30In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? 31Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
32Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
34Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! 35Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

„Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.” (Jn 6, 33)

Ich betete: „Vater Unser, im Namen aller bitte Ich Dich jeden Tag um drei Arten von Brot: zunächst um das Brot deines Willens, das noch mehr ist als das [materielle] Brot, denn während dieses nur zwei oder dreimal am Tag benötigt wird, ist das Brot deines Willens hingegen in jedem Augenblick und allen Lagen nötig.
Vielmehr darf es nicht nur Brot sein, sondern wie balsamische Luft, die das Leben und den Kreislauf des göttlichen Lebens im Geschöpf spendet. Vater, wenn Du dieses Brot deines Willens nicht reichst, werde Ich nie alle Früchte meines Sakramentalen Lebens ernten können, welches das zweite Brot ist, um das Wir Dich jeden Tag bitten.
O, wie unbehaglich fühlt sich mein Sakramentales Leben, weil nicht das Brot deines Willens die Seelen ernährt, sondern das verdorbene Brot des menschlichen Willens sich in ihnen befindet! O, wie ekelt Mich davor! Wie fliehe Ich es!
Wenn Ich auch zu den Seelen gehe, kann Ich ihnen doch nicht die Früchte, die Güter, die Wirkungen und die Heiligkeit mitteilen, da Ich unser Brot nicht vorfinde; und wenn Ich etwas gebe, dann nur in kleinem Ausmaß, je nach ihrer Disposition, doch nicht all die Güter, die Ich enthalte.
Mein Leben im Sakrament wartet geduldig darauf, dass der Mensch das Brot des Höchsten Willens zu sich nehme, um ihm alle Schätze meines Sakramentalen Lebens geben zu können.“
Siehst du also, wie das Sakrament der Eucharistie – und nicht nur dieses – sondern alle Sakramente, die Ich eingesetzt und meiner Kirche vermacht habe, alle Früchte bringen werden, die sie enthalten, und sodann volle Erfüllung finden werden, wenn unser Brot, d.h., der Wille Gottes ‚wie im Himmel so auch auf Erden‘ geschehen wird? Dann bat Ich um das dritte, d.h., das materielle Brot. Warum konnte Ich sagen: „Unser tägliches Brot gib uns heute?“
Ich konnte dies tun im Hinblick darauf, dass, wenn der Mensch unseren Willen tun würde, das Unsrige ihm gehören würde, und der Vater das Brot seines Willens, das Brot meines Sakramentalen Lebens, und das tägliche Brot des natürlichen Lebens, nicht mehr unrechtmäßigen, widerrechtlichen und bösen Kindern zu geben hätte, sondern rechtmäßigen, guten Kindern, die die Güter des Vaters gemeinschaftlich besitzen werden.
Daher sagte Ich: ‚Gib uns unser Brot‘. Dann werden die Menschen das gesegnete Brot essen, alles um sie herum wird ihnen zulächeln, die Erde und der Himmel werden den Stempel der Harmonie ihres Schöpfers tragen.
Dann fügte Ich hinzu: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.” So wird auch die Nächstenliebe vollkommen sein, und die Vergebung wird den Stempel des Heroismus tragen, wie Ich ihn auf dem Kreuz ausübte.
Wenn der Mensch das Brot meines Willens gegessen haben wird, wie meine Menschheit es tat, dann werden die Tugenden in meinen Willen absorbiert werden und das Siegel des wahren Heroismus und der göttlichen Tugend empfangen; sie werden wie viele kleine Flüsschen sein, die aus dem Schoß des großen Meeres meines Willens entspringen werden.
Und wenn Ich hinzufügte: „Und führe uns nicht in Versuchung” … – wie könnte Gott den Menschen je in Versuchung führen? – so war dies, weil der Mensch immer Mensch und frei in sich selbst ist, da Ich ihm nie die bei seiner Erschaffung verliehenen Rechte nehme; und er, erschrocken und in Furcht vor sich selbst, ruft schweigend und betet, ohne es mit Worten auszudrücken: „Gib uns das Brot deines Willens, damit wir alle Versuchungen zurückweisen können, und befreie uns in der Kraft dieses Brotes von allem Bösen. Amen.“
Du siehst also, wie alle Güter des Menschen ihre Verknüpfung und enge Verbindung des Wortes von Mir „Lasset Uns den Menschen machen nach unserem Abbild und Gleichnis” wiederfinden, den Wert eines jeden seiner Akte, die Wiederherstellung der verlorenen Güter, die Unterschrift und Versicherung, dass ihm die verlorene irdische und himmlische Glückseligkeit zurückgegeben wird. Es ist daher so notwendig, dass mein Wille ‚wie im Himmel so auf Erden‘ geschehe, dass Ich kein anderes Interesse hatte, noch ein anderes Gebet lehrte, als das Vater Unser.
Und die Kirche, die treue Ausführerin und Verwahrerin meiner Lehren, hat es stets auf ihren Lippen und wiederholt es bei jedem Anlass, und alle – Gebildete und Unwissende, Kleine und Große, Priester und Weltleute, Könige und Untergebene – bitten Mich, dass mein Wille geschehe ‚wie im Himmel so auf Erden‘.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 2. Mai 1923)

—————-

… Den zweiten Appell richte ich an alle Priester. Ihnen allen zu Füßen liegend bitte ich sie, ja, ich flehe sie an, dass sie sich für den Göttlichen Willen interessieren mögen und versuchen, ihn kennenzulernen.
Ihnen rufe ich zu: Bezieht eure erste Tat und euren ersten Akt aus ihm, schließt euch gleichsam in das Fiat ein und ihr werdet fühlen, wie lieb und süß sein Leben ist.
All euer Wirken wird aus ihm hervorgehen. Ihr werdet in euch eine göttliche Kraft verspüren, eine Stimme, die immer spricht und die euch wunderbare, nie zuvor gehörte Dinge sagen wird. Ein Licht werdet ihr verspüren, das alle Übel verdunkeln wird, es wird die Völker bewegen und euch die Herrschaft über sie geben.
Wie sehr müht ihr euch ab, ohne dabei Früchte zu bringen, weil euch das Leben des Göttlichen Willens fehlt! Ihr habt für die Völker ein Brot gebrochen, das nicht mit dem Sauerteig des Fiat durchwirkt war, deshalb haben sie es hart gefunden, als sie es aßen.
Es war beinahe unverdaulich, und da sie das Leben nicht verspürten, haben sie sich euren Lehren nicht unterworfen. Esst ihr daher dieses Brot des Göttlichen Fiat und ihr werdet mit allen sein Leben und einen einzigen Willen bilden… (Aus Luisas Aufruf; unveröffentlichte Übersetzung)

—————-

… „Meine Tochter, meine Erlösung kam als Heilmittel für den Menschen, und deshalb diente sie als Heilmittel, als Medizin, als Speise für die Kranken, die Blinden, die Stummen, für alle Arten von Krankheiten.
Da es Kranke sind, können sie alle Heilmittel, die Ich ihnen zu ihrem Wohle brachte, weder verkosten noch deren ganze innewohnende Kraft empfangen.
Das Sakrament der Eucharistie hinterließ Ich ihnen als Speise, um ihnen vollkommene Gesundheit zu geben. Viele essen immer wieder davon, und sehen sich doch stets krank.
Arme Speise meines eigenen Lebens, verborgen unter den Schleiern der Akzidenzien des Brotes! Wie viele verdorbene Gaumen, wie viele Mägen, die nicht verdauen und die Menschen daran hindern, den Geschmack meiner Speise zu kosten und die ganze Kraft meines sakramentalen Lebens zu verdauen, und so bleiben sie krank. Und da es Glieder sind, die vom Bösen fiebern, essen sie die Speise ohne Appetit.
Deshalb ersehne Ich so sehr die Ankunft des Reiches des Höchsten FIAT, denn dann wird alles, was Ich tat, als Ich auf die Erde kam, denen als Speise dienen, die sich vollkommener Gesundheit erfreuen werden.
Wie groß ist doch der Unterschied zwischen einem Kranken, der dieselbe Speise nimmt, und einem anderen, der vollkommene Gesundheit genießt! Der Kranke nimmt sie ohne Appetit zu sich, ohne Geschmack, und sie dient ihm dazu, sich aufrecht zu halten und nicht zu sterben.
Der Gesunde verzehrt sie mit Appetit, und wie er davon kostet, nimmt er mehr davon und bewahrt sich stark und gesund. Wie groß wird nicht mein Wohlgefallen sein, wenn Ich sehe, dass alles, was Ich tat, im Reich meines Willens nicht mehr als Speise für Kranke, sondern als Nahrung für die Kinder meines Reiches dienen wird, die alle voller Kraft und bei perfekter Gesundheit sein werden?
Vielmehr werden sie mit dem Besitz meines Willens mein immerwährendes Leben in sich selbst besitzen, wie es die Seligen im Himmel besitzen. So wird mein Wille der Schleier sein, der mein Leben in ihnen verbergen wird.
Und wie es bei den Seligen ist, die Mich in ihrem Inneren wie das eigene Leben besitzen, und daher die Seligkeit, die sie ständig von der Gottheit empfangen, jener Seligkeit, die sie im Inneren besitzen, die Hand reicht und den Kuss gibt, und sie somit vollauf glücklich sind.
So wird die Seele, die meinen Willen besitzt, mein immerwährendes Leben in sich haben. Es wird ihr als ständige Speise dienen, nicht [nur] einmal am Tag, wie die Speise meines sakramentalen Lebens.
Denn mein Wille wird noch größeren Aufwand treiben und sich auch nicht damit zufriedengeben, sich einmal am Tag zu schenken – sondern Er wird sich ständig geben.
Er weiß, dass sie reine Gaumen haben und starke Mägen, um in jedem Augenblick die Stärke, das Licht, das göttliche Leben und die Sakramente zu kosten und zu verdauen.
Mein sakramentales Leben wird ihnen zur Nahrung und Wonne gereichen, als neue Seligkeit für das Leben des Höchsten FIAT, das sie besitzen werden. Das Reich meines Willens wird der wahre Widerhall des himmlischen Vaterlandes sein.
Während die Seligen ihren Gott als eigenes Leben besitzen, empfangen sie Ihn auch außerhalb von sich selbst. So besitzen sie innerhalb und außerhalb von sich göttliches Leben, und göttliches Leben empfangen sie.
Wie groß wird also meine Seligkeit sein, mich sakramental den Kindern des ewigen FIAT zu schenken und in ihnen mein eigenes Leben zu finden? Dann wird mein sakramentales Leben die vollständige Frucht hervorbringen, und obwohl sich die Gestalten verzehren, werde Ich nicht mehr den Schmerz erleiden, meine Kinder ohne die Speise meines ständigen Lebens zurückzulassen. In der Tat, mein Wille wird, mehr als die sakramentalen Akzidenzien, sein göttliches Leben stets in seinem vollen Besitz bewahren.
Im Reich meines Willens wird es weder Speisen noch Kommunionen geben, die unterbrochen werden – sondern immerwährende. Alles, was Ich in der Erlösung wirkte, wird ihnen nicht mehr als Heilmittel dienen, sondern zur Wonne, Freude, Seligkeit und als stets zunehmende Schönheit.
So wird der Triumph des Höchsten FIAT dem Reich der Erlösung die vollständigen Früchte einbringen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 2. November 1926)