36In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! 37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
38Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36)

… Dann nahm ich meinen Rundgang im Göttlichen Willen wieder auf, und mein süßer Jesus versetzte meinen kleinen Willen hinein in den Schöpfungsakt seines Willens: Mein Gott, wie viele Überraschungen! Mein geringer Intellekt verliert sich und vermag nichts zu sagen. Da sprach mein stets liebenswürdiger Jesus bei einem kurzen Besuch voller Güte zu mir:
„Meine gute Tochter, unser Fiat stellte bei der Schöpfung unsere wirkende, mächtige und weise Liebe auf eine Art zur Schau, dass alle geschaffenen Dinge durchtränkt sind mit unserer Liebe, Macht, Weisheit und unaussprechlichen Schönheit. Wir können sie die Verwalter unseres Höchsten Seins nennen.
Als Wir aber die Erhabene Königin erschufen, gingen Wir noch weiter. Unsere Liebe begnügte sich nicht damit, ihre Pracht zu entfalten, sondern wollte sich die Haltung, den Ausdruck des Erbarmens, der Zärtlichkeit und solch tiefen und innigen Mitgefühls geben, als wollte sie sich in Tränen aus Liebe zu den Menschen verwandeln.
Siehe, wie daher unser Fiat sich aussprach, um Sie [Maria] zu erschaffen und Ihr das Leben zu verleihen, da schuf Es [zugleich] das Verzeihen, die Barmherzigkeit und Versöhnung zwischen Uns und dem Menschengeschlecht.
Wir hinterlegten dies in diesem himmlischen und heiligen Geschöpf als Verwalterin zwischen unseren und ihren Kindern. So besitzt die Höchste Herrin also Meere des Verzeihens, der Barmherzigkeit, des Erbarmens und tränenvolle Meere unserer Liebe.
In diese kann Sie alle Generationen einhüllen, die in diesen von Uns in Ihr geschaffenen Meeren wiederhergestellt werden, den Meeren des Verzeihens, der Barmherzigkeit und eines so zärtlichen Mitleids, dass es die härtesten Herzen erweicht.
Meine Tochter, mit Recht verwahrten Wir alles in dieser Himmlischen Mutter, denn da Sie das Reich unseres Willens besitzen sollte, wurde Ihr alles anvertraut. Sie allein hat genügend Platz, um die von Uns erschaffenen Meere besitzen zu können.
Mit seiner schöpferischen und erhaltenden Macht bewahrt unser Wille das unversehrt, was Er erschafft, und nimmt nie ab, obwohl Wir immer geben. Wo aber nicht unser Wille ist, da können Wir weder geben, noch anvertrauen, noch hinterlegen.
Wir finden keinen Platz, unsere Liebe wird an so vielen schönen Werken gehindert, die Wir in den Geschöpfen tun wollen. Nur in dieser Erhabenen Herrin fand unsere Liebe kein Hindernis, daher konnte sie sich so prächtig entfalten und wirkte so viele Wunder, dass Wir Ihr sogar die göttliche Fruchtbarkeit verliehen, damit Sie Mutter ihres Schöpfers werde.“
Darauf stellte mir mein geliebter Jesus alle Akte vor Augen, die Er gemeinsam mit seiner Himmlischen Mutter tat: während Sie arbeiteten, bildeten die Liebesmeere von Beiden einen einzigen Ozean, der seine Wogen bis zum Himmel erhob und alles einhüllte. Jesus sprach: „Diese Wellen reichten sogar bis zu unserer Gottheit.
Sie ergossen einen ergiebigen Regen der Liebe über unser Göttliches Wesen, und Wir brachten die Liebe aller mit, die Erfrischung und den Balsam, wodurch die Gottheit besänftigt wurde und die Gerechtigkeit in Liebesüberschwang für die Geschöpfe verwandelte.
Man kann sagen, dass unsere Liebe die Menschheitsfamilie mit neuer Liebe wiederherstellte und Gott sie mit doppelter Liebe liebte, aber wo? In der Königin und in ihrem lieben Sohn.
Jetzt vernimm eine weitere Überraschung: Als Ich als kleiner Säugling die Milch meiner Mutter trank, saugte Ich die Seelen ein, weil Sie sie bei sich verwahrt hielt. Als Sie Mir ihre Milch reichte, hinterlegte Sie in Mir alle Seelen mit dem Wunsch, dass Ich sie liebe, allen einen Kuss gebe und aus ihnen ihren und meinen Sieg mache.
Nicht nur dies, sondern Sie ließ Mich zugleich mit ihrer Milch ihre Mütterlichkeit und Zärtlichkeit einsaugen und drängte sich Mir mit ihrer Liebe auf, dass Ich die Seelen mit mütterlicher und väterlicher Liebe liebe. Ich empfing nun in Mir ihre Mütterlichkeit und unbeschreibliche Zärtlichkeit, und so liebte Ich die Seelen mit einer göttlichen Liebe, die [zugleich] mütterlich und väterlich war.
Nachdem Sie sie alle in Mir verwahrt hatte, legte Ich sie mit einem Kunstkniff meiner Liebe, mit einem Atemzug, mit einem sanften Blick von neuem in ihrem mütterlichen Herzen nieder. Als Vergeltung schenkte Ich Ihr meine väterliche und meine göttliche Liebe, die unaufhörlich, beständig, unverrückbar ist und sich nie ändert – denn die menschliche Liebe ändert sich leicht. Ich wollte aber, dass meine unzertrennliche Mutter dieselben Vorzüge meiner Liebe besitze und die Seelen so liebe, wie ein Gott sie zu lieben vermag.
So fand in jedem Akt, den Wir taten, vom kleinsten bis zum größten, ein Austausch der Hinterlegung von Seelen statt, die Wir machten, Ich in Ihr und Sie in Mir. Ja, Ich kann sogar sagen, dass Wir diese Hinterlegung der Seelen verdoppelten, da Ich das, was Ich von meiner teuren Mutter empfing, mit höchster Eifersucht als größtes Geschenk von ihrer Seite, in meinem göttlichen Herzen behütete.
Und wenn Sie mein Geschenk empfing, bewahrte Sie es so eifersüchtig, dass Sie ihre ganze Mütterlichkeit einsetzte, um das große Geschenk zu behüten, das ihr Sohn Ihr machte. In diesem Austausch an Hinterlegungen nun, die Wir tätigten, nahm unsere Liebe immer mehr zu und liebte alle Geschöpfe mit neuer Liebe.
Wir machten Pläne, wie Wir sie noch mehr lieben und sie alle mittels der Liebe besiegen könnten und setzten unser Leben aufs Spiel, um sie in Sicherheit zu bringen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 14. Februar 1938)

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Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, da kam der gebenedeite Jesus kurz zu mir und sprach:
„Meine Tochter, wie notwendig ist die Beständigkeit der Seele im Tun des Guten, das sie begonnen hat, denn wenn sie auch einen Anfang hat, wird sie doch kein Ende haben, und muss sich daher an die Art des Ewigen Gottes angleichen.
Gott ist gerecht, heilig, barmherzig, Er ist der Eine, der alles in sich schließt; doch tut Er das etwa nur einen Tag lang? Nein, immer, immer, immerdar. So darf auch die Seele nicht an einem Tag geduldig, demütig und gehorsam sein – und ungeduldig, stolz und launisch am nächsten Tag. Das sind zerbrochene Tugenden, wie eine Vermischung von schwarz und weiß, von Licht und Finsternis, alles ist Unordnung und Verwirrung – Handlungsweisen, die ihrem Schöpfer gänzlich unähnlich sind.

In dieser Seele herrscht ständig Krieg, weil die Leidenschaften Krieg gegen sie führen; da sie nämlich sehen, dass sie so oft genährt werden, hoffen sie, dass der Sieg ihnen gehört. Die Dämonen, die Geschöpfe und sogar die Tugenden selbst sehen sich enttäuscht und führen einen erbitterten Krieg gegen sie, und schließlich ekelt der Seele vor ihnen.
Wenn solche Seelen gerettet werden, wie viel Arbeit wird dann das Feuer des Reinigungsortes an ihnen leisten müssen! Für eine beständige Seele hingegen ist alles Friede, die bloße Beständigkeit alleine schon bewahrt alles an seinem Platz, und die Leidenschaften fühlen bereits ihr nahes Ende; und wer ist dem Tod nahe und denkt noch daran, gegen jemand Krieg zu führen?
Die Beständigkeit ist das Schwert, das alles in die Flucht schlägt, die Kette, die alle Tugenden bindet, sodass die Seele sich von ihnen ständig liebkost fühlt. Und das Feuer des Reinigungsortes wird nichts zu tun haben, da die Beständigkeit alles geordnet und die Handlungsweisen der Seele denen ihres Schöpfers ähnlich gemacht hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 30. Januar 1906)

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Ich war gerade beim Gebet, und mein süßer Jesus zog mich an sich, indem Er mich ganz in sich umwandelte und sagte zu mir: „Meine Tochter, beten wir gemeinsam, um den Himmel in unsere Gewalt zu nehmen und die Erde daran zu hindern, sich noch mehr in den Strudel des Bösen zu stürzen.”
Da beteten Wir zusammen, und danach fügte Er hinzu: „Meine Menschheit auf Erden sah sich angesichts der Gottheit sehr beengt, und da sie von Ihr untrennbar war, tat sie nichts anderes als in die Unermesslichkeit des Ewigen Wollens einzutreten, und Ich öffnete viele Quellen zum Wohle der Geschöpfe: indem sie von einem Gottmenschen geöffnet wurden, verlieh Ich der Menschheitsfamilie das Recht, sich diesen Quellen zu nähern und das zu nehmen, was sie wollten. So bildetet Ich die Quelle der Liebe, jene des Gebets, eine andere der Wiedergutmachung, die Quelle der Vergebung, jene meines Blutes, eine andere der Ehre.
Willst du nun wissen, wer diese Quellen bewegt, damit sie aufsteigen und überfließen, sodass die ganze Erde davon überflutet wird? Die Seele, die in meinen Willen eintritt. Wenn sie lieben will, nähert sie sich beim Eintreten der Quelle der Liebe, und indem sie liebt oder die Intention hat, zu lieben, bewegt sie die Quelle. Die Wasser schwellen an, da sie bewegt werden, fließen über und überfluten die ganze Erde, und manchmal sind diese Bewegungen so stark, dass die Wellen so hoch aufsteigen, dass sie den Himmel berühren und die himmlische Heimat überfluten.
Wenn die Seele beten, wiedergutmachen, den Sündern die Vergebung erwirken oder Mir die Ehre geben möchte, bewegt sie die Quelle des Gebetes, der Sühne, der Vergebung, und diese steigen hoch, fließen über und überfluten alle. Wie viele Güter hat meine Menschheit nicht dem Menschen erwirkt? Ich ließ die Pforten offen, damit sie mit aller Leichtigkeit eintreten könnten, doch wie wenige sind es, die hier eintreten!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 28. Januar 1922)

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… „Für Adam, ehe er sich aus meinem Willen zurückzog, das Bittgebet nicht existierte. Erst das Bedürfnis macht eine Bitte nötig. Als er nichts benötigte, musste er weder bitten noch flehen, so liebte, lobte, und betete er seinen Schöpfer an.
Das Bittgebet hatte keinen Platz im irdischen Paradies, sondern kam nach der Sünde auf, als äußerstes Bedürfnis des Menschenherzens. Wer bittet, zeigt an, dass er ein Bedürfnis hat, und da er hofft, bittet er um zu bekommen.
Die Seele jedoch, die in meinem Willen lebt, lebt in der Überfülle der Güter ihres Schöpfers als Besitzerin, und wenn sie, die sich inmitten so vieler Güter sieht, ein Bedürfnis und einen Wunsch fühlt, so ist es dieser, den anderen ihre Seligkeit und die Güter ihres großen Glückes mitzuteilen.
Als wahres Abbild ihres Schöpfers, der ihr so viel ohne Einschränkung gegeben hat, möchte sie Ihn nachahmen, indem sie den anderen gibt, was sie besitzt.
O wie schön ist der Himmel der Seele, die in meinem Willen lebt! Sie ist der Himmel ohne Sturm, ohne Wolken, ohne Regen, denn das Wasser, das ihren Durst löscht, das befruchtet und ihr das Wachstum und die Ähnlichkeit mit Dem verleiht, der sie erschaffen hat, ist mein Wille.
So groß ist seine Eifersucht, dass die Seele nichts nehme, außer etwas vom Göttlichen Willen, Der alle Aufgaben erfüllt: wenn die Seele trinken will, wird Er zu Wasser, das sie erfrischt und ihr dadurch jeden anderen Durst löscht, damit ihr einziger Durst sein Wille sei.
Wenn sie Hunger fühlt, macht Er sich zur Speise, die sie sättigt und ihr zugleich den Appetit auf alle anderen Speisen nimmt. Wenn sie schön sein will, macht Er sich zum Pinsel und verleiht ihr Pinselstriche von solcher Schönheit, dass mein Wille selbst von einer so seltenen Schönheit hingerissen wird, die Er selbst dem Geschöpf eingeprägt hat.
Er muss zum ganzen Himmel sagen können: ‚Bewundert sie, wie schön sie ist, es ist die Blume, der Duft, die Farbschattierung meines Willens, die sie so schön gemacht hat.’
Kurz, Er gibt ihr seine Stärke, sein Licht, seine Heiligkeit, und all dies, um sagen zu können: ‚Sie ist ganz das Werk meines Willens, deshalb will Ich, dass ihr nichts fehlt, dass sie Mir ähnlich sei und Mich besitze.’…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 16. November 1926)

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… „Ich bin in dir, Ich gehöre dir und stehe dir zur Verfügung. Meine Wunden, mein Blut, alle meine Leiden sind Dein. Du kannst tun mit Mir, was du willst, ja tue es großzügig, als Heldin, als Liebende, als meine wahre Nachahmerin: nimm mein Blut und gib es, wem immer du willst, nimm meine Wunden, um die Wunden der Sünder zu heilen, nimm mein Leben, um allen Seelen das Leben der Gnade, der Heiligkeit, der Liebe, des Göttlichen Willens zu spenden.
Nimm meinen Tod, um so viele Seelen, die in der Sünde gestorben sind, wieder auferstehen zu lassen. Ich lasse dir die ganze Freiheit, tue es, wisse es zu tun, meine Tochter. Ich habe Mich selbst hingegeben, und es ist genug.
Du wirst dafür sorgen, dass Mir alles zur überreichen Herrlichkeit gereiche und Ich geliebt werde. Mein Wille wird dich hoch aufschwingen lassen, damit du meinen Kindern und deinen Brüdern mein Blut, meine Wunden, meine Küsse und väterliche Zärtlichkeit bringen kannst.
Wundere dich also nicht, gerade darin besteht das göttliche Wirken: dass Er seine Werke im Akt der ständigen Wiederholung hält, um sie den Geschöpfen als Gabe zu schenken.
Jeder kann sagen: ‚Alles ist mein, sogar Gott selbst ist mein’. O, wie freuen Wir Uns, wenn Wir sehen, dass die Seelen mit unseren Werken beschenkt sind und sogar ihren Schöpfer besitzen!
Das sind unsere Liebesexzesse: um geliebt zu werden, lassen Wir die Ge-schöpfe am eigenen Leib erfahren, wie sehr Wir sie lieben, und [zeigen ihnen] die Gaben, die Wir ihnen geben möchten.
Wir würden Uns der Seele gegenüber, die in unserem Willen lebt, als Betrüger fühlen, wenn Wir ihr nicht alles zum Geschenk gäben – das können Wir nicht tun. Sei daher aufmerksam, lasse deine Seele von unserem himmlischen Frieden gleichsam einbalsamiert werden, denn Wir kennen keine Beunruhigung.
So werden alle Dinge dir das Lächeln, die Sanftheit und Liebe deines Schöpfers übermitteln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 6. Mai 1937)

„Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden“ (Lk 6, 37)

Ich war sehr betrübt wegen der Entbehrung meines anbetungswürdigen Jesus und weinte bitterlich, und da ich gerade die Stundenuhr des Leidens Jesu verrichtete, quälte mich ein Gedanke, der mir eingab: „Siehst du, was dir die Sühneleistungen für die anderen genützt haben?
Dies nämlich, dass Jesus vor dir geflohen ist“, und noch viele andere Ungereimtheiten; und der gebenedeite Jesus, durch meine Tränen zum Mitleid bewegt, drückte mich an sein Herz und sprach zu mir:
„Meine Tochter, du bist mein Stachel; meine Liebe befindet sich durch deine gewaltsamen Bitten in Bedrängnis. Wenn du wüsstest, wie sehr Ich leide, wenn Ich dich um Meinetwillen leiden sehe!
Aber die Gerechtigkeit, die sich Raum verschaffen will, und deine Gewaltanwendungen selbst nötigen Mich, Mich zu verbergen. Und die Dinge werden noch schlimmer werden, daher Geduld!
Und überdies wisse, dass die für die anderen vollbrachten Sühneleistungen dir überaus viel genützt haben, weil du, als du für die anderen gesühnt hast, die Absicht hattest, das zu tun, was Ich getan habe, und Ich habe für alle Sühne geleistet, auch für dich; Ich bat um Verzeihung für alle, betrübte Mich über die Beleidigungen aller, wie Ich auch für dich um Verzeihung bat und mich auch deinetwegen betrübte.
Da du also das getan hast, was Ich tat, nimmst du damit auch die Sühneleistungen, die Vergebung und den Schmerz auf, den Ich deinetwegen hatte. Was könnte dir also mehr nützen: meine Sühneleistungen, meine Verzeihung, mein Schmerz oder der deine? Und überdies lasse Ich Mich niemals an Liebe übertreffen!
Wenn Ich sehe, dass die Seele aus Liebe zu Mir ganz darauf bedacht ist, Mir Sühne zu leisten, Mich zu lieben, für die Sünder um Verzeihung zu bitten und sie bei Mir zu entschuldigen, so bitte Ich, um ihr in besonderer Weise Gleiches mit Gleichem zu vergelten, für sie um Verzeihung, sühne und liebe Ich an ihrer Stelle und schmücke die Seele mit meiner Liebe, meinen Sühneleistungen und meiner Verzeihung.
Fahre deshalb fort, Wiedergutmachung zu leisten und zwischen dir und Mir keinen Zwist zu entfachen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. November 1916)

„In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken“ (Lk 6, 38)

Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand, als mein stets liebenswürdiger Jesus kam und zu mir sprach: „Meine Tochter, in welchen leidvollen Zustand versetzen Mich die Geschöpfe!
Ich bin wie ein überaus reicher Vater, der seine Kinder in höchstem Maße liebt, die aber in höchstem Grad undankbar sind; während der Vater sie bekleiden will, verweigern sie das Gewand und wollen nackt bleiben; der Vater gibt ihnen Speise und sie wollen lieber hungern, und wenn sie essen, ernähren sie sich von schmutzigen und verächtlichen Speisen; der Vater schenkt ihnen seine Reichtümer, möchte sie um sich haben, bietet ihnen seine eigene Wohnstatt an, und die Söhne wollen nichts davon annehmen und begnügen sich damit, obdachlos und arm umherzustreifen.
Armer Vater, wie viele Schmerzen erleidet er, wie viele Tränen vergießt er! Er wäre weniger unglücklich, wenn er nichts zu geben hätte; aber Güter haben und nicht wissen, was man damit tun soll, während er seine Kinder zugrunde gehen sieht, dies ist ein Schmerz, der jeden Schmerz übertrifft.
So bin Ich: Ich möchte geben und niemand ist da, der es entgegennimmt: so sind die Geschöpfe für Mich Anlass zu bitteren Tränen und ständigem Schmerz. Aber weißt du, wer meine Tränen trocknet und meinen Schmerz in Freude verwandelt?
Der, der immer zusammen mit Mir bleiben will, der mit kindlicher Liebe und Vertrauen meine Schätze entgegennimmt, wer sich an meinem eigenen Tisch ernährt und sich mit meinen eigenen Kleidern bekleidet; diesen Seelen schenke Ich ohne Maß, es sind meine Vertrauten und Ich lasse sie an meiner eigenen Brust ausruhen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 21. September 1921)