13In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? 14Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
15Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! 17Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. 19Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

„Für wen halten die Leute den Menschensohn?“ (Mt 16,13)

… „Als Ich auf die Erde kam, kann man sagen, dass Ich in den dreißig Jahren meines verborgenen Lebens scheinbar niemandem etwas Gutes tat und Mich nicht einmal jemand kannte.
Ich war ganz unbeachtet unter ihnen, sodass sich alles Gute zwischen Mir, dem Vater im Himmel, meiner Himmlischen Mutter und dem lieben heiligen Josef entfaltete, da sie wussten, wer Ich war. Alle anderen wussten nichts.
Als Ich jedoch aus meiner Verborgenheit hervortrat, machte Ich Mich öffentlich bekannt und teilte ihnen mit, dass Ich wirklich der verheißene Messias, ihr Erlöser und Retter war.
Obwohl Ich Mir mit dieser Bekanntmachung Verleumdungen, Verfolgungen, Widersprüche, Zorn und Hass seitens der Juden, ja die Passion und den Tod selbst zuzog, und all diese Übel, die aus der Tatsache meiner Bekanntmachung resultierten und wie ein heftiger Regenguss auf Mich herabströmten – bestätigte Ich, wer Ich wirklich war, nämlich das Ewige Wort, das vom Himmel zu ihrer Rettung herabgestiegen war.
Solange Ich also im Haus von Nazareth war und niemand wusste, wer Ich war, sagte keiner etwas zu Mir, und Ich wurde weder verleumdet, noch taten sie Mir etwas Böses an.
Als Ich Mich jedoch offenbarte, befielen Mich alle Übel; doch Ich musste Mich bekanntmachen, sonst wäre Ich in den Himmel zurückgekehrt, ohne den Zweck meines Kommens auf Erden zu erfüllen.
Indem Ich Mich hingegen zu erkennen gab, bildete Ich, obwohl Ich so viele Übel auf Mich zog, mitten in diesem Abgrund des Bösen, meine Apostel heran, verkündete das Evangelium und wirkte Wunder. Meine Bekanntheit stiftete meine Feinde an, Mir so viele Leiden zuzufügen, bis hin zum Kreuzestod.
Doch Ich erreichte meine Absicht – dass Mich unter denen, die Mich nicht erkennen wollten, so viele kennenlernten; und so vollbrachte Ich mein Erlösungswerk. Ich wusste, dass die Niedertracht und der Stolz der Juden Mir so viel antun würden, wenn Ich Mich zu erkennen gab, doch Ich musste es tun, denn eine Person oder ein Gut, das nicht bekannt ist, kann weder Leben noch etwas Gutes bringen.
Eine Wohltat oder Wahrheit, die nicht bekannt werden, bleiben in sich selbst behindert und ohne Fruchtbarkeit, wie unfruchtbare Mütter, deren Generation mit ihnen endet.
Du siehst also, wie notwendig es ist zu wissen, dass Ich das Reich meines Willens gewähren kann und gewähren will; diese Kenntnis ist, könnte Ich sagen, genauso nötig wie jene, Mich als Sohn Gottes zu verkündigen, der auf die Erde kam.
Es stimmt zwar, dass viele aufgrund dieser Kenntnisse [über meinen Willen] Mir dasselbe wieder antun werden wie damals, als Ich Mich als der ersehnte Messias zu erkennen gab: nämlich Verleumdungen, Widersprüche, Zweifel, Verdächtigungen, Verachtung, wie es schon geschah, sobald man das zu drucken begann, was auf die Bekanntmachung meines Göttlichen Willens hindeutete.
Doch das besagt nichts: das Gute besitzt nämlich die Kraft, das Böse zu verletzen, und daher fühlen sich die Menschen und die Hölle verwundet, bewaffnen sich gegen das Gute, und möchten gern das Gute und den oder die, welche es verkündigen wollen, vernichten.
Doch trotz allem, was sie am ersten Anfang beabsichtigten – dass sie nämlich, als Er erscheinen wollte, die Kenntnis meines Willens und seinen Wunsch nach der Herrschaft gleichsam abwürgten – hat Er doch seine ersten Schritte getan; und was die einen nicht glaubten, das glaubten die anderen.
Die ersten Schritte werden die zweiten, die dritten und so weiter nach sich ziehen, wenn auch jene nicht fehlen werden, die Widersprüche und Zweifel vorbringen; doch es ist absolut notwendig, dass man meinen Göttlichen Willen kennt und weiß, dass Ich Ihn geben kann und geben will.
Dies sind Bedingungen, ohne die Gott nicht geben kann, was Er geben möchte und das Geschöpf nicht empfangen kann. Bete daher und halte dich nicht zurück, meinen Göttlichen Willen bekannt zu machen. Die Zeit, die Umstände, die Sachen und Personen verändern sich und sind nicht immer gleich.
So kann man das, was man heute nicht bekommt, morgen erlangen – jedoch zur Demütigung jener, die ein so großes Gut unterdrückt haben; aber mein Wille wird triumphieren und sein Reich auf Erden haben.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 20. März 1932)

„Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16,15)

Diesen Morgen wollte mein süßester Jesus mich meine eigene Nichtigkeit mit eigenen Händen greifen lassen. Im Augenblick, als Er sich sehen ließ, waren die ersten Worte, die Er an mich richtete, diese: „Wer bin Ich, und wer bist du?“
In diesen zwei Worten erblickte ich zwei unermessliche Lichter: in einem begriff ich Gott, im anderen sah ich mein Elend, mein Nichts. Ich sah, dass ich nichts als ein Schatten war, gerade so wie der Schatten, der von der Sonne gebildet wird, wenn sie die Erde erleuchtet: er ist abhängig von der Sonne, und wenn die Sonne sich an andere Orte entfernt, hört der Schatten außerhalb ihres Glanzes auf, zu existieren.
So ist mein Schatten, d.h. mein Sein, von der mystischen Sonne, von Gott abhängig, die diesen Schatten in einem einfachen Augenblick auflösen kann. Was soll man darüber sagen, wie ich diesen Schatten verformt habe, den der Herr mir gegeben hat, der nicht einmal mein Eigentum ist?
Der bloße Gedanke daran ist erschreckend; stinkend, faulig, und voller Würmer. Und doch war in solch schrecklichem Zustand gezwungen, vor einem so heiligen Gott zu stehen. O, wie froh wäre ich gewesen, wenn ich mich in den dunkelsten Abgründen verbergen hätte können!
Dann sprach Jesus mir: „Die größte Gunst, die Ich einer Seele erweisen kann, ist, sie sich selbst erkennen zu lassen. Die Selbsterkenntnis und die Gotteserkenntnis gehen zusammen; je mehr du dich selbst kennst, umso mehr kennst du Gott.
Wenn die Seele sich erkannt hat, da sie sieht, dass sie nichts Gutes aus sich selbst heraus tun kann, wandelt sie diesen Schatten ihres Wesens in Gott um, und es kommt dann so weit, dass sie alle ihre Werke in Gott verrichtet, dass die Seele in Gott ist und neben Ihm geht, ohne zu schauen, ohne nachzuforschen, ohne zu reden – mit einem Wort, als ob sie tot wäre, denn da sie ihre Nichtigkeit gründlich erkennt, wagt sie nichts aus sich heraus zu tun, sondern folgt blind der Flugbahn der Werke des Wortes.“…(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 2. Juni 1899)

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… „Meine Tochter, Ich wollte gekreuzigt und am Kreuze erhöht werden, damit die Seelen je nachdem, wie sie Mich [haben] wollen, Mich finden mögen.
Wenn Mich einer als Lehrer benötigt, weil er die Notwendigkeit fühlt, unterrichtet zu werden, lasse Ich Mich herab, um ihn sowohl die kleinen wie auch die höchsten und erhabensten Dinge zu lehren, sodass er der Gebildetste wird.
Ein anderer seufzt in seiner Verlassenheit und Vergessenheit und möchte gern einen Vater finden; er kommt zu Füßen meines Kreuzes, und Ich mache mich zu seinem Vater, indem Ich ihm ein Zuhause in meinen Wunden gewähre, mein Blut als Trank, mein Fleisch als Speise, und mein eigenes Reich als Erbe.
Ein anderer ist krank und findet in Mir einen Arzt, der ihn nicht nur heilt, sondern ihm die sicheren Arzneien reicht, um nicht abermals in Schwachheit zu fallen.
Wieder einen anderen bedrücken Verleumdung und Verachtung, und zu Füßen meines Kreuzes findet er seinen Verteidiger, der ihm die Verleumdungen und Geringschätzung sogar als göttliche Ehren zurückzahlt; und so ist es mit allem Übrigen.
Wer Mich also als Richter haben will, findet Mich als Richter; wer Mich als Freund, als Bräutigam, Fürsprecher, Priester haben möchte, der findet Mich als solcher.
Deshalb wollte Ich an Händen und Füßen angenagelt werden, um Mich dem, was sie wollen, in nichts zu widersetzen, um Mich so zu machen, wie sie Mich wollen.
Doch wehe jenen, die sehen, dass Ich unfähig bin, auch nur einen Finger zu bewegen und daher wagen, Mich zu beleidigen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 15. Dezember 1905)

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… „Meine Tochter, die ganze Schöpfung gibt Kunde von der Vaterschaft Gottes, von der Macht, Liebe und Harmonie Dessen, der sie geschaffen hat. Doch weißt du, für welche Seele Wir Uns als Vater fühlen?
Für jene, die sich dessen entsinnt und dies anerkennt, dass die ganze Schöpfung der Besitz ihres Schöpfers ist, der als Manifestation seiner Vaterschaft für die Geschöpfe so viele schöne Dinge aus Liebe zu ihnen erschuf.
Die Seele also, die diese Dinge anerkennt, um Ihm dafür mit Liebe und Dank zu vergelten, drückt sich gleichsam als seine Tochter an den Vater im Himmel. Sie erkennt seine Güter und anerkennt, dass Er sie deswegen geschaffen hat, weil Er wünscht, dass seine Tochter ihre Besitztümer in den Gütern ihres Vaters besitzt.
Wenn du wüsstest, welche Freude und welches Glück Wir empfinden, Uns als Vater zu fühlen und unsere Kinder eng um Uns versammelt zu sehen – mittels unserer erschaffenen Dinge!
Die Seele also, die sich daran erinnert und anerkennt, was Gott für sie getan hat, liebt Ihn als Vater, und Wir lieben sie als Tochter und spüren, dass unsere Vaterschaft nicht unfruchtbar, sondern fruchtbar ist. In ähnlicher Weise fühle Ich Mich für die Seele, die meines Lebens und der Leiden meiner Passion eingedenk ist und sie anerkennt, als Erlöser.
Ich schenke ihr die Erlösungsgüter zum Besitz, sodass sich meine Leiden, Werke und Schritte um die glückliche Seele aufstellen, um ihr zu helfen, damit sie sich heilige und die Auswirkungen meines ganzen Lebens in sich erfahre.
Und in jener, die anerkennt, was unsere Liebe in der Ordnung der Gnade tat und tun kann, fühle Ich Mich als leidenschaftlicher Liebhaber und gebe ihr meine Liebe zum Besitz, sodass sie eine so große Liebe für Mich empfindet, dass sie nicht leben kann, ohne Mich zu lieben.
Und da die wahre Liebe darin besteht, immer meinen Willen zu tun, mache Ich aus ihr ein Wunder meiner Liebe und meines Willens.
Wie groß wäre das Leid eines Vaters, der Kinder hat und sie nicht um sich herum sieht, um sich gegenseitig zu lieben und sich an seinen Sprösslingen zu erfreuen? Und wenn diese Kinder nicht die Güter ihres Vaters besäßen, wäre dies nicht ein noch größerer Schmerz für ihn?
So ist auch unsere Gottheit. Wir haben unsere Vaterschaft auf unendliche Weise in der ganzen Schöpfung ausgebreitet und sind als Vater ganz Auge für unsere Kinder, damit ihnen nichts fehlt. Unsere Arme fühlen ein äußerstes liebendes Bedürfnis, den Menschen an unsere Brust zu drücken, um ihm Liebe zu geben und Liebe zu empfangen.
Wenn Wir sehen, wie er Uns entgegeneilt und unsere Umarmung wünscht – o, wie glücklich sind Wir dann, weil unsere Vaterschaft anerkannt wird und das Vateramt an unseren Kindern ausüben kann!
Aus Uns ging eine fast unzählbare Generation hervor, doch nur wenige Kinder sind um Uns herum, alle anderen sind Uns ferne, ferne mit dem Herzen, mit dem Willen, Uns ganz unähnlich; und in unserem Kummer über die geringe Anzahl der Kinder in unserer Nähe sagen Wir: ‘Und unsere anderen Kinder, wo sind sie?
Warum empfinden diese nicht das Bedürfnis, einen himmlischen Vater zu haben, unsere väterlichen Liebkosungen zu empfangen und unsere Güter zu besitzen?’ Gib daher acht, anerkenne unsere Güter und unsere Werke, und du wirst unsere Väterlichkeit in dem sternenübersäten Himmel wahrnehmen, der dich mit seinem milden Flimmern Tochter nennt und dir die Liebe deines Vaters bezeugt.
Unsere Vaterschaft erstreckt sich in die Sonne, die dich mit ihrem vibrierenden Licht Tochter nennt und zu dir sagt: ‘Erkenne in meinem Licht das große Geschenk deines Vaters, der dich so liebt, dass Er möchte, dass du dieses Licht besitzt.’
Unsere Väterlichkeit breitet sich überall aus: im Wasser, das du trinkst, in der Speise, die du isst, in den vielfältigen Schönheiten der ganzen Natur. Unsere Werke haben eine gemeinsame Stimme, alle nennen dich die Tochter des erhabenen Vaters im Himmel und wollen von dir als seine Tochter in Besitz genommen werden.
Wie groß wäre unsere Freude, wenn Wir in allen von uns erschaffenen Dingen, [als Antwort] auf unsere Stimme, die dich Tochter nennt, deine Stimme vernehmen, die Uns Vater nennt und Uns sagt: ‘Dies ist das Geschenk meines Vaters; o wie sehr liebt Er mich! Und [auch] ich will Ihn sehr, sehr lieben.‘“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 23. Juni 1931)

„Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18)

Diesen Morgen ließ sich mein anbetungswürdiger Jesus vereint mit dem Heiligen Vater sehen, und Er schien ihm zu sagen: „Die bis jetzt durchgemachten Leiden sind nichts anderes als all das, was Ich vom Beginn meiner Passion bis zur Verurteilung zum Tode ertragen habe. Mein lieber Sohn, dir bleibt nichts anderes als das Kreuz nach Kalvaria zu tragen.“
Als Er dies sagte, schien der gebenedeite Jesus das Kreuz zu nehmen und auf die Schultern des Heiligen Vaters zu legen, und Er selbst half ihm, es zu tragen. Während Er dies tat, fügte Er hinzu:
„Meine Kirche scheint zu sterben, besonders im Hinblick auf die sozialen Bedingungen, die mit gespannter Sehnsucht auf die Ausrufung ihres Todes warten. Doch, Mut, mein teurer Sohn; nachdem du den Gipfel des Berges erreicht hast, und das Kreuz aufgerichtet ist, werden alle erschüttert sein, und die Kirche wird das Aussehen einer Sterbenden verlieren und ihre volle Kraft wiedererlangen. Das Kreuz alleine ist das Mittel dazu.
Wie das Kreuz alleine das einzige Mittel war, den Leerraum zu füllen, welches die Sünde verursacht hatte, und den Abgrund unendlicher Entfernung zu vereinigen, der zwischen Gott und dem Menschen existierte, so wird in diesen Zeiten alleine das Kreuz die Stirne meiner Kirche sich mit Mut und Glanz erheben lassen, dass es die Feinde verwirrt und in die Flucht schlägt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 2. September 1901)

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Als ich in meinem gewohnten Zustand, außerhalb meiner selbst war, befand ich mich in der Nähe eines Gartens, welcher die Kirche zu sein schien. In der Nähe standen einige Personen, die ein Attentat auf die Kirche und den Papst zu planen schienen, und in ihrer Mitte war Unser Herr, gekreuzigt, doch ohne den Kopf.
Wer beschreibt, wie schmerzlich und abscheulich es war, diesen seinen Heiligsten Leib in jenem Zustand zu sehen? Ich verstand, dass die Menschen Jesus Christus nicht als ihr Haupt wollen, und da die Kirche Ihn auf dieser Erde repräsentiert, versuchen sie, das zu vernichten, was an seiner Stelle steht.
Dann fand ich mich an einem anderen Ort, an welchen ich andere Menschen fand, die mich fragten: „Was sagst du über die Kirche?“
Ich nahm ein Licht in meinem Geist wahr und sagte: „Die Kirche wird immer Kirche sein; es kann höchstens sein, dass sie in ihrem eigenen Blut gewaschen wird, doch dieses Bad wird sie noch schöner und herrlicher machen.“ Als sie dies hörten, sagten sie: „Dies ist falsch, rufen wir unseren Gott herbei und hören wir, was er sagt.“
Da trat ein Mann hervor, der alle an Größe überragte, mit einer Krone auf seinem Kopf, und er sprach: „Die Kirche wird vernichtet werden, es wird keine öffentlichen Andachten mehr geben, höchstens welche im Verborgenen; und die Madonna wird nicht mehr anerkannt sein.“
Als ich dies hörte, sagte ich: „Und wer bist du, dass du dies zu sagen wagst? Bist du nicht etwa die Schlange, die von Gott dazu verdammt wurde, auf der Erde umherzukriechen? Und nun bist du so verwegen, dich für einen König auszugeben und die Menschen zu täuschen? Ich befehle dir, dich als der zu erkennen zu geben, der du bist.“
Als ich so sprach, wurde der Große ganz, ganz klein, nahm die Gestalt einer Schlange an und stürzte in Gestalt eines Blitzes in die Tiefe hinab. Dann befand ich mich in mir selbst. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 23. Februar 1903)

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… Befand ich mich außerhalb meiner selbst in einem Raum, in dem eine majestätische und ehrwürdige, doch schwer kranke Dame war.
Sie lag in einem Bett mit einem so hohen Baldachin, dass dieser beinahe das Deckengewölbe berührte. Ich musste über jenem Baldachin bleiben, von einem Priester in den Armen gehalten, um es festzuhalten und die arme Kranke zu beobachten.
Als ich in jener Stellung war, sah ich einige Gottgeweihte, die sie umgaben und der Patientin ihre Fürsorge angedeihen ließen; sehr betrübt sprachen sie zueinander: „Es geht ihr schlecht, ganz schlecht, es fehlt nur noch eine kleine Erschütterung.“
Ich achtete darauf, die Wand des Bettes zu halten, aus Furcht, dass sie sterben könnte, wenn sich das Bett bewegte. Doch als ich sah, dass sich die Dinge in die Länge zogen und ich durch diese Untätigkeit fast gelangweilt war, sagte ich zu dem, der mich hielt: „Haben Sie Mitleid und lassen Sie mich herunter.
Ich bin zu nichts nütze, noch helfe ich jemandem. Warum soll ich hier nutzlos herumstehen? Wenn ich heruntersteige, kann ich ihr wenigstens dienen, ihr helfen.“
Dieser aber sagte: „Hast du nicht gehört, dass selbst eine kleine Erschütterung ihren Zustand verschlimmern und überaus traurige Dinge über sie kommen lassen könnte? Wenn du heruntersteigst, kann sie sogar sterben, da niemand das Bett festhält.“
Ich sagte: „Doch wie ist es möglich, dass ihr diese Wohltat zuteil wird, nur weil ich dies tue? Das glaube ich nicht. Haben Sie Mitleid mit mir und lassen Sie mich herunter.“
Nachdem ich diese Worte mehrmals wiederholt hatte, stellte er mich auf den Fußboden, und ich näherte mich, ohne dass mich jemand hielt, der Kranken: zu meiner Überraschung und meinem Kummer sah ich, dass sich das Bett bewegte.
Bei diesen Bewegungen wurde ihr Gesicht blau, sie zitterte und gab das Röcheln einer Sterbenden von sich. Jene wenigen Gottgeweihten weinten und sagten: „Es bleibt keine Zeit mehr, sie ist bereits in ihren letzten Zügen.“
Dann traten feindlich Gesinnte ein, Soldaten und Hauptleute, um die Kranke zu schlagen. Doch sterbend wie sie war, erhob sich die Dame unerschrocken und majestätisch, um sich verwunden und schlagen zu lassen.
Als ich das sah, zitterte ich wie ein Schilfrohr und gestand mir: „Ich war die Ursache dafür. Ich selbst habe den Anstoß gegeben, dass so viel Böses passiert.“
Und ich verstand, dass diese Dame die Kirche darstellte, die krank ist in ihren Gliedern, und viele andere Bedeutungen, die zu erklären mir unnötig erscheinen, denn man begreift sie, wenn man liest, was ich geschrieben habe. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 5; 24. Oktober 1903)

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… Die Dame stellte die Kirche dar, die krank ist, nicht in sich selbst, sondern in ihren Gliedern. Doch obwohl sie darniederliegt, von Feinden geschmäht wird und in ihren eigenen Gliedern krank wurde, verliert sie nie ihre Majestät und Verehrungswürdigkeit.
Das Bett, in dem sie lag, bedeutete, dass die Kirche, obwohl sie bedrückt, krank, umkämpft schien, doch in immerwährender und ewiger Ruhe im väterlichen Schoß Gottes voller Frieden und Sicherheit ausruht, wie ein Kind im Schoß der eigenen Mutter.
Ich verstand, dass der Baldachin des Bettes, der das Deckengewölbe berührte, der göttliche Schutz war, welcher der Kirche immer beisteht, und dass alles, was in ihr ist, vom Himmel stammt: die hl. Sakramente, die Lehre und anderes, alles ist himmlisch, heilig und rein, auf eine Weise, dass zwischen dem Himmel und der Kirche eine immerwährende, ununterbrochene Verbindung besteht.
Von den wenigen Gottgeweihten, die der Dame Fürsorge und Beistand leisteten, verstand ich, dass es nur wenige sind, welche die Kirche bis zur Hingabe ihres Lebens verteidigen und die ihr zugefügten Übel so betrachten, als würden sie ihnen selbst zugefügt.
Der Raum, in dem die Dame wohnte, war aus Stein, was die Beständigkeit und Festigkeit und sogar die Härte der hl. Kirche repräsentiert, die kein Recht, das ihr gehört, abtritt.
Die Sterbende, die mit Unerschrockenheit und Mut sich von den Feinden schlagen lässt, stellte die Kirche dar, die sich dann, während sie zu sterben scheint, noch unerschrockener erhebt, doch wie?
Durch Leiden und Blutvergießen – das ist der wahre Geist der Kirche, immer bereit für die Abtötung, wie es Jesus Christus war. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 5; 25. Oktober 1903)

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… „In meiner weisen Voraussicht jedoch sehe Ich, dass diese Schriften für meine Kirche wie eine neue Sonne sein werden, die in ihrer Mitte aufgehen wird; die Menschen werden, angezogen von ihrem strahlenden Licht, danach trachten, sich in dieses Licht umzuwandeln und vergeistigt und vergöttlicht daraus hervorzugehen, wodurch sie – indem sich die Kirche erneuert – das Angesicht der Erde umgestalten werden.
Die Lehre über meinen Willen ist die reinste und schönste, keinem Schatten des Materiellen oder des Eigennutzes unterworfen, was sowohl die übernatürliche wie auch die natürliche Ordnung betrifft; daher wird sie, nach der Art der Sonne, die durchdringendste, fruchtbarste, willkommenste und ersehnteste Lehre sein.
Gleich dem Licht wird sie sich von selbst zu verstehen geben und sich den Weg bahnen; sie wird keinen Zweifeln oder einem Irrtumsverdacht unterworfen sein.
Wenn zuweilen manches Wort nicht verstanden wird, so ist der Grund ein Zuviel an Licht, das, indem es den menschlichen Intellekt in den Schatten stellt, nicht die ganze Fülle der Wahrheiten verstehen lässt. Aber man wird kein Wort finden, das nicht die Wahrheit wäre; höchstens wird man es nicht zur Gänze verstehen.
In Anbetracht des Guten, das Ich sehe, dränge Ich dich daher, beim Schreiben nichts auszulassen. Ein Ausspruch, eine Wirkung, ein Gleichnis über meinen Willen kann wie ein wohltuender Tau auf die Seelen sein, wie der Tau auf die Pflanzen wohltuend ist nach einem Tag voll brennender Sonnenglut, wie ein strömender Regen nach langen Monaten der Trockenheit.
Du kannst all das Gute, das Licht und die Kraft nicht begreifen, die in einem einzigen Wort enthalten sind, doch dein Jesus weiß es und weiß auch, wem es nutzen, und die Wohltat, die es bewirken soll.”
Während Er dies nun sagte, zeigte Er mir inmitten der Kirche einen Tisch und darauf alle Schriften über den Göttlichen Willen. Viele ehrwürdige Personen umstanden diesen Tisch und gingen davon weg, in Licht umgewandelt und vergöttlicht, und als sie gingen, teilten sie dieses Licht denen mit, denen sie begegneten.
Da fügte Jesus hinzu: „Du wirst vom Himmel aus jenes große Gut sehen, wenn die Kirche diese Himmlische Speise erhalten wird, die sie stärken und in ihrem vollen Triumph sich wieder erheben lassen wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 10. Februar 1924)