Montag der 3. Osterwoche (Joh 6,22-29)
22In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. 23Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.
24Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. 25Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
26Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
28Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? 29Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
„Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt…“ (Joh 6,26-27)
Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand und fühlte mich mehr denn je wegen seiner Beraubung betrübt. Da empfand ich mich in einem Augenblick im Willen Gottes wie aufgesogen und mein ganzes Inneres war beruhigt, sodass ich mich nicht mehr selbst spürte, sondern nur den Göttlichen Willen in allem, sogar in Jesu Beraubung selbst.
Ich sagte mir: „Welche Kraft, welcher Zauber, welchen Magneten enthält dieser Göttliche Wille, dass Er mich meine eigene Person vergessen und das Göttliche Wollen in allem fließen lässt.“
In diesem Augenblick bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, da der Göttliche Wille die einzige nahrhafte Speise ist, die alle Aromen und Geschmacksrichtungen zugleich enthält, die der Seele angepasst sind, findet die Seele ihre köstliche Nahrung [in Ihm] und ist befriedigt.
Ihr Verlangen wird gestillt, und sie denkt nur daran, langsam zu weiden, und bleibt stehen, ohne etwas anderes zu begehren. Ihre Neigung hat nichts mehr, wohin sie zielen könnte, denn sie hat die Speise gefunden, die sie befriedigt.
Ihr eigener Wille hat nichts mehr, was er wünschen könnte, denn indem er sich selbst verlassen hat, das, was seine Qual darstellte, hat er den Göttlichen Willen gefunden, der sein Glück bildet.
Er hat die Armut zurückgelassen und den Reichtum gefunden, keinen menschlichen, sondern einen Göttlichen. Kurz, all das Innere der Seele findet [im Göttlichen Willen] seine Nahrung, d.h., die Arbeit, welche die Seele beschäftigt und ganz in Anspruch nimmt, sodass sie nicht mehr weitergehen kann.
Denn während sie in dieser Speise und Arbeit all ihre Befriedigung findet, findet sie darin auch so viel zu tun und zu lernen und stets neue Dinge zu verkosten, dass die Seele ausgehend von einer geringeren Wissenschaft höhere Kenntnisse erlernt und es stets noch mehr zu lernen gibt.
Von den kleinen Dingen schreitet sie fort zu großen, von einem Wohlgeschmack zu anderen, und es bleibt für sie in dieser Sphäre des Göttlichen Willens immer etwas Neues zu verkosten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 15. Dezember 1906)
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Nach zwei Tagen der bittersten Beraubungen meines höchsten Gutes Jesus fühlte ich, wie Er sich in meinem Inneren bewegte. Mir schien, Ihn in meinem Inneren zu sehen, sitzend, mit dem Kopf auf einen Teil meiner Schulter gestützt, seinen Mund dem meinen zugewendet, im Akt, mir die Worte einzugeben.
Ich drückte Ihn an mich und machte mich bereit, Ihm zuzuhören, gab mich Ihm ganz hin. Dann schien Er mir zu sagen: „Meine Tochter, mein Wille ist mehr als Nahrung.
Die Speise gibt dem Körper Kraft, gibt ihm Wärme, vermehrt das Blut, belebt die Intelligenz, wenn sie matt ist, bringt Schwung in alle Glieder und drängt das Geschöpf zu neuen Werken und Opfern.
Wenn jemand jedoch mit leerem Magen bleibt und seinem Leib nicht die nötige Speise gibt, ist er schwach, kalt, blutarm, die Intelligenz lässt nach, er ist in allen Gliedern entkräftet, was zur Schwermut führt und ihn dazu treibt, nichts zu tun, ohne Lust, sich in irgendetwas zu opfern.
Der ärmste, er fühlt, wie in seiner ganzen Person das Leben fehlt; das ist so wahr, dass, wenn eine Krankheit für den Menschen tödlich ist, er die Nahrung aufgibt, und indem er die Speise aufgibt, er sich für den Tod bereitet.
Da also die Ewige Weisheit beschlossen hatte, dass auch die Seele ihre Speise habe, wurde ihr der Höchste Wille als köstliche Speise zugeteilt. Wer also diese Speise zu sich nimmt, ist stark im Tun des Guten und wie eingetaucht in die Liebe zu seinem Gott.
Diese Nahrung vermehrt das göttliche Blut, um das Leben Gottes in der Seele wachsen zu lassen. Wie die Sonne spiegelt sie sich in ihrem Intellekt wider, um sie ihren Schöpfer erkennen zu lassen und Ihm ähnlich zu machen.
Sie bringt die ganze Seele in Schwung, um alle Tugenden zu kräftigen, und drängt sie zu neuen Arbeiten und unerhörten Opfern. Die Speise meines Willens gibt sich jeden Augenblick, bei jedem Atemzug, bei Tag und Nacht, in jeder Angelegenheit und so oft man will; und man muss auch nicht – wie bei der Nahrung für den Leib – befürchten, dass sie, wenn man [zu]viel davon nimmt, schadet und sogar Krankheiten erzeugt.
Nein, nein, je mehr man davon nimmt, umso mehr stärkt und erhebt sie die Seele zur Ähnlichkeit mit ihrem Schöpfer. Man kann immer den Mund offenhalten und diese himmlische Speise meines Willens einnehmen.
Das genaue Gegenteil gilt für die, welche diese Speise nicht nehmen; wer sie überhaupt nicht zu sich nimmt, der bereitet sich sozusagen darauf vor, auf ewig zu sterben. Wer sie selten isst, ist schwach und unbeständig im Guten, kalt in der Liebe, arm an göttlichem Blut, sodass das göttliche Leben in ihm gleichsam blutarm heranwächst.
Das Licht in seinem Intellekt ist derart spärlich, dass er wenig oder nichts von seinem Schöpfer weiß, und da er Ihn nicht kennt, ist er so weit entfernt von der Ähnlichkeit mit Ihm, wie weit er von der Speise seines Willens entfernt ist.
Er ist ohne Schwung im Tun des Guten, da er keine ausreichende Nahrung hat, bald reißt ihm die Geduld, bald fehlt ihm die Nächstenliebe, bald die Losschälung von allem, sodass die armen Tugenden also wie abgewürgt und ohne die ausreichende Speise meines Willens sind.
Ach, wenn man eine Seele sehen könnte, die dieser himmlischen Speise beraubt ist! Es wäre zum Weinen, so zahlreich sind die Armseligkeiten und die Abscheulichkeiten, mit denen sie bedeckt ist. Noch bemitleidenswerter ist jedoch ein Mensch, der die körperliche Speise entbehrt, weil ihm oft die Mittel dafür fehlen.
Die Speise meines Willens aber schenkt sich kostenlos, deshalb verdient, wer sie nicht nimmt, die Verdammung, und die Verdammung bereitet sich die Seele selbst, da sie die Speise zurückgewiesen hat, die ihr das Leben geben wollte.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 17. Oktober 1925)
„Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat“ (Gv 6, 29)
… Dann meditierte ich über viele Mitteilungen meines gebenedeiten Jesus über seinen Göttlichen Willen, über seine glühenden Wünsche, Ihn bekannt zu machen, und wie trotz der großen Sehnsucht Jesu sich noch kein Erfolg seiner Absichten abzeichnet.
Da sagte ich mir: ‘Welche Weisheit Gottes, welch tiefe Geheimnisse! Wer kann sie je ergründen? Er wünscht es und leidet darunter, weil es niemanden gibt, der seinem Willen den Weg auftut, um Ihn bekannt zu machen.
Er zeigt sein sehnsuchtsvolles Herz, das danach verlangt, dass sich sein Göttlicher Wille Bahn bricht, um sich bekannt zu machen und unter den Völkern sein Reich zu errichten. Und dann sind, als wäre Gott machtlos, die Wege versperrt und die Türen verschlossen.
Doch Jesus erträgt es und wartet mit unbesiegbarer und unaussprechlicher Geduld, dass sich die Tore und Wege öffnen, und klopft an die Herzen, um jene zu finden, die sich um die Bekanntmachung seines Willens kümmern werden.’
Als ich darüber nachsann, zeigte sich mein süßer Jesus voller Güte und Zärtlicheit, dass Er die härtesten Herzen erweichen könnte, und sagte zu mir: „Meine Tochter, wenn du wüsstest, wie sehr Ich leide: Ich möchte meine Werke gestalten und sie den Geschöpfen bekanntmachen, um ihnen das Gut zu geben, das sie in sich bergen.
Doch finde Ich keinen, der wahre Begeisterung, aufrichtige Sehnsucht und den Willen hat, mein Werk zu seinem Leben zu machen, um es bekannt zu machen und den anderen den lebendigen Schatz meines Werkes zu geben, den er in sich selbst wahrnimmt!
Wenn Ich diese Voraussetzungen in einer Seele finde, die sich damit befassen soll, die Ich mit so viel Liebe rufe und zu den Werken, die Mein Eigen sind, auserwähle, fühle Ich Mich sehr zu ihr hingezogen. Damit sie nun das, was Ich will, möglichst gut tue, lasse Ich Mich herab, steige in sie hinab und verleihe ihr meinen Geist, meinen Mund, meine Hände und sogar meine Füße, damit sie in allem das Leben meines Werkes fühle.
So kann sie es als lebendig empfundenes Leben, nicht als etwas, das ihr fremd ist, den anderen voll Sehnsucht weitergeben. Meine Tochter, wenn man etwas Gutes nicht in sich selbst als Leben spürt, endet alles in Worten, nicht in Werken, und Ich bleibe außerhalb, und nicht in ihnen.
Daher bleiben sie wie arme Krüppel, ohne Intelligenz, blind, stumm, ohne Hände und ohne Füße. Ich möchte Mich in meinen Werken aber nicht armer Krüppel bedienen, sondern stelle diese zur Seite. Ohne auf die [lange Dauer der] Zeit zu achten, suche Ich weiter nach Bereitwilligen, die meinem Werk dienen sollen.
Ich wurde nicht müde, die Jahrhunderte und die ganze Erde zu durchwandern, um die Kleinste zu finden und in ihrer Kleinheit den großen Schatz der Kenntnisse über meinen Göttlichen Willen niederzulegen.
In gleicher Weise werde Ich nicht nachlassen, immer wieder die Erde zu durchwandern, bis Ich die wahrhaft Disponierten finde, die das, was Ich über das Göttliche Fiat offenbarte, als Leben wertschätzen werden. Diese werden jedes Opfer bringen, um Es bekannt zu machen.
Deshalb bin Ich keineswegs der machtlose Gott, sondern vielmehr jener geduldige Gott, der seine Werke mit Zierde getan sehen will und von bereitwilligen Menschen – ohne Zwang. Denn was Ich in meinen Werken am meisten verabscheue, ist die [unwillige] Anstrengung der Seele, als würde Ich ihre kleinen Opfer nicht verdienen.
Zur Würde eines so großen Werkes, nämlich jenes, meinen Göttlichen Willen bekannt zu machen, will Ich keine armen Krüppel verwenden. Hat man nämlich nicht den aufrichtigen Willen, etwas Gutes zu tun, so fügt man seiner Seele stets eine Verstümmelung zu.
Vielmehr möchte Ich Menschen einsetzen, denen Ich meine Göttlichen Glieder verleihe, und die mein Werk dann mit Würde ausführen werden, wie es ein Werk verdient, das den Geschöpfen so viel Gutes und meiner Majestät so große Herrlichkeit bringen soll.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 2. Oktober 1929)


