Dienstag der 13. Woche im Jahreskreis (Mt 8,23-27)
23In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. 24Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. 25Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!
26Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein. 27Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?
„Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde“ (Mt 8,24)
Heute hielt ich meine Meditation über den Schaden, den unsere Seelen durch das Lob der anderen nehmen können. Als ich mich dabei selbst in Gedanken prüfte, ob in mir Gefallen an menschlichem Lob war, näherte sich Jesus mir und sprach:
„Wenn das Herz voller Selbsterkenntnis ist, sind die Lobreden der Menschen wie die Wellen des Meeres, die sich tosend erheben, doch nie ihre Grenzen überschreiten.
Auf dieselbe Weise lärmen und rumoren die Lobreden der Menschen und kommen sogar nahe an das Herz, aber da sie es völlig mit den festen Mauern der Selbsterkenntnis umgeben und somit keinen Platz für sich selbst finden, ziehen sie sich zurück, und fügen der eigenen Seele keinen Schaden zu.
Gib also acht, die Lobreden und Verachtung der Geschöpfe überhaupt nicht zu beachten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 23. April 1899)
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An diesem Morgen befand ich mich außerhalb meines Leibes und erblickte meinen letzten, verstorbenen Beichtvater; er war von vielen Personen umgeben, die ihm ganz aufmerksam und wie hingerissen zuhörten, und er redete und redete und wurde so entflammt, dass er auch die anderen entflammte.
Ich näherte mich, um zu hören, was er sagte, und zu meiner Überraschung hörte ich ihn all das wiederholen, was mein gebenedeiter Jesus mir gesagt hatte – seine Feinheiten der Liebe und Jesu Herablassung gegen mich; als er von den Kunstgriffen der Liebe Jesus zu mir sprach, strahlte er Licht aus, dass nicht nur er in dieses Licht umgewandelt wurde, sondern auch seine Zuhörer.
Ich war verwundert und sagte mir: „Der Beichtvater hat nicht nur zu seinen Lebzeiten den anderen die Belange meiner Seele mitgeteilt, sondern auch nach dem Tod tut er es, im nächsten Leben….”
Ich wartete darauf, dass er zu reden aufhöre, um mich an ihn wenden und ihm einige meiner Schwierigkeiten kundtun zu können, doch er hörte nicht auf – und ich befand mich wieder in mir selbst.
So folgte ich meinem geliebten Jesus nach meiner Gewohnheit in seiner Passion nach, bemitleidete Ihn, leistete Wiedergutmachung und machte mir seine Leiden zu eigen.
Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, welch großes Gut gewinnt die Seele, wenn sie sich an Mich erinnert und alles betrachtet, was Ich in meinem Leben getan, gelitten und gesagt habe!
Indem sie Mich bemitleidet und sich alle meine Intentionen zu eigen macht, und sich – eine nach der anderen – an meine Leiden, Werke und Worte erinnert, ruft sie diese in sich selbst und legt sie wohlgeordnet in ihrer Seele nieder, sodass sie schließlich die Früchte meiner Taten, Leiden und Worte erntet.
Dies bringt in der Seele eine Art Göttlicher Feuchtigkeit hervor, über welcher die Sonne meiner Gnade mit Freuden aufsteigt und kraft dieser Feuchtigkeit den himmli-schen Tau bildet; und dieser Tau ziert nicht nur die Seele auf wunderbare Weise, sondern hat die Kraft, die Strahlen der sengenden Sonne der Göttlichen Gerechtigkeit zu mildern, wenn diese auf Seelen trifft, die vom Feuer der Sünde verbrannt sind, und diese [Seelen] schlagen und noch mehr verbrennen und ausdörren möchte.
Dieser Göttliche Tau mäßigt ihre Strahlen und bedient sich dieser [Strahlen], damit ein segensreicher Tau herabkomme und die Menschen nicht gezüchtigt werden, und macht sich zur lebenspendenden Feuchtigkeit, damit sie nicht austrocknen.
O welch wunderbares Symbol dafür ist die Natur: wenn die Pflanzen nach einem glühendheißen Sonnentag am Vertrocknen sind, so genügt eine feuchte Nacht, dass die Sonne, wenn sie von neuem aufgeht, über dieser Feuchtigkeit den Tau bildet, und anstatt sie zugrunde gehen zu lassen, dient ihre Glut dazu, sie fruchtbar zu ma-chen und ihre Früchte zur vollen Reifung zu bringen.
Noch wunderbarer geschieht dies in der übernatürlichen Ordnung. Die Erinnerung ist der Anfang jegliches Guten und stellt für die Seele so viele Schlückchen dar, die ihr Leben spenden.
Wenn etwas Gutes – wenn Dinge vergessen werden, verlieren sie für die Seele ihre lebenspendende Kraft, ihre Anziehungskraft, den Dank, die Entsprechung, die Wert-schätzung, die Liebe, den Wert.
Diese Erinnerung bringt nicht nur im Leben den Ursprung eines jeden Gutes hervor, sondern auch nach dem Tod den Ursprung der Glorie. Hast du nicht deinen ver-storbenen Beichtvater gehört, wie er mit Freuden über die Gnaden redete, die Ich dir erwiesen habe?
Das war deshalb, weil er in seinem Leben danach trachtete, sie anzuhören und sich auf sie besann; sein Inneres wurde davon bis zum Überfließen erfüllt. Und jetzt, wie viel Gutes brachte ihm dies nicht im anderen Leben? Für ihn ist es wie eine Quelle des Guten, die zum Wohle der anderen überfließt.
Je mehr sich die Seele also an das erinnert, was Mir gehört, an die Gnaden und Lehren, die Ich ihr gegeben habe, umso stärker wächst in ihr die Quelle meiner Güter, die schließlich zum Wohle der anderen überfließen, da die Seele sie nicht mehr fassen kann.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italie-nischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Ir-mengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 1. Juni 1924)
… „Jesus aber schlief“ (Mt 8,24)
Ich fühlte mich ganz in den Göttlichen Willen versenkt, und mein süßer Jesus sagte bei seinem Kommen zu mir:
„Tochter meines Wollens, indem du in meinem Willen wirkst und lebst, so bewirkst du, dass aus meinem Wollen weitere neue Akte aus seinem Inneren heraustreten, gibst Mir das Feld zu neuen Werken, zu neuer Liebe und zu neuer Macht.
Wie bin Ich glücklich, wenn das Geschöpf, das in meinem Willen lebt, Mir das Wirkungsfeld überlässt! Wer jedoch nicht in meinem Willen lebt, verwehrt meine Arme und macht meinen Willen für ihn nutzlos, während mein Sein von der unwiderstehlichen Kraft meiner Liebe doch zur Bewegung und zum Wirken gedrängt wird; und nur wer in meinem Willen lebt, gibt mir das Feld frei, und Ich belebe auch die kleinsten Akte mit meinem Göttlichen Wollen, Ich achte auch die niedrigsten Dinge nicht für zu minder, um auf sie den Stempel göttlicher Tugend einzuprägen.
Deshalb liebe Ich den sehr, der in meinem Willen lebt und umgebe jeden seiner Akte mit so viel Gnade, mit so viel Würde und Zierde, weil Ich will die Ehre, die Herrlichkeit meines göttlichen Wirkens wünsche.
Sei deshalb aufmerksam und denk daran, dass alles, was du tust, und es nicht in meinem Willen verrichtest, du deinem Jesus damit Nutzlosigkeit gibst. Ach, wenn du wüsstest, wie der Müßiggang auf Mir lastet, wie Er mich betrübt, wärest du aufmerksamer, nicht wahr?”
Dann später ging ich daran, die Augen zum Schlaf zu schließen und sagte mir: „Auch mein Schlaf sei in deinem Wollen, mehr noch, mein Atem möge in den Deinen umgewandelt werden, damit das, was Jesus tat, als Er schlief, ich ebenfalls tue. Und überdies, hat mein Jesus wirklich geschlafen?”
Und Jesus kehrte zurück und fügte hinzu:
„Meine Tochter, mein Schlaf war ganz kurz, aber Ich schlief. Doch Ich schlief nicht für Mich, sondern für die Geschöpfe. Ich als das Haupt repräsentierte die ganze menschliche Familie und musste meine Menschheit über alle ausbreiten, um ihnen Ruhe zu verschaffen.
Ich sah alle Geschöpfe von einem Mantel aus Beunruhigungen, Kämpfen und Ruhelosigkeit bedeckt. Manche fielen in die Sünde und waren traurig, manche wurden von tyrannischen Leidenschaften beherrscht, die sie besiegen wollten und waren bedrängt, manche wollten das Gute tun und kämpften, um es zu tun.
Mit einem Wort, es war kein Friede, da man den wahren Frieden dann besitzt, wenn der Wille des Geschöpfes in den Willen seines Schöpfers zurückkehrt, von dem er ausgegangen ist. Außerhalb der Mitte, entfernt vom Ursprung, gibt es keinen Frieden. Im Schlaf breitete sich meine Menschheit über alle aus und hüllte sie wie in einen Mantel.
Wie die Henne ihre Küken unter die mütterlichen Flügel ruft, um sie schlafen zu lassen, so breitete Ich Mich über alle und rief alle meine Kinder unter meine Flügel, um einigen die Vergebung der Sünde zu gewähren, manchen den Sieg über die Leidenschaften, anderen die Kraft zum Kampf, um allen den Frieden und die Ruhe zu verleihen.
Und um ihnen keine Angst einzujagen und ihnen Mut zu geben, tat Ich dies im Schlaf: denn wer fürchtet sich vor einer schlafenden Person?
Nun hat sich die Welt nicht geändert, im Gegenteil, sie ist mehr denn je im Kampf, und deshalb wünsche Ich jemanden, der in meinem Wollen schläft, um die Wirkungen des Schlafes meiner Menschheit wiederholen zu können.”
Und danach wiederholte Er mit betrübtem Ton: „Und meine anderen Kinder, wo sind sie? Warum kommen nicht alle zu Mir, um die Ruhe und den Frieden zu empfangen? Lass Uns sie rufen, Wir wollen sie gemeinsam rufen.”
Und es schien, dass Jesus einen nach dem anderen beim Namen rief, doch wenige waren es, die kamen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 23. Dezember 1921)
„Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!“ (Mt 8, 25)
… „Da nun in allen Akten der Erlösung jene des Reiches meines Göttlichen Willens eingeschlossen sind, rief Ich dich schon damals.
Wie Ich der Herrin des Himmels alles anvertraute, was das Reich der Erlösung betraf, so deponierte Ich in dir das, was das Reich des Höchsten FIAT betraf. Siehst du, deswegen will Ich, dass du Mir Schritt für Schritt folgst …
… Wenn Ich den Stummen die Sprache gebe, löse Ich dich von der Stummheit hinsichtlich meines Willens, wenn Ich die Verkrüppelten aufrichte, richte Ich dich in Ihm auf; wenn Ich den Sturm mit meiner Herrschermacht stille, befehle Ich dem Sturm deines menschlichen Willens, dass er es nicht mehr wage, das friedvolle Meer des Meinen aufzuwühlen; mit einem Wort, es gibt nichts, was Ich tue und leide, aus dem Ich dir nicht ein Geschenk mache, um das Reich meines Willens in dir zu deponieren, das Ich so sehr liebe und das in Mir Selbst gebildet wurde…“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 27. Januar 1928)
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Mein liebenswürdiger Jesus, ich verlasse Dich nicht für einen Augenblick und folge Dir daher gemeinsam mit Deinen Jüngern. Schon sehe ich, daß, während Du im Boot schläfst (und dieser Schlaf ist Symbol für das, was Du dem gewähren willst, der in Deinem Göttlichen Willen lebt), ein Sturm losbricht, der die Apostel in Aufruhr versetzt, die schreien, indem sie Dich aufwecken: „Meister, rette uns, sonst gehen wir zugrunde“.
Mein Jesus, dieser Wolkenbruch stellt lebhaft den schrecklichen Sturm dar, den der menschliche Wille hervorruft. Auch er droht uns zu versenken, indem er seine ungestümen Wogen im Meer des Lebens emporhebt! Ich vereinige mich daher mit meinem „Ich liebe Dich“ mit den Aposteln, um Dich anzuflehen: Meister, rette uns, sonst sind wir verloren.
Mit derselben Gewalt, mit der Du eines Tages dem Meeressturm Einhalt geboten hast, befiehl auch heute dem Sturm des menschlichen Willens, sich zu beruhigen und versöhne den unseren mit Deinem Willen, um uns in den sicheren Armen Deines Höchsten Fiat ruhen zu lassen! (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Achzehnte Stunde)


