Freitag der 10. Woche im Jahreskreis (Mt 5,27-32)
27In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. 28Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
29Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. 30Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
31Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. 32Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
„Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5, 28)
Diesen Morgen rang ich sehr, als ich auf meinen anbetungswürdigen Jesus wartete; während ich auf Ihn wartete, tat ich jedoch so viel ich konnte, um alle meine inneren Aktivitäten mit dem Inneren unseres Herrn zu vereinigen und beabsichtigte dabei, Ihm all die Verherrlichung und Genugtuung zu geben, welche seine Heiligste Menschheit Ihm gegeben hatte. Während ich dies nun tat, kam der gebenedeite Jesus und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wenn eine Seele sich meiner Menschheit bedient als ein Mittel um zu wirken, und sei es auch nur ein Gedanke, ein Atemzug, oder irgendein Akt, sind sie (diese Akte) wie ebenso viele Perlen, die aus meiner Menschheit hervortreten und sich der Gottheit vorstellen. Und da sie mittels meiner Menschheit herauskommen, haben sie dieselben Wirkungen wie mein Wirken, als Ich auf der Erde war.“
Und ich: „Ach, Herr, ich verspüre fast einen Zweifel: wie kann es sein, dass mit der einfachen Intention im Handeln – möge es sogar in den kleinsten Dingen sein, welche in sich selbst betrachtet, trivial, leer sind – es scheint, dass die bloße Intention der Vereinigung mit Dir und der Absicht, Dir alleine zu gefallen, sie füllt, und Du sie auf diese erhabene Weise erhebst und somit als etwas ganz Großartiges erscheinen lässt?“
„Ach, meine Tochter, die Aktivität des Geschöpfes ist leer, sei es auch ein großes Werk; es ist vielmehr die Vereinigung mit Mir und die einfache Absicht, Mir zu gefallen, die es erfüllt. Und da mein Wirken, sei es auch nur ein Atemzug, alle Werke der Geschöpfe zusammen auf unendliche Weise übersteigt, deshalb macht es dies so groß.
Außerdem, weißt du nicht, dass einer, der meine Menschheit als Mittel gebraucht, um seine Akte zu verrichten, sich von den Früchten meiner Menschheit selbst ernährt und sich von meiner eigenen Speise ernährt?
Ist es überdies etwa nicht die gute Meinung, die einen Menschen heilig macht, und die böse Absicht, die ihn verdirbt? Man tut nicht immer verschiedene Dinge, sondern bei derselben Aktivität wird der eine geheiligt und der andere verdorben.“
Während seiner Worte sah ich in Unserem Herrn einen blühenden Baum voller schöner Früchte, und ich erblickte die Seelen, die allein zum Wohlgefallen Gottes und mittels seiner Menschheit wirkten, im Inneren Unseres Herrn, über diesem Baum, und seine Menschheit diente diesen Seelen als Wohnung.
Doch wie ganz gering war ihre Anzahl. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. Oktober 1901)
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… Dann setzte ich meine Akte im Göttlichen Fiat fort, und als ich bei dem Akt ankam, als das Fiat die Herrin des Himmels ins Leben rief, dachte ich mir: ‘Bei der Erschaffung der Heiligsten Jungfrau bereicherte Gott nicht nur ihre schöne Seele mit so vielen Vorzügen, sondern musste auch ihre Natur umwandeln, um Sie so rein und heilig zu machen, wie Sie ist.’
Da bewegte sich mein geliebter Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, ihrer Natur war nichts hinzuzufügen, denn es war nicht die menschliche Natur, die sündigte, sondern der menschliche Wille.
In der Tat blieb die menschliche Natur an ihrem Platz, wie sie aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen war, daher bedienten Wir Uns bei der Erschaffung der Jungfrau derselben Natur wie die der anderen Geschöpfe. Was im Menschen verseucht wurde, das war sein Wille.
Da diese menschliche Natur von diesem rebellischen Willen beseelt war, der in der menschlichen Natur wohnte, hatte sie daran Anteil und wurde auch verseucht.
Wenn aber einmal der Göttliche und der menschliche Wille in Einklang kommen, und dieser dem Göttlichen Willen die Herrschaft und Ordnung überlässt, wie Wir es wünschen, dann wird die menschliche Natur ihre traurigen Wirkungen los und bleibt so schön, wie sie aus unseren schöpferischen Händen hervorgegangen ist.
Nun, bei der Königin des Himmels konzentrierten Wir unser ganzes Wirken auf ihren menschlichen Willen, der freudig die Herrschaft des Unseren annahm.
Da Er keinen Widerstand von ihrer Seite vorfand, wirkte Er Wunder der Gnaden. Kraft meines Göttlichen Willens wurde Sie geheiligt und erfuhr nicht die tristen Wirkungen und Übel, die die anderen Geschöpfe verspüren. Daher, meine Tochter, enden auch die Auswirkungen, wenn erst einmal die Ursache beseitigt ist.
O, wenn mein Göttlicher Wille in die Geschöpfe eintritt und in ihnen herrscht, wird Er alle Übel in ihnen verbannen und ihnen alle Güter mitteilen – der Seele und dem Leib!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 30. Juli 1929)
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… Sobald der Mensch seinen Willen wie einen Schemel dem Unsrigen zu Füßen legt, um Ihn herrschen zu lassen, werden Wir ihm die Pforten auftun und ihn eintreten lassen. Es war nämlich der menschliche Wille, der dem unsrigen die Türen verschloss und sich dadurch die Pforten zum Elend, den Schwächen und Leidenschaften auftat.
Es waren nicht das Gedächtnis oder der Intellekt der Seele, die sich gegen ihren Schöpfer stellten, obwohl sie dabei mitwirkten, doch der menschliche Wille hatte dabei seinen primären Akt und brach alle Bande, alle Beziehungen mit einem so heiligen Willen ab.
Umso mehr, als alles Gute oder alles Böse in ihn eingeschlossen ist, die Regierung, die Herrschaft ist sein. Als der Wille sich also im Guten verfehlte, ging alles fehl für den Menschen, er verlor die Ordnung, stieg von seinem Ursprung herab und wurde hässlich.
Da es der menschliche Wille war, der sich gegen den Meinen stellte und den Menschen alle Güter verwirken ließ, so möchte Ich seinen Willen, und als Austausch dafür will Ich ihm den Meinen geben, um Ihm alle verspielten Güter zu ersetzen.
Deshalb sei aufmerksam, meine Tochter, gewähre deinem Willen niemals Leben, wenn du willst, dass der Meine in dir herrscht.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 31. August 1926)
„Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird“ (Mt 5, 29)
Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand und sagte , zu meinem stets liebenswürdigen Jesus: ‚Wie ist dies möglich? Du hast alles für uns getan, hast für alles genuggetan, hast in allem die Ehre des Vaters von Seiten der Geschöpfe wiederhergestellt, sodass Du uns alle wie mit einem Mantel der Liebe, der Gnaden, der Segnungen bedeckt hast, und trotz alledem fallen die Geißeln hernieder, fast als zerrissen sie den Schutzmantel, mit dem Du uns bedeckt hast.
Und mein süßer Jesus unterbrach meine Rede und sprach zu mir:
„Meine Tochter, alles ist wahr, was du sagst; alles, alles habe Ich für die Geschöpfe getan, die Liebe trieb Mich so sehr an, dass Ich, um sie sicher zu retten, sie in mein Wirken, wie in einen Mantel der Verteidigung einhülen wollte; aber die undankbaren Geschöpfe brechen mit der freiwilligen Sünde diesen Schutzmantel auf, fliehen vor meinen Segnungen, Gnaden und meiner Liebe, und indem sie sich unter freien Himmel begeben, werden sie von den Blitzen der göttlichen Gerechtigkeit getroffen; nicht Ich bin es, der den Menschen schlage, er ist es, der mit der Sünde gegen Mich tritt, um die Schläge zu erhalten.
Bete, bete für die große Blindheit der Geschöpfe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 12. Juni 1918)



