32In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem Dämon besessen war. 33Er trieb den Dämon aus, und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie geschehen. 34Die Pharisäer aber sagten: Mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
35Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. 36Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. 38Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

„In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem Dämon besessen war“ (Mt 9,32)

Ich folgte meinem süßen Jesus in seinem öffentlichen Leben, und als ich an die vielen Krankheiten der Menschen dachte, die Jesus heilte, fragte ich mich: „Warum hat sich die menschliche Natur so verändert, dass die Menschen sogar stumm, taub, blind wurden, mit Wunden bedeckt und vielen anderen Übeln behaftet?
Wenn der menschliche Wille das Böse tat – warum litt auch der Körper so viel?“ Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, du musst wissen, dass das Leibliche nichts Böses tat, sondern alles Böse tat der menschliche Wille.
Doch da Adam vor dem Fall in seiner Seele das volle Leben meines Göttlichen Willens besaß, kann man sagen, dass er randvoll davon war, bis zum Überfließen nach außen.
So gab der menschliche Wille kraft des Meinen, Licht nach außen ab, verströmte alle Wohlgerüche seines Schöpfers, Düfte der Schönheit, Heiligkeit und vollen Gesundheit, Düfte der Reinheit und Stärke, die wie viele leuchtende Wolken aus dem Inneren seines Willens hervortraten.
Sein Leib wurde durch diese Ausströmungen so schön, dass es eine Freude war, ihn schön, vital, leuchtend, völlig gesund, mit einem hinreißenden Liebreiz zu sehen.
Als Adam nun sündigte, blieb der menschliche Wille allein und hatte niemanden mehr, der in ihm das Licht und die mannigfaltigen Düfte ausbreitete, die [nach außen] durchschienen und die Seele und den Leib bewahrten, wie sie von Gott erschaffen worden waren.
Stattdessen begannen aus dem Inneren des menschlichen Willens dichte Wolken aufzusteigen, verderbte Luft, Gerüche von Schwachheit und Armseligkeit, sodass auch der Körper seine Frische und Schönheit verlor, geschwächt wurde und allen Übeln unterworfen war.
So nahm der Leib auch an den Übeln des menschlichen Willens teil, wie er am Guten teilgenommen hatte. Wenn also der menschliche Wille geheilt wird, indem er wieder das Leben meines Göttlichen Willens empfängt, werden auch alle Übel der menschlichen Natur wie durch einen Zauber nicht mehr aufleben.
Geschieht dasselbe etwa nicht, wenn die Menschen in einer verdorbenen, schlechten, stickigen Luft leben? Wie viele Übel werden nicht verschärft, wenn der Gestank sogar den Atem nimmt und bis in die Eingeweide vordringt, bis zu dem Punkt, ansteckende Übel hervorzurufen, die zum Tod führen?
Wenn schon die äußere Luft so viele Probleme bereiten mag, so kann die neblige und zersetzende Luft des menschlichen Willens noch viel Schlimmeres anrichten, die aus dem Inneren des Geschöpfs, aus dem Grund seines ganzen Wesens kommt.
Betrachte zudem das anschauliche Beispiel der Pflanzen. Wie oft war ein Garten, eine blühende Wiese die Festfreude des Bauern wegen der Hoffnung auf eine reiche Ernte und die vielen schönen Früchte, die er ernten sollte.
Aber es genügte ein Nebel, um die Bäume zu entlauben und alle Früchte abfallen zu lassen, eine etwas frostige Luft, um das blühende Feld in Trauer zu kleiden, schwarz werden und verderben zu lassen und den armen Bauern zu betrüben!
Wenn die Luft gut ist, teilt sie das Leben des Guten mit, ist sie schlecht, teilt sie das Leben des Schlechten und den Tod selbst mit. Die Ausströmungen der Luft kann man, wenn sie gut ist, Leben nennen, ist sie schlecht, kann man sie Tod für die armen Geschöpfe nennen.
Wenn du wüsstest, wie sehr Ich in meinem öffentlichen Leben litt, als sich Blinde, Stumme, Leprakranke usw. vor Mir zeigten, da Ich in ihnen alle Ausdünstungen des menschlichen Willens erkannte.
Ich sah, wie der Mensch ohne meinen Willen in der Seele und im Körper verunstaltet wird, weil nur mein FIAT die Kraft hat, unsere Werke so unversehrt, frisch und schön zu bewahren, wie sie aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen sind.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 7. Juli 1928)

„Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mt 9, 36)

… „Meine Tochter, alle Akte meiner Menschheit besitzen die generative (zeugende) Kraft. Wenn daher mein Geist denkt, erzeugt er heilige Gedanken, er denkt und erzeugt Licht, Wissenschaft, Weisheit, Göttliche Kenntnisse, neue Wahrheiten. Während er zeugt, ergießt er sich wie ein Strom in den Geist der Geschöpfe, ohne je mit der Zeugung aufzuhören.
So hat jedes Geschöpf in seinem Geist den ‚Lagerraum‘ für diese meine, von meinem Geist gezeugten Kinder, wobei dieser Unterschied besteht: dass die einen sie in Ehren halten, ihnen Gefolgschaft leisten und sie frei das Gut hervorbringen lassen, das sie besitzen, während andere sie zwar besitzen, aber gleichsam unterdrückt halten und sich nicht um sie kümmern.
Meine Blicke erzeugen Blicke der Liebe, des Mitleids, der Zärtlichkeit, der Barmherzigkeit. Ich verliere keinen Menschen je aus den Augen, meine Blicke vervielfachen sich für alle. O, die Macht meiner Blicke, mit welchem Mitleid ergießt sie sich auf das menschliche Elend!
Mein Mitleid ist so groß, dass Ich die Menschen in meine Pupillen einschließe, um sie zu retten, zu verteidigen und mit Zuneigung und unaussprechlicher Zärtlichkeit zu umgeben, sodass der ganze Himmel darüber erstaunt ist.
Meine Zunge spricht und bringt Worte hervor, die Leben und erhabene Lehren spenden. Sie erzeugt Gebete, spricht und verwundet und schießt Pfeile der Liebe ab, damit in allen meine brennende Liebe entstehe, und Ich von allen geliebt werde.
Meine Hände bringen Werke hervor, Wunden, Nägel, Blut, Umarmungen, um Mich zum Werk jedes einzelnen zu machen, zum Balsam, um ihre Wunden zu lindern, zu Nägeln, um sie zu verwunden und zu reinigen, zum Blut, um sie zu waschen, zu Umarmungen, um sie zu umfangen und sie wie im Triumph in meinen Arme zu tragen. Meine ganze Menschheit generiert ständig, um sich in jedem Menschen zu reproduzieren.
Unsere Göttliche Liebe besteht gerade darin, sich in allen und jedem einzelnen zu reproduzieren. Hätten Wir nicht diese zeugende Kraft, so wäre dies keine Wirklichkeit, sondern nur eine Redensart.
Wir schaffen hingegen in Uns zuerst die Taten, und wenn Wir Worte benützen, dann, um die Fakten zu bestätigen; zumal meine Menschheit von der Gottheit nicht getrennt werden kann, die von Natur aus die zeugende Kraft besitzt und über den Geschöpfen wie eine Mutter mit offenen Armen ist und in ihnen auf wunderbarer Weise ihr Leben hervorbringt.
Doch weißt du, wer die Wirkungen und die vollständige Frucht dieser meiner ständigen Zeugung empfängt? Die Seele, in der mein Wille regiert. Sie nimmt nicht nur die Generation meiner Akte auf, sondern reproduziert sie auf wunderbare Weise.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 25. März 1934)

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… „An vierter Stelle kommt die Menschheitsfamilie. Sie kreist um Uns, doch da ihr Wille nicht mit dem Unseren eins ist, atmen sie nicht mit unserem Willen, der die Ordnung, Heiligkeit, Einheit und Harmonie mit ihrem Schöpfer hervorbringt.
Deshalb ist sie zersplittert, ungeordnet und wie abgeschnitten von Uns. Sie sind unglückliche Wesen, der Friede, das Glück, der Überfluss an Gütern ist fern von ihnen. Das ganze Übel kommt daher, dass unser Wille nicht der ihre ist.
Wir atmen nicht in Einklang, was die Mitteilung unserer Güter und ihre vollkommene Einheit mit unserem Höchsten Wesen verhindert. Unsere Schöpferhand, die in jedem Menschen ihr Meisterwerk und das schönste Werk gestalten sollte, wird blockiert, weil unser Wille fehlt.
Wir finden ihre Seelen nicht so bereitwillig und flexibel, dass Wir an ihnen unsere göttliche Kunst anwenden könnten. Wo unser Wille fehlt, dort wissen Wir nicht, was Wir mit dem Geschöpf machen sollen.
Daher also ersehnen Wir es so sehr, dass unser Göttlicher Wille regiert und sein Leben in den Seelen bildet, da sonst unser schöpferisches Werk behindert wird, unsere Werke ausgesetzt sind, und das Schöpfungswerk unvollständig ist.
Um dies zu erlangen, muss der Wille des Himmels und der Erde einer sein, eines das Leben, eine die Liebe, einer der Atem. Dies ist die größte Wohltat, die Wir für die Geschöpfe wollen.
Wir haben noch so viele schöne Werke zu machen, doch der menschliche Wille behindert unseren Schritt, lähmt unsere Arme und verurteilt unsere Schöpferhände zur Untätigkeit.
Wer also unseren Willen tun und in Ihm leben möchte, der bereitet Uns Arbeit, und Wir machen aus ihm, was Wir wollen. Nun sollst du dies wissen: wenn die Seele beschließt, im Göttlichen Willen zu leben, dann stellt sie ihr Heil und ihre Heiligkeit sicher.
Wir wohnen in ihr wie in unserem Haus. Ihr Wille dient Uns als Materie, in der Wir in jedem ihrer Akte das Fiat aussprechen, um unsere Werke zu errichten, die Dessen würdig sind, der darin wohnt. Wir gleichen einem König, der sich der Steine, Tuffsteine, Ziegel und des Mörtels zum Bau eines prachtvollen Palastes bedient, der die ganze Welt in Staunen setzt.
Hätte aber der arme König nicht die Steine und das nötige Material zum Bau des Palastes, dann könnte er – trotz seines guten Willens und des vorhandenen Geldes für den Bau – keinen Palast bauen, da der Rohstoff fehlen würde.
So können auch Wir, wenn Uns die Seele nicht ihren Willen gibt, trotz all unserer Macht, den unser Wille besitzt, in der Seele nicht den schönen Palast errichten, der unserer Residenz würdig ist, weil Uns das Material dafür fehlt.
Wenn Uns daher die Seele ihren Willen gibt und den Unseren annimmt, sind Wir auf der sicheren Seite und finden alles zu unserer Verfügung, kleine und große, natürliche und geistliche Dinge. Alles gehört Uns, und von allem machen Wir Gebrauch, um unser allmächtiges Fiat wirken zu lassen.
Da nun unser Wille nicht ohne seine Werke sein kann, ruft Er alle seine Werke in diesen Palast zurück, den Er sich mit so viel Liebe in der Seele errichtet hat. Er umgibt sich mit allen Werken der Schöpfung: Himmel, Sonne, Sterne erweisen Ihm die Ehre.
Er ordnet im Geschöpf alles, was Ich in der Erlösung tat: mein Leben, meine Geburt, meine Kindertränen, meine Leiden und Gebete, alles. Wo mein Wille ist, darf nichts fehlen, weil alles aus Ihm hervorgegangen ist. Mit Recht gehört alles Ihm, und daher konzentriert Er dort, wo Er regiert, alle seine Werke.
O, die Schönheiten, die Ordnung, die Harmonie, die göttlichen Güter, die man in dieser Seele sieht! Die Himmel staunen, und alle bewundern die Liebe und Macht des Göttlichen Willens und beten Ihn zitternd an. Lass Ihn deshalb an dir wirken, und Er wird so große Dinge tun, dass du staunst.
Außerdem hat unsere Liebe und ewige Weisheit alle Gnaden beschlossen, die Wir den Seelen geben sollen, die Grade der Heiligkeit, die sie erwerben sollen, die Schönheit, mit der Wir sie zieren werden, die Liebe, mit der sie Uns lieben und selbst die Akte, die sie vollbringen sollen.
Wo unser Fiat regiert, wird alles verwirklicht, dort steht die Ordnung Gottes in voller Kraft, und es wird nicht einmal ein Beistrich abgeändert. Unser Wirken ist in voller Harmonie mit den Werken der Seele. O, wie freut Uns dies!
Wenn Wir ihr dann unsere letzte Liebe in der [irdischen] Zeit geschenkt haben, und sie unseren letzten Akt des Göttlichen Willens in ihrem sterblichen Leben vollbracht hat, wird sie unsere Liebe im Flug in die Himmlische Heimat bringen.
Unser Wille wird sie im Himmel als Triumph seines wirkenden und erobernden Willens aufnehmen, der sie mit so großer Liebe auf der Erde erobert hat. So wird ihr letzter Akt die Einmündung in den Himmel sein, um den Anfang in unserem beseligenden Willen zu machen, der nie enden wird.
Wo aber unser Wille nicht herrscht, dort gibt es keine göttliche Ordnung: wie viele Werke von Uns sind zerbrochen und nicht verwirklicht, wie viele leere Plätze gibt es, leer an Göttlichem und vielleicht mit Leidenschaften und Sünden angefüllt! Es herrscht keine Schönheit, sondern alles ist entstellt, dass es Mitleid erregt.
Sei daher aufmerksam und mache, dass unser Wille in dir regiert und lebt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 14. Juni 1936)