35In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. 36Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen, und doch glaubt ihr nicht.
37Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; 38denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
39Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. 40Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“ (Joh 6,35)

… „Herr, hab Mitleid mit mir! Bitte, lass mich nicht allein und verlasse mich nicht. Ich sehe, dass die Dämonen eine solche Wut haben, dass sie nicht einmal den Staub von mir übriglassen würden – wie soll ich imstande sein, mich ihnen entgegenzustellen?
Du weißt wohl, wie elend und schlecht ich bin, gib mir deshalb neue Gnade, damit ich Dich nicht beleidige. Mein Herr, der Schmerz, der meine Seele am meisten quält, ist es zu wissen, dass auch Du mich verlassen müsstest. Ach, zu wem könnte ich noch ein Wort sagen, wer sollte mich lehren?
Wie dem auch sei, möge dein Wille immer geschehen, ich preise deinen Heiligen Willen.“ Und Jesus fuhr gütig fort: (89) „Betrübe dich nicht so sehr; wisse, dass Ich nie gestatten werde, dass du über deine Kräfte versucht wirst.
Wenn Ich dies erlaube, ist das nur zu deinem Wohl. Ich versetze niemals Seelen in Kämpfe, damit sie darin umkommen; zuerst messe Ich ihre Kräfte, Ich gebe ihnen meine Gnade, dann führe Ich sie in den Kampf ein; und wenn manche Seelen in der Prüfung fallen, ist es, weil sie nicht mit Mir im Gebet vereint bleiben; sie spüren nicht länger die Feinfühligkeit meiner Liebe und gehen zu den Geschöpfen, um Liebe zu erbetteln, während Ich alleine das menschliche Herz sättigen kann.
Sie lassen sich nicht vom sicheren Weg des Gehorsams führen und glauben mehr an das eigene Urteil als an den, der sie an meiner Stelle leitet. Was wundert es also, wenn sie fallen?
Ich empfehle dir also das Gebet, und sogar wenn du Todesqualen leiden solltest, darfst du niemals vernachlässigen, was du zu tun gewohnt bist, sondern je mehr du dich im Abgrund siehst, umso mehr wirst du die Hilfe des Einen, der dich befreien kann, erflehen.
Überdies möchte Ich, dass du dich blind den Händen deines Beichtvaters übergibst, ohne zu untersuchen, was dir gesagt wird. Du wirst von der Finsternis umgeben sein, und wirst wie einer sein, der keine Augen hat, und der eine Hand benötigt, welche ihn führt.
Das Auge für dich wird die Stimme des Beichtvaters sein, welche dir wie das Licht die Finsternis erhellen wird. Die Hand wird der Gehorsam sein, der dein Führer sein und dir helfen wird, zum sicheren Hafen zu gelangen. Das letzte, was Ich dir empfehle, ist Mut. Ich möchte, dass du mit Unerschrockenheit den Kampf beginnst.
Das, was eine feindliche Armee am meisten zittern lässt, sind Mut und Stärke und die Weise, in der die gefährlichsten Kämpfe ohne irgendwelche Furcht herausgefordert werden.
So sind die Dämonen: sie fürchten nichts mehr als eine mutige Seele, die sich ganz auf Mich stützt. Mit starkem Geist tritt sie in ihre Mitte, nicht um verwundet zu werden, sondern mit der Entschlossenheit, sie zu verwunden und auszulöschen.
Die Dämonen sind mit Furcht und Schrecken erfüllt und würden fliehen, können es aber nicht, denn sie sind durch meinen Willen gebunden, und zu ihrer größeren Qual sind sie gezwungen zu bleiben. Fürchte dich also nicht vor ihnen, denn sie können dir ohne meinen Willen nichts antun.
Und wenn Ich sehe, dass du nicht länger standhalten kannst und nahe daran bist, zu fallen, werde Ich sofort kommen, wenn du treu bist, und Ich werde alle in die Flucht schlagen und dir Gnade und Kraft geben. Mut also, Mut.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; (88) (89))

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Ich verabgründete mich gerade in den Göttlichen Willen, da kam mir der Gedanke, verschiedene Personen Ihm anzuempfehlen, und der geliebte Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Besonderheit kommt aus sich selbst, wenn man auch keinerlei Intention hineinlegt. In der Ordnung der Gnade ist es wie in der natürlichen Ordnung.
Die Sonne gibt allen Licht, und doch erfreuen sich nicht alle der gleichen Wirkungen, dies liegt aber nicht an der Sonne, sondern an den Geschöpfen.
Einer bedient sich der Sonne, um zu arbeiten, sich zu bemühen, zu lernen, um die Dinge wertzuschätzen; dieser wird reich, wird zu einer gestandenen Person und erbettelt nicht das Brot von den anderen.
Ein anderer hingegen treibt Müßiggang und will sich nirgends einbringen; das Sonnenlicht überflutet auch diese Person überall, aber für jene ist es unnütz, weil sie mit ihm nichts anfangen möchte; diese ist eine arme und kränkliche Person, weil der Müßiggang viele Übel hervorbringt, körperliche und moralische, und wenn sie Hunger verspürt, muss sie das Brot bei den anderen erbetteln.
Nun, ist etwa das Licht der Sonne für diese zwei Seelen verantwortlich? Oder gibt sie etwa der einen mehr Licht und der anderen weniger? Sicher nicht; der einzige Unterschied ist der, dass die eine in besonderer Weise vom Licht profitiert, die andere nicht.
So ist es auch in der Ordnung der Gnade, welche mehr als das Licht, die Seelen überflutet, und sich einmal ganz zur Stimme macht, um sie zu rufen, zu unterweisen, zu berichtigen; bald macht sie sich zum Feuer und verbrennt aus der Seele die weltlichen Dinge, und jagt mit ihren Flammen irdische Bequemlichkeiten und Vergnügungen in die Flucht; ein andermal formt sie mit ihrem Feuer Schmerzen und Kreuze, um der Seele die Heiligkeit zu verleihen, die sie von ihr wünscht; oder sie macht sich zum Wasser und reinigt und schmückt die Seele und durchtränkt sie ganz mit Gnade.
Aber wer wartet aufmerksam darauf, alle diese Gnadenflüsse zu empfangen, wer geht auf Mich ein? Ach, viel zu wenige! Und dann erkühnen sich manche zu sagen, dass Ich jenen die Gnade gebe, um heilig zu werden und den anderen nicht, gleichsam als wollten sie Mir die Schuld dafür geben, während sie sich damit begnügen, das Leben als Faulenzer zu führen, als ob das Licht der Gnade für sie nicht existierte!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 20. Oktober 1916)

„Ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 6, 38)

Ich gab mich ganz Jesus hin und Er sagte zu mir: „Meine Tochter, verliere dich in Mir, versenke dein Gebet in das meine, auf eine Weise, dass das deine und meine zu einem einzigen Gebet werden und man nicht erkennt, welches das deine und welches das meine ist.
Deine Leiden, deine Arbeiten, dein Wollen, deine Liebe: versenke sie alle zusammen mit meinen Leiden, mit meinen Werken, usw. sodass sich die einen mit den anderen vermischen und ein einziges bilden, sodass du sagen kannst: ‚Das, was Jesus gehört, ist mein‘ und Ich: ‚Was dein ist, ist Mein‘.
Stelle dir einen Becher Wasser vor, den du in einen großen Wasserbehälter gießt; wüsstest du nachher zu unterscheiden, welches das Wasser des Bechers und das Wasser des Behälters ist? Sicher nicht!
Wiederhole Mir daher oft bei dem, was du tust, zu deinem größten Gewinn und zu meinem höchsten Wohlgefallen: „Jesus, ich gieße es in Dich, um nicht meinen, sondern deinen Willen tun zu können“, und Ich werde unverzüglich mein Wirken in dich eingießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 31. Januar 1918)

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… „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“
Schon zum zweiten Mal sprichst du so. Wie ein Schwert durchdringt deine Stimme mein Herz. Alle Empörungen deiner Geschöpfe stellen sich dir vor Augen. Jenes Fiat (dein Wille geschehe), welches das Leben eines jeden Menschen sein soll, sehe ich fast von allen zurückgewiesen.
Statt des Lebens finden sie den Tod. Und du, der du allen Menschenkindern Leben spenden und dem Vater feierliche Sühne für die Empörungen jener leisten willst, die sich seinem Willen entziehen und verlorengehen, wiederholst drei Mal:
„Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! (Der Kelch ist zwar sehr bitter.) Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“
Während du so sprichst, mein höchstes Gut, überwältigt dich ein so bitterer Schmerz, dass er dich zum Äußersten bringt, dich in Todesangst versetzt und du den Eindruck erweckst, als wolltest du den letzten Atemzug tun. Jesus, meine Liebe!
Auch ich will mich mit dir vereinigen, mitleiden und sühnen mit dir für alle Nachlässigkeiten und Sünden, die gegen deinen heiligsten Willen begangen werden. Ich bitte, dass ich in allem deinen heiligsten Willen erfülle.
Dein Wille sei die Luft, die ich atme, der Schlag meines Herzens, mein Gedanke, mein Leben und der Triumph in meinem Tode. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 22 bis 23 Uhr: Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)