der Luft, und bis in den Himmel eindringend, bringt es deinem Schöpfer seine eigene Herrlichkeit, Liebe und Anbetung dar.
Mein Göttlicher Wille fühlt sich [somit] nicht allein in allen geschaffenen Dingen. Er hat die Gesellschaft des Echos jener, die in meinem Göttlichen Willen lebt, und fühlt, wie Ihm die ganze Liebe und Herrlichkeit zurückgegeben wird, die Er in der ganzen Schöpfung ausgesät hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 14. Dezember 1928)
„Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast“ (Joh 17, 22)
… „Meine gesegnete Tochter, genau dies ist das Leben in meinem Willen: die Seele erwirbt das Recht einer Tochter, und Gott erlangt die Vorherrschaft, Befehlsgewalt und das Recht als Vater.
Nur mein Wille vermag beide miteinander zu vereinen und aus ihnen ein einziges Leben zu machen. Nun wisse, dass die in meinem Göttlichen Wollen lebende Seele drei Vorrechte erwirbt: erstens, das Recht des Göttlichen Lebens. Alles, was sie tut, ist Leben, das sie fühlt: wenn sie liebt, empfindet sie das Leben der Liebe, und als Leben fühlt sie es im Geist, im Atem, im Herzen, in allem strömen.
Sie fühlt die lebendige Kraft, die in sich nicht einen endlichen Akt bildet, der wieder aufhören würde, sondern die Fortsetzung eines Aktes, welche das Leben ausmacht; wenn sie betet, anbetet, sühnt, fühlt sie das unaufhörliche Leben des göttlichen, nicht menschlichen, Gebetes, göttlicher Anbetung, göttlicher Wiedergutmachung, das keine Unterbrechung kennt.
So ist jeder in meinem Willen getaner Akt, ein lebendiger Akt, den die Seele erwirbt. In Ihm ist alles Leben, und die Seele erwirbt das Leben des Guten, das sie in Ihm tut. Welch großer Unterschied besteht zwischen einem Gut, dessen Leben die Seele besitzt, und einem Gut oder Akt, dessen Leben endet, wenn man ihn tut!
Als Leben hat die Seele das Gut in ihrer Macht und fühlt das fortdauernde Leben dieses Gutes. Als Akt hingegen hat sie ihn nicht in ihrer Macht und kann auch nicht sein Fortdauern fühlen, und was nicht kontinuierlich ist, kann nicht Leben genannt werden.
Nur in meinem Willen finden sich diese Akte voller Leben, weil sie als Prinzip (Beginn) das Göttliche Leben haben, das nicht enden kann, und daher kann Er allem und allen Leben schenken.
Außerhalb von Ihm hingegen finden alle Dinge, sogar die größten Werke, ein Ende. O, welch schönes Vorrecht ist dies, das nur mein Wille verleihen kann, dass die Seele in sich ihre Akte in unverlierbares Göttliches Leben umgewandelt fühlt!
Nun geht aus dem ersten Vorrecht das zweite hervor, d.h. das Recht des Besitzes. Doch wer ist es, der die Seele ausstattet? Wer macht sie zur Besitzerin? Mein Wille selbst, denn in Ihm gibt es keine Armut, sondern alles ist Überfülle: Überfülle an Heiligkeit, an Licht, an Gnaden, an Liebe.
Und da die Seele diese als Leben besitzt, ist es gerecht, dass sie diese Göttlichen Besitztümer als die ihren besitzt, sodass sie sich als Herrin über die Heiligkeit, über das Licht, die Gnade, die Liebe und alle Göttlichen Güter fühlt.
Nur in meinem Willen gibt es dieses Eigentumsrecht, außerhalb von Ihm wird [den Seelen] alles nur abgemessen gegeben und ohne sie zu Besitzern zu machen. Wie groß ist der Unterschied zwischen beiden! Aus dem zweiten geht das dritte Vorrecht hervor: Das Recht auf die Glorie.
Nichts tut die Seele, sei es klein oder groß, natürlich oder übernatürlich, bei dem ihr nicht das Recht der Glorie verliehen wird: das Recht, ihren Schöpfer in allem zu verherrlichen, selbst im Atem und Herzschlag, und das Recht, selbst verherrlicht zu werden, in der Herrlichkeit Dessen, bei Dem es keine Glorie gibt, die nicht von Ihm ausginge.
Daher wirst du in meinem Willen alles und alle zu deiner Verfügung finden, und zwar mit göttlichem, nicht menschlichem Recht. Mein Wille selbst möchte dir diese seine Göttlichen Rechte gewähren, da Er das Geschöpf als seine wahre Tochter liebt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 20. Januar 1935)
„Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin“ (Joh 17,26)
Ich dachte über die unermessliche Liebe meines süßesten Jesus nach, und Jesus zeigte mir alle Geschöpfe wie in einem Netz der Liebe aneinander gekettet und sagte zu mir: „Meine Tochter, bei der Erschaffung des Menschen säte Ich in ihn so viele Samen der Liebe; in seine Intelligenz, in seine Augen, seine Worte, ins Herz, in die Hände, in die Füße – in alles säte Ich den Keim der Liebe.
Ich musste von außen an ihm arbeiten, und platzierte alle geschaffenen Dinge gemeinsam mit Mir, damit dieser Keim sprieße und so heranwachse, wie Ich es wünschte. Da dieser Keim von einem ewigen Gott gelegt worden war, war er ebenso ewig; so enthält der Mensch in sich eine ewige Liebe, und eine ewige Liebe geht ihm stets entgegen, um die Erwiderung für die Samen ihrer in den Menschen gesäten ewigen Liebe zu empfangen und ihm neue und ewige Liebe zu geben.
Ich wollte nämlich innerhalb des Menschen wie ein Same, und außerhalb von ihm wie ein Arbeiter sein, um in ihm den Baum meiner ewigen Liebe heranzubilden. Was würde es dem Menschen nützen, die Augen voller Licht zu haben, wenn er kein Licht von außen hätte, das sie erleuchtete? Er bliebe stets im Dunkeln.
So bedarf es, um die Wirkung des Lichts zu genießen, des inneren Lichtes des Auges und des äußeren Lichtes der Sonne, welches das Auge erleuchtet. Dasselbe gilt für den Geist: Hätte er keine Worte, um seine Gedanken auszudrücken, würde das Leben seines Verstandes sterben und fruchtlos bleiben; und so ist es mit allem Übrigen.
Ich liebte den Menschen so sehr, dass Ich nicht nur diesen Keim meiner ewigen Liebe in ihn säte, sondern ihn unter die Wellen meiner ewigen Liebe stellte, die in der ganzen Schöpfung ausgestreut ist, um in ihm diese Liebe keimen zu lassen und ihn ganz mit dieser Liebe zu überwältigen.
Wenn also das Licht der Sonne in seinem Auge scheint, bringt es ihm die Welle meiner Liebe; wenn er Wasser trinkt, um seinen Durst zu löschen, und Speise als Nahrung nimmt, bringen ihm diese die Welle meiner ewigen Liebe.
Wenn sich die Erde unter seinen Füßen ausbreitet und fest bleibt, um seinen Schritten Halt zu geben, bringt sie ihm die Welle meiner Liebe. Wenn die Blume ihren Duft, wenn das Feuer seine Wärme gibt – alles bringt ihm meine ewige Liebe.
Doch das genügt nicht: Ich selbst bleibe beim Menschen und arbeite innen und außen, um alle Ähnlichkeiten [mit Mir] in seiner Seele zu ordnen, zu bestätigen und zu besiegeln, damit er meine ewige Liebe mit ewiger Liebe erwidere: so kann Mich auch das Geschöpf mit ewiger Liebe lieben, weil es dessen Samen in sich trägt.
Doch zu meinem höchsten Kummer erstickt der Mensch diesen Keim, und dann geschieht es, dass er das Licht, das meine Liebe ihm entgegenbringt, nicht wahrnimmt, obwohl meine Liebe ihn unter ihren Wellen hält, denn da er den Keim erstickt hat, ist er blind geworden.
Obwohl er brennt, wird er nicht warm, und so viel er auch trinkt und isst, wird er weder satt noch sein Durst gelöscht; wo kein Same ist, gibt es keine Fruchtbarkeit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 28. Juni 1923)


