6. SONNTAG IN DER OSTERZEIT – B (Joh 15,9-17)
9In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! 10Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. 11Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
12Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. 13Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. 14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. 17Dies trage ich euch auf: Liebt einander!
„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“ (Joh 15,9)
Diesen Morgen sah ich, nachdem ich die Heilige Kommunion empfangen habe, meinen anbetungswürdigen Jesus eine kleine Weile, und sobald ich Ihn sah, fragte ich Ihn: „Mein süßes Gut, sag mir, liebst Du mich weiterhin?“
Und Er: „Ja, doch Ich bin voll Liebe und Eifersucht, eifersüchtig und liebend. Mehr noch, Ich sage dir, damit sie vollkommen ist, muss die Liebe dreifach sein, und in Mir sind diese dreifachen Bedingungen der Liebe: erstens liebe Ich dich als Schöpfer, als Erlöser und als Liebhaber.
Zweitens liebe Ich dich in meiner Allmacht, die Ich gebrauchte, als Ich dich schuf und alles aus Liebe zu dir erschuf, so dass Luft, Wasser, Feuer, und alles Übrige dir sagen, dass Ich dich liebe und sie gemacht habe aus Liebe zu dir; Ich liebe dich als mein Bild, und Ich liebe dich im Hinblick auf dich ganz persönlich (individuell).
Drittens liebe Ich dich ab aeterno (von Ewigkeit her), Ich liebe dich in der Zeit, und Ich liebe dich die ganze Ewigkeit hindurch. Und dies ist nichts als ein Hauch, der aus meiner Liebe herauskam; stelle dir nun die Liebe vor, die Ich in Mir selbst einschließe.
Nun, du bist verpflichtet, Mir diese dreifache Liebe zu erwidern, Mich als deinen Gott zu lieben, in Dem du dein ganzes Wesen festmachen musst, und nichts aus dir herauskommen zu lassen, das nicht Liebe zu Mir ist; Mich zu lieben in Bezug auf dich und die Güter, die dir zukommen; und Mich zu lieben für alle, und in allen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 11. Januar 1902)
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Ich betete und versenkte mich in den heiligen Göttlichen Willen; überallhin wollte ich meine Rundgänge machen, bis zum Himmel empor, um jenes höchste ununterbrochene „Ich liebe dich” aufzuspüren und es mir anzueignen, damit auch ich ein ständiges „Ich liebe Dich” – das Echo des ewigen „Ich liebe dich” – habe.
Da ich in mir die Quelle des wahren „Ich liebe dich” besitze, würde ich ein „Ich liebe Dich” für alle und für jeden haben, für jede Bewegung, jeden Akt, jeden Atemzug, jeden Herzschlag, und für jedes „Ich liebe dich” von Jesus selbst.
Während ich zum Schoß des Ewigen zu gelangen schien und ihr „Ich liebe dich” zu dem Meinen machte, wiederholte ich überall und über allen Dingen meinen Refrain „Ich liebe Dich” für meinen höchsten Herrn.
Da unterbrach ein [störender] Gedanke meine Liebesakte: „Was machst du? Du könntest [besser] anderes tun! Und außerdem, was ist das schon besonderes, dieses dein ‚Ich liebe Dich‘ “?
Da bewegte sich mein süßer Jesus eilig in meinem Inneren und sagte zu mir: „Was sagst du? Wie besonders ist dein „Ich liebe Dich” an Mich? Meine Tochter, das „Ich liebe Dich” ist alles!
Das „Ich liebe Dich” ist Liebe, Huldigung, Wertschätzung, Heroismus, Opfer und Vertrauen auf den, an den es gerichtet ist; das „Ich liebe Dich” bedeutet, Den zu besitzen, Der das „Ich liebe dich” einschließt; „Ich liebe Dich” ist ein kleines Wort, doch wiegt es so viel wie die ganze Ewigkeit!
Das „Ich liebe Dich” schließt und hüllt alles ein, breitet sich aus und schränkt sich [zugleich] ein, erhebt sich in die Höhe und steigt bis zum Grund hinab, prägt sich überall ein und bleibt nie stehen.
Wie kannst du, meine Tochter, sagen: ‚Was ist das „Ich liebe Dich” Besonders? Sein Ursprung ist ewig: im „Ich liebe Dich” zeugte Mich der himmlische Vater, und im „Ich liebe Dich” ging der Heilige Geist hervor.
Im „Ich liebe dich” schuf das ewige FIAT die ganze Schöpfung, und im „Ich liebe dich” vergab Ich dem schuldigen Menschen und erlöste ihn; so findet die Seele im „Ich liebe Dich” alles in Gott und Gott findet alles in der Seele.
Daher ist das „Ich liebe Dich” unendlich viel wert und voller Leben und Energie; es wird nie müde, übertrifft alles und triumphiert über alles. So möchte Ich dieses „Ich liebe Dich” für Mich, auf deinen Lippen, in deinem Herzen, im Aufschwung deiner Gedanken, in deinen Blutstropfen, in deinen Leiden und Freuden, in der Speise, die du isst – in allem wahrnehmen.
Das Leben meines „Ich liebe Dich” muss sehr lang in dir sein, und mein in dir herrschendes FIAT wird ihm das Siegel des „Ich liebe dich” Gottes aufprägen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 2. August 1925)
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… „Meine gesegnete Tochter, zu lieben und geliebt zu werden, ist die größte Erquickung für unsere Liebe. Zur Glückseligkeit des Himmels kommt das Glück der Erde hinzu, die sich gegenseitig küssen.
Somit lassen sie Uns spüren, dass auch die Erde Uns beglückt, weil sie Uns die Liebe der Seele bringt, die Uns anerkennt, liebt und Uns die schönsten Freuden und die größte Glückseligkeit schenkt, zumal die Wonnen des Himmels schon Uns gehören und niemand sie Uns nehmen kann; die Freuden hingegen, die Wir durch die Liebe der Seelen [auf Erden] empfangen, sind neu für Uns und stellen unsere neuen Eroberungen dar.
Nachdem Uns die Seele nun in unseren Werken erkannt hat, steigt sie eilends auf, um Den zu erkennen, Der sie erschaffen hat. [An]erkannt zu werden ist für Uns die größte Glorie, die glühendste Liebe, die Wir empfangen.
Werden Wir erkannt, so bilden Wir unser Heer, die göttliche Armee, unser Volk, von dem Wir keinen anderen Tribut verlangen, als dass sie Uns lieben. Wir stellen ihnen all unsere Werke zur Verfügung, damit diese ihnen dienen, und überhäufen sie reichlich mit allem, was sie glücklich machen kann.
Wenn die Menschen Uns nicht erkennen, sind Wir wie der Gott ohne Heer und ohne Volk. Wie leidvoll ist es, so viele Geschöpfe erschaffen zu haben und weder eine Armee noch ein Volk zu besitzen!
Höre noch weiter zu: wenn der Mensch Uns in den erschaffenen Dingen erkennt und liebt, so besiegelt er in sich eine Note der Liebe und Glückseligkeit für seinen Schöpfer.
Wenn die Seele sich erhebt, um ihren Schöpfer anzuerkennen, so erkennt sie Uns, und Wir erkennen unser göttliches Wesen in ihr. Wenn du wüsstest, was es bedeutet, sich gegenseitig zu erkennen!
Wenn unsere Liebe geliebt wird, wird sie versöhnt und liebt mit noch größerer Intensität die Seele, die sie liebt und erreicht schließlich ein solches Übermaß, dass sie, um sich in der Seele zu erkennen, sich selbst erschafft: doch um was zu tun?
Um sich in ihr zu erkennen und geliebt zu werden. Wie schön ist es, wenn Wir Uns Selbst in der Seele erkennen! Sie wird für Uns zum Thron, zu unserem göttlichen Gemach, zu unserem Himmel.
Die Meere unserer Liebe umfluten sie, ihre kleinsten Akte bilden Liebeswellen, die Uns lieben, verherrlichen und preisen. Sie erkennt Uns in Uns, sie erkennt Uns in sich selbst und in der ganzen Schöpfung, und Wir erkennen sie in all unseren Werken, im Himmel, in der Sonne, im Wind, in allem.
Unsere, mit unserem Fiat vereinte Liebe bringt Uns die Seele überall hin, und Wir stellen sie in die Ordnung unserer Werke.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 26. Februar 1938)
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9)
Als ich mich in meinem gewöhnlichen Zustand befand, dachte ich über die Reinheit nach, und darüber, dass ich mir über diese schöne Tugend keine Gedanken machte, weder dafür noch dagegen.
Mir scheint, dass dieses Thema der Reinheit mich weder belästigt noch dass ich darüber nachdenke, und ich sagte mir: „Ich weiß selbst nicht, wie ich zu dieser Tugend stehe. Doch ich will mich da heraushalten, die Liebe genügt mir in allem.“
Und Jesus ging auf meine Worte ein und sagte zu mir: „Meine Tochter, die Liebe schließt alles ein, kettet alles zusammen, gibt allem Leben, triumphiert über alles, verschönert alles, bereichert alles.
So ist die Reinheit zufrieden, keinen Akt, Blick, Gedanken oder kein Wort auszuführen, das nicht ehrbar wäre, während sie alles Übrige duldet; damit begnügt sich die Seele mit dem Erwerb der natürlichen Reinheit.
Die Liebe aber ist auf alles eifersüchtig, selbst auf den Gedanken und den Atem, so ehrbar er auch sei. Sie will alles für sich und verleiht der Seele damit nicht die natürliche, sondern die göttliche Reinheit, und so ist es mit allen anderen Tugenden.
So kann man sagen: die Liebe ist Geduld, sie ist Gehorsam, Milde, Stärke, Friede – sie ist alles. Wenn daher alle anderen Tugenden das Leben nicht von der Liebe erhalten, kann man sie höchstens natürliche Tugenden nennen, doch die Liebe verwandelt sie in göttliche Tugenden.
O welch großer Unterschied besteht zwischen diesen beiden! Die natürlichen Tugenden sind Dienerinnen, die göttlichen sind Königinnen. Die Liebe genügt dir daher in allem.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 23. November 1910)
„Habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh 15,15)
… „Meine Tochter, alle leben in meinem Willen: wollten sie nicht in Ihm leben, so fänden sie keinen Platz zum Leben. Wer aber verspürt unser göttliches Leben?
Wer fühlt sich von unserer Heiligkeit erfüllt? Wer erfährt die Freude, sich von unseren Schöpferhänden berührt und mit unserer Schönheit geschmückt zu sehen? Wer fühlt sich in unserer Liebe gleichsam verzehrt und ertränkt?
Jene Seele, die in unserem Willen leben möchte, aber nicht jene Seelen, die sich notgedrungen durch die Erschaffung in Ihm befinden, weil ja unsere Unermesslichkeit alle und alles umhüllt.
Diese [Seelen] erkennen Uns nicht, und sie gleichen wahren Usurpatoren unserer Güter, sind wie untreue, undankbare, missratene Kinder ihres Vaters. Da sie Uns weder kennen noch lieben, finden Wir in ihnen keinen Raum, wo Wir unsere Heiligkeit und Liebe niederlegen könnten.
Ihre Seelen sind unfähig, unsere stets wachsende Schönheit aufzunehmen. Sie geben Uns nichts, nicht einmal die Rechte des Schöpfers, und obwohl sie zusammen mit Uns in unserem göttlichen Ozean leben, sind sie weit weg von Uns.
Da sie Uns nicht kennen, haben sie Schranken aufgerichtet, Tore verschlossen und die Verbindung zwischen ihnen und Uns unterbrochen. Die Kenntnis ist der erste Verbindungsring zwischen ihnen und Uns.
Es ist der Wunsch, in unserem Willen zu leben, der die Schranken entfernt und alle Tore auftut, damit sie in unsere Arme kommen und sich an Uns erfreuen.
Es ist ihre Liebe zu Uns, die Uns in Strömen unsere Liebe und unsere Gnaden ausgießen lässt, bis Wir sie schließlich sogar mit unseren göttlichen Eigenschaften umhüllen. Ohne Erkenntnis können Wir weder etwas geben, noch können sie empfangen. Wer hingegen in unserem Willen lebt, kennt Uns.
Sobald die Seele in Ihn eintritt, gibt sie ihrem Vater einen Kuss, umarmt Ihn und umgibt Uns mit ihrer kleinen Liebe, und Wir schenken ihr unsere Liebesmeere, und sie tauscht mit dem ganzen Himmel Küsse aus. Wir können behaupten, dass zwischen ihr und Uns, zwischen dem Himmel und der Erde, festliche Feiern eröffnet werden.
Wir selbst nennen sie Selig und sagen zu ihr: ‚Du bist das glücklichste und beglückteste Geschöpf, denn du lebst in unserem Willen, kennst und liebst Uns, und Wir halten dich verborgen in unserer Liebe, bedeckt mit unseren Armen und unter unserem Gnadenregen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 30. Juni 1938)
„Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“ (Jhn 15, 11)
… „Ach, Tochter, weder du noch jene, die dich leiten, haben erkannt, was es bedeutet in meinem Willen zu leben, deshalb wird es nicht geschätzt und als bedeutungslos abgetan; dies ist ein Kummer für Mich, während es doch das ist, was Mir am meisten am Herzen liegt, und was alle, mehr als alles andere, interessieren sollte!
Doch ach, sie achten mehr auf das, was Mir weniger gefällt oder gleichgültig ist, als auf das, was Mich am meisten verherrlicht und was ihnen selbst, schon auf dieser Erde, unermessliche und ewige Güter einbringt, und sie zu Eigentümern der Güter macht, die mein Wille besitzt….
Siehst du, mein Wille ist einer und umfängt die ganze Ewigkeit. Nun, die Seele, die in meinem Willen lebt und Ihn sich zu eigen macht, kommt so weit, an allen Freuden und allem Guten teilzuhaben, das mein Wille enthält, und nimmt es quasi in Besitz.
Wenn sie auch auf Erden nicht all jene Freuden und Güter verspürt, nimmt sie diese in ihrem Willen kraft meines Willens, den sie auf Erden getan hat, in Verwahrung, und wenn sie stirbt und in den Himmel kommt, wird sie all diese Freuden und Güter erleben, die mein Wille im Himmel hervorbrachte, als sie auf Erden lebte.
Nichts wird ihr genommen, im Gegenteil, es wird ihr vervielfältigt [zurückgegeben]. Wenn nämlich die Heiligen im Himmel meinen Willen genießen, weil sie in Ihm leben, leben sie doch immer in der Freude im Genuss der Glorie; die Seele jedoch, die auf Erden in meinem Willen lebt, lebt im Leiden, und es ist nicht angemessen, dass sie [schon jetzt] jene Freuden und Güter genieße, die ihr im Himmel noch überreichlicher vorbehalten sind, da sie in meinem Willen gelebt und Ihn getan hat.
Wie viele unermessliche Reichtümer nimmt also jene Seele nicht in den Himmel mit, die auf Erden in meinem Willen lebt? Ich kann sagen, dass sich die ganze Ewigkeit um sie dreht, um sie reich und glücklich zu machen; nichts von dem, was mein Wille enthält, wird ihr vorenthalten.
Sie ist seine Tochter, und Er liebt sie so sehr, dass Er alle seine Freuden mit ihr teilen möchte. Sei daher aufmerksam, meine Tochter, und stelle dich meinen Plänen mit dir nicht entgegen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 11. September 1924)
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Dann folgte ich mit meinen Akten dem [Wirken des] Göttlichen Willen[s nach], und Himmel, Sterne und Sonne schienen mir so schön, dass ich auf dem Grunde meines Herzens immer wiederholte: „Wie schön sind die Werke meines Schöpfers, die Ordnung und Harmonie, die das allmächtige FIAT in der ganzen Schöpfung erhält!
O, wenn diese Ordnung und Harmonie [sichtbar] unter den Menschen wären, so würde sich das Angesicht der Erde verwandeln!“ Da fügte mein geliebter Jesus hinzu:
„Meine Tochter, erst wenn mein Wille auf Erden herrscht, wird es eine vollkommene Einheit zwischen dem Himmel und der Erde geben. Eine wird die Ordnung sein, eine die Harmonie, einer der Widerhall, eines das Leben, denn einer wird der Wille sein.
Mehr noch, im Himmel wird man etwas wie viele Spiegel sehen, in denen die Geschöpfe sich spiegeln und das anschauen werden, was die Seligen im Himmel tun.
Sie werden ihren Gesang hören, ihre himmlische Musik; und indem sie das Verhalten [der Seligen], ihre Gesänge und ihre Musik nachahmen, wird das Leben des Himmels mitten unter den Menschen sein.
Mein FIAT wird alles in Verbindung bringen, und es wird das wahre Leben des „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“ herrschen. So wird mein Wille ein Siegeslied und das Geschöpf die Hymne seines Triumphes singen.”
Er verstummte und fügte wenig später hinzu: „Meine Tochter, der menschliche Wille hat so viele Übel hervorgebracht, dass er den unglücklichen Zustand des armen Geschöpfes darstellte. Er hat sein Los und sein Glück verwandelt.
Da Ich von Natur aus glücklich bin, kam alles, was durch unsere Schöpferhände bei der Erschaffung hervorging, mit der Fülle der Glückseligkeit hervor. So strömten inner und außerhalb des Menschen, allerorten immerwährende Freude und Glückseligkeit.
Der menschliche Wille trieb dieses Meer der wahren und immerwährenden Glückseligkeit aus sich hinaus, die sich, vertrieben wie sie war, in den Schoß ihres Schöpfers flüchtete, Der dieses Meer hervorgebracht hatte, damit alle seine Werke glücklich seien.
Wie selig Wir auch in Uns Selbst sind – sodass niemand unsere Glückseligkeit überschatten kann – sind Wir doch genötigt, den Menschen unglücklich zu sehen, dem die Vorherrschaft in der Schöpfung übertragen worden war.
Unsere Kinder unglücklich zu sehen und zu erkennen, dass das Meer unserer Wonnen nicht von dem genossen wird, der dessen Besitzer war, ist für Uns stets ein Kummer – selbst wenn es Uns keinen Schaden zufügt.
Wer nun in meinem Willen lebt, ruft dieses Meer der Glückseligkeit in sich zurück, und nimmt von Uns den Anblick des Unglücks der armen Menschen und macht Uns doppelt so glücklich, weil Wir sehen, dass unsere Glückseligkeit sich auf den Weg zu unseren Kindern macht.
Daher wird mein Wille alle Dinge auf ihren Platz stellen und die Traurigkeit hinwegnehmen, die der menschliche Wille verursacht hat, der mit seinem giftigen Schleim alles bitter und trübe zu machen versteht.
Wie schön ist es, jeden glücklich zu sehen! Welcher Trost für einen Vater, die Krone seiner Kinder zu haben und zu sehen, wie alle glücklich, reich, gesund, schön sind, immer lächeln und nie weinen!
O, wie freut er sich und fühlt sich versenkt in sein eigenes Glück und in das seiner Kinder! Ich bin mehr als ein Vater und empfinde in Mir das Glück meiner Kinder, denn das Glück ist etwas, das zu meinem Wesen gehört und in Mich eintreten kann; während Traurigkeit etwas Mir Wesensfremdes ist, das nicht zu Mir gehört und keinen Weg in mein Inneres findet.
Ich fühle den Kummer, sie zu sehen, aber nicht zu empfinden, und als Vater liebe Ich alle und möchte, dass alle glücklich sind.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 10. Juli 1928)


