16Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. 17Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt.
18Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. 19Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
20Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

„Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat“ (Joh 13, 16)

… „Dieses Mal werde Ich selbst den Dienst des Beichtvaters tun, und du wirst mir alle deine Sünden bekennen, und indem du das tust, werde Ich dich, eines um das andere, die Schmerzen verstehen lassen, die du meinem Herzen bereitet hast, als du Mich beleidigt hast, sodass du, soweit es einem Geschöpf möglich ist, verstehst, was die Sünde ist, und du dich entschließt, eher zu sterben als Mich zu beleidigen.
Du inzwischen, erkenne deine Nichtigkeit, und bete das Confiteor [Schuldbekenntnis (lat. Confiteor – „Ich bekenne“)]. “(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; 14. September 1899)

„Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es“ (Jn 13, 18+19)

… „Meine Tochter, das größte Leid in meiner Passion, der Dorn, der mein Herz am schmerzlichsten durchbohrte, war die Verlassenheit und das Verschwinden meiner Apostel. Ich traf auf kein wohlwollendes Auge, dem mein Blick begegnen konnte.
Die Verlassenheit, die Beleidigungen und die Gleichgültigkeit von Freunden übertrifft bei weitem alle Leiden und selbst den Tod, den die Feinde zufügen können. Ich wusste, dass Mir die Apostel diesen durchbohrenden Schmerz zufügen mussten und feige von Mir fliehen würden, doch Ich achtete nicht darauf, denn, meine Tochter, wer ein Werk tun möchte, darf nicht auf seine Leiden schauen.
Vielmehr muss er in guten Zeiten Freunde finden, wenn alles ihm zulächelt und er bei jedem Schritt Triumphe und Wunder aussät. Nicht nur das, sondern er teilt die Wunderkraft dem mit, den er zu seinem Freund und Jünger macht; dann rühmen sich alle, Freunde dessen zu sein, der von Herrlichkeit und Ehre umgeben ist und alle sind voller Hoffnung.
Man hat so viele Freunde und Jünger, wie man möchte, da Glorie, Triumph und gute Zeiten machtvolle Magneten sind, welche die Menschen anlocken, dem Triumphator zu folgen.
Wer will schon einem armen Verleumdeten, Gedemütigten, Verachteten nachfolgen und sein Freund oder Jünger sein? Niemand! Vielmehr empfinden sie Angst und Schrecken sich zu nähern, und verleugnen schließlich den, mit dem sie früher Freundschaft pflegten, wie es der heilige Petrus Mir gegenüber tat.
So hofft der arme Mensch vergeblich auf Freunde, wenn er unter dem Alpdruck von Demütigungen, Verachtung und Verleumdungen steht. Man muss sich daher zu einer Zeit Freunde machen, wenn der Himmel uns zulächelt und das Glück uns auf den Thron zu heben scheint – wenn man möchte, dass die Güter und nötigen Werke am Leben bleiben und in den anderen Menschen eine Fortsetzung finden mögen.
Ich hatte Mir aber [zu einer Zeit] Freunde gemacht, als Ich Wunder und Triumphe aussäte, sodass sie Mich sogar für ihren irdischen König auf Erden hielten und als meine Jünger die ersten Plätze bei Mir einzunehmen meinten.
Und obwohl sie Mich in meiner Passion verließen, besannen sich meine Apostel, als meine Auferstehung meinen vollen Triumph verkündete, eines Besseren. Sie vereinten sich wieder und folgten wie Triumphatoren meiner Lehre, meinem Leben und bildeten die anbrechende Kirche.
Hätte Ich auf den Umstand geachtet, dass sie Mich schmählich verlassen würden, und sie zur Zeit meiner Triumphe nicht zu meinen Jüngern gemacht, dann hätte Ich niemanden gehabt, der nach meinem Tod über Mich gesprochen und Mich bekannt gemacht hätte.
Daher ist sowohl die gute Zeit und die Glorie nötig, doch ebenso muss man durchbohrende Nägel erleiden und sie in Geduld ertragen können, um den Baustoff, die Materie für meine größten Werke zu haben, die unter den Menschen lebendig werden sollen.
War dies nun nicht in allem eine Einheit und Ähnlichkeit mit meinem Leben, was du in deinem leidvollen Zustand an Demütigungen, Verleumdungen und Verachtung durchgemacht hast? Ich fühlte in dir wiederum den Nagel der Verlassenheit und der Flucht der Apostel, indem Ich sah, dass jene, die dir so eifrig beistehen wollten, sich von dir distanzierten und dich verlassen wollten.
Als Ich dich verlassen sah, erblickte Ich dich ganz allein in meinen Armen mit dem Nagel der Verlassenheit von denen, die dich unterstützen sollten und sprach in meinem Kummer: ‘Böse Welt, wie gut verstehst du es, die Szenen meiner Passion in meinen Kindern zu wiederholen!’ Und Ich habe deine Bitterkeit für den Triumph meines Willens und als Hilfe für jene aufgeopfert, die Ihn bekannt machen sollen.
Fasse daher Mut in den leidvollen Umständen des Lebens. Wisse jedoch, dass dein Jesus dich nie verlassen wird, das kann Ich nicht tun. Meine Liebe ist nicht von unbeständiger Natur, sondern fest und beständig, und was Ich mit meinem Mund ausspreche, das geht vom Leben des Herzens aus.
Die Geschöpfe hingegen sagen das eine und fühlen etwas anderes in ihrem Herzen und mischen viele menschliche Absichten hinein, sogar wenn sie Freundschaften schließen; daher ändern sie sich je nach den Umständen.
Die Distanzierung jener, die gewillt schienen, ihr Leben zu guten Zeiten hinzugeben und dann in der Zeit der Demütigungen und Verachtung feige fliehen – dies ist alles Auswirkung des menschlichen Willens. Er ist der wahre Kerker für das Geschöpf und gut beschlagen in der Kunst, viele kleine Räume – jedoch ganz ohne Fenster – zu errichten, da er sich nicht darauf versteht, Öffnungen einzubauen, welche das wohltätige Licht hereinlassen.
Daher sind die Leidenschaften, die Schwächen, die Angst, die übermäßige Furcht, die Unbeständigkeit so viele finstere Gemächer seines Gefängnisses, und die Seele wird bald durch dies, bald durch jenes blockiert; die Angst lässt sie sogar Jenen fürchten und sich von Ihm distanzieren, Der sein Leben aus Liebe zu ihr hingibt. Die Seele hingegen, in der mein Wille herrscht, lebt in meinem Palast.
Hier gibt es so viel Licht, dass die Leiden, Demütigungen und Verleumdungen nichts anderes als Stufen von Triumphen und Glorie sind und die Vollendung von großen und göttlichen Werken. Daher drückt sich diese Seele, anstatt den armen Märtyrer zu fliehen, der durch menschliche Verderbtheit in den Staub geworfen wurde, näher an diesen und wartet geduldig auf die Stunde des neuen Triumphs.
O, hätte mein Wille in Fülle in meinen Aposteln geherrscht, dann wären sie in jener Stunde, in der Ich das Bedürfnis nach ihrer Gegenwart und Treue in meinen vielen Leiden empfand, mit Sicherheit nicht geflohen! Mitten unter Feinden, die Mich zu verschlingen suchten, wollte Ich meine Getreuen nahe, da es keinen größeren Trost gibt, als in Zeiten der Bitterkeit einen Freund bei sich zu haben.
Ich hätte in meinen geliebten Aposteln, die Mir nahe waren, die Früchte meiner Leiden erblickt: o, wie viele süße Erinnerungen wären in meinem Herzen aufgestiegen, die Balsam für meine intensive Bitterkeit gewesen wären! Mein Göttlicher Wille hätte sie mit seinem Licht an der Flucht gehindert, und so hätten sie sich noch mehr an Mich gedrückt.
Doch da sie im finsteren Kerker ihres Willens lebten, war ihr Geist verdunkelt, das Herz erkaltet, die Furcht überkam sie und in einem Augenblick vergaßen sie all das Gute, das sie von Mir empfangen hatten. Und sie flohen nicht nur von Mir, sondern zerstreuten sich auch untereinander – lauter Wirkungen des menschlichen Willens, der es nicht versteht, die Einheit zu bewahren.
Er ist bloß fähig, an einem einzigen Tag das Gute zu zerstreuen, das in so vielen Jahren unter so vielen Opfern erbracht worden ist. So soll deine einzige Furcht nur jene sein, nicht meinen Willen zu tun.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 5. Juni 1931)

„Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“ (Jhn 13, 20)

… „Kinder, meine Kinder, warum kommt ihr nicht zu eurem Vater? Warum geht ihr weg von ihm, um in Armut und Elend zu darben? Eure Übel sind Wunden für mein Herz und ich bin es müde, auf euch zu warten.
Da ich nun meine Liebe, die in mir wie Feuer brennt, nicht mehr meistern kann, suche ich euch auf und bringe euch das erhabene Geschenk meines Willens.
O ich bitte, ich beschwöre euch, ich flehe zu euch: höret auf mich und laßt euch durch meine Tränen und die Seufzer einer glühenden Sehnsucht zum Mitleid bewegen. Seht, mit diesem Büchlein komme ich nicht allein als Vater, sondern auch als Lehrer inmitten der Schüler.
Wofern ihr mir Gehör schenkt, will ich euch überraschende Dinge lehren, himmlische Unterweisungen geben, die Licht spenden, das nie erlischt, Liebe, die stets zündet, göttliche Kraft, die nie erlahmt, unerschütterlichen Mut, der vor keinem Hindernis und keinem Opfer zurückschreckt und eine Heiligkeit, die stets zunimmt.
Diese Güter werden auf Schritt und Tritt euch den Weg bahnen, der sicher zum himmlischen Vaterland führt. Beachtet überdies: Ich komme als König zu meinem Volke, nicht um Steuern und Abgaben zu fordern, nein, vielmehr, daß ihr mir euren Eigenwillen, euer Elend, eure Schwächen, alle eure Übel abtretet.
Meine Hoheit beansprucht nur das, was euch quält, unglücklich und ruhelos macht, um alles in den Feuerofen meiner Liebe zu werfen und dort in Flammen aufgehen zu lassen.
Ich meinerseits werde euch wie ein wohltätiger, friedliebender und großmütiger König als Gegengabe meinen Willen, die Zärtlichkeit meiner Liebe, meine Reichtümer, meine Glückseligkeit mit ihrem Frieden und die reinsten Freuden schenken.
Gebt ihr mir euren Willen hin, dann werdet ihr vollauf glücklich sein und auch ich. Darum habe ich kein anderes Sehnen als daß mein Wille unter euch das Szepter führe. Himmel und Erde lächeln euch zu, meine gebenedeite Mutter wird auch euch Mutter und Königin sein.
Da sie wohl das hohe Gut kennt, das euch das Reich meines göttlichen Willens gewährt, und euch als ihre wahren Kindern liebt, so ist sie, um meine glühende Sehnsucht zu stillen und euch glücklich zu machen, ganz Eifer, die Völker und Nationen vorzubereiten und zu befähigen, die Herrschaft des Reiches meines göttlichen Willens willkommen zu heißen.
Ihr, welche die Völker vorbereitete, daß deren Erwartung und Sehnsucht mich vom Himmel auf die Erde herabsteigen ließ, ist von mir auch jetzt die hohe und heilige Aufgabe beschieden, kraft ihrer mütterlichen Liebe die Völker in Bereitschaft zu setzen, ein so erhabenes Gut entgegenzunehmen.
So hört mich an, meine Kinder! Leset aufmerksam und mit voller Hingabe Seite für Seite dieses Büchleins, und ihr werdet das Bedürfnis empfinden, in meinem Willen zu leben.
Ich stelle mich an eure Seite, wenn ihr leset, werde euren Geist erleuchten, euer Herz rühren, damit ihr die Kostbarkeit der Gabe, die euch meine glühende Liebe anbietet, begreifet, den heldenmütigen und feierlichen Entschluß fasset, zu mir zu kommen und mit mir zu leben in der Heiligkeit meines göttlichen Willens. (aus des Buch „Das Reich des göttlichen Willens“, übersetzt von P. Beda Ludwig – Aufruf Jesu zum Eintritt in das Reich seines Göttlichen Willens)