In jener Zeit 11kam Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Volksmenge folgten ihm. 12Als er in die Nähe des Stadttors kam, siehe, da trug man einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. 

13Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! 14Und er trat heran und berührte die Bahre. Die Träger blieben stehen und er sagte: Jüngling, ich sage dir: Steh auf! 

15Da setzte sich der Tote auf und begann zu sprechen und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. 16Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden: Gott hat sein Volk heimgesucht. 

17Und diese Kunde über ihn verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

„Jüngling, ich sage dir: Steh auf!“ (Lk 7,14)

Mein geliebtes Gut, während Deines öffentlichen Lebens streust Du unaufhörlich Dein göttliches Wort aus und tröstest überall die Betrübten; als Du einer Mutter begegnest, die weint und den eigenen Sohn zur Beerdigung begleitet, hältst Du den Tränen dieser Frau nicht stand, Du näherst Dich dem Sarg, erweckst den Jungen auf und gibst ihn seiner Mama zurück.

Meine Liebe, mein „Ich liebe Dich“ begleitet Dich, während Du das Leben dem, der es verloren hat, wiedergibst, und bittet Dich, so viele Seelen, die für Deinen Göttlichen Willen tot sind, wieder ins Leben zu rufen, um dem Göttlichen Willen die Tränen zu trocknen, der – mehr als eine Mutter – nach so vielen Jahrhunderten noch weint, da Er sieht, dass ein großer Teil Seiner Kinder wie tot für Ihn sind… (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Siebzehnte Stunde)

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Während ich meinen Rundgang im Göttlichen Willen fortsetze, ergießt sich seine sanfte Herrschaft, seine unwiderstehliche Kraft, seine Liebe und sein unauslöschliches Licht über meine Kleinheit, die wie hingerissen im Meer des Göttlichen Willens ist. 

Welch süße Überraschungen, seine stets neuen Weisen, seine entzückende Schönheit und Unermesslichkeit, die alle und alles gleichsam in seinem Schoß trägt!

Doch was noch mehr berührt, ist seine Liebe zum Menschen: Er scheint ganz Auge, ihn anzusehen, ganz Herz, ihn zu lieben, ganz Hand und Fuß, ihn an seine Brust zu drücken und ihm die Schritte zu verleihen. 

O, wie sehnt Er sich danach, dem Geschöpf sein Leben zu geben, damit es vom Leben seines Willens lebe. Er scheint danach zu schmachten, Er hat sich gleichsam dazu verpflichtet, es ist wie ein Sieg, den Er um jeden Preis erringen will: dass sein Leben das Leben der Seele heranbilde. 

So ging mein Geist in diesem Schauspiel der Liebe des Göttlichen Willens auf, und mein guter Jesus sprach voller Zärtlichkeit zu mir:

„Meine Tochter, der Mensch büßte mit dem Tun des eigenen Willens das Haupt, den göttlichen Verstand, die Regelung, das Regelwerk und die Ordnung seines Schöpfers ein. 

Da er das Haupt verloren hat, wollten alle Glieder als Kopf handeln, doch weil es nicht Aufgabe der Glieder war, wie das Haupt zur Handlung befähigt zu sein, vermochten sie weder System noch Ordnung untereinander zu wahren. 

Ein Glied stellte sich gegen das andere, sie wurden untereinander gespalten und blieben ohne die Einheit des Hauptes wie zerstreute Glieder. Doch unser Höchstes Wesen liebte den Menschen. 

Es schmerzte Uns, ihn ohne Haupt zu sehen, und es war auch die größte Schmach für unser Schöpfungswerk. Auch konnten Wir eine solche Zerfleischung in jenem nicht dulden, den Wir so sehr liebten. 

So setzte sich unser Göttlicher Wille bei Uns durch, und unsere Liebe besiegte Uns, ließ Mich vom Himmel auf die Erde herabsteigen und setzte Mich als Haupt des Menschen ein und vereinte von neuem alle zerstreuten Glieder unter meinem Haupt. 

Die Glieder aber erwarben das System, die Ordnung, die Einheit und den Adel des Hauptes. So waren meine Menschwerdung, Taten und Leiden und selbst mein Tod nichts anderes als Wege, die Ich auf der Suche nach diesen zerstreuten Gliedern beschritt. 

Ich wollte kraft meines göttlichen Hauptes Leben, Wärme und Auferstehung in die toten Glieder strömen lassen, um aus allen Menschengeschlechtern unter meinem göttlichen Haupt einen einzigen Leib zu machen. 

Wie viel kostete Mich dies! Aber meine Liebe ließ Mich alles überwinden, Mich allen Leiden stellen und über alles triumphieren. 

Nun, meine Tochter, du siehst, was es heißt, nicht meinen Willen zu tun: das Haupt zu verwirken, sich von meinem Leib zu trennen und als getrennte Glieder mühsam und tastend hier unten wie Ungeheuer, wie Monster dahin zu wandern, dass es Mitleid erregt. 

Alles Gute des Menschen ist in meinem Göttlichen Willen konzentriert, Er ist unsere Glorie und die der Menschheit. Daher also unsere Sehnsucht und unser Engagement: Wir möchten mittels Liebe und unerhörter Opfer siegreich sein, damit der Mensch in unserem Willen lebe. 

Sei also aufmerksam und stelle deinen Jesus zufrieden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 24. Februar 1934)