20In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 21Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
22Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
23Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
25Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. 26Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

„Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 5,20)

… „Du musst nicht nur aufrichtig sein, sondern auch gerecht. In den Bereich der Gerechtigkeit fällt die Liebe zu Mir hinein, der Lobpreis und Verherrlichung für Mich, der Dank, die Lobpreisungen, die Wiedergutmachung, die Anbetung, nicht nur im eigenen Namen, sondern für alle anderen Geschöpfe.
Dies sind Rechte der Gerechtigkeit, welche Ich von jedem Geschöpf einfordere, und die Mir als dem Schöpfer geschuldet sind; und wer Mir auch nur eines dieser Rechte verweigert, kann niemals gerecht genannt werden.
Denke also daran, deine Pflicht der Gerechtigkeit zu erfüllen, denn in der Gerechtigkeit wirst du den Anfang, die Mitte und das Ziel der Heiligkeit finden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 27. März 1902)

——————

… „Höchste Majestät und Schöpfer aller Dinge, dieses kleine Mädchen kommt in eure Arme, um Euch zu sagen, dass die ganze Schöpfung, im Namen aller Geschöpfe, Euch nicht nur die Erwiderung der Liebe, sondern auch die gerechte Verherrlichung für so viele von Euch aus Liebe zu uns geschaffenen Dinge darbringt.
In eurem Willen, in diesem unermesslich großen leeren Raum, bin ich überall hin gegangen, damit alle Dinge Euch verherrlichen, Euch lieben und benedeien.
Und da ich nun die Liebe zwischen Schöpfer und Geschöpf für Euch in Beziehung gesetzt habe, die der menschliche Wille zerbrochen hatte, und die Verherrlichung, die Euch alle schuldeten, so lasst jetzt euren Willen auf die Erde herabsteigen, damit Er alle Beziehungen zwischen Schöpfer und Geschöpf verbinde und stärke, und so werden alle Dinge in die von Euch festgesetzte primäre Ordnung zurückkehren.
Macht daher schnell, zögert nicht länger: seht Ihr nicht, wie die Erde voller Übel ist? Nur euer Wille kann diesen Strom aufhalten, kann die Erde in Sicherheit bringen – aber euer Wille, der erkannt wird und herrscht.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 17. Mai 1925)

——————

… „Kleine Tochter meines Willens, das Leben in meinem Willen ist ein ständiger Ruf von Uns an die Seelen – zurück zu unseren göttlichen Eigenschaften.
Unser Wesen ist stets in Bewegung; doch da unser Wille das Werk und die Bewegung innerhalb unseres Wesens ausmacht, fühlt die in Ihm lebende Seele, dass unser Wille sie bald in unsere Macht, bald in unsere Weisheit, unsere Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Güte und göttliche Schönheit hineinruft.
Kurzum, alle unsere Eigenschaften rufen die Seele mit machtvollen Stimmen in sich hinein, sodass sie je nach ihren Eigenschaften geformt werde und heranwachse.
Sie würden sich entehrt fühlen, wenn die Seele, die im selben Willen lebt, der sie antreibt, nicht mit ihnen konform wäre, noch sich ihrer Vorrechte erfreute. Die Kleinheit der Seele zu tolerieren, das tut ihrer Ehre keinen Abbruch.
Sie wissen nämlich, dass das Endliche niemals das Unendliche erreichen kann; vielmehr ehrt sie die Kleinheit noch mehr, denn alles Schöne und Gute, das sie in ihr sehen, ist ganz ihr Werk – aber dass sie ihnen unähnlich sei, das kann niemals sein.
Das ist der Grund, warum die in unserem Willen lebende Seele ständiges Flüstern und ‚Gemurmel‘ hört: es sind die ständigen Anrufe unseres Höchsten Wesens an sein geliebtes Geschöpf, mittels seiner [göttlichen] Eigenschaften; vor allem deswegen, weil unser Wille nicht ohne sein Geschöpf bleiben will noch kann; da Er nämlich [nur] einer ist, ist seine Einheit und Untrennbarkeit so groß, dass alles, was freiwillig in Ihn eintritt, die trennende Eigenschaft verliert.
Unsere Höchste Güte verspürt aus Liebe das Bedürfnis, das, was Ihr gehört und ein Teilchen ihres eigenen Willens ausmacht, bei sich zu halten.
Deswegen also verlangen unsere göttlichen Eigenschaften in ihrer Bewegung und ihren Werken nach jener Seele, die von ihrem eigenen Willen angetrieben wird, um mit ihr ein gemeinsames Leben zu führen.
Sie würden gleichsam einen Riss verspüren und einen Bruch in ihrem Willen, wenn sie diese Seele nicht bei sich hätten. Hat sich nicht der erste Mensch aus dem Inneren unseres Willens losgerissen, als er sich aus Ihm zurückzog?
Dieser Riss war so schwerwiegend, dass er die ganze Schöpfungsordnung für ihn auf den Kopf stellte, und der Mensch schließlich seinen Schöpfer mitsamt dem ganzen Strom seiner göttlichen Gnaden zurückwies.
Wer in unserem Willen lebt, macht also diesen so schmerzvollen Riss wieder gut, der Uns so viel kostete. Und unser Göttliches Sein bewaffnet alle unsere Eigenschaften rund um Uns und um diese Seele, damit sich dieser ‚Streich‘ nicht wiederhole.
Wenn sie zusammen mit Uns lebt, sind Wir beide glücklich. Wolltest du aber an meinen Worten zweifeln, so zeigt dies, dass du meine große Liebe zu den Geschöpfen nicht gut begriffen hast.
Damit die Kreatur bei Mir bleibe und ganz Mein sei, treibt Mich meine Liebe zum Exzess, zum Fieberwahn und zu Torheiten. Zudem habe Ich alle Rechte, sie zu lieben, da sie Mir gehört und von Mir gemacht wurde.
Und wenn du Mein bist, bin Ich dein; somit hast auch du das Recht, Mich zu lieben. Würdest du Mich nicht lieben, so würdest du die hochheilige Pflicht gegen Jenen verletzen, Der dir das Dasein verliehen hat und dich so sehr liebt.
Lieben Wir Uns daher stark und immerdar, und die Liebe wird nicht ruhig bleiben können, sondern stets mit neuen Erfindungen der Liebe aufwarten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 30. Oktober 1932)

„Wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein“ (Mt 5, 22)

… Mein Jesus, anbetungswürdiger Gekreuzigter! Das Geschlecht der Menschen reizt beständig deine göttliche Gerechtigkeit und lässt aus seinem Munde stets das Echo schaudererregender Gotteslästerungen, Verwünschungen, Flüche und schlechter Reden widerhallen. Alle diese Stimmen lassen die Erde erdröhnen und steigen bis zum Himmel empor.
Sie gelangen auch zu Gottes Ohr und schreien um Rache und Gerechtigkeit gegen die Menschen. O wie fühlt sich die göttliche Gerechtigkeit gedrängt, ihre Blitze auf sie herabzuschleudern, und wie reizen ihre Gotteslästerungen ihren Zorn!
Aber du, mein Jesus, der du uns mit höchster Liebe liebst, begegnest diesen verhängnisvollen Stimmen mit deiner allmächtigen und schöpferischen Stimme und flehst um Barmherzigkeit, Gnade und Liebe für die Menschen. Den Zorn des Vaters zu besänftigen, sprichst du, ganz Liebe, zu ihm:
„Mein Vater, schau auf mich und höre nicht auf die Stimme der Menschen, sondern auf meine Stimme. Ich bin es, der für alle Genugtuung leistet. Deshalb bitte ich dich, die Menschen in mir zu sehen.
Was wird sonst aus ihnen werden? Sie sind so schwach, so unwissend und voller Elend aller Art, nur fähig, Böses zu tun. Hab Mitleid mit den armen Menschen! Ich stehe für sie ein mit meiner Zunge, die ausgedörrt ist von Durst, brennend von Liebe.“
Mein in Bitterkeit versenkter Jesus! Meine Stimme, mit der deinigen vereint, möchte allen Beleidigungen, allen Lästerungen begegnen, um alle Menschenstimmen in Stimmen der Segnungen und in Lobpreis Gottes verwandeln zu können. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 11 bis 12 Uhr: Die Kreuzigung Jesu)

„Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe“ (Mt 5, 24)

… „Meine Tochter, meine arme Kleine, Mut! Es ist mein Wille, der seinen ersten Platz in dir will, doch Ich brauche Mich nicht entscheiden, dich nicht zu verlassen: meine Entscheidung habe Ich [schon] getroffen, als du dich entschieden hast, Mich nicht mehr zu verlassen, also haben Wir einander gegenseitig das Leben geraubt, Ich das deine und du das Meine, mit diesem Unterschied, dass du Mich früher ohne die Überblendung des Lichtes meines FIAT gesehen hast.
Es war wie eingeschlossen in Mir, und nun, da Es in dir Leben annehmen will, ist Es aus Mir übergeflossen und sich bilokierend, hat Es meine Menschheit in sein Licht eingeschlossen; so fühlst du mein Leben durch den Widerschein seines Lichtes hindurch. Warum fürchtest du also, dass Ich dich verlasse?
Nun, du musst wissen, dass meine Menschheit in Sich alle, von den Geschöpfen zurückgewiesenen Akte wiederherstellte, von denen mein Göttlicher Wille, der Sich ihnen schenkte, wollte, dass sie diese tun. Ich stellte sie alle wieder her und hinterlegte sie in Mir selbst, um Sein Reich zu bilden, wobei Ich die geeignete Zeit abwartete, um sie aus Mir heraustreten zu lassen und sie in den Geschöpfen niederzulegen, als Fundament dieses Reiches.
Hätte Ich nicht so gehandelt, so könnte sich das Reich meines Willens unter den Menschen nicht verwirklichen. Denn nur Ich als Mensch und Gott konnte für den Menschen Ersatz leisten und in Mir das ganze Werk eines Göttlichen Willens aufnehmen, das die Geschöpfe empfangen und tun sollten, und es ihnen durch Mich mitteilen.
In der Tat, im Garten Eden blieben die beiden Willen, der menschliche und der Göttliche, gleichsam in Feindschaft zurück, da sich der menschliche dem Göttlichen widersetzt hatte, und alle anderen Beleidigungen waren wie die Folge davon.
Daher musste Ich zuerst in Mir alle Akte, die dem Göttlichen FIAT entgegengesetzt waren, wiederherstellen, und das FIAT in Mir sein Reich ausbreiten lassen.
Wenn Ich diese beiden widersprüchlichen Willen nicht versöhnt hätte, wie hätte Ich die Erlösung bewerkstelligen können? Deshalb war in all dem, was Ich auf Erden tat, der erste Akt jener, die Harmonie und Ordnung zwischen den beiden Willen wiederherzustellen, um mein Reich zu bilden.
Die Erlösung war die Folge davon. Darum musste Ich die Folgen des Übels beseitigen, die der menschliche Wille verursacht hatte, und so schenkte Ich überaus wirksame Heilmittel, um danach das große Gut des Reiches meines Willens zu offenbaren.
Die Widerspiegelungen seines Lichtes tun also nichts anderes als dir die Akte zu überbringen, die meine Menschheit enthält, damit alles in dir Göttlicher Wille sei.
Folge Ihm daher aufmerksam und fürchte dich nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 12. Februar 1928)