In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: 15Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.
23bWenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen. 24Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
25Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Joh 14, 15)

„… Ein freier Wille, der Mich liebt und freiwillig den eigenen annulliert, um den Meinen zu tun und in Ihm zu wirken, ist das große Wunder der Schöpfung, wofür alle Dinge erschaffen wurden, denn sie sollten diesem Willen dienen, der Mich frei und ungezwungen liebt.
Und er [, der menschliche Wille], der die Herrschaft über alle Dinge hat und sich an der ganzen Schöpfung erfreut, sollte allen geschaffenen Dingen gleichsam als Willen dienen, da diese keinen Willen besaßen.
So sollte ihnen das [menschliche] Geschöpf als Willen dienen, um der Wille jedes geschaffenen Dinges zu sein und ihre freie Liebe gegen ihren Schöpfer. Nur in meinem Willen kann sich der menschliche (Wille) überallhin ausbreiten, um seinem Schöpfer diese so große Liebe zu schenken.
Meine Tochter, ein Wille, der Mich nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen liebt, zeugt von einer Distanz zwischen Geschöpf und Schöpfer, von Sklaverei und Dienerschaft, von Unähnlichkeit. Ein freier Wille hingegen, der den Meinen tut, zeugt von der Einheit zwischen der Seele und Gott, von Kindschaft.
Er bezeugt, dass das, was Gottes ist, auch der Seele gehört, er zeugt von der Ähnlichkeit in der Heiligkeit, der Liebe, den Eigenschaften, den Handlungsweisen, da das, was der eine tut, der andere tut, wo der eine ist, auch der andere ist; was Gott gehört, gehört dieser Seele.
Ich schuf den Menschen mit freiem Willen, um diese große Ehre zu erhalten, die einem Gott gebührt. Mit einem erzwungenen Wille, der Mich liebt und sich opfert, weiß Ich nichts anzufangen, ja Ich erkenne ihn nicht einmal, noch verdient er irgendwelchen Lohn.
Daher geht all mein Trachten dahin, dass die Seele spontan in meinem Willen lebt. Erzwungene Liebe gibt es bei den Menschen, nicht bei Gott, denn diese begnügen sich mit dem Schein und steigen nicht auf den goldenen Grund des Willens hinab, um eine aufrichtige und treue Liebe zu erhalten.
Wenn sich der König mit der Untertänigkeit der Soldaten begnügt, wenn er nur sein Heer aufgestellt hat, und sich nicht darum kümmert, ob der Wille seiner Soldaten ganz vom Willen des Königs abweicht, wird er zwar eine Armee besitzen, aber dennoch nicht in Sicherheit sein.
Es kann das Heer sein, das ihn um Krone und Leben bringt. Ein Herr kann viele Sklaven haben, doch wenn sie ihm nicht willig dienen, sondern aus Zwang, um des Vorteils willen, aus Furcht oder wegen des Lohnes, könnten diese Diener, die von seinem Brot essen, seine ersten Feinde sein.
Doch dein Jesus, der auf den Grund des Willens sieht, gibt sich nicht mit dem Anschein zufrieden. Wenn dieser Wille aus freien Stücken (spontan) den Meinen wünscht und in Ihm lebt, ist meine Herrlichkeit, ja die ganze Schöpfung sichergestellt.
Dann sind es nämlich nicht Diener, sondern meine Kinder, die Ihn besitzen und die Herrlichkeit ihres himmlischen Vaters so sehr lieben, dass sie bereit wären und sich geehrt fühlten, ihr Leben aus Liebe zu Ihm hinzugeben.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 3. April 1927)

„Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll“ (Joh 14,16)

… „Als mein Sohn in den Himmel auffuhr, blieb ich weiter gemeinsam mit den Aposteln im Zönakulum und erwartete die Ausgießung des Hl. Geistes. Wir beteten gemeinsam und alle waren eng um mich geschart; sie taten nichts ohne meinen Rat.
Und wenn ich das Wort ergriff, um sie zu belehren, oder irgendeine Anekdote aus dem Leben meines Sohnes zu erzählen, die sie nicht kannten – wie z.B. die Einzelheiten seiner Geburt, seine kindlichen Tränen, sein liebevolles Wesen, die Ereignisse in Ägypten, die vielen Wunder seines verborgenen Lebens in Nazareth … – o wie aufmerksam hörten sie mir dann zu, und waren ganz gerührt, so viele überraschende Einzelheiten zu hören und so viele Belehrungen, die er mir zu ihrem Nutzen gegeben hatte; denn mein Sohn hatte wenig oder gar nichts von sich selbst zu den Aposteln gesprochen, und überließ mir die Aufgabe, ihnen zu offenbaren, wie sehr er sie geliebt hatte und ihnen all die Einzelheiten zu erzählen, die nur seine Mutter kannte … meine Tochter, so war ich inmitten meiner Apostel mehr als die Sonne, die sie erleuchtete, für sie war ich der Anker, das Steuer, die Arche, wo sie Zuflucht und Schutz in jeder Gefahr fanden.
Daher kann ich behaupten, dass ich die junge Kirche auf meinen mütterlichen Knien geboren habe, und meine Arme die Arche, in der ich sie zum sicheren Hafen geleitete und noch immer geleite. Inzwischen kam der Tag, da der Hl. Geist, wie von meinem Sohn versprochen, in das Zönakulum herabkam.
Welche Umwandlung geschah an diesem Pfingsttage, meine Tochter! Kaum kam der Hl. Geist auf sie herab, da erlangten sie neue Wissenschaft, unbesiegbare Stärke, brennende Liebe; ein neues Leben beseelte sie und machte sie unerschrocken und mutig, dass sie in die ganze Welt hinausgingen, um die Erlösung bekannt zu machen und das Leben für ihren Meister hinzugeben.
Ich verblieb mit dem geliebten Johannes und sah mich dann gezwungen, Jerusalem zu verlassen, weil der Sturm der Verfolgung begann. Meine liebste Tochter, wisse, dass ich noch immer die Lehrerin in der Kirche bin; es gibt nichts, das ihr nicht von mir geschenkt wird.
Ich kann sagen, dass ich mich aus Liebe für meine Kinder verzehre und sie mit meiner mütterlichen Milch ernähre. In diesen Zeiten jedoch will ich ihnen eine ganz besondere Liebe erweisen, und ihnen zeigen, wie mein ganzes Leben sich im Reich des Göttlichen Willens gestaltet hat.
Daher lade ich dich ein, auf meinen Schoß und in meine mütterlichen Arme zu kommen, die wie eine Arche dich sicher im Meer des Göttlichen Willens leben lassen. Eine größere Gnade könnte ich dir nicht erweisen … ich flehe dich an, stelle deine Mutter zufrieden.
Komm und lebe in diesem so heiligen Reich! Und wenn du bemerkst, dass dein Wille etwas begehrt, komm und flüchte dich in die sichere Arche meiner Arme und sage zu mir: ‚Meine Mutter, mein Wille will mich verraten, und ich übergebe ihn dir, damit du an seine Stelle den Göttlichen Willen setzt.‘
O wie werde ich glücklich sein, wenn ich sagen kann: „Meine Tochter ist ganz mein, weil sie im Göttlichen Willen lebt!“ Und ich werde den Hl. Geist in deine Seele herabkommen lassen, damit er alles Menschliche in dir verzehrt, und mit seinem erfrischenden Atem über dir herrsche und dich im Göttlichen Willen befestige.“… (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 30. Tag)

„Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen“ (Joh 14,23)

Meine Hingabe an das Fiat dauert an. Ich fühle seinen allmächtigen Atem, der mich anhaucht. Er möchte sein Leben in mir zunehmen und wachsen lassen und mich so sehr erfüllen, dass mein menschliches Sein nichts anderes als die Hülle bleibe, die Ihn bedeckt.
Da überlegte ich: ‚Was gewinnt denn dieser Göttliche Wille, der solches Interesse daran hat, sein Leben im Geschöpf zu bilden, dass Er Himmel und Erde in Bewegung setzt, um seine Absicht zu erreichen? Und welcher Unterschied besteht zwischen dem Göttlichen Willen als Leben und dem Göttlichen Willen als Wirkung?’
Da nahm mich mein stets liebenswürdiger Jesus in seine Arme und sprach mit unbeschreiblicher Güte zu mir: „Meine gesegnete Tochter, es gibt nichts Schöneres, Heiligeres, Willkommeneres, nichts was Uns mehr gefällt und verherrlicht, als wenn Wir das Leben unseres Göttlichen Willens in der Seele heranbilden: Wir schaffen in ihr unser kleines Paradies, in das es unserem Höchsten Sein gefällt, hinabzusteigen und seinen Aufenthalt in ihm zu nehmen.
Du siehst, anstatt eines Paradieses haben Wir [nun] deren zwei, in denen Wir unsere Harmonien, die Schönheit, die Uns entzückt und die reinen Freuden finden, die unsere Seligkeit verdoppeln, weil Wir ein weiteres Leben von Uns im begrenzten Umkreis des Geschöpfs herangebildet haben.
In diesem – wenn auch kleinem – Paradies finden Wir alles, soweit ein Geschöpf dazu imstande ist. Alles gehört Uns, ja Wir finden sogar die Kleinheit vor, die Uns noch mehr verliebt macht.
Wir bewundern unsere göttliche Kunst, die kraft unserer Gewalt das Große in das Kleine eingeschlossen hat. Wir haben sozusagen durch unser Labyrinth der Liebe die Dinge verwandelt: das Große in das Kleine und das Kleine in das Große.
Ohne ein göttliches Wunder von unserer Seite könnten Wir weder unser Leben noch unser Paradies in der Seele bilden. Scheint es dir unbedeutend, dass Wir ein weiteres Leben von Uns und ein doppeltes Paradies zur Verfügung haben, damit Wir eine noch größere Seligkeit genießen können?
Du sollst wissen, dass weder der Himmel, noch die Sonne, noch die ganze Schöpfung Uns so viel kostet, und Wir auch weder so viel Meisterhaftigkeit und Kunst, noch so viel Liebe aufwenden, wie dann, wenn Wir unser Leben in der Seele heranbilden.
Dieses Leben besteht ganz aus unserem Willen und ist für Uns ein weiteres Paradies, wo Wir nach unserem Belieben herrschen und unsere Wonnen verkosten können. Himmel, Sonne, Meer, Wind und alles andere erzählen von Dem, Der sie erschaffen hat, sie weisen hin auf Uns, machen Uns bekannt und verherrlichen Uns.
Sie geben Uns jedoch weder ein Leben von Uns, noch bereiten sie Uns ein weiteres Paradies. Sie sind vielmehr dem- oder derjenigen zu Diensten, in dem oder der unsere Vatergüte die Aufgabe übernommen hat, unser Leben heranzubilden.
Unser Leben in jener Seele heranzubilden, kostet Uns sehr viel: unser Fiat wendet die wirkende und wiederholende Eigenschaft seines kontinuierlichen einen Aktes unseres Willens über diese beglückte Seele an, um sie mit seiner Macht zu überschatten, auf eine Weise, dass ein Fiat [nicht die ‚Beendigung‘] des nächsten abwartet: [sondern,] wenn das Fiat die Seele anhaucht, spricht Es Fiat zu ihr, wenn Es sie berührt, wiederholt Es Fiat, wenn Es die Seele umfängt, bedient Es sich seines wirkenden Fiat und modelliert und durchwirkt sie gleichsam mit seinem göttlichen Leben.
Mit seinem Hauch bildet Es sozusagen sein Leben in der Seele, und mit seiner schöpferischen Kraft stellt Es die Seele wieder her und schafft in ihr sein kleines Paradies. Was finden Wir nicht alles darin? Es genügt, dir zu sagen, dass Wir alles vorfinden, was Wir wollen, und dies bedeutet alles für Uns.
Du siehst also den großen Unterschied zwischen dem Göttlichen Willen als Leben und dem als Wirkung: als Leben verwandeln sich alle Güter und Tugenden, Gebet, Liebe und Heiligkeit in die Natur der Seele.
Es sind Quellen, die in ihr entstehen und stets sprudeln, sodass sie in sich selbst die Natur der Liebe, Geduld und Heiligkeit verspürt. Es ist ähnlich der Art und Weise, wie sie ganz natürlich und mühelos den Geist wahrnimmt, der denkt, das Auge, das sieht, den Mund, der spricht.
All dies hat Gott ja in ihre Natur hineingelegt, und die Seele kann diese als Besitzerin gebrauchen, wie sie will. So ist, wenn sie den Göttlichen Willen als Leben besitzt, alles heilig und sakral, die Mühsale enden und die Neigung zum Bösen gibt es nicht mehr.
Wenn die Seele auch verschiedene Akte vollbringt und einmal dies und einmal jenes tut, so vereint die einigende Eigenschaft meines Willens all diese Handlungen miteinander und macht einen einzigen Akt daraus.
Dieser nun hat so viele verschiedene Schönheiten, wie die Seele Akte getan hat. Die Seele nimmt schließlich sogar wahr, wie Gott ganz ihr gehört, und wie Er sich im Übermaß seiner Liebe kraft des Göttlichen Willens, den sie als Leben besitzt, in die Gewalt der Seele begeben hat.
Sie empfindet Ihn als ihre [‚Leibes]Frucht‘, quasi ihren Spross und zieht Ihn mit solch delikater Liebe und tiefer Anbetung groß, dass sie wie natürlich in ihrem Schöpfer absorbiert bleibt, der ja schon ganz ihr gehört.
Sie empfindet eine solch große Liebe und Seligkeit, dass sie diese nicht fassen kann und daher gern allen den Göttlichen Willen als Leben schenken möchte, damit alle glücklich und heilig würden. Nicht so ist es bei der Seele, die Ihn nicht als Leben besitzt, sondern nur als Tugend und Wirkung. Alles ist mühsam für sie, und sie fühlt das Gute [nur] zeitweise und je nach den Umständen.
Ändern sich die Umstände, fühlt sie sich leer an Gutem, und diese Leere bringt Unbeständigkeit, wechselhaften Charakter und Müdigkeit hervor. Sie fühlt ihren unglücklichen menschlichen Willen und genießt weder Frieden noch kann sie anderen Frieden geben.
Sie fühlt das Gute gleichsam wie ‚ausgekugelte‘ oder teilweise abgetrennte Glieder, die sie nicht benutzen kann, und ist darauf angewiesen, andere Glieder zu gebrauchen.
Wenn man nicht in meinem Willen lebt, macht man sich zum Sklaven und verspürt die ganze Last der Sklaverei.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 15. Oktober 1933)

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… „Meine gesegnete Tochter, meine Liebe bei der Menschwerdung im Schoß meiner Himmlischen Mutter war so groß, dass Himmel und Erde sie nicht fassen konnten.
Der Akt meiner Inkarnation geschah in einem so intensiven, starken und großartigen Liebesakt, dass es mehr als hinreichend war, um alles und alle in Liebe zu verzehren, zu verbrennen.
Du musst wissen, dass mein Himmlischer Vater vor meiner Menschwerdung in sich selbst blickte und in seiner brennenden Liebe, die Er nicht zurückhalten konnte, unermessliche Ozeane der Liebe aus Sich selbst ergoss. In diesem Liebesfeuer blickte Er auf seinen Sohn, und Ich befand mich in denselben Liebesflammen, worauf Er Mir den Befehl gab, dass Ich Mich inkarniere.
Ich wollte das [ebenfalls], und in einem Liebeserguss vollzog sich das große Wunder der Inkarnation, ohne dass Ich Mich von meinem Vater oder dem Heiligen Geist getrennt hätte. Ich blieb bei meinem Vater und stieg zugleich in den Schoß meiner Mutter hinab.
Da die Drei Göttlichen Personen nicht getrennt werden können, kann man sagen, dass Ich im Himmel blieb und [zugleich] auf die Erde hinabstieg; und der Vater, und der Heilige Geist stiegen zusammen mit Mir auf die Erde hernieder und blieben zugleich im Himmel.
So also floss unser Göttliches Wesen in diesem so großen Akt vor Liebe über, dass die Himmel staunten und die Engel überrascht verstummten, alle eingehüllt in unseren Liebesflammen.
Die Menschwerdung war nichts anderes als ein Akt unseres Göttlichen Willens. Was vermag Er nicht zu tun und kann Er nicht tun? Alles! Mit seiner Macht und unendlichen Liebe geht Er sogar so weit, das unerhörte, nie geschehene Wunder zu wirken: dass Wir im Himmel blieben und [zugleich] in das Gefängnis des mütterlichen Schoßes herabstiegen. So wollte es unser Wille, und so geschah es.
Nun, meine Tochter, wann immer die Seele meinen Willen tun möchte, blickt mein Himmlischer Vater zuerst in Sich selbst hinein, und ruft, wie bei einem Konzil, die Heiligste Dreifaltigkeit zusammen, um diesen Akt [der Seele] mit unserem Willen und mit allen möglichen und vorstellbaren Gütern anzureichern.
Dann setzt Er den [göttlichen] Akt der Seele aus sich selbst frei und umhüllt die Seele mit seinem wirkenden, kommunikativen und umformenden Willen.
Und wie bei der Menschwerdung die Drei Göttlichen Personen im Himmel blieben und [mit dem Sohn] in den Schoß der Unbefleckten Jungfrau herniederstiegen, so transportiert mein Wille mit seiner Macht und seinem operativen Akt die Göttliche Dreifaltigkeit in die Seele des Menschen.
Während Sie im Himmel bleibt, formt Er im menschlichen Willen seinen göttlichen Akt. Nun, wer schildert dir die Wunder, die in diesem Akt unseres Willens eingeschlossen sind?
Unsere Liebe erhebt sich und dehnt sich so sehr aus, dass sie keinen Ort findet, wohin sie sich begeben könnte. Wenn sie alles ausgefüllt hat, zieht sie sich in unsere Quelle zurück.
Unsere Heiligkeit fühlt sich mit göttlichem Akt von unserem eigenen Willen geehrt, der in der Seele wirkt und breitet sich mit überraschenden Gnaden aus, um seine Heiligkeit allen Geschöpfen mitzuteilen.
Mein Wille vollbringt unaussprechliche Wunder, wenn Ihn die Seele ruft, in ihr zu wirken.
Mach also, dass alles in meinem Willen verschwindet, und Wir werden alles in deine Gewalt geben, und du wirst Uns alles geben können, sogar Uns selbst.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 1. März 1936)

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird…“ (Joh 14, 26)

… „Meine Tochter, sieh die überschwängliche Liebe meines Willens, stets fest, stets wirksam, immer dabei, zu geben, ohne je zurückzuweichen von dem, was Er zu tun beschlossen hat, als das Höchste FIAT in der Schöpfung widerhallte.
Er übernahm die Verpflichtung, alle Künste auszuüben, alle Ämter zu versehen, alle Dienste zu tun, jegliche Form anzunehmen, um den Menschen glücklich zu machen.
Ja, Er handelte noch zärtlicher als eine Mutter und disponierte alle geschaffenen Dinge beinahe wie ebenso viele Brüste, in denen Er sich verbarg, damit der Menschen daran sauge.
Er machte sich zur Sonne, um die Menschen sein Licht trinken zu lassen, zum Himmel, um sie die vitale Liebe der Unwandelbarkeit saugen zu lassen, machte sich zu den Sternen, um sie die Vielfalt der Güter aufnehmen zu lassen, die seine Werke enthalten.
Er machte sich zum Wasser, zu Pflanzen und Blumen, um sie das Wasser der Gnade trinken zu lassen und ihren Durst zu löschen, um sie seine Süßigkeit und seine keuschen Düfte inhalieren zu lassen.
Alle Formen nahm mein Wille an: die des Vogels, des Lammes, der Taube, kurzum – alles, um sich in den Mund des Menschen zu legen und von ihm getrunken zu werden, um ihm das Gut zu geben, das jedes geschaffene Ding enthielt.
Nur ein Göttlicher Wille, der in einem seiner Liebesergüsse alles erschuf, konnte so viele Gestalten annehmen, so viele Dienste ausüben, so ausdauernd seine Akte tun, ohne je aufzuhören.
Und doch, wer versucht, in jedes geschaffene Ding einzudringen, um zu sehen, wer Der ist, Der ihm seine Brust reicht, um seine Milch zu geben, um die Geschöpfe zu stillen, zu laben und sie glücklich zu machen? Fast niemand.
Er erschöpft sich ständig für sie, gibt sein Leben in jedem geschaffenen Ding, um Leben zu geben, und sie lassen sich nicht einmal herab, Ihn zu betrachten, um zu sehen, wer Jener ist, Der sie so sehr liebt und das Leben ihres Lebens ist!
Deshalb ist der Schmerz meines Willens groß, von den Geschöpfen so verkannt zu werden. Er wartet mit göttlicher und unbesiegbarer Geduld auf seine Kinder, die Ihn erkennend, den Schleier von den geschaffenen Dingen wegziehen, die Ihn verhüllen und die Brust ihrer Mama erkennen und dankbar an diesen göttlichen Brüsten saugen, als seine wahren Kinder.
Dann erst wird die Herrlichkeit der ganzen Schöpfung, der ganzen Erlösung, deines Jesus und des ewigen FIAT vollendet sein, wenn sich die Kinder seines Reiches an seine Brust hängen werden, um an seinen Brüsten zu saugen.
Sie werden Ihn anerkennen und sich nicht aus seinem Schoß entfernen. Und Er wird alle Güter schenken und den Ruhm und die Genugtuung haben, alle seine Kinder glücklich zu sehen.
Und diese Kinder werden die Ehre und Glorie besitzen, in sich selbst die Mutter abzubilden, die sie mit so viel Liebe in ihrem Schoß hält, um sie mit ihrer Göttlichen Milch zu nähren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 3. Februar 1927)