18In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig. 19Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
20Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; 21denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
22Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt. 23Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, 24sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.
25Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf. 26Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

„Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig“ (Mt 9, 18)

Ich fühlte mich ganz schlecht, und wie wenn alles zu Ende wäre; da beklagte ich mich bei Jesus über seine fast totale Beraubung und Er erwiderte:
„Meine Tochter, dies sind göttliche Handlungsweisen – nämlich ständig zu sterben und wieder aufzuerstehen. Schau, die Natur selbst ist jenem Sterben und Wiederauferstehen unterworfen: die Blume blüht auf und stirbt – aber um noch schöner aufzuerstehen; während sie, wenn sie nie stürbe, alt werden, ihre lebhafte Färbung und den Wohlgeruch ihres Duftes verlieren würde. Und hier erkennst du auch eine Ähnlichkeit mit meinem Wesen, das stets alt und stets neu ist.
Der Same wird unter die Erde gesät, er wird gleichsam begraben um ihn absterben zu lassen, und er stirbt tatsächlich, bis er zu Staub zerrieben wird, und dann ersteht er noch schöner, ja sogar vervielfältigt; und so ist es mit allem Übrigen; wenn dies in der natürlichen Ordnung so ist, um wie viel mehr muss dann die Seele in der geistlichen Ordnung jenes Sterben und Wiederauferstehen durchmachen: während sie scheinbar alles überwunden hat und vor Eifer, Gnade, Tugend und Vereinigung mit Mir überfließt, sodass sie in allem neues Leben erworben zu haben scheint, verberge Ich Mich, und alles um sie herum scheint abzusterben.
Ich setze die Schläge als wahrer Meister und helfe ihr, allem abzusterben, und wenn Mir scheint, dass alles für sie abgestorben ist, steige Ich als Sonne auf, enthülle Mich, und mit Mir ersteht alles noch schöner, noch kraftvoller, treuer, dankbarer, demütiger, sodass dort wo etwas [ungeordnet] Menschliches war, der Tod dies vernichtet hat und alles zu neuem Leben auferstehen lässt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 2. Juni 1910)

„Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes“ (Mt 9, 20)

„… Sollst du wissen, dass die Liebe das Blut der Seele ist. Wie mein Wille das Leben ist; und wie in der natürlichen Ordnung das Leben nicht ohne Blut funktionieren kann, und das Blut nicht zirkulieren kann, wenn es kein Leben hat; und wie man sich je nach dem reichlichen [guten] Blut der Gesundheit erfreut – so ist es auch in der übernatürlichen Ordnung: die Seele und mein Göttlicher Wille können nicht ohne das Blut der Liebe funktionieren.
Je mehr Liebe man hat, umso stärker, robuster und aktiver wird man sich bei der Arbeit fühlen, sonst wird die Seele an Blutarmut leiden und schließlich an Auszehrung sterben.
Ist also nicht genügend Blut der Liebe vorhanden, wird selbst mein Wille – obgleich Er das Leben der Seele ist – in der Seele krank und untätig werden, da Ihm das Blut der Liebe fehlt, damit Er funktionieren kann.
Alle Tugenden werden anämisch, und anstelle von Geduld, Kraft und Heiligkeit, sieht man all diese Tugenden verblasst und in Fehler umgewandelt.
Deswegen gibt es so viel Anämie in der Welt, weil das reine Blut meiner Liebe fehlt – und folglich droht den Menschen eine schreckliche Auszehrung, die ihnen das Verderben an Seele und Leib bringt.
Daher also liebe Ich dein ‘Ich liebe Dich’ so sehr und wünsche es in all meinen Akten, in allen geschaffenen Dingen, in allen Akten der Geschöpfe, um viel Blut als Gegengift und Heilmittel für die herrschende Anämie bereiten zu können.
Dies wird zur Vorbereitung des Reiches meines Willens dienen. Deshalb fühle Ich das Bedürfnis nach deiner Liebe.
Es stimmt zwar, dass sie klein ist, doch achte Ich nicht darauf, ob sie klein oder groß ist, sondern vielmehr darauf, ob sie in der Macht meines Willens erbracht worden ist, der die kleinsten Akte groß für Mich macht und sie mit solcher Schönheit erfüllt, dass Ich davon hingerissen bin.
Darum soll es dir genügen, zu wissen, dass Ich etwas will, dass es Mir gefällt und Freude bereitet, damit du es dann tust, egal ob Ich es als klein oder groß erachte; und dieses dein ‘Ich liebe Dich’ will Ich in jedem deiner Herzschläge, in der Luft, die du einatmest, im Himmel, in der Sonne – kurz, in allem.
O, wie gerne sähe Ich, dass dein ‘Ich liebe Dich’ Himmel und Erde, die Geschöpfe und den Schöpfer erfüllt!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 21. August 1932)

„Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt“ (Mt 9,21)

An diesem Morgen zeigte sich der gebenedeite Jesus kurz wie ein Blitz und sprach zu mir:
„Meine Tochter, solange die Seele in der steten Bereitschaft zum Tun des Guten ist, ist die Gnade mit ihr und verleiht all ihrem Wirken Leben; wenn sie aber dem Gutestun gleichgültig gegenübersteht oder sogar dabei ist, Böses zu tun, zieht sich die Gnade zurück, weil dies nicht aus ihr entstammt, und da sie nicht daran teilhaben, noch der Seele ihr eigenes Leben mitteilen kann, entfernt sie sich mit Bedauern und höchstem Missfallen.
Wünschst du also, dass meine Gnade stets bei dir sei, und mein eigenes Leben dein Leben bilde?
Dann sei in ständiger Bereitschaft, das Gute zu tun, und so wird mein ganzes Wesen in dir entfaltet sein, und du wirst nicht so bekümmert sein, wenn du manchmal meine Gegenwart entbehrst; denn du wirst Mich zwar nicht sehen, aber in all deinem Wirken berühren, und dies wird den Schmerz meiner Beraubung teilweise mildern.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 3. Oktober 1908)

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An diesem Morgen beklagte ich mich bei der Kommunion bei Jesus, dass ich meinen Seelenzustand nicht mehr demjenigen offenbaren kann, dem ich sollte.
Ja, oft fühle ich mich so von Ihm erfüllt, ich scheine Ihn überall zu berühren, und auch wenn ich mich selbst berühre, berühre ich Jesus, aber ich kann kein Wort darüber sagen, ich möchte mich nur in Jesus verlieren, in der Tiefe des absoluten Schweigens; und wenn ich zu reden gezwungen oder angespornt werde – o Gott, welche Gewalt muss ich da aufbringen!
Ich komme mir vor wie ein kleines Kind, das gerade gut träumt und das man gewaltsam aufwecken möchte: in der Folge bekommt es einen Trotzanfall.
So sagte ich zu Jesus: „Alles hast Du mir entzogen – deine Leiden, deine Gunsterweise, das Vernehmen deiner harmonischen, süßen und lieblichen Stimme; ich erkenne mich nicht wieder, so wie ich geworden bin; und wenn du mich etwas begreifen lässt, dann ist es ganz tief drinnen, dass es den Weg nicht findet, sich zu äußern. Mein Leben, sag mir doch, wie ich mich verhalten soll?“.
Und Jesus: „Meine Tochter, wenn du Mich hast, hast du alles, und dies genügt dir. Wenn du dich von Mir ausgefüllt fühlst, ist dies ein Zeichen, dass Ich dich im Haus meiner Gottheit [wohnen] lasse.
Wenn ein Reicher einen Armen in sein Haus aufnimmt, ist es ein Zeichen, dass er dem Armen alles Notwendige geben wird – obwohl er nicht immer mit ihm spricht oder ihn liebkost – sonst wäre es eine Schande für den Reichen.
Und bin Ich nicht mehr als der Reiche? Sei also beruhigt und versuche dem Gehorsam das zu offenbaren, was du kannst; den Rest überlasse ganz meiner Sorge.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 24. Februar 1910)

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Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, als der gebenedeite Jesus kurz kam und zu mir sagte: „Meine Tochter, Ich bin bei den Seelen, innen und außen, doch wer erfährt die Wirkungen davon?
Wer sich mit seinem Willen dem Meinigen nähert, wer Mich ruft, wer bittet, wer meine Macht kennt und das Gute, das Ich ihm erweisen kann.
Anderenfalls gleicht er einem, der eine Wasserversorgung in seinem Haus hat und nicht kommt, um davon zu trinken: obwohl es Wasser gibt, genießt er nicht dessen Wohltat und brennt vor Durst.
Oder es ist ihm kalt, und obwohl es Feuer gibt, kommt er nicht herbei, um sich zu wärmen und kann somit nicht die Wohltat der Wärme genießen; und so ist es mit allem Übrigen.
Welcher Kummer ist dies doch für Mich: obwohl Ich geben will, ist niemand da, der meine Wohltaten entgegennimmt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 6. September 1912)

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… „Ich wollte meine Macht gebrauchen und Wunder wirken, um Mir mein Volk zu bilden, damit sie [wenigstens] der Macht meiner Wunder glauben sollten, wenn sie schon meinen Worten nicht glaubten.
Mit Göttlicher und liebevoller Besorgtheit wollte Ich Mich um jeden Preis als ihr Erlöser bekanntgeben, denn wenn sie Mich nicht kannten, konnten sie die Wohltat der Erlösung nicht empfangen.
So musste Ich Mich bekannt machen, damit mein Kommen auf die Erde für sie nicht nutzlos war.
O, wie gut symbolisiert mein öffentliches Leben den Triumph des Reiches meines Fiat in der Menschheit, das Ich mit überraschenden Wahrheiten bekannt machen und zu diesem Zweck Zeichen und Wunder wirken werde.
In der Macht meines Willens werde Ich die in der Gnade Toten zum Leben zurückrufen und das Wunder der Auferstehung des Lazarus wiederholen.
Obwohl die Menschen im Bösen verderbt und zu einem stinkenden Leichnam wie Lazarus geworden sind, wird mein Fiat sie zum Leben zurückrufen, dem Gestank der Sünde ein Ende setzen und sie im Guten wiedererstehen lassen.
Kurzum, Ich werde meine ganze Göttliche Betriebsamkeit anwenden, damit mein Wille unter den Völkern herrsche.
Du siehst also, in jedem meiner Worte, das Ich sprach, und in jedem Wunder, das Ich wirkte, rief Ich meinen Willen, dass Er in ihrer Mitte regiere, und Ich rief die Völker zum Leben in Ihm. “…. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 31. Mai 1936)

„Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur“ (Mt 9, 24)

Mein Jesus, mein süßestes Leben, Deine Liebe ruft Dich überall; als Du gebeten wirst, ein Mädchen aufzuerwecken, verweigerst Du Dich nicht und indem Du ihre Hand in die Deine nimmst, rufst Du sie zum Leben zurück und sagst, während Du sie wieder aufrichtest: „Das Mädchen ist nicht tot, sondern schläft.“
Wieviele sind es, mein Geliebter, die den Schlaf ihres menschlichen Willens schlafen! Ich will daher mein „Ich liebe Dich“ in dem Akt fließen lassen, den Du vollbringst, als Du das junge Mädchen auferweckst, um Dich zu bitten, Deine rechte Hand über alle Menschen auszustrecken und sie zum Leben Deines erhabenen Willens zurückzurufen.
Mit einer einzigen Berührung Deiner schöpferischen Hand, mit einem Akt Deiner Macht wirst Du diese Seelen von dem Schlaf befreien, in dem sie liegen, und Dir den ersten Trupp des Reiches des Göttlichen Fiat bilden. (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Achzehnte Stunde)